Rechtsprechung
| AG Oldenburg/Holstein, 22.04.2008 - 22 C 930/07 |
Volltextveröffentlichung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Wird zitiert von ...
- AG Brandenburg, 24.06.2009 - 34 C 106/08
Arbeit & Soziales - Unverhältnismäßige Gasversorgungsunterbrechung - Hartz IV
Es ist in der Regel auch nicht die Aufgabe der Energieversorgungsunternehmen, bedürftige Kunden notfalls kostenlos mit Energie zu versorgen; die Unterstützung Bedürftiger ist nämlich letztlich Sache der Sozialverwaltung (Landessozialgericht Baden-Württemberg, Beschluss vom 11.06.2008, Az.: L 7 AS 2309/08 ER-B, in: "juris"; Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 11.12.2007, Az.: L 28 B 2169/07 AS ER, in: ZFSH/SGB 2008, Seiten 96 f. und in "juris"; LG Aachen, RdE 1989, Seiten 75 ff. = GWF/Recht und Steuern 1988, Seiten 35 ff.; LG Hildesheim, RdE 2009, Seiten 153 f.; AG Oldenburg/Holstein, Urteil vom 22.04.2008, Az.: 22 C 930/07, in: "juris"; AG Erkelenz, GE 2006, Seiten 1557 f.; AG Wuppertal, Urteil vom 01.12.2005, Az.: 30 C 458/05, in: GWF 2006, Seite 20 und in "juris").Auch das Sozialstaatsprinzip gebietet keine andere Auslegung bzw. Anwendung des einfachen Rechts (BVerfG, NJW 1982, Seiten 1511 f.; LG Hildesheim, RdE 2009, Seiten 153 f.; AG Oldenburg/Holstein, Urteil vom 22.04.2008, Az.: 22 C 930/07, in: "juris"; Dr. jur. H.-H. Gotzen, ZfS 2007, Heft 11, Seiten 248 ff.).
Hieraus folgt aber dann zumindest auch, dass der Aspekt einer hinreichenden Aussicht auf Tilgung der Rückstände im Rahmen der ersten Alternative des § 19 Abs. 1 Satz 2 GasGVV allenfalls einen von zwei im Rahmen der Gesamtgüterabwägung zu berücksichtigenden Umstand darstellt (AG Oldenburg [Holstein], Urteil vom 22.04.2008, Az.: 22 C 930/07, in: "juris").
Darüber hinaus kann hier auch nicht unberücksichtigt bleiben, dass die Klägerin hier wohl ggf. auch verpflichtet gewesen wäre, eine etwaige Unzumutbarkeit der Unterbrechung auch ohne konkrete Darlegungen durch die Beklagte evtl. mit zu prüfen (vgl. BR-Drs. 306/06, Seite 39; AG Oldenburg [Holstein], Urteil vom 22.04.2008, Az.: 22 C 930/07, in: "juris"; Dr. jur. H.-H. Gotzen, ZfF 2007, Heft 11, Seiten 248 ff.).
Die Aufrechterhaltung der Grundversorgung ist aber wohl dann zwingend erforderlich, wenn das Wohl und die Entwicklung von Kindern ansonsten gefährdet werden würde (AG Oldenburg [Holstein], Urteil vom 22.04.2008, Az.: 22 C 930/07, in: "juris").
Die Grundrechte der Beklagten sowie ihrer 3 Kinder kommen hier nämlich zumindest mittelbar bei der Auslegung und Anwendung des einfachrechtlichen Begriffs der Verhältnismäßigkeit der Versorgungsunterbrechung zur Anwendung (AG Oldenburg [Holstein], Urteil vom 22.04.2008, Az.: 22 C 930/07, in: "juris").
Unter Berücksichtigung dessen ist vorliegend gemäß § 3 ZPO der Wert der zukünftigen Leistungen zugrunde zu legen (ebenso: OLG Schleswig, OLG-Report 2009, Seiten 234 f.; OLG Köln, ZMR 2006, Seiten 208 f.; OLG Braunschweig, NJW-RR 2006, Seite 1584; LG Hamburg, ZMR 2004, Seite 586; LG Itzehoe, ZMR 2008, Seite 799; AG Hamburg-Bergedorf, ZMR 2004, Seiten 273 f.; AG Neuruppin, WuM 2005, 596 f.; AG Oldenburg, Urteil vom 22.04.2008, Az.: 22 C 930/07, in: "juris"; AG Merseburg, Urteil vom 23.05.2008, Az.: 6 C 128/08, in: "juris"; LG Potsdam Beschlüsse vom 17.10.2005, Az.: 7 T 168/05 und vom 07.11.2005, Az.: 7 T 206/05; LG Göttingen, Entscheidung vom 16.10.2002, Az.: 4 T 15/02).
Welcher Zeitraum zwischen der Entstehung des Anspruchs und der Erlangung einer vollstreckbaren Entscheidung bei der Bemessung zugrunde zu legen ist, wird unterschiedlich beurteilt: Während teilweise davon ausgegangen wird, dass ein Jahresbetrag der Vorauszahlungen angemessen sei (LG Itzehoe, ZMR 2008, Seite 799; OLG Köln, ZMR 2006, Seite 208, AG Neuruppin, WuM 2005, Seite 596; LG Hamburg, ZMR 2004, Seite 586; LG Potsdam Beschlüsse vom 17.10.2005, Az.: 7 T 168/05 und vom 07.11.2005, Az.: 7 T 206/05), gehen andere Gerichte davon aus, dass binnen 6 Monaten mit einem erstinstanzlichen Urteil gerechnet werden kann (OLG Braunschweig, NJW-RR 2006, Seite 1584; OLG Schleswig, OLG-Report 2009, Seiten 234 f.; AG Oldenburg/Holstein, Urteil vom 22.04.2008, Az. 22 C 930/07, in.
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