Rechtsprechung
| VG Greifswald, 01.04.2014 - 2 A 705/13 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- openjur.de
- Informationsverbund Asyl und Migration (Volltext/Auszüge)
AufenthG § 60 Abs. 2
Wohnsitzauflage, Sozialhilfebezug, Sozialleistungen, subsidiärer Schutz, Unionsrecht - ra.de
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Justiz Mecklenburg-Vorpommern (Leitsatz)
§ 12 Abs 2 S 2 AufenthG 2004, § 60 Abs 2 AufenthG 2004, Art 33 EURL 95/2011, Art 29 Abs 1 EURL 95/2011, Art 26 FlüAbk
Ausländerrecht; Wohnsitzbeschränkung bei Sozialleistungsbezug
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (7)
- BVerwG, 15.01.2008 - 1 C 17.07
Wohnsitzauflage; Bezug von Sozialhilfe; Aufenthaltsbeschränkungen; Flüchtling; …
Auszug aus VG Greifswald, 01.04.2014 - 2 A 705/13
Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 15.01.2008 - 1 C 17.07 - seien Wohnsitzauflagen gegenüber anerkannten Asylbewerbern und Flüchtlingen rechtswidrig.Sie ordnet zwar eine Residenzpflicht an, schränkt die Freizügigkeit im Bundesgebiet im Übrigen aber nicht ein (BVerwG, Urt. v. 15.01.2008 - 1 C 17.07 - Juris Rn. 13).
Rn. 62 dass freizügigkeitsbeschränkende Maßgaben gegenüber Flüchtlingen nicht (allein) zum Zweck der angemessenen Verteilung öffentlicher Soziallasten eingesetzt werden dürfen (BVerwG, Urt. v. 15.1.2008 - 1 C 17.07 -, BVerwGE 130, 148, juris).
Die "gleiche Behandlung´ iSv. Art. 23 GFK ist ein weit gefasster Ausdruck, der nicht nur die gleichen Leistungen nach Art und Höhe einschließt, sondern auch voraussetzt, dass in vergleichbaren Situationen mit Flüchtlingen nicht anders umgegangen wird als mit eigenen Staatsangehörigen (BVerwG, Urt. v. Urt. v. 15.1.2008 - 1 C 17.07 -, BVerwGE 130, 148, juris, v. 18.5.2000 - 5 C 29.98 -, BVerwGE 111, 200, juris).
Da eigenen Staatsangehörigen (nur) wegen des Bezugs von öffentlichen Leistungen keine Wohnsitzbeschränkung auferlegt werden darf, steht Art. 23 GFK mithin einer (nur) auf den Bezug von öffentlichen Leistungen gestützten Wohnsitzbeschränkung bei Flüchtlingen entgegen (BVerwG, Urt. v. 15.1.2008, aaO.).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 21.11.2013 - 18 A 1291/13
Verfügung einer Wohnsitzauflage für subsidiär Schutzberechtigte zum Zweck der …
Auszug aus VG Greifswald, 01.04.2014 - 2 A 705/13
Die an einen Sozialhilfebezug anknüpfende Wohnsitzbeschränkung gegenüber einem Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis wegen eines Abschiebungsverbotes nach § 60 Abs. 2 AufenthG (juris: AufenthG 2004) verstößt nicht gegen Gemeinschaftsrecht (im Anschluss an OVG Lüneburg, Urt. v. 11.12.2013 - 2 LC 222/13 - a. A. OVG Münster, Urt. v. 21.112013 - 18 A 1291/13 -).Rn. 29 Im Einzelnen ist streitig, ob die sowohl auf Flüchtlinge als auch subsidiär Schutzberechtigte anwendbaren zitierten Bestimmungen der Richtlinie trotz im Detail unterschiedlichen Wortlauts inhaltsgleich mit Art. 26 und Art. 23 GFK zu verstehen sind, mit der Folge, dass die aus Art. 26, 23 GFK zur Wohnsitzauflage gegenüber Flüchtlingen abzuleitenden Einschränkungen durch die Bestimmungen der Richtlinie auch auf die subsidiär Schutzberechtigten erstreckt sind (so insbesondere OVG Münster zur QRL 2004, Urt. v. 21.11.2013 - 18 A 1291/13 - Juris m.w.Nw.).
Schon mangels Vergleichbarkeit der Texte können daher aus der Rechtsprechung zu Art. 26 GFK keine Schlussfolgerungen für die Bedeutung von Art. 32 QLR 2004 gezogen werden (aA. OVG NRW, Urt. v. 21.11.2013 - 18 A 1291/13 -, juris).
Eine derart weitgehende Bedeutung ist jedoch der Vorgabe in Art. 28 Abs. 1 QRL 2004, die lediglich die Gewährung der "notwendigen Sozialhilfe´ / "necessary social assistance´ fordert, nicht zu entnehmen; denn die Vorgabe zielt nur darauf ab, öffentliche Hilfe nach Höhe und Leistungsart wie bei eigenen Staatsangehörigen zu gewährleisten (aA. OVG NRW, Urt. v. 21.11.2013 - 18 A 1291/13 -, juris).
- OVG Niedersachsen, 11.12.2013 - 2 LC 222/13
Zulässigkeit der Erteilung einer Wohnsitzauflage bei subsidiär Schutzberechtigten …
Auszug aus VG Greifswald, 01.04.2014 - 2 A 705/13
Die an einen Sozialhilfebezug anknüpfende Wohnsitzbeschränkung gegenüber einem Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis wegen eines Abschiebungsverbotes nach § 60 Abs. 2 AufenthG (juris: AufenthG 2004) verstößt nicht gegen Gemeinschaftsrecht (im Anschluss an OVG Lüneburg, Urt. v. 11.12.2013 - 2 LC 222/13 - a. A. OVG Münster, Urt. v. 21.112013 - 18 A 1291/13 -).Rn. 30 Die Kammer schließt sich der gegenteiligen Auffassung an, wonach sich aus den Bestimmungen der Richtlinie kein den Art. 26, 23 GFK entsprechendes Verbot einer nur wegen der Inanspruchnahme öffentlicher Leistungen erteilten Wohnsitzauflage herleiten lässt (so insbesondere OVG Lüneburg zur QRL 2004, Urt. v. 11.12.2013 - 2 LC 222/13 - Juris m.w.Nw.).
- EuGH, 19.09.2013 - C-140/12
Brey - Freizügigkeit - Unionsbürgerschaft - Richtlinie 2004/38/EG - Recht auf …
Auszug aus VG Greifswald, 01.04.2014 - 2 A 705/13
Eine solche Vorgehensweise wäre mit dem Erfordernis einer einheitlichen Anwendung des Unionsrechts nicht vereinbar (EuGH, Urt. v. 19.9.2013 - C-140/12-, juris). - BVerwG, 18.05.2000 - 5 C 29.98
Sozialhilfe, Konventionsflüchtlinge, Anspruch auf uneingeschränkte Sozialhilfe; …
Auszug aus VG Greifswald, 01.04.2014 - 2 A 705/13
Die "gleiche Behandlung´ iSv. Art. 23 GFK ist ein weit gefasster Ausdruck, der nicht nur die gleichen Leistungen nach Art und Höhe einschließt, sondern auch voraussetzt, dass in vergleichbaren Situationen mit Flüchtlingen nicht anders umgegangen wird als mit eigenen Staatsangehörigen (BVerwG, Urt. v. Urt. v. 15.1.2008 - 1 C 17.07 -, BVerwGE 130, 148, juris, v. 18.5.2000 - 5 C 29.98 -, BVerwGE 111, 200, juris). - BVerwG, 19.03.1996 - 1 C 34.93
Ausländerrecht: Rechtsnatur der "Hinweise zur rechtlichen Behandlung abgelehnter …
Auszug aus VG Greifswald, 01.04.2014 - 2 A 705/13
Der rechtmäßige Aufenthalt im Sinne dieser Bestimmung wird aber durch nationales Recht, hier also auch durch die Wohnsitzauflage definiert (BVerwG, Urt. v. 19.03.1996 - 1 C 34.93 - Juris Rn. 33). - BVerwG, 15.01.2013 - 1 C 7.12
Niederlassungserlaubnis; wohnsitzbeschränkende Auflage; Wohnsitzauflage; jüdische …
Auszug aus VG Greifswald, 01.04.2014 - 2 A 705/13
Da Wohnsitzauflagen Dauerverwaltungsakte darstellen, kommt es für die Beurteilung der Sach- und Rechtslage auf den Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung bzw. Entscheidung in der Tatsacheninstanz an und ist die Rechtmäßigkeit der Entscheidung des Beklagten an den Vorgaben des aktuell geltenden Rechts zu messen (vgl. BVerwG, Urt. v. 15.01.2013 - 1 C 7/12 - juris, Rn. 9).
- VG Minden, 15.12.2014 - 10 K 3420/13
Maßgeblichkeit des Zeitpunkts des Entstehens von beihilferelevanten Aufwendungen
Rn. 54 Vgl. dazu etwa VG Greifswald, Urteil vom 1. April 2014 - 2 A 705/13 -, juris (…Rdnr. 21 ff.). - VG München, 18.11.2014 - M 4 K 13.3765
Wohnsitzbeschränkende Auflage; subsidiär Schutzbedürftige
Rn. 26 c) Auch gegenüber subsidiär Schutzberechtigten sind Wohnsitzauflagen, wenn sie wie vorliegend (nur) zum Zweck der angemessenen Verteilung öffentlicher Sozialhilfelasten verfügt worden sind, nach Art. 33, 29 QualRL unzulässig (vgl. u.a. OVG NRW U.v. 21.11.2013 - 18 A 1291/13 - juris; VG München U.v. 20.2.2014 - M 24 K 13.4174; VG Regensburg B.v. 13.12.2012 - RO 9 K 12.1670 - juris;… VG Düsseldorf U.v. 18.3.2014 - 24 K 5977/12 - juris, indirekt auch BayVGH U.v. 9.5.2011 - 19 B 10.2384 - juris Rn. 25; a.A.: OVG Lüneburg U.v. 11.12.2013 - 2 LC 222/13 - juris; VG Saarland U.v. 9.1.2014 - 6 K 945/13 - juris; VG Greifswald U.v. 1.4.2014 - 2 A 705/13 - juris, offen, aber wohl mit Tendenz zur Unzulässigkeit der Auflage: BVerwG B.v. 19.8.2014 - 1 C 1.14 - juris).
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