Rechtsprechung
| VGH Baden-Württemberg, 12.01.1995 - 2 S 505/93 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- openjur.de
Fremdenverkehrsabgabe: zum mittelbaren Vorteil
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- VG Karlsruhe, 12.11.1992 - 5 K 3174/90
- VGH Baden-Württemberg, 12.01.1995 - 2 S 505/93
Wird zitiert von ... (9) Zitiert selbst (2)
- VGH Baden-Württemberg, 17.03.1994 - 2 S 641/93
Heranziehung eines Bauunternehmers zu einer Fremdenverkehrsabgabe - mittelbarer …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 12.01.1995 - 2 S 505/93
Denn der Kläger unterhält keine unmittelbaren Rechtsbeziehungen zu Fremden, schließt namentlich mit diesen keine entgeltlichen Rechtsgeschäfte ab (vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 8.4.1976 - V 283/75 - Urteil vom 17.3.1994 - 2 S 641/93 -, BWGZ 1994, 397; vgl. auch OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 10.7.1978, KStZ 79, 110).Er bedarf dazuhin mit Blick auf den Charakter der Fremdenverkehrsabgabe als eines Beitrags (BVerfG, Beschluß vom 26.5.1976, NJW 1976, 1837) der Abgrenzung gegenüber den Vorteilen, die sich daraus ergeben, daß mit dem Fremdenverkehr eine allgemeine Hebung der Wirtschaftskraft einer Gemeinde und damit eine allgemein bessere Verdienstmöglichkeit des einzelnen verbunden ist (vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 24.6.1987, BaWüVPr. 1988, 36, 37 = ZKF 1988, 92 m.w.N.; Urteil des Senats vom 17.3.1994, aaO; vgl. auch Bay. VGH, Urteil vom 6.3.1989, KStZ 1989, 238, 239 für das bayer. KAG).
Für den mittelbaren besonderen Vorteil wird deshalb in der Rechtsprechung gefordert, daß ein "konkreter" (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 17.3.1994, aaO) bzw. ein "direkter" (Bayer. VGH…, Urteil vom 24.4.1985, aaO) Zusammenhang zwischen der erhöhten Verdienstmöglichkeit und dem Fremdenverkehr besteht.
Zwischen dem mittelbaren besonderen Vorteil und dem Fremdenverkehr muß ein typischer und offensichtlicher Zusammenhang bestehen (vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 8.4.1976 - V 283/75 - Urteil vom 17.3.1994, aaO;… OVG Rheinland-Pfalz, aaO; Bayer. VGH, Urteil vom 24.4.1985, KStZ 1986, 38).
In diesem Sinne hat der Senat einen mittelbaren Vorteil für den Fall bejaht, daß ein Bauunternehmer an der Erstellung eines Parkhauses in einer Fremdenverkehrsgemeinde beteiligt war (Urteil vom 17.3.1994, aaO).
Maßgebend hierfür sind die konkreten Umstände des Einzelfalls (s. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 17.3.1994, aaO).
- BVerfG, 26.05.1976 - 2 BvR 995/75
Verfassungsrechtliche Unbedenklichkeit einer Fremdenverkehrsabgabe
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 12.01.1995 - 2 S 505/93
Er bedarf dazuhin mit Blick auf den Charakter der Fremdenverkehrsabgabe als eines Beitrags (BVerfG, Beschluß vom 26.5.1976, NJW 1976, 1837) der Abgrenzung gegenüber den Vorteilen, die sich daraus ergeben, daß mit dem Fremdenverkehr eine allgemeine Hebung der Wirtschaftskraft einer Gemeinde und damit eine allgemein bessere Verdienstmöglichkeit des einzelnen verbunden ist (vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 24.6.1987, BaWüVPr. 1988, 36, 37 = ZKF 1988, 92 m.w.N.;… Urteil des Senats vom 17.3.1994, aaO; vgl. auch Bay. VGH, Urteil vom 6.3.1989, KStZ 1989, 238, 239 für das bayer. KAG).
- VG Oldenburg, 07.10.2008 - 2 A 3435/05
Fehlende konkrete Vollständigkeit bei Fremdenverkehrsbeitragssatzung
Damit folgt das erkennende Gericht im Ergebnis nicht der Auffassung der Beklagten, wonach die Grundsätze des VGH Baden-Württemberg (Urteil von dem 12. Januar 1995 - 2 S 505/93 -, juris , Rn. 23 mit Veröffentlichungshinweis auf BWGZ 1995, 215 f.) der Bejahung einer mittelbaren Bevorteilung der in Rede stehenden Personengruppe entgegenstünden.Es mag zwar sein, dass z.B. bei einer Vermietung von Räumlichkeiten zum Betreiben eines Supermarktes (vgl. hierzu VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 12. Januar 1995, a.a.O.) oder einer Bankfiliale (vgl. BayVGH, Beschluss vom 14. Oktober 2002 - 4 ZB 02.583 -, juris, mit Veröffentlichungshinweis auf BayVBl. 2003, 727) der nach Auffassung der Beklagten erforderliche konkrete Zusammenhang zwischen den erhöhten Verdienst- und Gewinnmöglichkeiten und dem Fremdenverkehr fehlt.
Sie weist anders als die Vermietung einer Ladenfläche für den Supermarkt, die nach der Auffassung des VGH Baden-Württemberg kein Geschäft "im Rahmen der für den Fremdenverkehr notwendigen Bedarfsdeckung" darstellt und daher insoweit dem Vermieter durch den Fremdenverkehr keinen mittelbaren Vorteil erwachsen lässt (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 12. Januar 1995, a.a.O.), einen typischen Zusammenhang mit dem Fremdenverkehr auf.
Denn die Leistung an den Endverbraucher bzw. Urlauber besteht gerade auch in der Zurverfügungstellung von Räumen (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 12. Januar 1995, a.a.O.).
- OVG Niedersachsen, 22.11.2010 - 9 LC 393/08
Fremdenverkehrsbeitragspflicht von Vermietern und Verpächtern beim Überlassen von …
Nach der allgemeinen Lebenserfahrung begründet bereits eine solche Verbindung erhöhte Gewinn- und Verdienstmöglichkeiten (in diesem Sinne auch OVGSH, Urteil vom 24.9.2008 - 2 LB 16/08 - NVwZ-RR 2009, 397, juris; wohl auch BayVGH, Urteil vom 5.12.2006 - 4 B 05.3119 - juris; BayVGH, Beschluss vom 12.6.2002 - 4 CS 02.1220 - juris; BayVGH, Urteil vom 18.3.1998 - 4 B 95.3470 - ZKF 1998, 135, juris; a. A. wohl VGHBW, Urteil vom 12.1.1995 - 2 S 505/93 - juris). - VGH Baden-Württemberg, 25.08.2003 - 2 S 2192/02
GbR als Beitragsschuldner für Fremdenverkehrsbeitrag
Zur Abgrenzung von Vorteilen, die lediglich aus einer durch den Fremdenverkehr bedingten allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung erwachsen, muss der mittelbare Vorteil durch einen typischen und offensichtlichen Zusammenhang mit dem Fremdenverkehr geprägt sein (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 12.1.1995 - 2 S 505/93 -, BWGZ 1995, 215;… Urteil vom 24.6.1987, aaO).
- OVG Schleswig-Holstein, 24.09.2008 - 2 LB 16/08
Aufwendungen; Fremdenverkehrsabgabe; Fremdleistungskosten; Gewinnstufe; Maßstab; …
Der engeren Ansicht des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württemberg (Urt. v. 12.01.1995 - 2 S 505/93 -, VGHBW-Ls 1995, Beilage 4, B5 = BWGZ 1995, 215) folgt der Senat nicht.Sie steht bereits im Widerspruch zu anderen - dort (Urt. v. 12.01.1995 - 2 S 505/93 -, a.a.O.), zitierten - Entscheidungen des Verwaltungsgerichtshofes Baden-Württemberg.
- VG Freiburg, 28.08.2002 - 1 K 675/00
Heranziehung einer anwaltlichen Sozietät zur Fremdenverkehrsabgabe
Nur mittelbare, allerdings ebenfalls beitragsrelevante Vorteile erwachsen den Personen, die mit den Nutznießern unmittelbarer Vorteile im Rahmen der für den Fremdenverkehr oder Kurbetrieb notwendigen Bedarfsdeckung entgeltliche Geschäfte abschließen (VGH Bad.-Württ., Urt. v. 30.11.1990 - 14 S 797/89 - Urt. v. 12.01.1995 - 2 S 505/93 - Bayr. VGH, Urt. v. 17.07.1992, KStZ 1992, 237).In diesen Fällen besteht auch der von der Rechtsprechung für den mittelbaren besonderen Vorteil gleichwohl verlangte konkrete bzw. direkte Zusammenhang zwischen der erhöhten Verdienstmöglichkeit und dem Fremdenverkehr/Kurbetrieb (vgl. etwa VGH Bad.-Württ., Urt. v. 12.01.1995, a.a.O.).
- VG Arnsberg, 17.12.2014 - 13 K 2771/13
Erhebung von Fremdenverkehrsbeitrag ggü. Steuerberater in Kurort rechtmäßig
Rn. 30 Vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteile vom 25. August 2003 - 2 S 2192/02 -, NVwZ 2003, 1403; und vom 12. Januar 1995 - 2 S 505/93 -, S. 7 des Urteilsabdrucks; OVG Lüneburg, Urteile vom 17. März 1997 - 9 K 1912/95 -, NVwZ-RR 1998, 452, 453; und vom 3. April 1988 - 3 OVG A 249/85 -, KStZ 1989, 16, 17; OVG Schleswig, Urteil vom 23. August 2000- 2 L 226/98 -, Zeitschrift für öffentliches Recht in Norddeutschland (NordÖR) 2001, 221 ff.; sowie Beschluss vom 29. Juli 1997 - 2 M 8/97 - juris; OVG Sachsen, Urteil vom 29. Januar 2003- 5 D 11/01 -, Sächsische Verwaltungsblätter (SächsVBl.) 2003, 133 ff.; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 22. September 1998 - 6 A 10679/98 -, NVwZ-RR 1999, 268 f. - VG Arnsberg, 07.09.2009 - 13 K 2166/08
Erhebung eines Fremdenverkehrsbeitrages gegenüber einem in einem anerkannten …
Rn. 30 Vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteile vom 25. August 2003 - 2 S 2192/02 -, NVwZ 2003, 1403; und vom 12. Januar 1995 - 2 S 505/93 -, S. 7 des Urteilsabdrucks; OVG Lüneburg, Urteile vom 17. März 1997 - 9 K 1912/95 -, NVwZ-RR 1998, 452, 453; und vom 3. April 1988 - 3 OVG A 249/85 -, KStZ 1989, 16, 17; OVG Schleswig, Urteil vom 23. August 2000 - 2 L 226/98 -, Zeitschrift für öffentliches Recht in Norddeutschland (NordÖR) 2001, 221 ff.; sowie Beschluss vom 29. Juli 1997 - 2 M 8/97 - JURIS; OVG Sachsen, Urteil vom 29. Januar 2003 - 5 D 11/01 -, Sächsische Verwaltungsblätter (SächsVBl.) 2003, 133 ff.; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 22. September 1998 - 6 A 10679/98 -, NVwZ-RR 1999, 268 f. - VGH Baden-Württemberg, 10.08.1998 - 2 S 2753/97
Fremdenverkehrsbeitragspflichtigkeit von Fachärzten
Nur insoweit wird von der Rechtsprechung zur Eingrenzung des Kreises der Abgabepflichtigen gefordert, daß das Rechtsgeschäft durch den Fremdenverkehr geprägt ist, daß die fremdenverkehrsbedingten Vorteile, die dem unmittelbar Bevorteilten zugute kommen, auch auf den mittelbar Bevorteilten durchschlagen (VGH Bad.-Württ., Urteil vom 12.1.1995 - 2 S 505/93 -, BWGZ 1995, 215; vgl. auch das Urteil des Senats vom 17.3.1994 - 2 S 641/93 -, BWGZ 1995, 397, wo ebenfalls für den lediglich mittelbaren Vorteil ein konkreter, offenkundiger, typischer Zusammenhang gefordert wird). - VG Arnsberg, 15.12.2006 - 13 K 2577/05 Rn. 36 Vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteile vom 25. August 2003 - 2 S 2192/02 -, NVwZ 2003, 1403, und vom 12. Januar 1995 - 2 S 505/93 -, S. 7 des Urteilsabdrucks; OVG Lüneburg, Urteile vom 17. März 1997 - 9 K 1912/95 -, NVwZ-RR 1998, 452, 453, und vom 3. April 1988 - 3 OVG A 249/85 -, KStZ 1989, 16, 17; OVG Schleswig, Urteil vom 23. August 2000 - 2 L 226/98 -, NordÖR 2001, 221 ff., sowie Beschluss vom 29. Juli 1997 - 2 M 8/97 - (Juris); Sächsisches OVG, Urteil vom 29. Januar 2003 - 5 D 11/01 -, DÖV 2004, 716 (Ls.); OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 22. September 1998 - 6 A 10679/98 -, NVwZ-RR 1999, 268 f.
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