Rechtsprechung
| OLG München, 25.09.1995 - 16 WF 819/95 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BGB § 1361b
Begriff der schweren Härte - Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Zu einer einstweiligen Anordnung auf Zuweisung der Ehewohnung zur alleinigen Nutzung; Erfordernis einer schweren Härte; Zumutbarkeit der gemeinsamen Nutzung der Wohnung bis zur Ehescheidung; Bedeutung von Selbstmordankündigungen
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- AG Erding, 09.05.1995 - 1 F 58/95
- OLG München, 25.09.1995 - 16 WF 819/95
Papierfundstellen
- FamRZ 1996, 730
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (2)
- OLG Düsseldorf, 14.03.1988 - 4 UF 38/88
Wohnungszuweisung; Ehewohnung; Kindeswohl; Scheidung; Getrenntleben; Schwere …
Auszug aus OLG München, 25.09.1995 - 16 WF 819/95
Wegen der besonderen Bedeutung der Wohnung für das menschliche Leben wurde vom Gesetzgeber mit dem Erfordernis der schweren Härte die "Eintrittsschwelle" bewußt hoch angesetzt (vergleiche Palandt, BGB , 54. Auf lage § 13 61 b Randnummer 5 In der Rechtsprechung wird eine schwere Härte im Sinne dieser Vorschrift in der Regel nur bei schweren körperlichen Mißhandlungen und sonstigen schweren Störungen des Familienlebens etwa durch Alkohol angenommen, ferner bei fortdauernden Gewalttätigkeiten oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Kinder (vergleiche OLG Düsseldorf, FamRZ 88, 1058; OLG Bamberg FamRZ 95, 560). - OLG Bamberg, 18.10.1994 - 2 UF 198/94
Begriff der schweren Härte i.S. des § 1361b BGB - Geschäftswert
Auszug aus OLG München, 25.09.1995 - 16 WF 819/95
Wegen der besonderen Bedeutung der Wohnung für das menschliche Leben wurde vom Gesetzgeber mit dem Erfordernis der schweren Härte die "Eintrittsschwelle" bewußt hoch angesetzt (vergleiche Palandt, BGB , 54. Auf lage § 13 61 b Randnummer 5 In der Rechtsprechung wird eine schwere Härte im Sinne dieser Vorschrift in der Regel nur bei schweren körperlichen Mißhandlungen und sonstigen schweren Störungen des Familienlebens etwa durch Alkohol angenommen, ferner bei fortdauernden Gewalttätigkeiten oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Kinder (vergleiche OLG Düsseldorf, FamRZ 88, 1058; OLG Bamberg FamRZ 95, 560).
- OLG Hamm, 25.09.2013 - 2 UF 58/13
Das Kindeswohl kann die Zuweisung der Ehewohnung bei getrennt lebenden Ehegatten …
Die Annahme einer unbilligen Härte erfordert eine Situation, in der ein Getrenntleben der Ehepartner innerhalb der Wohnung unzumutbar ist (vgl. OLG München, Beschluss vom 25. September 1995 - 16 WF 819/95 - FamRZ 1996, 730; OLG München, Beschluss vom 23. Juni 1997 - 12 WF 857/97; OLG Köln, Beschluss vom 09. Mai 2000 - 4 UF 63/00 - FamRZ 2001, 76; 1OLG Köln, Beschluss vom 27. August 2010 - II-4 WF 160/10, 4 WF 160/10 - FamRZ 2011, 118; OLG Frankfurt, Beschluss vom 20. Oktober 1986 - 3 UF 316/86 - FamRZ 1987, 159; OLG Brandenburg, Beschluss vom 21. August 2006 - 15 WF 183/06; Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 27. Juli 2005 - 3 UF 108/05 - OLGR Naumburg 2006, 307; OLG Köln, Beschluss vom 08. April 2005 - 4 UF 68/05 - OLGR Köln 2005, 440; OLG Frankfurt, Beschluss vom 26. August 2003 - 3 UF 112/03 - FamRZ 2004, 875; OLG Stuttgart, Beschluss vom 21. Mai 2001 - 16 WF 140/01; OLG Karlsruhe, Beschluss vom 25. April 2000 - 2 UF 195/99 - FamRZ 2001, 760). - OLG Hamm, 23.03.2015 - 4 UF 211/14
Begriff der Ehewohnung i.S. von § 1361b BGB
Er erfordert nach der Rechtsprechung eine Situation, in der ein Getrenntleben der Ehepartner innerhalb der Wohnung unzumutbar ist (OLG Frankfurt FamRZ 1987, 159), die Wohnungszuweisung ausnahmsweise, auch unter Berücksichtigung der Belange des anderen Ehegatten, "dringend erforderlich" ist, um eine "unerträgliche Belastung" des die Zuteilung begehrenden Ehegatten abzuwenden (KG FamRZ 1987, 850; vgl. auch OLG Düsseldorf FamRZ 1988, 1058; OLG Bamberg FamRZ 1990, 1353 f; OLG Schleswig FamRZ 1991, 82; OLG München FamRZ 1996, 730;… BeckOK-BGB/Neumann, Stand: 01.11.2014, § 1361b Rn. 7). - OLG Hamm, 05.07.2012 - 11 UF 107/12
Zuweisung der Ehewohnung an den die gemeinsamen Kinder betreuenden Ehemann
Keine unbillige Härte liegt in bloßen Belästigungen oder Unannehmlichkeiten, wie sie bei einer in Auflösung begriffenen Ehe während des Getrenntlebens in einer Wohnung regelmäßig auftreten (vgl. OLG Brandenburg FamRZ 1996, 743, 744; OLG Hamburg FamRZ 1993, 190; OLG München FamRZ 1996, 730; OLG Naumburg FamRZ 2006, 1207 ; Münchener Kommentar zum BGB/Wacke, § 1361 b Rdn 5).
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