Rechtsprechung
| VGH Baden-Württemberg, 07.01.2015 - 2 S 1205/13 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- openjur.de
- Justiz Baden-Württemberg
Beihilfefähige Kosten der Behandlung einer erektilen Dysfunktion
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BVO § 6 Abs. 1 Nr. 6; BVO § 6a
Einordnung einer erektilen Dysfunktion als behandlungsbedürftige und beihilfefähige Krankheit - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- Deutsche Gesellschaft für Kassenarztrecht
, S. 94 (Leitsatz und Kurzinformation)
Privatbehandlung/Private Krankenversicherung/Beihilfe | Beihilfe | Erektile Dysfunktion als Folge einer Krankheit (Penisschwellkörperprothese)
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Einordnung einer erektilen Dysfunktion als behandlungsbedürftige und beihilfefähige Krankheit
Verfahrensgang
- VG Freiburg, 02.05.2013 - 6 K 1483/12
- VGH Baden-Württemberg, 07.01.2015 - 2 S 1205/13
Papierfundstellen
- DÖV 2015, 387 (Ls.)
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (10)
- BVerwG, 30.10.2003 - 2 C 26.02
Ausschluss der Beihilfefähigkeit; behandlungsbedürftige Krankheit; Beihilfe; …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 07.01.2015 - 2 S 1205/13
Rn. 23 Ausgehend davon stellt eine erektile Dysfunktion nach der einhelligen obergerichtlichen Rechtsprechung (Vgl. BSG, Urteil vom 10.05.2005 - B 1 KR 25/03 R - BSGE 94, 302, BVerwG, Urteil vom 30.10.2003 - 2 C 26.02 - BVerwGE 119, 168, und Beschluss vom 04.11.2008 - 2 B 19.08 - juris, sowie VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 23.06.2009 - 4 S 87/08 - juris) zumindest dann selbst eine behandlungsbedürftige Krankheit dar, wenn sie in der Folge einer anderen behandlungsbedürftigen Krankheit aufgetreten ist.Danach hat der Dienstherr Vorkehrungen zu treffen, dass der amtsangemessene Lebensunterhalt des Beamten bei Eintritt besonderer finanzieller Belastungen durch Krankheits-, Pflege-, Geburts- und Todesfälle nicht gefährdet wird (vgl. BVerwG, Urteil vom 30.10.2003 - 2 C 26.02 - BVerwGE 119, 168 m.w.N.).
Art, Ausmaß und Begrenzung der Hilfe, die der Dienstherr dem Beamten gewährt, muss sich jedoch aus dem Gesamtzusammenhang der Beihilfenvorschriften als "Programm" ergeben (vgl. BVerwG, Urteil vom 30.10.2003 - 2 C 26.02 - aaO).
Rn. 30 Dies kann jedoch dahinstehen, weil sich ein solcher genereller Leistungsausschluss für eine bestimmte Krankheit aus dem Gesamtzusammenhang der Beihilfenvorschriften als "Programm" ergeben müsste (vgl. BVerwG, Urteil vom 30.10.2003 - 2 C 26.02 - aaO), woran es vorliegend fehlt.
- VG Freiburg, 02.05.2013 - 6 K 1483/12
Arzneimittel- bzw. Hilfsmittelbegriff; Penisschwellkörperprothese; …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 07.01.2015 - 2 S 1205/13
Die Berufung des Beklagten gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg vom 2. Mai 2013 - 6 K 1483/12 - wird zurückgewiesen.Rn. 8 das Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg vom 02.05.2013 - 6 K 1483/12 - zu ändern und die Klage abzuweisen.
Rn. 10 das Urteil des Verwaltungsgerichts Freiburg vom 02.05.2013 - 6 K 1483/12 - zu ändern und den Beklagten zu verpflichten, ihm weitere Beihilfe in Höhe von 2.070,85 EUR, insgesamt also in Höhe von 4.141,70 EUR, zu gewähren,.
- BSG, 30.09.1999 - B 8 KN 9/98 KR R
Krankenversicherung - behandlungsbedürftige Krankheit - erektile Dysfunktion - …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 07.01.2015 - 2 S 1205/13
Rn. 22 Unter Krankheit ist ein regelwidriger, vom Leitbild des gesunden Menschen abweichender Körper- oder Geisteszustand zu verstehen, der ärztlicher Behandlung bedarf, weil er mit ärztlicher Hilfe und Aussicht auf Erfolg behoben, mindestens aber gebessert oder vor Verschlimmerung bewahrt werden kann bzw. Schmerzen oder sonstige Beschwerden gelindert werden können (vgl. dazu BSG, Urteil vom 30.09.1999 - B 8 KN 9/98 KR R - BSGE 85, 36, m.w.N).
- BVerwG, 15.12.2005 - 2 C 35.04
Beihilfevorschriften des Bundes und Gesetzesvorbehalt; beihilfeberechtigter …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 07.01.2015 - 2 S 1205/13
Rn. 18 Für die rechtliche Beurteilung beihilferechtlicher Streitigkeiten ist grundsätzlich die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt des Entstehens der Aufwendungen maßgeblich, für die Beihilfe verlangt wird (vgl. BVerwG, Urteil vom 15.12.2005 - 2 C 35.04 - BVerwGE 125, 21 m.w.N.; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 10.10.2011 - 2 S 1369/11 - juris). - BVerwG, 28.05.2008 - 2 C 24.07
Alimentation; allgemeiner Gleichheitssatz; Angemessenheit; …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 07.01.2015 - 2 S 1205/13
Dabei ist es dem Dienstherrn von Verfassungs wegen grundsätzlich nicht verwehrt, im Rahmen der nach medizinischer Einschätzung behandlungsbedürftigen Leiden Unterschiede zu machen und die Erstattung von Behandlungskosten aus triftigen Gründen zu beschränken oder auszuschließen (vgl. BVerwG, Urteil vom 28.05.2008 - 2 C 24.07 - DVBl 2008, 1193 m.w.N.). - BSG, 10.05.2005 - B 1 KR 25/03 R
Krankenversicherung - Arzneimittel
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 07.01.2015 - 2 S 1205/13
Rn. 23 Ausgehend davon stellt eine erektile Dysfunktion nach der einhelligen obergerichtlichen Rechtsprechung (Vgl. BSG, Urteil vom 10.05.2005 - B 1 KR 25/03 R - BSGE 94, 302, BVerwG, Urteil vom 30.10.2003 - 2 C 26.02 - BVerwGE 119, 168, und Beschluss vom 04.11.2008 - 2 B 19.08 - juris, sowie VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 23.06.2009 - 4 S 87/08 - juris) zumindest dann selbst eine behandlungsbedürftige Krankheit dar, wenn sie in der Folge einer anderen behandlungsbedürftigen Krankheit aufgetreten ist. - BVerwG, 04.11.2008 - 2 B 19.08
Gewährung von Beihilfeleistungen für eine Behandlung mit Botulinumtoxin (Botox …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 07.01.2015 - 2 S 1205/13
Rn. 23 Ausgehend davon stellt eine erektile Dysfunktion nach der einhelligen obergerichtlichen Rechtsprechung (Vgl. BSG, Urteil vom 10.05.2005 - B 1 KR 25/03 R - BSGE 94, 302, BVerwG, Urteil vom 30.10.2003 - 2 C 26.02 - BVerwGE 119, 168, und Beschluss vom 04.11.2008 - 2 B 19.08 - juris, sowie VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 23.06.2009 - 4 S 87/08 - juris) zumindest dann selbst eine behandlungsbedürftige Krankheit dar, wenn sie in der Folge einer anderen behandlungsbedürftigen Krankheit aufgetreten ist. - BVerwG, 28.05.2008 - 2 C 1.07
Alimentation; allgemeiner Gleichheitssatz; Angemessenheit; behandlungsbedürftige …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 07.01.2015 - 2 S 1205/13
Es erscheint bereits zweifelhaft, ob ein genereller Leistungsausschluss für jegliche Aufwendungen zulässig wäre, denn bisher wurde in der obergerichtlichen Rechtsprechung ausdrücklich lediglich die Beschränkung der Beihilfefähigkeit einer symptomatischen Behandlung einer erektilen Dysfunktion durch Arzneimittel und andere Mittel gebilligt (vgl. BVerwG, Urteil vom 28.05.2008 - 2 C 1.07 - NVwZ 2008, 1380) und dazu ausgeführt, dass von einem generellen Ausschluss der Beihilfefähigkeit für Kosten der Behandlung der erektilen Dysfunktion keine Rede sein könne, da die Beihilfefähigkeit einer ärztlichen Behandlung als solche nicht in Frage gestellt werde. - VGH Baden-Württemberg, 10.10.2011 - 2 S 1369/11
Beihilfefähigkeit eines Elektromobils
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 07.01.2015 - 2 S 1205/13
Rn. 18 Für die rechtliche Beurteilung beihilferechtlicher Streitigkeiten ist grundsätzlich die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt des Entstehens der Aufwendungen maßgeblich, für die Beihilfe verlangt wird (vgl. BVerwG, Urteil vom 15.12.2005 - 2 C 35.04 - BVerwGE 125, 21 m.w.N.; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 10.10.2011 - 2 S 1369/11 - juris). - VGH Baden-Württemberg, 23.06.2009 - 4 S 87/08
Gewährung von Heilfürsorge für Polizeibeamten durch Erstattung der Aufwendungen …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 07.01.2015 - 2 S 1205/13
Rn. 23 Ausgehend davon stellt eine erektile Dysfunktion nach der einhelligen obergerichtlichen Rechtsprechung (Vgl. BSG, Urteil vom 10.05.2005 - B 1 KR 25/03 R - BSGE 94, 302, BVerwG, Urteil vom 30.10.2003 - 2 C 26.02 - BVerwGE 119, 168, und Beschluss vom 04.11.2008 - 2 B 19.08 - juris, sowie VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 23.06.2009 - 4 S 87/08 - juris) zumindest dann selbst eine behandlungsbedürftige Krankheit dar, wenn sie in der Folge einer anderen behandlungsbedürftigen Krankheit aufgetreten ist.
- VGH Baden-Württemberg, 01.02.2019 - 2 S 1352/18
Beihilfefähigkeit einer kieferorthopädischen Behandlung; verfassungskonforme …
Dementsprechend ist bei der im Beihilferecht gebotenen, auf Krankheitsfälle bezogenen Betrachtung eine Aufwendung nur dann als notwendig im Sinne des § 5 Abs. 1 Satz 1 BVO anzusehen, wenn eine Behandlungsbedürftigkeit besteht (…vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 10.03.2005 - 4 S 2222/03 -, juris, Rn. 14; Senatsurteil vom 07.01.2015 - 2 S 1205/13 -, juris, Rn. 21 ff.; Keufer/Hellstern/Zimmermann, Beihilfevorschriften BaWü, Teil I/2, Stand 70. EL März 2014, § 1 BVO ., S. 17).Rn. 33 Behandlungsbedürftig ist der regelwidrige Zustand dann, wenn er mit ärztlicher Kunst und Aussicht auf Erfolg behoben, mindestens aber gebessert oder vor Verschlimmerung bewahrt werden kann bzw. Schmerzen oder sonstige Beschwerden gelindert werden können (vgl. dazu Senatsurteile vom 07.01.2015 - 2 S 1205/13 -, juris, Rn. 22 …sowie vom 29.06.2017 - 2 S 2014/16 -, juris, Rn. 20 unter Hinweis auf BSG, Urteil vom 30.09.1999 - B 8 KN 9/98 KR R -, BSGE 85, 36 m.w.N.).
- VG Karlsruhe, 27.05.2020 - 2 K 7367/18
Beihilfefähigkeit eines PTBS-Assistenzhundes
Damit darf eine Einschränkung der Beihilfefähigkeit von Aufwendungen für medizinisch notwendige Maßnahmen auch in Krankheitsfällen nur durch den Verordnungsgeber selbst aus triftigem Grunde erfolgen (vgl. zu diesen Voraussetzungen eines Beihilfeausschlusses VGH Baden-Württemberg, Urt. v. 07.01.2015 - 2 S 1205/13 -, juris m.w.N. zur Rspr. des BVerwG). - VGH Baden-Württemberg, 26.11.2015 - 2 S 1075/14
Beihilfefähigkeit von Aufwendungen für ein Hörgerät - Höchstbetrag
Denn für die rechtliche Beurteilung beihilferechtlicher Streitigkeiten ist die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt des Entstehens der Aufwendungen maßgeblich, für die Beihilfe verlangt wird (st. Rspr., vgl. BVerwG…, Urteil vom 08.11.2012 - BVerwG 5 C 4.12 - Buchholz 270.1 § 22 BBhV Nr. 1 Rn. 12 m. w. N.; Senatsurteile vom 10.10.2011 - 2 S 1369/11 - sowie vom 07.01.2015 - 2 S 1205/13 - jeweils juris).
- VGH Hessen, 10.03.2016 - 1 A 1261/15
Beihilfefähigkeit der Kosten für eine vorbeugenden Brustdrüsenentfernung aufgrund …
Behandlungsbedürftig ist der regelwidrige Zustand dann, wenn er nach den Regeln der ärztlichen Kunst einer Heilbehandlung mit dem Ziel der Heilung, Besserung oder Verhütung der Verschlimmerung oder der Linderung von Schmerzen zugänglich ist (…st. Rspr., Hess. VGH, a.a.O.; BSG…, Urteil vom 30. September 1999, a.a.O., m.w.N., VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 7. Januar 2015 - 2 S 1205/13 -, juis, Rdnr. 22). - VGH Baden-Württemberg, 29.06.2017 - 2 S 2014/16
Zur Gewährung von Beihilfe zu den Aufwendungen für eine Chromosomenuntersuchung
Behandlungsbedürftig ist der regelwidrige Zustand dann, wenn er mit ärztlicher Kunst und Aussicht auf Erfolg behoben, mindestens aber gebessert oder vor Verschlimmerung bewahrt werden kann bzw. Schmerzen oder sonstige Beschwerden gelindert werden können (vgl. dazu Senatsurteil vom 07.01.2015 - 2 S 1205/13 -, juris Rn. 22 unter Hinweis auf BSG, Urteil vom 30.09.1999 - B 8 KN 9/98 KR R -, BSGE 85, 36, m.w.N.). - VG Stuttgart, 06.05.2020 - 15 K 5498/19
Gewährung einer Beihilfe im Zusammenhang mit einer künstlichen Befruchtung wegen …
Behandlungsbedürftig ist der regelwidrige Zustand dann, wenn er mit ärztlicher Kunst und Aussicht auf Erfolg behoben, mindestens aber gebessert oder vor Verschlimmerung bewahrt werden kann bzw. Schmerzen oder sonstige Beschwerden gelindert werden können (…vgl. dazu VGH Baden-Württemberg, Urteile vom 29.06.2017 - 2 S 2014/16 -, juris Rn. 20 und vom 07.01.2015 - 2 S 1205/13 -, juris Rn. 22 unter Hinweis auf BSG, Urteil vom 30.09.1999 - B 8 KN 9/98 KR R -, BSGE 85, 36 m.w.N.). - VG Magdeburg, 12.07.2017 - 8 A 137/16
Beihilferecht: Beihilferechtlicher Erstattungsanspruch bei einer Brille
Dabei darf eine Einschränkung der Beihilfefähigkeit von Aufwendungen für medizinisch notwendige Maßnahmen auch in Krankheitsfällen nur durch den Verordnungsgeber selbst aus triftigen Gründen erfolgen (vgl. nur VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 07.01.2015, 2 S 1205/13; juris). - VG Magdeburg, 27.10.2016 - 8 A 59/16
Beihilfe für Fingernagelprothese und podologische Nachbehandlung
Damit darf eine Einschränkung der Beihilfefähigkeit von Aufwendungen für medizinisch notwendige Maßnahmen auch in Krankheitsfällen nur durch den Verordnungsgeber selbst aus triftigem Grunde erfolgen (vgl. nur: VGH Baden-Württemberg, Urteil v. 07.01.2015, 2 S 1205/13; juris).
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