Rechtsprechung
| VGH Baden-Württemberg, 14.12.1989 - 2 S 2905/87 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- openjur.de
Rückwirkende Beitragssatzung und Eigentumswechsel; Auswahlermessen; Finanzierung der Herstellungskosten
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- VG Stuttgart, 27.08.1987 - 8 K 4934/85
- VGH Baden-Württemberg, 14.12.1989 - 2 S 2905/87
Wird zitiert von ... (5) Zitiert selbst (14)
- VGH Baden-Württemberg, 02.10.1986 - 2 S 2272/85
Beratung auf Beschlußfassung über eine Entwässerungsbeitragssatzung - Entstehung …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.12.1989 - 2 S 2905/87
Sie beruhen auf der Globalberechnung vom Mai 1988, durch die für den öffentlichen Abwasserkanal eine kostendeckende Beitragssatzobergrenze von 9, 50 DM/qm Nutzungsfläche und für die Kläranlage eine solche von 4, 10 DM/qm Nutzungsfläche ermittelt wurde (vgl. zu den Anforderungen an die Beschlußfassung gültiger Beitragssätze im einzelnen VGH Bad.-Württ., Urteil vom 2.10.1986 -- 2 S 2272/85 --, ESVGH 37, 29 ff. m.w.N.; Urteil vom 12.10.1989 -- 2 S 2107/87 --).Dieses sowohl vom Gemeindehaushaltsrecht als auch vom Benutzungsgebühren- und Beitragsrecht vorgegebene finanzpolitische Auswahlermessen bei der Entscheidung über das einzusetzende Finanzierungsinstrument hat die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg dazu bewogen, vom Gemeinderat als dem zuständigen Rechtsetzungsorgan eine Entscheidung darüber zu verlangen, welche Herstellungskosten der öffentlichen Einrichtung in die Beitragskalkulation eingestellt werden sollen, um eine unstatthafte (verschleierte) Doppelfinanzierung sowohl über das Beitragsaufkommen als auch über das Benutzungsgebührenaufkommen zu vermeiden (vgl. dazu u.a. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 2.10.1986, aaO).
- VGH Baden-Württemberg, 12.12.1985 - 2 S 2689/83
Bemessungsmaßstab für Abwässerbeiträge
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.12.1989 - 2 S 2905/87
In den Entscheidungsgründen ist ausgeführt: Wie sich aus dem Urteil des VGH Bad.-Württ. vom 12.12.1985 -- 2 S 2689/83 -- ergebe, sei der Gebäudebrandversicherungsanschlag auch in Kombination mit der Grundstücksfläche als Verteilungsmaßstab mit dem Vorteilsprinzip im Sinne des § 10 KAG nicht vereinbar.Rn. 16 Wie das Verwaltungsgericht im Anschluß an das Urteil des erk. Senats vom 12.12.1985 -- 2 S 2689/83 -- (VBlBW 1986, 142) zutreffend entschieden hat, scheidet die Abwassersatzung der Beklagten vom 24.11.1978 i.d.F. vom 1.3.1985 als Rechtsgrundlage der angefochtenen Bescheide aus.
- BVerwG, 09.12.1983 - 8 C 112.82
Beitragsfähiger Erschließungsaufwand für die Herstellung einer sowohl der …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.12.1989 - 2 S 2905/87
Ist sie entstanden, kann sie nach diesem Grundsatz nicht nachträglich zu einem anderen Zeitpunkt und in anderer Höhe noch einmal entstehen (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 27.9.1984 -- 2 S 2437/82 --, ESVGH 35, 55; Urteil vom 13.8.1987 -- 2 S 2974/86 --, ESVGH 37, 300; BVerwG, Urteil vom 9.12.1983 -- 8 C 112.82 --, DVBl. 1984, 194/196).
- VGH Baden-Württemberg, 13.08.1987 - 2 S 2974/86
Keine Nachveranlagung zum Klärbeitrag bei Erneuerung der Kläranlage
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.12.1989 - 2 S 2905/87
Ist sie entstanden, kann sie nach diesem Grundsatz nicht nachträglich zu einem anderen Zeitpunkt und in anderer Höhe noch einmal entstehen (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 27.9.1984 -- 2 S 2437/82 --, ESVGH 35, 55; Urteil vom 13.8.1987 -- 2 S 2974/86 --, ESVGH 37, 300; BVerwG, Urteil vom 9.12.1983 -- 8 C 112.82 --, DVBl. 1984, 194/196). - VGH Baden-Württemberg, 27.09.1984 - 2 S 2437/82
Grundsatz der Einmaligkeit der Beitragserhebung
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.12.1989 - 2 S 2905/87
Ist sie entstanden, kann sie nach diesem Grundsatz nicht nachträglich zu einem anderen Zeitpunkt und in anderer Höhe noch einmal entstehen (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 27.9.1984 -- 2 S 2437/82 --, ESVGH 35, 55; Urteil vom 13.8.1987 -- 2 S 2974/86 --, ESVGH 37, 300; BVerwG, Urteil vom 9.12.1983 -- 8 C 112.82 --, DVBl. 1984, 194/196). - BVerwG, 07.04.1989 - 8 C 83.87
Kostenspaltung im Erschließungsbeitragsrecht; Zweifel an der Gültigkeit einer …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.12.1989 - 2 S 2905/87
Wie in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des erk. Senats hinlänglich geklärt ist, widerspricht der rückwirkende Erlaß einer Abgabensatzung nicht dem rechtsstaatlichen Grundsatz des Vertrauensschutzes, wenn die Rückwirkung gerade dazu dient, eine ungültige oder in ihrer Gültigkeit zweifelhafte Satzung durch eine neue gültige zu ersetzen (BVerwG, Urteil vom 28.11.1975 -- IV C 45.74 --, BVerwGE 50, 2; Urteil vom 7.4.1989 -- 8 C 83.87 --, DVBl. 1989, 678; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 27.5.1982 -- 2 S 1254/81 --, VBlBW 1983, 274; Urteil vom 5.4.1984 -- 2 S 455/83 --). - BVerwG, 25.11.1981 - 8 C 14.81
Rückwirkung - Beitragssatzung - Beitragsbescheid - Rechtswidrigkeit - Heilung
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.12.1989 - 2 S 2905/87
Zwar hat der erk. Senat im Anschluß an die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts entschieden, eine während des gerichtlichen Verfahrens ohne Rückwirkungsanordnung erlassene Beitragssatzung vermöge den wegen eines Satzungsmangels rechtswidrigen Beitragsbescheid dann nicht zu heilen, wenn vor Erlaß dieser Satzung ein Wechsel im Eigentum an dem veranlagten Grundstück stattgefunden hat (BVerwG, Urteil vom 25.11.1981 -- 8 C 14.81 --, DVBl. 1982, 544; VGH Bad.-Württ., Beschluß vom 29.9.1986 -- 2 S 2715/85 --). - BVerwG, 28.11.1975 - IV C 45.74
Zulässigkeit der rückwirkenden Änderung einer Erschließungsbeitragssatzung; …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.12.1989 - 2 S 2905/87
Wie in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des erk. Senats hinlänglich geklärt ist, widerspricht der rückwirkende Erlaß einer Abgabensatzung nicht dem rechtsstaatlichen Grundsatz des Vertrauensschutzes, wenn die Rückwirkung gerade dazu dient, eine ungültige oder in ihrer Gültigkeit zweifelhafte Satzung durch eine neue gültige zu ersetzen (BVerwG, Urteil vom 28.11.1975 -- IV C 45.74 --, BVerwGE 50, 2; Urteil vom 7.4.1989 -- 8 C 83.87 --, DVBl. 1989, 678; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 27.5.1982 -- 2 S 1254/81 --, VBlBW 1983, 274; Urteil vom 5.4.1984 -- 2 S 455/83 --). - VGH Baden-Württemberg, 12.10.1989 - 2 S 2107/87
Berechnung von Kanalbeiträgen
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.12.1989 - 2 S 2905/87
Sie beruhen auf der Globalberechnung vom Mai 1988, durch die für den öffentlichen Abwasserkanal eine kostendeckende Beitragssatzobergrenze von 9, 50 DM/qm Nutzungsfläche und für die Kläranlage eine solche von 4, 10 DM/qm Nutzungsfläche ermittelt wurde (vgl. zu den Anforderungen an die Beschlußfassung gültiger Beitragssätze im einzelnen VGH Bad.-Württ., Urteil vom 2.10.1986 -- 2 S 2272/85 --, ESVGH 37, 29 ff. m.w.N.; Urteil vom 12.10.1989 -- 2 S 2107/87 --). - VGH Baden-Württemberg, 27.05.1982 - 2 S 1254/81
Erschließungsbeitrag; Bescheid; Änderungsbescheid; Stufenklage; endgültige …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 14.12.1989 - 2 S 2905/87
Wie in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts und des erk. Senats hinlänglich geklärt ist, widerspricht der rückwirkende Erlaß einer Abgabensatzung nicht dem rechtsstaatlichen Grundsatz des Vertrauensschutzes, wenn die Rückwirkung gerade dazu dient, eine ungültige oder in ihrer Gültigkeit zweifelhafte Satzung durch eine neue gültige zu ersetzen (BVerwG, Urteil vom 28.11.1975 -- IV C 45.74 --, BVerwGE 50, 2; Urteil vom 7.4.1989 -- 8 C 83.87 --, DVBl. 1989, 678; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 27.5.1982 -- 2 S 1254/81 --, VBlBW 1983, 274; Urteil vom 5.4.1984 -- 2 S 455/83 --). - VGH Baden-Württemberg, 08.03.1984 - 2 S 925/83
Klärbeitrag; Vorteilsprinzip und Nichtveranlagung von Teilflächen; …
- VGH Baden-Württemberg, 23.07.1984 - 2 S 1690/82
Zulässigkeit eines Grundstücksflächenmaßstabs in Verbindung mit einem …
- VGH Baden-Württemberg, 05.04.1984 - 2 S 455/83
Gebühr für die Bereitstellung von Wasser für Feuerlöschzwecke - Zulässigkeit der …
- VGH Baden-Württemberg, 29.09.1986 - 2 S 2715/85
Heilung fehlerhafter Erschließungsbeitragsbescheide - Eigentumswechsel
- VGH Baden-Württemberg, 15.11.1990 - 2 S 3022/89
Zu den Grundsätzen bei der Erhebung von Entwässerungsbeiträgen; hier: …
Rn. 19 Es ist in der Rechtsprechung des erk. Senats seit langem anerkannt, daß die Nutzungsfläche, die sich durch Vervielfachung der Grundstücksfläche mit einem von der Geschoßzahl abhängigen Nutzungsfaktor ergibt (vgl. §§ 24, 26 AbwS 89), den Anforderungen genügt, die der Begriff des Vorteils im Sinne des § 10 KAG an die Bemessung der Entwässerungsbeiträge stellt (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 8.3.1984 -- 2 S 925/83 --, BWGZ 1984, 592; Urteil vom 23.7.1984 -- 2 S 1690/82 --; Urteil vom 11.12.1986 -- 2 S 3160/84 --; Urteil vom 12.10.1989 -- 2 S 2107/87 --; Urteil vom 14.12.1989 -- 2 S 2905/87 --; vgl. ferner zum Erschließungsbeitragsrecht BVerwG, Urteil vom 26.1.1979 -- 4 C 61 -- 68 und 80 -- 84.75 --, BVerwGE 57, 240).Wie der Senat wiederholt zum Ausdruck gebracht hat und dem Prozeßbevollmächtigten der Kläger auch bekannt ist, kann bei redaktionellen Unstimmigkeiten nicht Ziel einer Gesetzesauslegung sein; dem Gesetzgeber Unsinniges zu unterstellen (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 14.12.1989 -- 2 S 2905/87 --).
Insoweit schränkt § 10 Abs. 6 S. 1 Hs. 1 KAG das in § 2 S. 2 KAG statuierte Regelungsgebot ein, wonach die Satzung u.a. die Entstehung der Beitragsschuld bestimmen muß (vgl. im einzelnen VGH Bad.-Württ., Urteil vom 14.12.1989 -- 2 S 2905/87 --).
Zu ihr gehören die Kläranlage R sowie die Verbandskläranlagen "Untere R" und "...", deren Auftragsvergabe vor dem genannten Stichtag lag (Anlagen zur Globalberechnung 1989 Bd. 6) und die gemäß § 10 Abs. 1 S. 3 in Verb. mit § 9 Abs. 1 S. 2 KAG i.d.F. des Änderungsgesetzes vom 15.12.1986 (GBl. S. 465) zu einer einzigen Teileinrichtung zusammengefaßt werden durften (vgl. hierzu VGH Bad.-Württ., Urteil vom 14.12.1989 -- 2 S 2905/87 -- m.w.N.).
Liegt somit die maßgebliche erste Auftragsvergabe für die genannten Teileinrichtungen vor dem Stichtag 31.12.1978, so findet auf sie nach Art. 5 Abs. 4 des KAG-Änderungsgesetzes vom 25.4.1978 § 10 Abs. 1 KAG in seiner ursprünglichen Fassung vom 18.2.1964 (GBl. S. 71) -- KAG 1964 -- Anwendung (vgl. zum ganzen VGH Bad.-Württ., Urteil vom 14.12.1989, aaO und Normenkontrollbeschluß vom 14.5.1990 -- 2 S 1372/88 --).
Dies schließt naturgemäß auch die Überprüfung aus, ob sich der Gemeinderat des ihm eingeräumten Auswahlermessens bei der Finanzierung beitragsfähiger öffentlicher Einrichtungen bewußt gewesen ist (so Urteil des erk. Senats vom 14.12.1989 -- 2 S 2905/87 --).
- VGH Baden-Württemberg, 14.05.1990 - 2 S 1372/88
1. Verbandskläranlage - Globalberechnung künftiger Herstellungskosten - …
Diese Übergangsvorschrift bezieht sich nicht nur, was ihr Wortlaut nahelegen könnte, auf die "öffentliche Einrichtung" als Ganzes, sondern ebenso auch auf beitragsrechtlich verselbständigte Teileinrichtungen; denn andernfalls hätte die Gesetzesänderung keine praktische Bedeutung erlangen können (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 14.12.1989 -- 2 S 2905/87 --; Scholz/Sammet/Gössl, Recht und Praxis der Globalberechnung in Baden-Württemberg, S. 28).Nach dieser Gesetzesvorschrift steht es der Gemeinde -- im Unterschied zu § 10 Abs. 1 KAG 1978 -- völlig frei, ob und ggf. in welcher Höhe sie Herstellungskosten ausschließlich über das Benutzungsgebührenaufkommen finanziert (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 14.12.1989 -- 2 S 2905/87 --).
- VG Karlsruhe, 13.09.2017 - 2 K 1878/16
Erledigung des Vorausleistungsbescheids durch endgültigen Beitragsbescheid
Der Eintritt dieser fortgesetzten Gütergemeinschaft wurde allerdings erst am 09.11.2016 ins Grundbuch eingetragen (vgl. insoweit zum berechtigten Vertrauen der Gemeinde auf den öffentlichen Glauben des Grundbuchs VGH Baden-Württemberg, Urt. v. 14.12.1989 - 2 S 2905/87 -, VBlBW 1990, 307). - VGH Baden-Württemberg, 19.07.1990 - 2 S 412/90
Konkretisierung des Beitragsschuldverhältnisses durch Beitragsbescheid - …
Dieser Grundsatz gilt uneingeschränkt in den Fällen, in denen nach der Übergangsvorschrift des Art. 5 Abs. 4 des KAG-Änderungsgesetzes vom 25.4.1978 (GBl. S. 224) § 10 Abs. 1 KAG in seiner ursprünglichen Fassung -- KAG 1964 -- anzuwenden ist (vgl. dazu VGH Bad.-Württ., Urteil vom 14.12.1989 -- 2 S 2905/87 --), und -- mit hier nicht weiter interessierenden Einschränkungen -- auch unter der Geltung des § 10 KAG i.d.F. des Änderungsgesetzes vom 25.4.1978 -- KAG 1978 -- (…vgl. Driehaus, KAG, § 8 Rdnr. 678). - VGH Baden-Württemberg, 14.12.1995 - 5 S 2393/94
Zur Bestimmtheit einer Sondernutzungsgebührensatzung hinsichtlich des Begriffs …
Die von der Klägerin angezogene und von ihr für entsprechend anwendbar betrachtete Rechtsprechung, wonach die Heilung eines rechtswidrigen Beitragsbescheids durch Erlaß einer Satzung unter anderem dann ausgeschlossen ist, wenn zwischen der Zustellung des rechtswidrigen Beitragsbescheids und dem Inkrafttreten der Satzung ein Wechsel im Eigentum an dem veranlagten Grundstück stattgefunden hat (VGH Baden-Württemberg, Urt. v. 14.12.1989 - 2 S 2905/87 - VBlBW 1990, 307;… Urt. v. 09.04.1992 - 2 S 1958/90 -), ist hier schon deshalb nicht einschlägig, weil die Satzung der Beklagten vom 06.07.1994 rückwirkend Geltung entfaltet, was in den von der zitierten Rechtsprechung behandelten Fällen nicht zutraf.
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