Neue Kooperation: dejure.org × Doctrine bringen KI-Power für Aktenanalyse, Recherche und Texterstellung. Doctrine entdecken
×

Rechtsprechung
   OVG Niedersachsen, 28.09.1995 - 12 L 2034/95   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/1995,1932
OVG Niedersachsen, 28.09.1995 - 12 L 2034/95 (https://dejure.org/1995,1932)
OVG Niedersachsen, Entscheidung vom 28.09.1995 - 12 L 2034/95 (https://dejure.org/1995,1932)
OVG Niedersachsen, Entscheidung vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95 (https://dejure.org/1995,1932)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1995,1932) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.

Volltextveröffentlichung

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (2)

  • Entscheidungsdatenbank Niedersachsen (Leitsatz)

    Art. 16a Abs. 1 GG; § 51 Abs. 1 AuslG
    Gruppenverfolgung; Kosovo; Albaner; Mitgliedschaft in der LDK; Deserteur; Bestrafung wegen Wehrdienstentziehung

  • Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)

    Gruppenverfolgung; Kosovo; Albaner; Mitgliedschaft in der LDK; Deserteur; Bestrafung wegen Wehrdienstentziehung

Hinweis zu den Links:
Zu grauen Einträgen liegen derzeit keine weiteren Informationen vor. Sie können diese Links aber nutzen, um die Einträge beispielsweise in Ihre Merkliste aufzunehmen.

Verfahrensgang

 
Sortierung



Kontextvorschau





Hinweis: Klicken Sie auf das Sprechblasensymbol, um eine Kontextvorschau im Fließtext zu sehen. Um alle zu sehen, genügt ein Doppelklick.

Wird zitiert von ... (29)Zitiert selbst (3)

  • OVG Niedersachsen, 24.02.1995 - 8 L 5275/93
    Auszug aus OVG Niedersachsen, 28.09.1995 - 12 L 2034/95
    In der Provinz Kosovo sind albanische Volkszugehörige einer Gruppenverfolgung wegen ihrer Volkszugehörigkeit nicht ausgesetzt (ebenso 8. Senat des erkennenden Gerichts, Urt. v. 24.2.95 - 8 L 5275/93 -).

    Albanische Volkszugehörige aus der serbischen Provinz Kosovo, die sich dem Wehrdienst entzogen haben, müssen bei Rückkehr in ihre Heimat nicht mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit mit politisch motivierter Bestrafung wegen Wehrdienstentziehung oder Desertion oder mit anderen politischen Verfolgungsmaßnahmen rechnen (im Anschluß an die Rechtsprechung des 8. Senats des erkennenden Gerichts, Urt. v. 24.2.95 - 8 L 5275/93 - und des 11. Senats des erkennenden Gerichts, Urt. v. 31.5.95 - 11 L 1910/95 -).

  • OVG Niedersachsen, 31.05.1995 - 11 L 1899/95

    Politische Verfolgung; Verfolgungswahrscheinlichkeit; Kosovo; Mitgliedschaft in …

    Auszug aus OVG Niedersachsen, 28.09.1995 - 12 L 2034/95
    Die einfache Mitgliedschaft eines albanischen Volkszugehörigen aus der serbischen Provinz Kosovo in der LDK zieht in der Regel keine politischen Verfolgungsmaßnahmen der serbischen Behörden nach sich (ebenso 11. Senat des erkennenden Gerichts, Urt. v. 31.5.95 - 11 L 1899/95 -).
  • OVG Niedersachsen, 31.05.1995 - 11 L 1910/95

    Politische Verfolgung; Verfolgungswahrscheinlichkeit; Bestrafung wegen …

    Auszug aus OVG Niedersachsen, 28.09.1995 - 12 L 2034/95
    Albanische Volkszugehörige aus der serbischen Provinz Kosovo, die sich dem Wehrdienst entzogen haben, müssen bei Rückkehr in ihre Heimat nicht mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit mit politisch motivierter Bestrafung wegen Wehrdienstentziehung oder Desertion oder mit anderen politischen Verfolgungsmaßnahmen rechnen (im Anschluß an die Rechtsprechung des 8. Senats des erkennenden Gerichts, Urt. v. 24.2.95 - 8 L 5275/93 - und des 11. Senats des erkennenden Gerichts, Urt. v. 31.5.95 - 11 L 1910/95 -).
  • VGH Hessen, 16.02.1996 - 7 UE 4242/95

    Keine Gruppenverfolgung albanischer Volkszugehöriger im Kosovo; Heranziehung zum …

    Das Gericht muß sich die feste Überzeugung von der Wahrheit des von dem Asylbewerber behaupteten Verfolgungsschicksals verschaffen, und zwar nicht nur hinsichtlich des individuellen Asylvorbringens, sondern auch hinsichtlich der relevanten Situation im Herkunftsland (vgl. BVerwG, Ue. v. 12.11.1985 - 9 C 27.85 -, EZAR 630 Nr. 23, u. v. 05.07.1994 - 9 C 158.94 -, BVerwGE 96, 200, sowie Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 16, u. OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A -, S. 12).

    Mit dieser Überzeugung befindet sich der Senat in Übereinstimmung mit der Beurteilung durch - soweit ersichtlich - alle Oberverwaltungsgerichte, die sich seit Herbst 1994 mit der Frage der Gruppenverfolgung der Kosovo-Albaner befaßt haben (VGH Baden-Württemberg, Ue. v. 24.01.1995 - A 14 S 2075/94 -, v. 18.05.1995 - A 12 S 207/95 -, v. 08.06.1995 - A 12 S 79/95 - u. v. 13.06.1995 - A 14 S 2459/94 - Hamb. OVG, U. v. 07.06.1995 - Bf VII 2/94 - Hess. VGH, U. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - Nds. OVG, Ue. v. 24.02.1995 - 8 L 5275/93 - u. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - OVG Nordrhein-Westfalen, Ue. v. 21.02.1995 - 13 A 265/94.A - u. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - OVG Rheinland-Pfalz, Ue. v. 04.10.1994 - 7 A 10280/92 - u. v. 19.09.1995 - 7 A 12537/93 - OVG Saarland, U. v. 08.02.1995 - 9 R 25/95 - Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - OVG Sachsen-Anhalt, U. v. 28.02.1995 - 3 L 29/93 - Schlesw.-Holst.

    Deshalb fehlt es insoweit bei objektiver Betrachtung schon an der auf die albanische Volkszugehörigkeit zielenden Gerichtetheit; abgesehen davon ist auch die erforderliche Eingriffsintensität derartiger polizeilicher Überprüfungen zu verneinen (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 60).

    Die dokumentierten Vorladungen zu polizeilichen Verhören und deren Durchführung beinhalten zumindest für den Regelfall ebenfalls keinen Eingriff von asylerheblicher Intensität (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 61; Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 -, S. 29).

    Soweit diese Maßnahmen primär darauf gerichtet sind, jeglichen Waffenbesitz zu unterbinden und damit der Gefahr zu begegnen, daß der bislang weitgehend gewaltfreie Widerstand der albanischen Volkszugehörigen in einen bewaffneten Aufstand umschlägt, mangelt es schon an der an die albanische Volkszugehörigkeit anknüpfenden Gerichtetheit (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 59 f.; OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A -, S. 15 f.; Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 -, S. 28).

    Soweit allerdings die Suche nach Waffen nur als Vorwand herangezogen wird, um ausschließlich albanische Volkszugehörige zu schikanieren, wofür etwa sprechen kann, daß bei erfolgloser Suche entweder unter Androhung eines empfindlichen Übels zur Ablieferung erst noch zu beschaffender Waffen aufgefordert wird oder Sachen beschädigt und/oder weggenommen werden (7., Nr. 191; 8., S. 6 f.; 26., S. 7), wird eine asylerhebliche Gerichtetheit zu bejahen sein (Nds. OVG, U.v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 60).

    Den mitgeteilten Festnahmen bis zu drei Tagen ist gleichfalls nicht ohne weiteres Asylrelevanz beizumessen, denn zumindest dann, wenn diese im Zusammenhang mit der Ermittlung kriminellen Unrechts und nur kurzzeitig - je nach Anlaß auch mehrstündig - erfolgen, ist ein hinreichend intensiver asylrelevanter Eingriff nicht festzustellen, und konkrete Angaben hierzu sind in aller Regel nicht dokumentiert (vgl. Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 61).

    Da derartige Übergriffe gegenüber nichtalbanischen Volkszugehörigen im Kosovo kaum bekannt geworden sind, erachtet der Senat die asylerhebliche Gerichtetheit in Anknüpfung an die albanische Volkszugehörigkeit regelmäßig für gegeben (ebenso Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 58 f.; vgl. auch BVerfG, Be. v. 08.01.1990 - 2 BvR 933/90 -, NVwZ 1991, 772, u. v. 30.11.1993 - 2 BvR 594/93 -, BayVBl. 1994, 143).

    Das gilt uneingeschränkt für strafgerichtliche Verurteilungen aus politischen Gründen, jedenfalls soweit ihnen keine terroristischen Aktivitäten zugrundeliegen (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 62 i.V.m. 6), und grundsätzlich auch für die Verhängung von Freiheitsstrafen nach dem serbischen Ordnungswidrigkeitengesetz, soweit hinreichend sichere Anhaltspunkte dafür fehlen, daß es im Einzelfall an der asylrechtlich erforderlichen Gerichtetheit im Hinblick auf die albanische Volkszugehörigkeit mangelt (ähnlich Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 62 f.; a.A. Bay. VGH, u. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 -, S. 87 f.).

    Rn. 44 Was die Handhabung der Wehrpflicht angeht, so ist diese jedenfalls für die hier beurteilte Zeit ab 1990 weder in bezug auf die Einberufungspraxis gegenüber Kosovo-Albanern noch in bezug auf deren Einsatz während des Wehrdienstes und auch nicht in bezug auf eine Bestrafung im Falle der Wehrdienstentziehung oder Desertion asylrechtlich relevant (VGH Baden-Württemberg, Ue. v. 08.06.1995 - A 12 S 79/95 - u. v. 19.09.1995 - A 14 S 1327/94 - Bay. VGH, Ue. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 - u. v. 09.01.1995 - 19 BA 94.30683 - Hess. VGH, U. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - Nds. OVG, Ue. v. 24.02.1995 - 8 L 5275/93 -, v. 31.05.1995 - 11 L 1899/95 -, v. 13.07.1995 - 3 L 2339/95 - u. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 18.10.1994 - 13 A 2045/94 - OVG Rheinland-Pfalz, U. v. 04.10.1994 - 7 A 10280/92 -, Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - OVG Sachsen- Anhalt, U. v. 28.02.1995 - 3 L 29/93 - Schlesw.-Holst.

    Nur für den bereits aus anderen Gründen politisch Verfolgten ruht also die Wehrpflicht mit der Folge, daß ihre zwangsweise Durchsetzung oder eine an ihre Nichterfüllung anknüpfende Bestrafung ihrerseits - und zusätzlich - Asylrelevanz erlangt (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 7 f.; a.A. VG Frankfurt am Main, Ue. v. 25.04.1995 - 6 E 11177/93.A (3) - u. v. 21.06.1995 - 6 E 13533/93.A (V) -, beide nicht rechtskräftig).

    Denn damit macht sich der Staat lediglich den Umstand zunutze, daß die wehrpflichtigen Kosovo-Albaner die auch ihnen obliegende Wehrpflicht meist nicht erfüllen, weil sie einer nach ihrem politischen Verständnis "fremden Macht" nicht dienen wollen; die Einberufungen widerstreiten zwar dieser - objektiv unrichtigen und deshalb asylrechtlich unerheblichen - Überzeugung, sie beinhalten aber kein über deren - dann ebenfalls asylirrelevante - Brechung hinausgehendes Element politischer Disziplinierung (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 64 f.; vgl. auch VGH Baden-Württemberg, U. v. 19.09.1995 - A 14 S 1327/94 -, S. 6 f., u. OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A -, S. 7 f.).

    Dieser Verfahrensweise kann zwar die an die Volkszugehörigkeit anknüpfende Gerichtetheit nicht abgesprochen werden; ihr fehlt indes die erforderliche Eingriffsintensität (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 64).

    Denn zum einen wurden bisher ganz allgemein nur wenige Strafverfahren nicht nur eingeleitet, sondern auch tatsächlich zum Abschluß gebracht (3., S. 11; 6., S. 57; 11., S. 11; 14.; 23.; 30., S. 15; 34.; 46.; 48.; 66.; 67.; 78., S. 9; 80.; 83.; 84.; 87.; 98.; 112.); und der Umstand, daß neuerdings vor allem aus dem Ausland zurückkehrende Wehrpflichtige aufgrund eines von den Grenzbehörden offenbar zunehmend praktizierten Listenabgleichs mit strafrechtlicher Ahndung rechnen müssen (30., S. 16; 33., S. 57; 34.; 47., S. 28; 64.; 73.; 78., S. 9; 80.; 83.; 84.), steigert lediglich die generelle Wahrscheinlichkeit der Bestrafung, vermag aber eine asylrelevante Gerichtetheit in Anknüpfung an die ethnische Zugehörigkeit nicht zu begründen (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 65).

    Denn zum einen fehlt es in der Regel an der erforderlichen Intensität, weil für die Betroffenen - von Ausnahmefällen abgesehen - jedenfalls das wirtschaftliche Existenzminimum, gemessen an der in der "Bundesrepublik Jugoslawien" allgemein herrschenden bedrückenden Wirtschaftslage, weiterhin gewährleistet ist (Hess. VGH, U. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 -, S. 32 f.; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 66 f.; Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 -, S. 32 f.;… vgl. BVerwG, U. v. 05.07.1994 - 9 C 158.94 -, a.a.O.).

    Denn sie sind bei objektiver Betrachtung nicht hierauf, sondern vielmehr auf die Erlangung der serbischen Kontrolle über den staatlichen Gesundheitsdienst gerichtet, wie vor allem daraus erhellt, daß dessen Inanspruchnahme auch albanischen Volkszugehörigen weiterhin offensteht und die teilweise bestehende wirtschaftliche Zugangssperre nicht an deren Volkszugehörigkeit anknüpft, sondern die Folge von ihrerseits asylunerheblichen Umständen - wie etwa dem Verlust des Arbeitsplatzes - ist (Hamb. OVG, U. v. 07.06.1995 - Bf VII 2/94 -, S. 57; Hess. VGH, U. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 -, S. 33; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 72 f.).

    Die seit 1990 gültigen Lehrpläne lassen nämlich muttersprachlichen Unterricht in einem gewissen, dem Schutz der Albaner als nationaler Minderheit ausreichend Rechnung tragendem Umfang zu; und einen asylrechtlich geschützten Anspruch der Kosovo-Albaner, die Unterrichtssprache und die Lehrinhalte selbst zu bestimmen, gibt es nicht; soweit Bildungsdefizite dadurch entstehen, daß die albanische Bevölkerungsmehrheit das offizielle Schul- und Hochschulsystem boykottiert, fällt dies demzufolge in ihren eigenen Verantwortungsbereich (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 12 f. u. 70 f.; vgl. auch OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A -, S. 18).

    Rn. 56 Soweit etwa im Sozialbereich eine faktische Benachteiligung der Kosovo-Albaner dadurch stattfindet, daß infolge der Begrenzung der öffentlichen Leistungen ab dem vierten Kind durch Gesetz vom 21. Juli 1992 die traditionell kinderreicheren albanischen Familien eine geringere finanzielle Unterstützung als zuvor erhalten (2., Nr. 158 b), fehlt es an der asylrechtlich nötigen Gerichtetheit schon deshalb, weil diese Regelung für die gesamte Bevölkerung gilt (Hess. VGH, U. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 -, S. 29) und weil sie überdies das Ziel verfolgt, ein übermäßiges Bevölkerungswachstum allgemein einzudämmen (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 69 f.).

    Allerdings wird gelegentlich auch von der gewaltsamen Vertreibung kosovoalbanischer Familien aus Wohnungen berichtet, in denen sie offenbar rechtmäßig lebten (7., Nr. 195; 30., S. 5 f.; 41.; 78., S. 3); solchenfalls kann je nach den Umständen des Einzelfalles die Asylrelevanz durchaus zu bejahen sein (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 73).

    Es wird nämlich weder auf den Gebrauch der albanischen Sprache im häuslichen Bereich oder in dem der nachbarschaftlichen Kommunikation nachhaltig Einfluß genommen, noch wird den Kosovo-Albanern das Erlernen der Amtssprache verwehrt (vgl. Bay. VGH, U. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 -, S. 75 f.; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 12 f. u. 74).

    Daraus und aus dem von seiten der "Bundesrepublik Jugoslawien" verlautbarten Wunsch, ein Rückübernahmeabkommen abschließen zu wollen, wird deutlich, daß die praktizierte Form der Einreiseverweigerung nicht gerade auf die Ethnie der Kosovo- Albaner abzielt (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 84; OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A -, S. 24 f.).

    Hinreichend gesicherte Anhaltspunkte für die Annahme eines staatlichen Programms mit dem Ziel einer gewaltsamen Vertreibung oder physischen Vernichtung eines Teils der albanischen Bevölkerung bestehen demgegenüber nicht (…BVerwG, U. v. 05.07.1994 - 9 C 158.94 -, a.a.O.; VGH Baden-Württemberg, U. v. 08.06.1995 - A 12 S 79/95 -, S. 22 f.; Hess. VGH, U. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 -, S. 37 ff.; Nds. OVG; U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 81 f.; Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 -, S. 37 f.).

    Hierzu hat der Senat die Gesamtzahl der asylerheblichen Verfolgungsschläge und die Gesamtzahl der Gruppenmitglieder einer auf den maßgebenden Zeitraum bezogenen, - auch in qualitativer Hinsicht - wertenden Relationsbetrachtung unterzogen (vgl. dazu Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 20).

    Da sich die Verhältnisse in den Jahren 1994 und 1995 gegenüber den hier relevanten Vorjahren bis 1990 jedenfalls nicht verbessert haben (2., Nrn. 153 u. 171; 3., S. 8; 7., Nr. 189; 13., S. 3 u. 19; 42.; 47., S. 10; 48.; 56.; 62., S. 7), können sich die folgenden Überlegungen auf die Zahlen des Jahres 1994 beschränken (Hess. VGH, U. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 -, S. 26 u. 41; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 54).

    Zu berücksichtigen ist einerseits zunächst, daß die dokumentierten polizeilichen Maßnahmen - wie weiter oben (1.1.1.1.) festgestellt - jedenfalls nicht generell, sondern nur insoweit asylrelevant sind, als diese zielgerichtet an die Ethnie anknüpfen und darüber hinaus auch nach dem jeweils verletzten Rechtsgut bzw. nach der jeweiligen Eingriffsintensität asylrechtlich beachtlich sind; schon aus diesem Grunde ist ein ganz erheblicher Abschlag erforderlich (vgl. Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 56 f.).

    Der Senat ist aufgrund der ihm zugänglichen Erkenntnisse - insbesondere über die Engmaschigkeit des Informationsnetzes der Dokumentationsstellen (32., S. 19 u. 22 f.) - der Überzeugung, daß die Dunkelziffer nicht bekannt gewordener Verfolgungsmaßnahmen jedenfalls die Zahl der dokumentierten, aber nicht asylerheblichen Polizeimaßnahmen nicht übersteigt, so daß gebotene Ab- und Zuschläge sich im wesentlichen ausgleichen (vgl. Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 56 f. u. 75).

    Beachtliche Anzeichen für eine in absehbarer Zeit zu erwartende Zunahme asylrelevanter Eingriffe gegenüber Kosovo-Albanern sind nicht zu erkennen; insbesondere ist gegenwärtig nicht ernsthaft zu erwarten, daß die seit längerem bestehende Pattsituation umschlägt, sei es durch eine drastische Ausweitung der Maßnahmen des serbischen Staates oder durch eine Radikalisierung des bislang weitgehend gewaltfreien Widerstands von seiten der ethnischen Albaner (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 75 f.).

    Von einem Klima gesellschaftlicher Verachtung kann nämlich für die weit überwiegende Bevölkerungsmehrheit der Kosovo-Albaner auch angesichts der sie treffenden wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Diskriminierungen nicht ausgegangen werden (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 77 f.).

    Rn. 72 Zum einen stellen die albanischen Volkszugehörigen im Kosovo nämlich keine Minderheit, sondern die weit überwiegende Bevölkerungsmehrheit dar mit der Folge, daß sie selbst - nicht zuletzt durch ihren Zusammenhalt im passiven Widerstand gegen die serbischen Behörden - das moralische und gesellschaftliche Klima prägen (Bay. VGH, U. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 -, S. 101 f.; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 87 f.; OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A -, S. 27).

    Bleiben indessen die Einschränkungen für eine Volksgruppe oder für einen einzelnen unterhalb der Schwelle der Asylerheblichkeit, so kann eine Ausgrenzung aus der übergreifenden Friedensordnung der staatlichen Einheit mit der Folge einer Suspendierung der Wehrpflicht jedenfalls nicht angenommen werden (Nds. OVG; U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 7 f.).

  • VGH Hessen, 02.03.1998 - 7 UE 868/96

    Keine Gruppenverfolgung der Kosovo-Albaner in der serbischen Provinz Kosovo; …

    Das Gericht muß sich die feste Überzeugung von der Wahrheit des von dem Asylbewerber behaupteten Verfolgungsschicksals verschaffen, und zwar nicht nur hinsichtlich des individuellen Asylvorbringens, sondern auch hinsichtlich der relevanten Situation im Herkunftsland (vgl. BVerwG, Ue. v. 12.11.1985 - 9 C 27.85 - EZAR 630 Nr. 23 u. v. 05.07.1994 - 9 C 158.94 - BVerwGE 96, 200, sowie Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 16, u. OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 12).

    Mit dieser Überzeugung befindet sich der Senat in Übereinstimmung mit der Beurteilung durch - soweit ersichtlich - alle Verwaltungsgerichtshöfe bzw. Oberverwaltungsgerichte, die sich seit Herbst 1994 mit der Frage der Gruppenverfolgung der Kosovo-Albaner befaßt haben (Hess. VGH, Ue. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - u. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - VGH Baden-Württemberg, Ue. v. 18.05.1995 - A 12 S 207/95 -, v. 08.06.1995 - A 12 S 79/95 -, v. 13.06.1995 - A 14 S 2459/94 - u. v. 18.06.1996 - A 14 S 531/96 - Hamb. OVG, U. v. 07.06.1995 - Bf VII 2/94 - OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - Nds. OVG, Ue. v. 24.02.1995 - 8 L 5275/93 -, v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - u. v. 23.05.1996 - 12 L 3389/95 - OVG Nordrhein-Westfalen, Ue. v. 07.03.1996 - 13 A 1796/94.A - u. v. 10.12.1997 - 14 A 2826/94.A - OVG Rheinland- Pfalz, Ue. v. 04.10.1994 - 7 A 10280/92 - u. v. 19.09.1995 - 7 A 12537/93 - OVG Saarland, U. v. 08.02.1995 - 9 R 25/95 - Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - OVG Sachsen-Anhalt, U. v. 28.02.1995 - 3 L 29/93 - Schlesw.-Holst.

    Deshalb fehlt es insoweit bei objektiver Betrachtung schon an der auf die albanische Volkszugehörigkeit zielenden Gerichtetheit; abgesehen davon ist auch die erforderliche Eingriffsintensität derartiger polizeilicher Überprüfungen zu verneinen (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 21; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 60).

    Die dokumentierten Vorladungen zu polizeilichen Verhören und deren Durchführung beinhalten zumindest für den Regelfall ebenfalls keinen Eingriff von asylerheblicher Intensität (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 21; OVG Mecklenburg- Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 17; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 61; Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - S. 29).

    Soweit diese Maßnahmen primär darauf gerichtet sind, jeglichen Waffenbesitz zu unterbinden und damit der Gefahr zu begegnen, daß der bislang weitgehend gewaltfreie Widerstand der albanischen Volkszugehörigen in einen bewaffneten Aufstand umschlägt (116.; 150.), mangelt es schon an der an die albanische Volkszugehörigkeit anknüpfenden Gerichtetheit (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 21; OVG Mecklenburg- Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 18; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 59 f.; OVG Nordrhein-Westfalen, Ue. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 15 f. u. v. 16.04.1997 - 14 A 2800/94.A - S. 29 f.; Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - S. 28).

    Soweit allerdings die Suche nach Waffen nur als Vorwand herangezogen wird, um albanische Volkszugehörige zu schikanieren, wofür etwa sprechen kann, daß bei erfolgloser Suche entweder unter Androhung eines empfindlichen Übels zur Ablieferung erst noch zu beschaffender Waffen aufgefordert wird oder Sachen beschädigt und/oder weggenommen werden (7., Nr. 191; 8., S. 6 f.; 20., S. 7; 114., Abschn. II.2; 129.; 150.), wird eine asylerhebliche Gerichtetheit zu bejahen sein (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 21 f.; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 18 f.; Nds. OVG, U.v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 60).

    Den registrierten Festnahmen ist, jedenfalls soweit sie nicht länger als drei Tage dauern, gleichfalls nicht ohne weiteres Asylrelevanz beizumessen, denn zumindest dann, wenn diese Inhaftierungen im Zusammenhang mit der Ermittlung kriminellen Unrechts oder nur kurzzeitig - je nach Anlaß auch mehrstündig - erfolgen, ist eine an die albanische Volkszugehörigkeit anknüpfende Gerichtetheit bzw. ein hinreichend intensiver asylrelevanter Eingriff grundsätzlich nicht festzustellen, und konkrete Tatsachenangaben hierzu sind in aller Regel nicht dokumentiert (vgl. Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 22; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 19 f.; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 61).

    Da von derartigen Übergriffen gegenüber nichtalbanischen Volkszugehörigen im Kosovo kaum berichtet wird, erachtet der Senat die Asylerhebliche Gerichtetheit in Anknüpfung an die albanische Volkszugehörigkeit hier regelmäßig für gegeben (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 22; ebenso OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 20, u. Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 58 f.; vgl. auch BVerfG, Be. v. 08.01.1990 - 2 BvR 933/90 - NVwZ 1991, 772, u. v. 30.11.1993 - 2 BvR 594/93 - BayVBl. 1994, 143).

    Das gilt uneingeschränkt für strafgerichtliche Verurteilungen aus politischen Gründen, jedenfalls soweit ihnen keine terroristischen Aktivitäten zugrundeliegen (Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 62 i.V.m. 6; vgl. auch BVerwG, U. v. 10.01.1995 - 9 C 276.94 - NVwZ 1996, 86), und grundsätzlich auch für die Verhängung von Haftstrafen nach dem serbischen Ordnungswidrigkeitengesetz, soweit hinreichend sichere Anhaltspunkte dafür fehlen, daß es im Einzelfall an der asylrechtlich erforderlichen Gerichtetheit im Hinblick auf die albanische Volkszugehörigkeit mangelt (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 25; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 25; ähnlich Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 62 f.; a.A. Bay. VGH, U. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 - S. 87 f.).

    Rn. 317 Was die Handhabung der Wehrpflicht angeht, so ist diese jedenfalls für die hier beurteilte Zeit ab 1990 weder in bezug auf die Einberufungspraxis gegenüber Kosovo-Albanern noch in bezug auf deren Einsatz während des Wehrdienstes und auch nicht in bezug auf eine Bestrafung im Falle der Wehrdienstentziehung oder der Desertion asylrechtlich relevant (Hess. VGH, Ue. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - u. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - VGH Baden-Württemberg, Ue. v. 08.06.1995 - A 12 S 79/95 - u. v. 18.06.1996 - A 14 S 531/96 - Bay. VGH, Ue. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 - u. v. 09.01.1995 - 19 BA 94.30683 - OVG Mecklenburg- Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - Nds. OVG, Ue. v. 24.02.1995 - 8 L 5275/93 -, v. 31.05.1995 - 11 L 1899/95 -, v. 13.07.1995 - 3 L 2339/95 - u. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - OVG Nordrhein-Westfalen, Ue. v. 07.03.1996 - 13 A 1796/94.A - u. v. 10.12.1997 - 14 A 2826/94.A - OVG Rheinland-Pfalz, U. v. 04.10.1994 - 7 A 10280/92 - Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - OVG Sachsen-Anhalt, U. v. 28.02.1995 - 3 L 29/93 - Schlesw.-Holst.

    Nur für den bereits aus anderen Gründen politisch Verfolgten ruht also die Wehrpflicht mit der Folge, daß ihre zwangsweise Durchsetzung oder eine an ihre Nichterfüllung anknüpfende Bestrafung ihrerseits - und zusätzlich - Asylrelevanz erlangt (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 27; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 7 f.; a.A. VG Frankfurt am Main, U. v. 25.04.1995 - 6 E 11177/93.A (3) -, nicht rechtskräftig).

    Denn damit macht sich der Staat lediglich den Umstand zunutze, daß die wehrpflichtigen Kosovo-Albaner diese auch ihnen obliegende Dienstpflicht meist nicht erfüllen, weil sie einer nach ihrem politischen Verständnis "fremden Macht" nicht dienen wollen (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 27 f.; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 26 f.); die Einberufungen widerstreiten zwar dieser - objektiv unrichtigen und schon deshalb asylrechtlich unerheblichen - Überzeugung, sie beinhalten aber kein über deren - dann ebenfalls asylirrelevante - Brechung hinausgehendes Element politischer Disziplinierung (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 28; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 64 f.; vgl. auch VGH Baden-Württemberg, U. v. 18.06.1996 - A 14 S 531/96 - S. 7 f., u. OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 7 f.).

    Dieser Verfahrensweise kann zwar die an die Volkszugehörigkeit anknüpfende Gerichtetheit nicht abgesprochen werden; ihr fehlt indes die erforderliche Eingriffsintensität (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 28; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 27; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 64).

    Die vorgenannte Verfahrensweise der Grenzbehörden steigert demzufolge lediglich die generelle Wahrscheinlichkeit einer Rekrutierung oder Bestrafung, vermag aber eine asylrelevante Gerichtetheit in Anknüpfung an die Volkszugehörigkeit nicht zu begründen (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 30; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 30; Nds. OVG; U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 65).

    Denn zum einen fehlt es in der Regel an der erforderlichen Intensität, weil für die Betroffenen - von Ausnahmefällen abgesehen - jedenfalls das wirtschaftliche Existenzminimum, gemessen an der in der Bundesrepublik Jugoslawien allgemein herrschenden bedrückenden Wirtschaftslage, weiterhin gewährleistet ist (Hess. VGH, Ue. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - S. 32 f. u. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 32; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 35; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 66 f. u. v. 23.05.1996 - 12 L 3389/95 - S. 17; Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - S. 32 f.;… vgl. BVerwG, U. v. 05.07.1994 - 9 C 158.94 - a.a.O.).

    Denn sie sind bei objektiver Betrachtung nicht hierauf, sondern vielmehr auf die Erlangung der serbischen Kontrolle über den staatlichen Gesundheitsdienst gerichtet, wie vor allem daraus erhellt, daß dessen Inanspruchnahme auch albanischen Volkszugehörigen weiterhin offensteht und die teilweise bestehende wirtschaftliche Zugangssperre nicht an deren Volkszugehörigkeit anknüpft, sondern die Folge von ihrerseits asylunerheblichen Umständen - wie etwa dem Verlust des Arbeitsplatzes - ist (Hess. VGH, Ue. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - S. 33 u. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 34; Hamb. OVG, U. v. 07.06.1995 - Bf VII 2/94 - S. 57; OVG Mecklenburg- Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 37; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 72 f.).

    Die seit 1990 gültigen Lehrpläne lassen nämlich muttersprachlichen Unterricht in einem gewissen, dem Schutz der Albaner als nationaler Minderheit ausreichend Rechnung tragenden Umfang zu; und einen asylrechtlich geschützten Anspruch der Kosovo-Albaner, die Unterrichtssprache und die Lehrinhalte selbst zu bestimmen, gibt es nicht; soweit Bildungsdefizite dadurch entstehen, daß die albanische Bevölkerungsmehrheit das offizielle Schul- und Hochschulsystem boykottiert, fällt dies demzufolge in ihren eigenen Verantwortungsbereich (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 37; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 40 f.; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 12 f. u. 70 f.; vgl. auch OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 18).

    Rn. 329 Soweit etwa im Sozialbereich eine faktische Benachteiligung der Kosovo-Albaner dadurch stattfindet, daß infolge der Begrenzung der öffentlichen Leistungen ab dem vierten Kind durch Gesetz vom 21. Juli 1992 die traditionell kinderreicheren albanischen Familien eine geringere finanzielle Unterstützung als zuvor erhalten (2., Nr. 158 b), fehlt es an der asylrechtlich nötigen Gerichtetheit schon deshalb, weil diese Regelung für die gesamte Bevölkerung gilt (Hess. VGH, U. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - S. 29) und weil sie überdies das Ziel verfolgt, ein übermäßiges Bevölkerungswachstum allgemein einzudämmen (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 37 f.; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 69 f.).

    Allerdings wird gelegentlich auch von der gewaltsamen Vertreibung kosovo-albanischer Familien aus Wohnungen berichtet, in denen sie offenbar rechtmäßig lebten (7., Nr. 195; 31.; 63., S. 3; 65., S. 9; 109.; 110.; 114., Abschn. II.5; 125., S. 10 f.; 160., S. 27 f.; 189., S. 4; 191.); solchenfalls kann je nach den Umständen des Einzelfalles die Asylrelevanz durchaus zu bejahen sein (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 38; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 73).

    Es wird nämlich weder auf den Gebrauch der albanischen Sprache im häuslichen Bereich oder in dem der nachbarschaftlichen Kommunikation nachhaltig Einfluß genommen, noch wird den Kosovo-Albanern das Erlernen der Amtssprache verwehrt (vgl. Bay. VGH, U. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 - S. 75 f.; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 12 f. u. 74).

    In bezug auf die bis zum 30. November 1996 und seither auch gegenüber freiwilligen Rückkehrern offenbar nur noch gelegentlich geübte Praxis der Einreiseverweigerung (174.; 175.) fehlt es indessen schon an der Gerichtetheit in Anknüpfung an die albanische Volkszugehörigkeit (zweifelnd, aber im Ergebnis offengelassen: Schlesw.-Holst. OVG, U. v. 05.03.1996 - 5 L 19/95 - S. 52), denn die betreffende Verfahrensweise galt und gilt grundsätzlich für alle Staatsangehörigen der Bundesrepublik Jugoslawien (vgl. Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 39; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 84; OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 24 f.) und zielt(e) objektiv darauf ab, einer unkontrollierten, massenhaften - mithin nicht sozialverträglichen - Rückkehr sowie einer Zuwanderung unter Benutzung falscher Personalpapiere entgegenzusteuern (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 10.12.1997 - 14 A 2826/94 - S. 49 f.).

    Hinreichend gesicherte Anhaltspunkte für die Annahme eines staatlichen Programms mit dem Ziel einer physischen Vernichtung, gewaltsamen Vertreibung oder sonst asylerheblichen Beeinträchtigung der gesamten oder eines sachlich oder persönlich begrenzten Teils der albanischen Bevölkerung im Kosovo bestehen demgegenüber nicht (…BVerwG, U. v. 05.07.1994 - 9 C 158.94 - a.a.O.; Hess. VGH, Ue. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - S. 37 ff. u. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 42; VGH Baden-Württemberg, U. v. 08.06.1995 - A 12 S 79/95 - S. 22 f.; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 56; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 81 f.; OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 10.12.1997 - 14 A 2826/94.A - S. 39; Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - S. 37 f.; Schlesw.-Holst.

    Größere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang allerdings dem Umstand zu, daß die albanischen Volkszugehörigen im Kosovo keine Minderheit, sondern die weit überwiegende Bevölkerungsmehrheit darstellen mit der Folge, daß sie selbst - nicht zuletzt durch ihren Zusammenhalt im passiven Widerstand gegen die serbischen Behörden - das moralische, religiöse und gesellschaftliche Klima prägen oder wenigstens erträglicher erscheinen lassen (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 46 u. 49; Bay. VGH, U. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 - S. 101 f.; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 77 f. u. 87 f.; OVG Nordrhein-Westfalen, Ue. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 27 u. v. 21.05.1996 - 14 A 2035/94.A - S. 39 f.; einschränkend Schlesw.-Holst.

    Hierzu hat der Senat die Zahl der jeweils asylerheblichen Verfolgungsschläge und die Zahl der jeweiligen Gruppenmitglieder einer auf den maßgebenden Zeitraum bezogenen, - auch in qualitativer Hinsicht - wertenden Relationsbetrachtung unterzogen (vgl. dazu Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 20).

    Da sich danach die Verhältnisse im Jahr 1994 im Vergleich zu den hier relevanten Vorjahren seit 1990 und zu den Folgejahren seit 1995 als am schlechtesten darstellen (vgl. 2., Nrn. 153 u. 171; 3., S. 8; 7., Nr. 189; 32.; 37., S. 10; 38.; 45.; 50., S. 7; 142.; 160., S. 5; 189., S. 5), können sich die folgenden Überlegungen auf die Zahlen des Jahres 1994 beschränken (Hess. VGH, Ue. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - S. 26 u. 41 sowie v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 44; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 54).

    Zu berücksichtigen ist einerseits zunächst, daß die dokumentierten polizeilichen Maßnahmen - wie weiter oben (1.1.1.1.) festgestellt - jedenfalls nicht generell, sondern nur insoweit asylrelevant sind, als diese zielgerichtet an die Ethnie anknüpfen und darüber hinaus auch nach dem jeweils verletzten Rechtsgut bzw. nach der jeweiligen Eingriffsintensität asylrechtlich beachtlich sind; schon aus diesem Grunde ist ein ganz erheblicher Abschlag erforderlich (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 44; vgl. Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 56 f.).

    Der Senat ist aufgrund der ihm zugänglichen Erkenntnisse - insbesondere über die Engmaschigkeit des Informationsnetzes der Dokumentationsstellen (23., S. 19 u. 22 f.) - der Überzeugung, daß die Dunkelziffer nicht bekannt gewordener Verfolgungsmaßnahmen jedenfalls die Zahl der dokumentierten, aber nicht asylerheblichen Polizeimaßnahmen nicht übersteigt, so daß gebotene Zu- und Abschläge sich im wesentlichen ausgleichen (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 44 f.; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 47 f.; vgl. auch VGH Baden-Württemberg, U. v. 18.06.1996 - A 14 S 531/96 - S. 21, u. Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 56 f. u. 75).

    Beachtliche Anzeichen für eine in absehbarer Zeit zu erwartende Zunahme asylrelevanter Eingriffe gegenüber Kosovo-Albanern sind nicht zu erkennen; insbesondere ist gegenwärtig - auch unter Berücksichtigung der vor allem der UCK zugerechneten Serie von in der Zeit von April bis November 1996 verübten Anschlägen (189., S. 2 f.) und des daraufhin zu Beginn des Jahres 1997 registrierten schärferen Vorgehens der Polizei gegen mutmaßliche Terroristen (164.), der in jüngster Zeit vereinzelt wieder veranstalteten Demonstrationen im Kosovo (184.; 191.) und der im Winter 1996/97 infolge der Nichtanerkennung der Ergebnisse von Lokalwahlen im übrigen Serbien erfolgten mehrmonatigen Massenkundgebungen (144.; 189., S. 1) - nicht ernsthaft zu erwarten, daß die seit längerem bestehende Pattsituation umschlägt, sei es durch eine drastische Ausweitung der Maßnahmen des serbischen Staates oder durch eine Radikalisierung des bislang weitgehend gewaltfreien Widerstands von seiten der ethnischen Albaner (vgl. Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 45; vgl. ferner Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 75 f. u. v. 23.05.1996 - 12 L 3389/95 - S. 15 f., sowie Schlesw.-Holst. OVG, U. v. 05.03.1996 - 5 L 19/95 - S. 48 f.).

  • VGH Hessen, 03.02.1999 - 7 UE 655/97

    Rücknahmefiktion für Asylantrag bei Reise in den Verfolgerstaat - Geltung im …

    Das Gericht muss sich die feste Überzeugung von der Wahrheit des von dem Asylbewerber behaupteten Verfolgungsschicksals verschaffen, und zwar nicht nur hinsichtlich des individuellen Asylvorbringens, sondern auch hinsichtlich der relevanten Situation im Herkunftsstaat (vgl. BVerwG, Ue. v. 12.11.1985 - 9 C 27.85 - EZAR 630 Nr. 23 u. v. 05.07.1994 - 9 C 158.94 - BVerwGE 96, 200, sowie Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 16 u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 15, ferner OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 12).

    Mit dieser Überzeugung befindet sich der Senat in Übereinstimmung mit der Beurteilung durch - soweit ersichtlich - alle Verwaltungsgerichtshöfe bzw. Oberverwaltungsgerichte, die sich seit Herbst 1994 mit der Frage der Gruppenverfolgung der Kosovo-Albaner befaßt haben (Hess. VGH, Ue. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - u. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - VGH Baden-Württemberg, Ue. v. 18.05.1995 - A 12 S 207/95 -, v. 08.06.1995 - A 12 S 79/95 -, v. 18.06.1996 - A 14 S 531/96 - u. v. 04.12.1998 - A 14 S 495/98 - Bay. VGH, Ue. v. 25.05.1998 - 21 BA 94.33279 - u. v. 29.10.1998 - 22 BA 94.34252 - Hamb. OVG, U. v. 07.06.1995 - Bf VII 2/94 - OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - Nds. OVG, Ue. v. 24.02.1995 - 8 L 5275/93 -, v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/95 - OVG Nordrhein- Westfalen, Ue. v. 10.12.1997 - 14 A 2826/94.A - u. v. 19.01.1998 - 13 A 2296/94.A - OVG Rheinland-Pfalz, Ue. v. 04.10.1994 - 7 A 10280/92 - u. v. 19.09.1995 - 7 A 12537/93 - OVG Saarland, U. v. 08.02.1995 - 9 R 25/95 - Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - OVG Sachsen-Anhalt, U. v. 28.02.1995 - 3 L 29/93 - Schlesw.-Holst.

    Deshalb fehlt es insoweit bei objektiver Betrachtung schon an der auf die albanische Volkszugehörigkeit zielenden Gerichtetheit; abgesehen davon ist auch die erforderliche Eingriffsintensität derartiger sicherheitsbehördlicher Überprüfungen zu verneinen (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 21 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 27; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 60 u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 68 f.).

    Rn. 50 Die dokumentierten Vorladungen zu polizeilichen Verhören und deren Durchführung beinhalten zumindest für den Regelfall ebenfalls keinen Eingriff von asylerheblicher Intensität (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 21 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 27; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 17; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 61 u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 70 f.; Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - S. 29).

    Soweit diese Maßnahmen bis Ende Februar 1998 primär darauf gerichtet gewesen sind, jeglichen Waffenbesitz zu unterbinden und damit der Gefahr zu begegnen, dass der bis dahin überwiegend gewaltfreie Widerstand der albanischen Volkszugehörigen in einen bewaffneten Aufstand umschlägt (116.; 150.), und seither darauf abzielen, einen Fortgang bzw. ein Wiederaufflammen der bewaffneten Auseinandersetzungen zu verhindern, mangelt es schon an der an die albanische Volkszugehörigkeit anknüpfenden Gerichtetheit (vgl. Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 21 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 27; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 18; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 59 f. u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 69; OVG Nordrhein-Westfalen, Ue. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 15 f. u. v. 16.04.1997 - 14 A 2800/94.A - S. 29 f.; Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - S. 28).

    Soweit allerdings die Suche nach Waffen nur als Vorwand herangezogen wird, um albanische Volkszugehörige zu schikanieren, wofür etwa sprechen kann, dass bei erfolgloser Suche entweder unter Androhung eines empfindlichen Übels zur Ablieferung erst noch zu beschaffender Waffen aufgefordert wird oder Sachen beschädigt und/oder weggenommen werden (7., Nr. 191; 8., S. 6 f.; 20., S. 7; 114., Abschn. II.2; 129.; 150.), wird eine asylerhebliche Gerichtetheit zu bejahen sein (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 21 f. u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 28; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 18 f.; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 60 u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 69 f.).

    Rn. 52 Den registrierten Festnahmen ist, jedenfalls soweit sie nicht länger als drei Tage dauern, gleichfalls nicht ohne weiteres Asylrelevanz beizumessen, denn zumindest dann, wenn diese Inhaftierungen im Zusammenhang mit der Ermittlung kriminellen Unrechts oder nur kurzzeitig - je nach Anlass auch mehrstündig - erfolgen, ist eine an die albanische Volkszugehörigkeit anknüpfende Gerichtetheit bzw. ein hinreichend intensiver asylrelevanter Eingriff grundsätzlich nicht festzustellen, und konkrete Tatsachenangaben hierzu sind in aller Regel nicht dokumentiert (vgl. Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 22 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 28; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 19 f.; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 61 u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 70).

    Da von derartigen Übergriffen gegenüber nicht albanischen Volkszugehörigen im Kosovo kaum berichtet wird, erachtet der Senat die asylerhebliche Gerichtetheit in Anknüpfung an die albanische Volkszugehörigkeit hier regelmäßig für gegeben (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 22 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 29; ebenso OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 20, u. Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 58 f. u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 68; vgl. auch BVerfG, Be. v. 08.01.1990 - 2 BvR 933/90 - NVwZ 1991, 772, u. v. 30.11.1993 - 2 BvR 594/93 - BayVBl. 1994, 143).

    Das gilt uneingeschränkt für strafgerichtliche Verurteilungen aus politischen Gründen, jedenfalls soweit ihnen keine terroristischen Aktivitäten zugrundeliegen (Hess. VGH, B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 33; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 62 i.V.m. 6; vgl. auch BVerwG, U. v. 10.01.1995 - 9 C 276.94 - NVwZ 1996, 86), und grundsätzlich auch für die Verhängung von Haftstrafen nach dem serbischen Ordnungswidrigkeitengesetz, soweit hinreichend sichere Anhaltspunkte dafür fehlen, dass es im Einzelfall an der asylrechtlich erforderlichen Gerichtetheit im Hinblick auf die albanische Volkszugehörigkeit mangelt (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 25 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 33; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 25; ähnlich Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 62 f.; a.A. Bay. VGH, U. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 - S. 87 f.).

    Rn. 61 Was die Handhabung der Wehrpflicht angeht, so ist diese jedenfalls für die hier beurteilte Zeit ab 1990 weder in Bezug auf die Einberufungspraxis gegenüber Kosovo-Albanern noch in Bezug auf deren Einsatz während des Wehrdienstes und auch nicht in Bezug auf eine Bestrafung im Falle der Wehrdienstentziehung oder der Desertion asylrechtlich relevant (Hess. VGH, Ue. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - u. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - sowie B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - VGH Baden-Württemberg, Ue. v. 08.06.1995 - A 12 S 79/95 - u. v. 18.06.1996 - A 14 S 531/96 - Bay. VGH, Ue. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 - u. v. 09.01.1995 - 19 BA 94.30683 - OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - Nds. OVG, Ue. v. 24.02.1995 - 8 L 5275/93 -, v. 31.05.1995 - 11 L 1899/95 -, v. 13.07.1995 - 3 L 2339/95 -, v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - OVG Nordrhein-Westfalen, Ue. v. 10.12.1997 - 14 A 2826/94.A - u. v. 19.01.1998 - 13 A 2296/94.A - OVG Rheinland- Pfalz, U. v. 04.10.1994 - 7 A 10280/92 - Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - OVG Sachsen-Anhalt, U. v. 28.02.1995 - 3 L 29/93 - Schlesw.-Holst.

    Nur für den bereits aus anderen Gründen politisch Verfolgten ruht also die Wehrpflicht mit der Folge, dass ihre zwangsweise Durchsetzung oder eine an ihre Nichterfüllung anknüpfende Bestrafung ihrerseits - und zusätzlich - Asylrelevanz erlangt (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 27 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 35; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 7 f. u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 8; a.A. VG Frankfurt am Main, U. v. 25.04.1995 - 6 E 11177/93.A (3) -, nicht rechtskräftig).

    Denn damit macht sich der Staat lediglich den Umstand zunutze, dass die wehrpflichtigen Kosovo-Albaner diese auch ihnen obliegende Dienstpflicht meist nicht erfüllen, weil sie einer nach ihrem politischen Verständnis "fremden Macht" nicht dienen wollen (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 27 f. u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 36; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 26 f.); die erfolgenden Einberufungen widerstreiten zwar dieser - objektiv unrichtigen und schon deshalb asylrechtlich unerheblichen - Überzeugung, sie beinhalten aber kein über deren - dann ebenfalls asylirrelevante - Missachtung hinausgehendes Element politischer Disziplinierung (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 28 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 36; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 64 f.; vgl. auch VGH Baden-Württemberg, U. v. 18.06.1996 - A 14 S 531/96 - S. 7 f., u. OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 7 f.).

    Dieser Verfahrensweise kann zwar die an die Volkszugehörigkeit anknüpfende Gerichtetheit nicht abgesprochen werden; ihr fehlt indes die erforderliche Eingriffsintensität (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 28 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 37; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 27; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 64).

    Die vorgenannte Verfahrensweise der Grenzbehörden steigert demzufolge lediglich die generelle Wahrscheinlichkeit einer Rekrutierung oder Bestrafung, vermag aber eine asylrelevante Gerichtetheit in Anknüpfung an die Volkszugehörigkeit nicht zu begründen (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 30 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 39; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 30; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 65).

    Denn zum einen fehlt es in der Regel an der erforderlichen Intensität, weil für die Betroffenen - von Ausnahmefällen abgesehen - jedenfalls das wirtschaftliche Existenzminimum, gemessen an der in der Bundesrepublik Jugoslawien allgemein herrschenden bedrückenden Wirtschaftslage, weiterhin gewährleistet ist (Hess. VGH, Ue. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - S. 32 f. u. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 32 sowie B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 41; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 35; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 66 f. u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 75; Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - S. 32 f.;… vgl. BVerwG, U. v. 05.07.1994 - 9 C 158.94 - a.a.O.).

    Denn sie sind bei objektiver Betrachtung nicht hierauf, sondern vielmehr auf die Erlangung der serbischen Kontrolle über den staatlichen Gesundheitsdienst gerichtet, wie vor allem daraus erhellt, dass dessen Inanspruchnahme auch albanischen Volkszugehörigen weiterhin offensteht und die teilweise bestehenden Zugangserschwernisse nicht an deren Volkszugehörigkeit anknüpfen, sondern die Folge von ihrerseits asylunerheblichen Umständen sind (vgl. Hess. VGH, Ue. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - S. 33 u. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 34 sowie B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 44; Hamb. OVG, U. v. 07.06.1995 - Bf VII 2/94 - S. 57; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 37; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 72 f. u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 78 f.).

    Die seit 1990 gültigen Lehrpläne lassen nämlich muttersprachlichen Unterricht in einem gewissen, dem Schutz der Albaner als nationaler Minderheit ausreichend Rechnung tragenden Umfang zu; und einen asylrechtlich geschützten Anspruch der Kosovo-Albaner, die Unterrichtssprache und die Lehrinhalte selbst zu bestimmen, gibt es nicht; soweit Bildungsdefizite dadurch entstehen, dass die albanische Bevölkerungsmehrheit das offizielle Schul- und Hochschulsystem boykottiert, fällt dies demzufolge in ihren eigenen Verantwortungsbereich (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 37 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 47; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 40 f.; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 12 f. u. 70 f. sowie v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 77; vgl. auch OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 18).

    Rn. 75 Soweit etwa im Sozialbereich eine faktische Benachteiligung der Kosovo-Albaner dadurch stattfindet, dass infolge der Begrenzung der öffentlichen Leistungen ab dem vierten Kind durch Gesetz vom 21. Juli 1992 die traditionell kinderreicheren albanischen Familien eine geringere finanzielle Unterstützung als zuvor erhalten (2., Nr. 158 b), fehlt es an der asylrechtlich nötigen Gerichtetheit schon deshalb, weil diese Regelung für die gesamte Bevölkerung gilt (Hess. VGH, U. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - S. 29) und weil sie überdies das Ziel verfolgt, ein übermäßiges Bevölkerungswachstum allgemein einzudämmen (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 37 f. u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 48; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 69 f. u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 76).

    Allerdings wird gelegentlich auch von der gewaltsamen Vertreibung kosovo-albanischer Familien aus Wohnungen berichtet, in denen sie offenbar rechtmäßig lebten (7., Nr. 195; 31.; 63., S. 3; 65., S. 9; 109.; 110.; 114., Abschn. II.5; 125., S. 10 f.; 160., S. 27 f.; 189., S. 4; 191.; 231., S. 36); solchenfalls kann je nach den Umständen des Einzelfalles die Asylrelevanz durchaus zu bejahen sein (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 38 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 49; Nds. OVG, Ue v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 73 u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 79 f.).

    Es wird nämlich weder auf den Gebrauch der albanischen Sprache im häuslichen Bereich oder in dem der nachbarschaftlichen Kommunikation nachhaltig Einfluss genommen, noch wird den Kosovo-Albanern das Erlernen der Amtssprache verwehrt (Hess. VGH, B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 50; vgl. ferner Bay. VGH, U. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 - S. 75 f., u. Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 12 f. u. 74 sowie v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 11 f. u. 80).

    In Bezug auf die bis zum 30. November 1996 generell und seither nur noch gegenüber freiwilligen Rückkehrern unter bestimmten Voraussetzungen geübte Praxis der Einreiseverweigerung (174.; 175.; 202.; 231., S. 19) fehlt es indessen schon an der Gerichtetheit in Anknüpfung an die albanische Volkszugehörigkeit (zweifelnd, aber im Ergebnis offengelassen: Schlesw.-Holst. OVG, U. v. 05.03.1996 - 5 L 19/95 - S. 52), denn die betreffende Verfahrensweise galt und gilt grundsätzlich für alle Staatsangehörigen der Bundesrepublik Jugoslawien (vgl. Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 39 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 51; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 84 u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 81; OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 24 f.) und zielt(e) objektiv darauf ab, einer unkontrollierten, massenhaften - mithin nicht sozialverträglichen - Rückkehr sowie einer Zuwanderung unter Benutzung falscher Personalpapiere entgegenzusteuern (Hess. VGH, B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 51; vgl. ferner Nds. OVG, U. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 81, sowie OVG Nordrhein-Westfalen, Ue. v. 10.12.1997 - 14 A 2826/94 - S. 49 f. u. v. 19.01.1998 - 13 A 2296/94.A - S. 56 f.).

    Hinreichend gesicherte Anhaltspunkte für die Annahme eines staatlichen Programms mit dem Ziel einer physischen Vernichtung, gewaltsamen Vertreibung oder sonst asylerheblichen Beeinträchtigung der gesamten oder eines sachlich oder persönlich begrenzten Teils der albanischen Bevölkerung im ganzen Kosovo oder in Teilgebieten davon bestehen demgegenüber nicht (…BVerwG, U. v. 05.07.1994 - 9 C 158.94 - a.a.O.; Hess. VGH, Ue. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - S. 37 ff. u. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 42 sowie B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 55; VGH Baden-Württemberg, U. v. 08.06.1995 - A 12 S 79/95 - S. 22 f.; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 56; Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 81 f. u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 86 f.; OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 10.12.1997 - 14 A 2826/94.A - S. 39; Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - S. 37 f.; Schlesw.-Holst.

    Nicht unerhebliche Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Umstand zu, dass die albanischen Volkszugehörigen im Kosovo keine Minderheit, sondern die weit überwiegende Bevölkerungsmehrheit darstellen mit der Folge, dass sie selbst - nicht zuletzt durch ihren Zusammenhalt im Widerstand gegen die serbischen Behörden - das moralische, religiöse und gesellschaftliche Klima prägen oder wenigstens erträglicher gestalten können (vgl. Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 46 u. 49 sowie Be. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 56 f. u. v. 03.03.1998 - 7 UE 869/96 - S. 23 f.; Bay. VGH, U. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 - S. 101 f.; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 77 f. u. 87 f.; OVG Nordrhein-Westfalen, Ue. v. 21.05.1996 - 14 A 2035/94.A - S. 39 f. u. v. 19.01.1998 - 13 A 2296/94.A - S. 59; einschränkend Schlesw.-Holst.

    Rn. 93 Um beurteilen zu können, ob die erforderliche Verfolgungsdichte für den gesamten Kosovo bejaht werden kann, hat der Senat die Zahl der jeweils asylerheblichen Verfolgungsschläge und die Zahl der jeweiligen Gruppenmitglieder einer auf den maßgebenden Zeitraum bezogenen, - auch in qualitativer Hinsicht - wertenden Relationsbetrachtung unterzogen (vgl. dazu Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 20 u. v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 20 f.).

    Rn. 95 Da sich danach die Verhältnisse im Jahr 1994 im Vergleich zu den hier relevanten Vorjahren seit 1990 und zu den Folgejahren seit 1995 - auch zu 1998 - als am schlechtesten darstellen (vgl. 2., Nrn. 153 u. 171; 3., S. 8; 7., Nr. 189; 32.; 37., S. 10; 38.; 45.; 50., S. 7; 142.; 160., S. 5; 189., S. 5; 231., S. 6), können sich die folgenden Überlegungen zunächst einmal auf die Zahlen des Jahres 1994 beschränken (Hess. VGH, Ue. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - S. 26 u. 41 sowie v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 44, ferner B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 58; vgl. auch Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 54).

    Rn. 96 Zu berücksichtigen ist dabei einerseits, dass die dokumentierten sicherheitsbehördlichen Maßnahmen - wie weiter oben (1.1.1.1.2.) festgestellt - jedenfalls nicht generell, sondern nur insoweit asylrelevant sind, als diese zielgerichtet an die Ethnie anknüpfen und darüber hinaus auch nach dem jeweils verletzten Rechtsgut bzw. nach der jeweiligen Eingriffsintensität asylrechtlich beachtlich sind; schon aus diesem Grunde ist ein erheblicher Abschlag erforderlich (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 44 u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 58; vgl. Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 56 f.); hinzu kommt, dass nach der Art der Dokumentation der berichteten Fälle die angegebenen Zahlen offenbar auch Mehrfachnennungen desselben Vorfalls unter verschiedenen Rubriken enthalten.

    Der Senat ist aufgrund der ihm zugänglichen Erkenntnisse - insbesondere über die Engmaschigkeit des Informationsnetzes der Dokumentationsstellen (23., S. 19 u. 22 f.) - der Überzeugung, dass die Dunkelziffer nicht bekannt gewordener Verfolgungsmaßnahmen jedenfalls die Zahl der dokumentierten, aber nicht asylerheblichen Maßnahmen der Sicherheitsbehörden nicht übersteigt, sodass gebotene Zu- und Abschläge sich im Wesentlichen ausgleichen (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 44 f. u. B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 59; OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - S. 47 f.; vgl. auch VGH Baden-Württemberg, U. v. 18.06.1996 - A 14 S 531/96 - S. 21, u. Nds. OVG, Ue. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 56 f. u. 75 sowie v. 22.10.1998 - 12 L 1448/98 - S. 20 u. 84).

  • OVG Niedersachsen, 06.01.1997 - 4 L 4812/96

    Politische Verfolgung von albanischen Volkszugehörigen; Amnestie; Asylrecht; …

    Insgesamt führten die Entlassungen, die an die Weigerung des kosovoalbanischen Gesundheitspersonals anknüpften, nach den Regelungen des Gesetzes über das Gesundheitswesen v. 31. März 1992 Krankenberichte in serbokroatischer Sprache abzufassen, und das Fehlen serbischen Ersatzpersonal zur Schließung zahlreicher Krankenhäuser und Krankenstationen (bis 1990 gab es 27 Krankenhäuser und medizinische Zentren, 122 kleinere Krankenstationen und 185 örtliche Ambulanzen sowie weitere wissenschaftliche Institutionen und Labors (vgl. Nds. OVG, Urt. v. 28. Sept. 1995 - 12 L 2034/95 -,V. n. b., sowie im übrigen Südost-Institut "Die politische Entwicklung im Kosovo 1992/93"; SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Jutta Tietge "Gespräche in Pristina/Kosovo"; Gervalla, Donika, Zeugenaussage v. 15. November 1994 VG Sigmaringen; Kohl, Christine v., Zeugenaussage v. 15. November 1994 VG Sigmaringen; Kotschny, Zeugenaussage v. 28. Oktober 1993 VG München).

    Die äußerst angespannte wirtschaftliche Lage der Kosovo-Albaner ist deshalb als solche nach Auffassung des Gerichts nicht als asylrelevant anzusehen (so auch Nds. OVG, Urt. d. 8. Senats v. 24. Febr. 1995 - 8 L 5275/93 - Urt. d. 11. Senats v. 31. Mai 1995 - 11 L 1901/95 - Urt. d. 12. Senat v. 28. Sept. 1995 - 12 L 2034/95 -).

    Zwar werden dessen Zeugnisse von den serbischen Behörden nicht anerkannt; den Schülern ist aber - zumindest theoretisch - der Zugang auch zu weiterführenden Bildungseinrichtungen dadurch offengehalten, daß über eine Zugangsprüfung die hierfür erforderlichen Bildungsvoraussetzungen nachgewiesen werden können (Nds. OVG, Urt. v. 28. Sept. 1995 - 12 L 2034/95 - S. 70 f., m. w. N.).

    Aus den verfügbaren Erkenntnisquellen werden Zahlen von 1, 5 bis 1, 8 Mio Kosovo-Albaner gefolgert (Nds. OVG, Urt. v. 31. Mai 1995 - 11 L 1899/95 - Nds. OVG, Urt. v. 24. Februar 1995 -8 L 6097/92 - Nds. OVG, Urt. v. 28. Sept. 1995 - 12 L 2034/95 - OVG Schleswig, Urt. v. 31. März 1995 - 3 L 258/94 - Hess. VGH, Urt. v. 23. Jan.1995 - 13 UE 2370/94 - OVG NRW, Urt. v. 7. Juni 1995 - 13 A 4154/93.A - BayVGH, Urt. v. 22. April 1994 - 21 BA 94.301676 -).

    Die SFH ("Vertriebene zurückschaffen ?" vom 6. Februar 1995) schätzt die Dunkelziffer auf 30 bis 50 % (zur Dunkelzifferproblematik vgl. auch Nds. OVG, Urt. v. 28. Sept. 1995 - 12 L 2034/95 - S. 56).

    Andererseits sind die genannten Zahlen auch im Hinblick darauf zu werten, daß ihre Addition beispielsweise aufgrund von Mehrfachnennungen - etwa der Erfassung einer körperlichen Mißhandlung (1) anläßlich einer Hausdurchsuchung (2) - zu unrichtigen (zu hohen) Ergebnissen führen könnte (vgl. dazu auch Nds. OVG, Urt. v. 28. Sept. 1995 - 12 L 2034/95 - S. 56).

    Daß jedoch über das Bestreben hinaus, durch Repressionen gegen die albanischstämmige Bevölkerungsgruppe und eine Bevorzugung der nicht albanischen Bevölkerung auf allen Ebenen eine Veränderung der Bevölkerungsanteile herbeizuführen (vgl. dazu auch die Nachweise im Urteil des Nds. OVG vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95 . S. 81 f. -), das Ziel einer physischen Vernichtung oder vollständigen Vertreibung der albanischstämmigen Bevölkerungsmehrheit im Kosovo angestrebt würde, vermag das Gericht weder im Sinne einer ersten Stufe der Programmdurchsetzung noch als unmittelbar bevorstehendes Verfolgungsprogramm zu erkennen.

    Die vorübergehende Verweigerung der Wiedereinreise aufgrund dieses Erlasses war daher weder asylrelevante Einzelmaßnahme (so auch Urt. d. Nds. OVG v. 28. Sept. 1995 - 12 L 2034/95 - Nds. OVG, Beschl. v. 25. April 1995 - 13 L 209/95 - Nds. OVG, Urt. v. 28. Sept. 1995 - 11 L 2722/95 -, V. n. b.; Senat, Beschl. v. 3. Januar 1996 - 4 L 7005/95 -, V. n. b.) noch Teil eines Verfolgungsprogramms der serbischen Behörden zur Vertreibung der albanischstämmigen Bewohner aus dem Kosovo (…Nds. OVG, Urt. v. 12. Juni 1996 - 4 L 2821/96 -).

    Diese Einschätzung, daß Albaner in der Provinz Kosovo einer asylrechtlich erheblichen Gruppenverfolgung weder in der Vergangenheit ausgesetzt waren noch in absehbarer Zukunft ausgesetzt sein werden und staatlichen Maßnahmen im Sinne eines "Verfolgungsprogrammes" weder gegenwärtig noch in naher Zukunft zu befürchten haben, steht im Einklang mit der Rechtsprechung anderer Senate des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts (…Urt. v. 24. Februar 1995 - 8 L 5275/93 - und 8 L 6097/92-; Urt. v. 31. Mai 1995 - 11 L 1899/95 - 11 L 1901/95 - 11 L 1910/95 - Urt. v. 21. Juni 1995 - 13 L 2432/95 - Urt. v. 13. Juli 1995 - 3 L 2339/95 - Urt. v. 28. Sept. 1995 - 12 L 2034/95 - Urt. v. 13. Febr. 1996 - 9 L 7431/95 - und 9 L 7544/95 -) sowie den Entscheidungen anderer Oberverwaltungsgerichte (VGH Bad.-Württ., Urt. v. 13. Juni 1995 - A 14 S 2495/94 - OVG NW, Urt. v. 7. Juni 1995 - 13 A 4154/93.A - Hamburg. OVG, Urt. v. 7. Juni 1995 - OVG Bf VII 2/94 - OVG Rh.-Pf., Urt. v. 16. Mai 1995 - 7 A 12534/93.OVG ; Schl.-H. OVG, Urt. v. 31. März 1995 - 3 L 258/94 - Hess. VGH, Urt. v. 31. Jan.

  • OVG Niedersachsen, 11.06.1997 - 12 L 1559/97

    Abschiebungsschutz: Kosovo-Albanerin droht im Kosovo; Abschiebungsschutz; …

    Die Voraussetzungen des § 51 Abs. 1 AuslG und die des Art. 16a Abs. 1 GG entsprechen einander, soweit es sich - wie hier - um die Verfolgungshandlung und deren politischen Charakter, um Eingriffe in Leib, Leben und die persönliche Freiheit sowie um den asylrechtlich geschützten Bereich der beruflichen, wirtschaftlichen und religiösen Betätigung handelt (st. Rspr. des 12. Senats des Nds.OVG, s. z.B. das Urt. vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95 - s. auch BVerwG, Urt. v. 10. Mai 1994 - BVerwG 9 C 501.93 -, DVBl. 1994, 940 f. …und vom 26. Oktober 1993 - BVerwG 9 C 50.92 u.a. -, InfAuslR 1994, 119 sowie VGH Bad.-Württ., Urt. vom 8. Dezember 1992 - A 13 S 1940/91 -, VBlBW 1993, 192 (194)).

    Insoweit hat der 12. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichtes in seinen Urteilen vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95 - und vom 23. Januar 1997 - 12 L 4581/96 - die rechtlichen Maßstäbe im einzelnen dargelegt.

    Der 12. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts hat in seinen bereits eingangs erwähnten Urteilen vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95 - und vom 23. Januar 1997 - 12 L 4581/96 - eingehend dargelegt, daß und aus welchen Gründen die Angehörigen der albanischen Bevölkerungsgruppe im Kosovo einer gruppengerichteten Verfolgung nicht ausgesetzt waren und es weiterhin nicht sind.

    Eine gegenüber den Urteilen des 12. Senats des Nds. Oberverwaltungsgerichts vom 28. September 1995 (- 12 L 2034/95 -) und vom 23. Januar 1997 (- 12 L 4581/96 -) entscheidungserhebliche Veränderung ergibt sich schließlich auch nicht angesichts der fortdauernden Berichte über Geld- und Warenbeschlagnahmen und sonstigen administrativen Maßnahmen, welche sich auf die wirtschaftliche Existenzgrundlage der Kosovoalbaner beziehen (Auswärtiges Amt, Lagebericht (Stand: 20. Mai 1996) über die asyl- und abschiebungsrelevante Lage in der Bundesrepublik Jugoslawien vom 4. Juni 1996; Auswärtiges Amt, Auskunft vom 25. März 1996 an VG Ansbach; amnesty international, Auskunft vom 7. Mai 1996 an VG München; amnesty international, Auskunft vom 13. Mai 1996 an VG Augsburg; Internationale Gesellschaft für Menschenrecht, Dokumentation "Apartheid und ethnische Säuberung im Kosovo.

    Der Berichterstatter vermag auch weiterhin nicht zu erkennen, daß der Volksgruppe der Albaner im Kosovo (gezielt und in Anknüpfung an asylerhebliche Merkmale) die Existenzgrundlage in einer Weise entzogen wird oder werden soll, daß nach den Erwägungen des 12. Senats in seinem Urteil vom 28. September 1995 (- 12 L 2034/95 -, III. 1.4.5. , III. 2.2. ) die Maßnahmen im Bereich der wirtschaftlichen Betätigung der Kosovoalbaner in die bei der Prüfung, ob von einer gruppengerichteten Verfolgung auszugehen ist, erforderliche Relationsbetrachtung als asylerhebliche Verfolgungsschläge einzustellen wären.

    Dabei ist in dem Urteil vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95 - und in dem Urteil vom 23. Januar 1997 - 12 L 4581/96 - eingehend dargelegt worden, daß einerseits nicht davon auszugehen sei, daß alle asylerheblichen Verfolgungsschläge auch tatsächlich der LDK, dem CDHRF oder anderen Organisationen, die sich mit der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen im Kosovo befassen, gemeldet oder sonst bekannt werden, daß andererseits aber auch nicht alle von diesen Organisationen in die entsprechenden Aufstellungen aufgenommenen Fälle in die Relationsbetrachtung aufzunehmen sind, weil sie nicht durchweg ihrer Intensität nach asylerheblich sind; dabei ist auch berücksichtigt worden, daß die Zahl der von für die Relationsbetrachtung erheblichen Vorfällen betroffenen Personen über der der Vorfälle selbst liegen kann.

    Selbst wenn - greifbare Anhaltspunkte hierfür sieht der Berichterstatter indes nicht - ungeachtet der natürlichen Bevölkerungsentwicklung die Zahl der im Kosovo lebenden Angehörigen der albanischen Volksgruppe durch eine (weitere) Abwanderung unter jene Zahl gesunken sein sollte, die der 12. Senat in seinem Urteil vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95 - zugrundegelegt hatte und bei der bereits eine Abwanderung von ca. 300.000 bis 400.000 Personen berücksichtigt worden war, fehlt es jedenfalls an Anhaltspunkten für einen zusätzliche Abwanderung in einer Größenordnung, welche die anzustellende Relationsbetrachtung im Ergebnis zu beeinflussen geeignet wäre.

    Es ist bereits in dem Urteil vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95 - und vom 23. Januar 1997 - 12 L 4581/96 - darauf hingewiesen worden, daß die Relationsbetrachtung nicht auf eine strikt mathematische Betrachtung nach Maßgabe einer rein statistischen Wahrscheinlichkeit, von asylerheblichen Übergriffen betroffen zu werden, reduziert werden kann, sondern gerade auch eine qualitative Betrachtung der Gesamtsituation vorzunehmen ist.

    In seiner Beurteilung, daß weiterhin nicht von einer gruppengerichteten Verfolgung der albanischen Volkszugehörigen im Kosovo auszugehen ist, sieht sich der Berichterstatter, ohne daß es hierauf entscheidungserheblich ankäme, durch die entsprechende Bewertung in der Rechtsprechung anderer Senate des erkennenden Gerichts und weiterer Oberverwaltungsgerichte bestätigt (s. - über die Nachweise in den Urteilen vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95 - hinaus aus jüngerer Zeit etwa BayVGH, Urt. v. 23. Juli 1996 - 24 BA 94.31056 - OVG NW, Urt. v. 20. August 1996 - 14 A 1731/94.A - …sowie Urt. v. 16. April 1997 - 14 A 2800/94.A - ThürOVG, Urt. v. 11. September 1996 - 3 KO 273/96 - OVG Mecklenburg-Vorpommern, Urt. v. 15. August 1996 - 3 L 87/95 - VGH Bad.-Württ, Urt. v. 15. April 1997 - A 14 S 3518/96 -).

  • OVG Niedersachsen, 23.05.1996 - 12 L 3389/95

    Gruppengerichtete Verfolgung; Albaner; Kosovo; Exilpolitische Betätigung

    Albanische Volkszugehörige sind im Kosovo weiterhin einer gruppengerichteten Verfolgung nicht ausgesetzt (Fortschreibung zum Urteil des Senats vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95 -).

    Auf das Rechtsmittel des Bundesbeauftragten für Asylangelegenheiten hin ist dieses Begehren, ohne daß es einer Anschlußberufung bedarf, in der Berufungsinstanz angefallen und von dem Senat bei der Zurückweisung des Hauptantrags zu bescheiden (Senat, Urt. v. 28. September 1995 - 12 L 2034/95 - und st. Rspr.).

    Zu den insoweit heranzuziehenden Maßstäben verweist der Senat auf sein - den Beteiligten bekanntes - Urteil vom 28. September 1995 (- 12 L 2034/95 - (Entscheidungsgründe I.)).

    Rn. 24 Der Senat macht sich insoweit zur Begründung die Gründe seines Urteils vom 28. September 1995 (- 12 L 2034/95 -(Entscheidungsgründe III., IV.)) nach erneuter Prüfung zu eigen, verweist auf sie und macht sie zum Gegenstand dieses Urteils.

    Die hiergegen gerichteten Erwägungen des Klägers vernachlässigen, daß der Senat in seinem Urteil vom 28. September 1995 (- 12 L 2034/95 -) bei seiner Betrachtung dem Umstand, daß davon auszugehen ist, daß nicht alle asylerheblichen Übergriffe den Menschenrechtsorganisationen auch bekanntgeworden sind, ebenso Rechnung getragen hat (III. 2.1.2., 3.) wie er Dauer, für welche die Situation im Kosovo bereits andauere und dem Umstand, daß bei der Gewichtung von Zahl und Dichte der (asylerheblichen) Verfolgungsschläge auch die allgemeinen Lebensumstände und die nicht asylerheblichen Maßnahmen der Ausgrenzung und Diskriminierung der betroffenen Bevölkerungsgruppe zu berücksichtigen sind.

    Rn. 33 Entsprechendes gilt für die in jüngerer Zeit vorangetriebenen Pläne und Maßnahmen (dazu Urteil v. 28. September 1995 - 12 L 2034/95 -, III. 1.4.9., 2.5.), durch Wohnungsbau- und andere Förderungsmaßnahmen vermehrt Personen serbischer Volkszugehörigkeit, namentlich solche, die aus kroatischen oder bosnischen Gebieten geflohen sind, im Kosovo anzusiedeln (Auswärtiges Amt, Lagebericht (Stand: Mai 1995) vom 21. Juni 1995; International Helsinki Foederation, Report on the Human Rights Situation in Kosova for the period 1994 to May 1995 vom 00.05.1995; CDHRF, Monthly report on Violation of Human Rights and Fundamental Freedoms in Kosova during March 1996 vom 11. März 1996; Gesellschaft für bedrohte Völker, Auskunft vom 21. Sept. 1995 an VG Ansbach; Int. Helsinki Foederation, Annual Report 1995 - Auszug: Federal Republic of Yugoslawia -, Wien 1995 (199-212); Int. Helsinki Foederation, Report on the Human Rights Situation in Kosova in the Period 1994-1995 (Fortschreibung des Berichts vom May 1995) vom 00.09.1995; UNHCR, Auskunft vom 29. Sept. 1995 an VG Aachen; LDK, Presseerklärung zur Lage im Kosovo vom 17. Aug.

    Rn. 38 Albanische Volkszugehörige aus der Provinz Kosovo, die sich dem Wehrdienst entzogen haben, müssen bei einer Rückkehr in ihre Heimat nicht mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit mit einer höheren Bestrafung wegen eines asylerheblichen Merkmales aufgrund einer Wehrdienstentziehung oder Desertion oder mit anderen politischen Verfolgungsmaßnahmen rechnen (Senat, Urt. v. 28. September 1995 - 12 L 2034/95 -).

    1995 (12 L 2034/95) herausgearbeitet hat, ist das Vorgehen der serbischen Behörden im Kosovo weitgehend von Willkür geprägt, auch deshalb ist auszuschließen, daß Tätigkeiten, die sich nicht unmittelbar im Kosovo auswirken, also etwa von den Behörden als separatistisch eingestufte Tätigkeiten, gezielte Aktivitäten der Behörden Serbiens auslösen.

  • OVG Niedersachsen, 12.09.1996 - 12 L 3611/96

    Keine Gruppenverfolgung von Kosovo-Albanern; Amnestiegesetz; Asyl; …

    Albanische Volkszugehörige sind im Kosovo weiterhin einer gruppengerichteten Verfolgung nicht ausgesetzt (Fortschreibung zu den Urteilen des 12. Senats vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95 - und 23. Mai 1996 - 12 L 3389/95 -).

    Zu den insoweit heranzuziehenden Maßstäben verweist der Berichterstatter auf die - den Beteiligten bekannten - Urteile des Senats vom 28. September 1995 (- 12 L 2034/95 -) und 23. Mai 1996 (- 12 L 3389/95 -), die sich der Berichterstatter zu eigen und zum Gegenstand auch dieses Urteils macht, in denen diese Maßstäbe im einzelnen dargelegt sind.

    Der Senat hat in seinen Urteilen vom 28. September 1995 (- 12 L 2034/95 -) und 23. Mai 1996 (- 12 L 3389/95 -), die den Beteiligten der Sache nach bekannt sind, eingehend dargelegt, daß und aus welchen Gründen die Angehörigen der albanischen Bevölkerungsgruppe im Kosovo nicht einer gruppengerichteten Verfolgung ausgesetzt sind und daß auch die Heranziehung zum Wehrdienst oder Maßnahmen, die an eine Wehrdienstentziehung anknüpfen, keine - asyl- oder abschiebungsschutzerhebliche - politische Verfolgung darstellen und auch keine Abschiebungshindernisse nach § 53 AuslG begründen.

    Eine gegenüber den Urteilen des Senats vom 28. September 1995 (- 12 L 2034/95-) und 23. Mai 1996 (- 12 L 1496/96 -) entscheidungserhebliche Veränderung ergibt sich schließlich auch nicht angesichts der fortdauernden Berichte über Geld- und Warenbeschlagnahmen und sonstigen administrativen Maßnahmen, welche sich auf die wirtschaftliche Existenzgrundlage der Kosovoalbaner beziehen (Auswärtiges Amt, Lagebericht (Stand: 20 Mai 1996) über die asyl- und abschiebungsrelevante Lage in der Bundesrepublik Jugoslawien vom 4. Juni 1996; Auswärtiges Amt, Auskunft vom 25. März 1996 an VG Ansbach; Amnesty International, Auskunft vom 7. Mai 1996 an VG München; Amnesty International, Auskunft vom 13. Mai 1996 an VG Augsburg; Internationale Gesellschaft für Menschenrecht, Dokumentation "Apartheid und ethnische Säuberung im Kosovo.

    Das Verwaltungsgericht vernachlässigt zunächst, daß die herangezogenen Passagen aus der Urteil des Senats vom 28. September 1995 (- 12 L 2034/95 -) (S. 80 ff, insb. 82 f) bezogen sind auf die Frage, ob der serbische Staat ein Verfolgungsprogramm verfolgt, das nach den heranzuziehenden Maßstäben unabhängig von einer bestimmten Zahl an Referenz- oder Vergleichsfällen auf eine gruppengerichtete Verfolgung schließen lassen könnte; zu der asylerheblichen Intensität verhält sich der Senat an anderer Stelle des Urteils.

    Hierzu hat der Senat in seinem Urteil vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95 - ausgeführt:.

    Zur Frage, welche Bedeutung dieser Entscheidung beizumessen ist, hat der Senat in seinem Urteil vom 28. September 1995 (- 12 L 2034/95 -) u.a. ausgeführt:.

    Der Senat hat in seinen Urteilen vom 28. September 1995 (- 12 L 2034/95 -) und 23. Mai 1996 (- 12 L 3389/95 -), die den Beteiligten bekannt sind, eingehend dargelegt, daß und aus welchen Gründen die Heranziehung zum Wehrdienst oder Maßnahmen, die an eine Wehrdienstentziehung anknüpfen, keine - asyl- oder abschiebungsschutzerhebliche - politische Verfolgung darstellen und auch keine Abschiebungshindernisse nach § 53 AuslG begründen; hiervon geht - mit Recht - auch das Verwaltungsgericht aus.

  • VGH Hessen, 03.03.1998 - 7 UE 869/96

    Echtheitsüberprüfung ausländischer Gerichtsurteile im Asylverfahren; Jugoslawien: …

    Das Gericht muß sich die feste Überzeugung von der Wahrheit des von dem Asylbewerber behaupteten Verfolgungsschicksals verschaffen, und zwar nicht nur hinsichtlich des individuellen Asylvorbringens, sondern auch hinsichtlich der relevanten Situation im Herkunftsland (vgl. BVerwG, Ue. v. 12.11.1985 - 9 C 27.85 - EZAR 630 Nr. 23 u. v. 05.07.1994 - 9 C 158.94 - BVerwGE 96, 200, sowie Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 16, u. OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 12).

    Mit seiner eine Gruppenverfolgung verneinenden Auffassung befindet sich der Senat in Übereinstimmung mit der Beurteilung durch - soweit ersichtlich - alle Verwaltungsgerichtshöfe bzw. Oberverwaltungsgerichte, die sich seit Herbst 1994 mit der Frage der Gruppenverfolgung der Kosovo-Albaner befaßt haben (Hess. VGH, U. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - VGH Baden-Württemberg, Ue. v. 18.05.1995 - A 12 S 207/95 -, v. 08.06.1995 - A 12 S 79/95 -, v. 13.06.1995 - A 14 S 2459/94 - u. v. 18.06.1996 - A 14 S 531/96 - Hamb. OVG, U. v. 07.06.1995 - Bf VII 2/94 - OVG Mecklenburg-Vorpommern, U. v. 04.12.1996 - 3 L 119/95 - Nds. OVG, Ue. v. 24.02.1995 - 8 L 5275/93 -, v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - u. v. 23.05.1996 - 12 L 3389/95 - OVG Nordrhein-Westfalen, Ue. v. 07.03.1996 - 13 A 1796/94.A - u. v. 10.12.1997 - 14 A 2826/94.A - OVG Rheinland-Pfalz, Ue. v. 04.10.1994 - 7 A 10280/92 - u. v. 19.09.1995 - 7 A 12537/93 - OVG Saarland, U. v. 08.02.1995 - 9 R 25/95 - Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - OVG Sachsen-Anhalt, U. v. 28.02.1995 - 3 L 29/93 - Schlesw.-Holst.

    Größere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang noch dem Umstand zu, daß die albanischen Volkszugehörigen im Kosovo keine Minderheit, sondern die weit überwiegende Bevölkerungsmehrheit darstellen mit der Folge, daß sie selbst - nicht zuletzt durch ihren Zusammenhalt im passiven Widerstand gegen die serbischen Behörden - das moralische, religiöse und gesellschaftliche Klima prägen oder wenigstens erträglicher erscheinen lassen (Hess. VGH, U. v. 16.02.1996 - 7 UE 4242/95 - S. 46 u. 49 sowie B. v. 02.03.1998 - 7 UE 868/96 - S. 56 f.; Bay. VGH, U. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 - S. 101 f.; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - S. 77 f. u. 87 f.; OVG Nordrhein-Westfalen, Ue. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - S. 27 u. v. 21.05.1996 - 14 A 2035/94.A - S. 39 f.; einschränkend Schlesw.-Holst.

  • BSG, 23.05.2006 - B 13 RJ 17/05 R

    Vorlagebeschluss an des BVerfG - Fortgeltung zweiseitiger Verträge bei …

    Soweit ersichtlich, ist die deutsche Rechtsprechung, soweit sie sich mit der Frage befasst hat, im Falle Jugoslawiens von einer Dismembration ausgegangen (OLG Zweibrücken NJW 1995, 537, 538 = IPRax 1996, 28 m Anm Schweisfurth/Blöcker IPRax 1996, 9; BayObLG NJW 1998, 392, 393; ebenso, jedoch jeweils ohne nähere Begründung: BFH vom 7. März 1996, BFHE 179, 518, 521 sowie OVG Lüneburg vom 28. September 1995 - 12 L 2034/95; für eine Dismembration ferner österreichischer Oberster Gerichtshof vom 17. Dezember 1996 - 4 Ob 2304/96, RIW 1997, 1044, 1045 und vom 28. Januar 1997 - 1 Ob 2313/96, IPRax 1999, 178, 180 m Anm Schweisfurth/Blöcker IPRax 1999, 187; in der Literatur haben sich für die Annahme einer Dismembration Jugoslawiens zB ausgesprochen: Rapport, S 22; Zimmermann, Staatennachfolge in völkerrechtliche Verträge, 2000, S 98 ff, 111 f).
  • VGH Hessen, 20.01.1997 - 7 UE 2507/94

    Zur Gefährdungssituation für ehemalige Polizisten albanischer Volkszugehörigkeit …

    Das Gericht muß die feste Überzeugung von der Wahrheit des von dem Asylbewerber behaupteten Verfolgungsschicksals gewinnen, und zwar nicht nur hinsichtlich des individuellen Asylvorbringens, sondern auch hinsichtlich der relevanten Situation im Herkunftsland (vgl. BVerwG, Ue. v. 12.11.1985 - 9 C 27.85 -, EZAR 630 Nr. 23, u. v. 05.07.1994 - 9 C 158.94 -, BVerwGE 96, 200, sowie Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 16, u. OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A -, S. 12).

    Mit seiner diesbezüglichen Auffassung befindet sich das Gericht in Übereinstimmung mit der Beurteilung durch - soweit ersichtlich - alle Oberverwaltungsgerichte, die sich seit Herbst 1994 mit der Frage der Gruppenverfolgung der Kosovo-Albaner befaßt haben (VGH Baden-Württemberg, Ue. v. 24.01.1995 - A 14 S 2075/94 -, v. 18.05.1995 - A 12 S 207/95 -, v. 08.06.1995 - A 12 S 79/95 - u. v. 13.06.1995 - A 14 S 2459/94 - Hamb. OVG, U. v. 07.06.1995 - Bf VII 2/94 - Hess. VGH, U. v. 23.01.1995 - 13 UE 2370/94 - Nds. OVG, Ue. v. 24.02.1995 - 8 L 5275/93 - u. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 - OVG Nordrhein-Westfalen, Ue. v. 21.02.1995 - 13 A 265/94.A -, v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A - u. v. 23.02.1996 - 14 A 2387/94.A - OVG Rheinland-Pfalz, Ue. v. 04.10.1994 - 7 A 10280/92 - u. v. 19.09.1995 - 7 A 12537/93 - OVG Saarland, U. v. 08.02.1995 - 9 R 25/95 - Sächs. OVG, U. v. 18.07.1995 - A 4 S 68/94 - OVG Sachsen-Anhalt, U. v. 28.02.1995 - 3 L 29/93 - Schlesw.-Holst.

    Rn. 48 Zum einen stellen die albanischen Volkszugehörigen im Kosovo keine Minderheit, sondern die weit überwiegende Bevölkerungsmehrheit dar mit der Folge, daß sie selbst das moralische und gesellschaftliche Klima prägen (Bay.VGH, U. v. 22.04.1994 - 21 BA 94.30675 -, S. 101 f.; Nds. OVG, U. v. 28.09.1995 - 12 L 2034/95 -, S. 87 f.; OVG Nordrhein-Westfalen, U. v. 15.11.1995 - 13 A 1451/94.A -, S. 27).

  • OVG Saarland, 09.09.1996 - 3 R 111/96

    Asylberechtigung; Asylberechtigter; Anerkennung; Jugoslawien; Politische …

  • VG Düsseldorf, 15.08.2014 - 13 K 5823/13

    Kein Anspruch auf Anerkennung als Asylberechtigter bei Verstoß gegen Waffenrecht …

  • OVG Niedersachsen, 12.08.1997 - 12 L 2598/97

    Asylverfahren; Berufung; Berufungsbegründung; Frist; Belehrung; Zustellung

  • VGH Hessen, 23.05.1997 - 7 UE 1465/96

    Jugoslawien: keine Gruppenverfolgung albanischer Volkszugehöriger mit …

  • VGH Hessen, 15.02.2000 - 7 UE 3645/99

    Rückkehrmöglichkeit für Kosovo-Albaner bejaht nach Einsatz der KFOR-Truppen

  • BVerwG, 10.05.1996 - 9 B 95.96

    Zentrale Bedeutung der Frage einer Gruppenverfolgung der albanischen …

  • OVG Niedersachsen, 13.11.1997 - 12 L 3959/97

    Begriff des Asylfolgeantrags;; Asylfolgeantrag; Durchentscheiden; …

  • BVerwG, 04.02.1998 - 9 B 18.98

    Serbisches Verfolgungsprogramm gegen die albanische Bevölkerung im Kosovo als …

  • BVerwG, 04.02.1998 - 9 B 1152.97

    Inhaltliche Anforderungen an die Darlegung eines Revisionszulassungsgrundes - …

  • VGH Hessen, 18.02.2005 - 7 UE 1430/03

    Serbien und Montenegro, Sandzak, Moslems, SDA, Mitglieder, Psychische Erkrankung, …

  • VGH Baden-Württemberg, 18.06.1996 - A 14 S 531/96

    Heranziehung albanischer Volkszugehöriger aus dem Kosovo zum Wehrdienst in den …

  • VG Oldenburg, 16.04.2007 - 5 A 288/05

    Türkei, Kurden, Übergriffe, Vergewaltigung, Misshandlungen, herabgestufter …

  • VGH Hessen, 15.02.2000 - 7 UE 3645

    Feststellung der Sicherheit albanischer Volkszugehöriger aus dem Kosovo …

  • VG Oldenburg, 02.04.2008 - 5 A 5398/05
  • VG Lüneburg, 12.07.2005 - 4 A 130/03

    Abschiebungsverbot; Kosovo; Roma; Serbien und Montenegro

  • BVerwG, 13.02.1998 - 9 B 138.98

    Ordnungsgemäßes Einführen eines Urteils in das Beschwerdeverfahren - Zulassung …

  • OVG Niedersachsen, 19.02.1997 - 13 L 389/97

    Frage der Gruppenverfolgung im Kosovo; Asyl; Gruppenverfolgung: Kosovo; Kosovo

  • OVG Niedersachsen, 19.02.1997 - 13 L 2629/96

    Frage der Gruppenverfolgung im Kosovo; Asyl; Gruppenverfolgung: Kosovo; Kosovo

  • VG Oldenburg, 13.10.2011 - 5 A 3050.09

    Türkei: Klageabweisung, Konversion, Situation der Christen, Homosexualität, …

Haben Sie eine Ergänzung? Oder haben Sie einen Fehler gefunden? Schreiben Sie uns.
dejure.org Übersicht OVG Niedersachsen
dejure.org nutzen ohne Ablenkung
Werbung abschalten. Jetzt buchen! Keine automatische Verlängerung.
Info zum PUR-Angebot
Sie können auswählen (Maus oder Pfeiltasten):
(Liste aufgrund Ihrer bisherigen Eingabe)
Komplette Übersicht