Rechtsprechung
| OVG Rheinland-Pfalz, 19.12.2018 - 6 C 10041/18.OVG |
Volltextveröffentlichungen (4)
- openjur.de
- Justiz Rheinland-Pfalz
§ 12 Abs 1 S 1 KAG RP 1996, § 12 Abs 1 S 2 KAG RP 1996
Eine Satzung über die Erhebung eines Tourismusbeitrags ist insgesamt nichtig, wenn ein Vorteilssatz für eine bestimmte Betriebsart (hier: Parkraumbewirtschaftung) als spezielles Element des Beitragsmaßstabs gegen das Willkürverbot verstößt. - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Unwirksamkeit einer Tourismusbeitragssatzung; Unvollständigkeit des geregelten Beitragsmaßstabs; Verletzung des Willkürverbots durch die Höhe des Vorteilssatzes für eine Betriebsart
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (31)
- OVG Rheinland-Pfalz, 27.09.2018 - 6 C 10515/18
Aufwand; Aufwandsüberschreitungsverbot; Aufwendungen; Beitrag; …
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 19.12.2018 - 6 C 10041/18
Rn. 90 Eine solche Kalkulation muss dem Stadtrat nicht bereits im Zeitpunkt des Satzungsbeschlusses vorliegen; sie ist kein verfahrensrechtlicher Selbstzweck (st. Rspr., vgl. entspr. zu Gästebeiträgen OVG RP, Urteil vom 27. September 2018 - 6 C 10515/18.OVG -, Umdruck S. 5 sowie zur Festsetzung einmaliger Beiträge für die Abwasserbeseitigung OVG RP…, Urteil vom 23. August 2010 - 6 A 10558/10 -, juris Rn. 28 ;… Urteil vom 30. Oktober 1997 - 12 A 11984/96.OVG -, juris Rn. 30 = AS 26, 383; zu Abfallgebühren vgl. Urteil vom 10. November 1992 - 6 A 12117/90.OVG -, AS 24, 58).Das aus dieser Verknüpfung des Tourismusbeitrags mit seinen Verwendungszwecken folgende Aufwandsüberschreitungsverbot verpflichtet dazu, den Beitragssatz so zu bemessen, dass das in einem bestimmten Rechnungszeitraum zu erwartende Aufkommen die in diesem Zeitraum zu erwartenden Kosten der betreffenden öffentlichen Einrichtungen und Veranstaltungen in ihrer Gesamtheit nicht übersteigt (vgl. entsprechend zu Gästebeiträgen nach § 12 Abs. 2 KAG OVG RP, Urteil vom 27. September 2018 - 6 C 10515/18.OVG -, Umdruck S. 6).
Eine Einrichtung oder Veranstaltung muss dabei nicht überwiegend touristischen Zwecken dienen, es genügt vielmehr - wie aus der Gesetzesformulierung "ganz oder teilweise" hervorgeht - dass sie auch nur anteilig touristischen Zwecken dient (vgl. OVG RP, Urteil vom 27. September 2018 - 6 C 10515/18.OVG -, Umdruck S. 7).
Rn. 95 Bei der Festlegung der Kommunalanteile hat die Antragsgegnerin einen Spielraum, dessen Wahrung insbesondere daraufhin kontrolliert werden kann, dass sie auf einer greifbaren Fehleinschätzung beruht, nicht die relevanten tatsächlichen Umstände berücksichtigt oder in sich widersprüchlich ist (vgl. OVG RP, Urteil vom 27. September 2018 - 6 C 10515/18.OVG -, Umdruck S. 7 m.w.N.).
Eine greifbare Fehleinschätzung - also ein einzelner Kalkulationsmangel - im Rahmen der gesamten Kalkulation eines Tourismusbeitrags kann zudem nur dann zur Unwirksamkeit des festgesetzten Beitragssatzes führen, wenn die Fehleinschätzung nicht nur "greifbar" falsch ist, sondern zugleich eine Größenordnung erreicht, die im Ergebnis für die Beitragsfestsetzung erheblich ist (OVG RP, Urteile vom 23. August 2010 - 6 A 10558/10.OVG -, AS 39, 326, und vom 27. September 2018 - 6 C 10515/18.OVG -, Umdruck S. 10).
- OVG Rheinland-Pfalz, 10.07.1978 - 6 A 77/76
Fremdenverkehrsbeitrag: Heranziehung von Zahnärzten, Gewerbesteuermessbetrag als …
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 19.12.2018 - 6 C 10041/18
Durch die Regelung des Beitragsmaßstabs in Gestalt der Betriebsartentabelle ist der Antragsteller als Beitragspflichtiger beschwert (vgl. insoweit zum Grundsatz der konkreten Vollständigkeit des Beitragsmaßstabs OVG RP, Urteile vom 10. Juli 1978 - 6 A 77/76 -, AS 15, 117; OVG RP, und vom 29. März 2000 - 6 A 10087/00.OVG -, ESOVG, Umdruck S. 5, sowie vom 29. März 2000 - 6 A 10086/00.OVG -, n.V., Umdruck S. 8), so dass die Antragsfrist mit der erneuten Bekanntmachung nochmals zu laufen begann (vgl. BVerwG…, Urteil vom 18. August 2015 - 4 CN 10.14 -, ZfBR 2015, 780 [781], Rn. 8).Dabei kann auf typische Durchschnittsfälle abgestellt werden, wenn damit ein einigermaßen sicherer Schluss auf den Umfang der jeweiligen Vorteile verbunden ist (vgl. OVG RP, Beschluss vom 5. August 2011 - 6 A 10497/11.OVG -, Umdruck S. 3 sowie Urteile vom 5. November 2002 - 6 C 11072/02 -, ESOVG, und vom 8. September 1998 - 6 A 10808/98.OVG -, Umdruck S. 6, vom 12. November 1986 - 10 C 51/85 -, AS 21, 87, und vom 10. Juli 1978 - 6 A 77/76 -, Umdruck S. 9; aus der Rspr. anderer Obergerichte vgl. z.B. BayVGH…, Beschluss vom 2. März 2018 - 4 ZB 17.689 -, juris Rn. 7 ff. m.w.N.; VGH BW…, Urteil vom 6. November 2008 - 2 S 669/07 -, juris Rn. 41 ff. m.w.N.).
Vielmehr kann der Stadtrat als Satzungsgeber ein großzügiges Ermessen bei der Schätzung der Vorteile aus dem Fremdenverkehr bzw. dem Tourismus walten lassen; insbesondere braucht er nicht jeder Unterschiedlichkeit in der wirtschaftlichen Auswirkung des Fremdenverkehrs auf den einzelnen Begünstigten durch einen entsprechend differenzierenden Maßstab Rechnung zu tragen (vgl. bereits OVG RP, Urteil vom 10. Juli 1978 - 6 A 77/76 -, Umdruck S. 12).
Denn schon dann, wenn sich der Maßstab im Hinblick auf andere, von der Geltung der Satzung erfasste Beitragsfälle als ungültig erweist, führt dies zur Unwirksamkeit der Regelung insgesamt (OVG RP, Urteile vom 10. Juli 1978 - 6 A 77/76 -, AS 15, 117 [119] m.w.N., und vom 29. März 2000 - 6 A 10087/00.OVG -, ESOVG, Umdruck S. 5).
Ein Beitragsmaßstab muss nämlich vollständig sein, d.h. für alle in Betracht kommenden Beitragsfälle eine rechtlich einwandfreie Regelung treffen (Grundsatz der konkreten Vollständigkeit des Beitragsmaßstabs, vgl. OVG RP, Urteile vom 10. Juli 1978 - 6 A 77/76 -, AS 15, 117; OVG RP, und vom 29. März 2000 - 6 A 10087/00.OVG -, ESOVG, Umdruck S. 5, sowie vom 29. März 2000 - 6 A 10086/00.OVG -, n.V., Umdruck S. 8; s. auch OVG Berlin-Brandenburg…, Beschluss vom 24. Februar 2015 - OVG 9 S 24.14 -, juris Rn. 13; Thüringer OVG…, Beschluss vom 4. Juli 2013 - 4 ZKO 49/13 -, juris Rn. 9).
- OVG Rheinland-Pfalz, 29.03.2000 - 6 A 10086/00
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 19.12.2018 - 6 C 10041/18
Durch die Regelung des Beitragsmaßstabs in Gestalt der Betriebsartentabelle ist der Antragsteller als Beitragspflichtiger beschwert (vgl. insoweit zum Grundsatz der konkreten Vollständigkeit des Beitragsmaßstabs OVG RP, Urteile vom 10. Juli 1978 - 6 A 77/76 -, AS 15, 117; OVG RP, und vom 29. März 2000 - 6 A 10087/00.OVG -, ESOVG, Umdruck S. 5, sowie vom 29. März 2000 - 6 A 10086/00.OVG -, n.V., Umdruck S. 8), so dass die Antragsfrist mit der erneuten Bekanntmachung nochmals zu laufen begann (vgl. BVerwG…, Urteil vom 18. August 2015 - 4 CN 10.14 -, ZfBR 2015, 780 [781], Rn. 8).Dabei gilt zum einen, dass nur solche Personen oder Betriebe in einer Beitragsgruppe mit einheitlichen Bemessungskriterien zusammengefasst werden dürfen, die in annähernd gleichem Maße Gewinn- und Verdienstmöglichkeiten aus dem Fremdenverkehr erlangen, und zum anderen, dass der Beitragsmaßstab so ausgestaltet sein muss, dass die Belastung auch im Verhältnis der Gruppen untereinander den jeweils unterschiedlichen Vorteilen in etwa gerecht wird (OVG RP, Urteil vom 29. März 2000 - 6 A 10086/00.OVG -, Umdruck S. 8 f.).
Ein Beitragsmaßstab muss nämlich vollständig sein, d.h. für alle in Betracht kommenden Beitragsfälle eine rechtlich einwandfreie Regelung treffen (Grundsatz der konkreten Vollständigkeit des Beitragsmaßstabs, vgl. OVG RP, Urteile vom 10. Juli 1978 - 6 A 77/76 -, AS 15, 117; OVG RP, und vom 29. März 2000 - 6 A 10087/00.OVG -, ESOVG, Umdruck S. 5, sowie vom 29. März 2000 - 6 A 10086/00.OVG -, n.V., Umdruck S. 8; s. auch OVG Berlin-Brandenburg…, Beschluss vom 24. Februar 2015 - OVG 9 S 24.14 -, juris Rn. 13; Thüringer OVG…, Beschluss vom 4. Juli 2013 - 4 ZKO 49/13 -, juris Rn. 9).
Vielmehr können auch solche Unternehmen und Personen beitragspflichtig sein, die - wie etwa Rechtsanwälte (vgl. insoweit zur alten Rspr. OVG RP, Urteil vom 15. Februar 1971 - 6 A 18/70 -, AS 12, 41, Umdruck S. 8 f.; OVG RP, Urteil vom 29. März 2000 - 6 A 10086/00.OVG -, Umdruck S. 11;… Elmenhorst, in: Praxis der Kommunalverwaltung, Loseblatt, § 12 KAG Rn. 87) - lediglich Dienstleistungen anbieten, die dem Betriebsablauf der unmittelbar bevorteilten Unternehmen dienen.
- OVG Rheinland-Pfalz, 12.01.2012 - 6 A 10971/11
Ausbaubeitrag; nachträgliche Änderung des Straßenbauprogramms; Ermittlung des …
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 19.12.2018 - 6 C 10041/18
Dabei genügt es für die Festsetzung der kommunalen Eigenanteile durch den Gemeinde- bzw. Stadtrat, wenn der Satzungsbeschluss beispielsweise auf der Grundlage von Vorüberlegungen der Verwaltung ergeht (vgl. entspr. OVG RP, Urteil vom 12. Januar 2012 - 6 A 10971/11 -, juris Rn. 22 = AS 41, 1, betreffend die Entscheidung des Gemeinderats über den Gemeindeanteil bei Einmalbeiträgen für den Straßenausbau).Die Festlegung der Eigenanteile bedarf dabei grundsätzlich keiner gesonderten Begründung (vgl. OVG RP, Urteil vom 12. Januar 2012 - 6 A 10971/11 -, juris Rn. 22 ).
- OVG Rheinland-Pfalz, 23.08.2010 - 6 A 10558/10
Beitragssatzfestsetzung erfordert keine korrekte Beitragssatzkalkulation; …
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 19.12.2018 - 6 C 10041/18
Rn. 90 Eine solche Kalkulation muss dem Stadtrat nicht bereits im Zeitpunkt des Satzungsbeschlusses vorliegen; sie ist kein verfahrensrechtlicher Selbstzweck (st. Rspr., vgl. entspr. zu Gästebeiträgen OVG RP, Urteil vom 27. September 2018 - 6 C 10515/18.OVG -, Umdruck S. 5 sowie zur Festsetzung einmaliger Beiträge für die Abwasserbeseitigung OVG RP, Urteil vom 23. August 2010 - 6 A 10558/10 -, juris Rn. 28 ;… Urteil vom 30. Oktober 1997 - 12 A 11984/96.OVG -, juris Rn. 30 = AS 26, 383; zu Abfallgebühren vgl. Urteil vom 10. November 1992 - 6 A 12117/90.OVG -, AS 24, 58).Eine greifbare Fehleinschätzung - also ein einzelner Kalkulationsmangel - im Rahmen der gesamten Kalkulation eines Tourismusbeitrags kann zudem nur dann zur Unwirksamkeit des festgesetzten Beitragssatzes führen, wenn die Fehleinschätzung nicht nur "greifbar" falsch ist, sondern zugleich eine Größenordnung erreicht, die im Ergebnis für die Beitragsfestsetzung erheblich ist (OVG RP, Urteile vom 23. August 2010 - 6 A 10558/10.OVG -, AS 39, 326, und vom 27. September 2018 - 6 C 10515/18.OVG -, Umdruck S. 10).
- OVG Rheinland-Pfalz, 30.10.1997 - 12 A 11984/96
Beitragssatzkalkulation; Beitragssatz; Beitragssatzsatzung; …
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 19.12.2018 - 6 C 10041/18
Rn. 90 Eine solche Kalkulation muss dem Stadtrat nicht bereits im Zeitpunkt des Satzungsbeschlusses vorliegen; sie ist kein verfahrensrechtlicher Selbstzweck (st. Rspr., vgl. entspr. zu Gästebeiträgen OVG RP, Urteil vom 27. September 2018 - 6 C 10515/18.OVG -, Umdruck S. 5 sowie zur Festsetzung einmaliger Beiträge für die Abwasserbeseitigung OVG RP…, Urteil vom 23. August 2010 - 6 A 10558/10 -, juris Rn. 28 ; Urteil vom 30. Oktober 1997 - 12 A 11984/96.OVG -, juris Rn. 30 = AS 26, 383; zu Abfallgebühren vgl. Urteil vom 10. November 1992 - 6 A 12117/90.OVG -, AS 24, 58).Sie kann dann einschließlich der festzulegenden kommunalen Eigenanteile noch im gerichtlichen Verfahren nachgeschoben werden (vgl. OVG RP, Urteil vom 27. September 2018 - 6 C 10513/17.OVG -, Umdruck S. 5 m.w.N., dahingehend auch bereits Urteil vom 30. Oktober 1997 - 12 A 11984/96 -, Leitsatz 1, juris = AS 26, 383).
- OVG Thüringen, 04.07.2013 - 4 ZKO 49/13
Fremdenverkehrsbeitragssatzung; Maßstabsregelung; Bestimmtheit; Gruppenzuordnung
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 19.12.2018 - 6 C 10041/18
Ein Beitragsmaßstab muss nämlich vollständig sein, d.h. für alle in Betracht kommenden Beitragsfälle eine rechtlich einwandfreie Regelung treffen (Grundsatz der konkreten Vollständigkeit des Beitragsmaßstabs, vgl. OVG RP, Urteile vom 10. Juli 1978 - 6 A 77/76 -, AS 15, 117; OVG RP, und vom 29. März 2000 - 6 A 10087/00.OVG -, ESOVG, Umdruck S. 5, sowie vom 29. März 2000 - 6 A 10086/00.OVG -, n.V., Umdruck S. 8; s. auch OVG Berlin-Brandenburg…, Beschluss vom 24. Februar 2015 - OVG 9 S 24.14 -, juris Rn. 13; Thüringer OVG, Beschluss vom 4. Juli 2013 - 4 ZKO 49/13 -, juris Rn. 9).Der Vorteilssatz ist insofern eine wesentliche Maßstabskomponente, die für das Verhältnis der Beitragspflichtigen untereinander von Bedeutung ist (Thüringer OVG, Beschluss vom 04. Juli 2013 - 4 ZKO 49/13 -, juris Rn. 9; Niedersächsisches OVG…, Urteil vom 13. November 1990 - 9 K 11/89 -, NVwZ-RR 1992, 40-45 = juris Rn. 46).
- BVerwG, 18.08.2015 - 4 CN 10.14
Normenkontrolle; Antragsfrist; Bekanntmachung; Ausfertigungsmangel; ergänzendes …
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 19.12.2018 - 6 C 10041/18
Im Falle der mehrfachen Bekanntmachung beginnt diese Frist zwar nicht mit jeder Bekanntmachung von neuem (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. August 2015 - 4 CN 10.14 -, ZfBR 2015, 780 [781]).Durch die Regelung des Beitragsmaßstabs in Gestalt der Betriebsartentabelle ist der Antragsteller als Beitragspflichtiger beschwert (vgl. insoweit zum Grundsatz der konkreten Vollständigkeit des Beitragsmaßstabs OVG RP, Urteile vom 10. Juli 1978 - 6 A 77/76 -, AS 15, 117; OVG RP, und vom 29. März 2000 - 6 A 10087/00.OVG -, ESOVG, Umdruck S. 5, sowie vom 29. März 2000 - 6 A 10086/00.OVG -, n.V., Umdruck S. 8), so dass die Antragsfrist mit der erneuten Bekanntmachung nochmals zu laufen begann (vgl. BVerwG, Urteil vom 18. August 2015 - 4 CN 10.14 -, ZfBR 2015, 780 [781], Rn. 8).
- VGH Bayern, 02.03.2018 - 4 ZB 17.689
Ermittlung des Mindestbeitragssatzes des Fremdenverkehrbeitrags
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 19.12.2018 - 6 C 10041/18
Dabei kann auf typische Durchschnittsfälle abgestellt werden, wenn damit ein einigermaßen sicherer Schluss auf den Umfang der jeweiligen Vorteile verbunden ist (vgl. OVG RP, Beschluss vom 5. August 2011 - 6 A 10497/11.OVG -, Umdruck S. 3 sowie Urteile vom 5. November 2002 - 6 C 11072/02 -, ESOVG, und vom 8. September 1998 - 6 A 10808/98.OVG -, Umdruck S. 6, vom 12. November 1986 - 10 C 51/85 -, AS 21, 87, und vom 10. Juli 1978 - 6 A 77/76 -, Umdruck S. 9; aus der Rspr. anderer Obergerichte vgl. z.B. BayVGH, Beschluss vom 2. März 2018 - 4 ZB 17.689 -, juris Rn. 7 ff. m.w.N.; VGH BW…, Urteil vom 6. November 2008 - 2 S 669/07 -, juris Rn. 41 ff. m.w.N.).Die Heranziehung der (niedrigsten) Reingewinnsätze aus einer Richtsatzsammlung der Finanzverwaltung zur typisierenden Schätzung des Gewinnanteils der unterschiedlichen Betriebsarten zum Zwecke der Bemessung der Fremdenverkehrs- bzw. Tourismusbeiträge ist nach der ständigen Rechtsprechung zulässig (vgl. OVG RP, Beschluss vom 5. August 2011 - 6 A 10497/11.OVG -, Umdruck S. 4; OVG RP, Urteile vom 7. August 1998 - 6 A 12779/97.OVG, Umdruck S. 10, und vom 6. Juli 1982 - 10 C 9/82 -, Umdruck S. 7; vgl. auch aus der Rspr. anderer Obergerichte BayVGH, Beschluss vom 2. März 2018 - 4 ZB 17.689 -, juris Rn. 7 ff.).
- BVerfG, 18.07.2018 - 1 BvR 1675/16
Vorschriften zur Erhebung des Rundfunkbeitrages für die Erstwohnung und im nicht …
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 19.12.2018 - 6 C 10041/18
Rn. 87 Insbesondere wird der Tourismusbeitrag hierdurch nicht zu einer Steuer, also zu einer gleichsam "voraussetzungslosen Geldleistungspflicht", für deren Normierung nach der Kompetenzordnung des Grundgesetzes gemäß Art. 105 ff. GG der Bundesgesetzgeber zuständig wäre (vgl. allgemein zur Abgrenzung von Steuern und Beiträgen VerfGH RP…, Urteil vom 13. Mai 2014 - VGH B 35/12 -, juris, Rn. 88 ff. m.w.N. = AS 42, 258; BVerfG, Urteil vom 18. Juli 2018 - 1 BvR 1675/16 -, juris Rn. 58 ff.). - BVerfG, 09.12.2008 - 2 BvL 1/07
Pendlerpauschale
- VerfGH Rheinland-Pfalz, 13.05.2014 - VGH B 35/12
Neuregelung der Rundfunkfinanzierung verfassungsgemäß
- BVerfG, 26.05.1976 - 2 BvR 995/75
Verfassungsrechtliche Unbedenklichkeit einer Fremdenverkehrsabgabe
- VerfGH Rheinland-Pfalz, 04.05.2016 - VGH N 22/15
Ausgleich besonderer Belastungen der Kommunen durch die Stationierung …
- OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 13.11.1990 - 9 K 11/89
Gemeinde; Fremdenverkehrsbeitragssatzung; Anschaffung von Einrichtungen; …
- BVerfG, 18.08.1989 - 2 BvR 329/88
Fremdenverkehrsabgabe - Steuerberater
- OVG Berlin-Brandenburg, 24.02.2015 - 9 S 24.14
Heranziehung zum Fremdenverkehrsbeitrag
- OVG Rheinland-Pfalz, 10.11.1992 - 6 A 12117/90
Abfallgebührensatzung; Gebührensätze; Mängel der Gebührenkalkulation
- OVG Rheinland-Pfalz, 24.06.1968 - 6 A 16/68
- OVG Rheinland-Pfalz, 15.02.1971 - 6 A 18/70
Keine Fremdenverkehrsbeitragspflicht für Rechtsanwalt
- VGH Baden-Württemberg, 06.11.2008 - 2 S 669/07
Fremdenverkehrsbeitrag für Kaufhaus; Vorteilsbegriff; Bemessung nach fiktivem …
- BVerwG, 30.08.2013 - 9 BN 2.13
Normenkontrolle; Antragsbefugnis; Betroffenheit; Übernachtungssteuer; …
- OVG Rheinland-Pfalz, 19.12.2018 - 6 C 11698/17
Tourismusbeitragssatzung in Bad Kreuznach unwirksam
- OVG Niedersachsen, 01.02.2016 - 9 KN 277/14
Anforderungen an die Kalkulation eines Fremdenverkehrsbeitrags
- OVG Rheinland-Pfalz, 07.08.1998 - 6 A 12779/97
Fremdenverkehrsbeitragspflicht eines niedergelassenen Allgemeinarztes
- VG Arnsberg, 07.09.2009 - 13 K 2166/08
Erhebung eines Fremdenverkehrsbeitrages gegenüber einem in einem anerkannten …
- VG Hannover, 02.02.2016 - 1 A 9171/14
Bedarfsdeckung; Fremdenverkehr; Fremdenverkehrsbeitrag; Gewinnsatz; Mittelbarer …
- OVG Rheinland-Pfalz, 05.11.2002 - 6 C 11072/02
- OVG Rheinland-Pfalz, 06.07.1982 - 10 C 9/82
- VG Schleswig, 06.11.2003 - 14 A 415/01
- VG Schleswig, 09.11.2004 - 14 A 156/02
- VG Neustadt, 30.06.2021 - 3 K 111/21
Tourismusbeitragssatzung der Stadt Deidesheim nicht zu beanstanden
Eine mit dieser Mustersatzung fast wortgleiche kommunale TBS war bereits Gegenstand zweier Normenkontrollverfahren und wurde in ihrer Wirksamkeit - bis auf eine Diskrepanz zwischen einem Ratsbeschluss und der Ausgestaltung der dortigen TBS - bestätigt (OVG RP, Urteile vom 19.12.2018 - 6 C 10041/18.OVG und 6 C 11698/17.OVG).Dies ist jedoch unschädlich, da bei einer systematischen Zusammenschau von § 2 Abs. 1 und Abs. 2 TBS kein Personenkreis einbezogen wird, der nicht auch von § 12 Abs. 1 Satz 2 KAG umfasst ist (vgl. zum Ganzen: OVG RP, Urteile vom 19.12.2018, a.a.O.).
Rn. 40 b) § 2 Abs. 2 TBS ist auch hinsichtlich der Definition des mittelbaren Vorteils, mit höherrangigem Recht, namentlich dem Vorteilsbegriff des § 12 Abs. 1 Satz 2 KAG und mit Art. 105 GG vereinbar (vgl. OVG RP, Urteile vom 19.12.2018, a.a.O.).
Danach bestimmt sich der maßgebliche Beitragsmessbetrag aus dem Produkt von Umsatz, Vorteilssatz und Gewinnsatz (vgl. OVG RP, Urteile vom 19.12.2018, a.a.O. und vom 8.9.1998 - 6 A 10808/98.OVG; VG Neustadt, Urteil vom 14.3.2011 - 4 K 1120/10.NW ).
Rn. 42 a) Zur Bestimmung des maßgeblichen Umsatzes hat das OVG RP (Urteil vom 19.12.2018, a.a.O.) ausgeführt:.
Zur Bestimmung der Vorteilssätze hat das OVG RP in seinen Urteilen vom 19.12.2018 (a.a.O.) ausgeführt:.
Weiter ist darauf hinzuweisen, dass es gerade nicht der gerichtlichen Nachprüfung unterliegt, ob die weiteren Grundlagen hinsichtlich der Anzahl der Tagestouristen, die hier auch anhand der öffentlich zugänglichen Parkflächen geschätzt wurde, der Reisebus-Tagestouristen und der privatwirtschaftlichen Veranstaltungen vollends zutreffen (vgl. OVG RP, Urteile vom 19.12.2018, a.a.O.).
Da die Höhe des Umsatzes nur in groben Umrissen eine Aussage über den Vorteil trifft, weil je nach Betriebsart und Betriebsstruktur bei gleich hohem Umsatz unterschiedliche Gewinne erwirtschaftet werden können, bedarf es zuvörderst der gewinnbezogenen Differenzierung (vgl. zum Ganzen: vgl. OVG RP, Urteile 19.12.2018, a.a.O; Urteil vom 12.11.1986 - 10 C 51/85, zum Fremdenverkehrsbeitrag).
Hierzu führt das OVG RP in seinen Urteilen vom 19.12.2018 (a.a.O.) aus:.
Die auf der Grundlage der vorgenannten Ermittlungsquellen vorgenommene Gewinnsatzermittlung erweist sich angesichts der dem Satzungsgeber eingeräumten Typisierungs- und Pauschalierungsbefugnis als rechtlich unbedenklich (vgl. OVG RP, Urteile vom 19.12.2018, a.a.O.; OVG Lüneburg, Beschluss vom 27.5.2015 - 9 LA 268/13; VG Schleswig, Urteil vom 17.4.2015 - 1 A 70/12 -, n.v. Umdruck S. 11), insbesondere als nicht willkürlich (vgl. VG Lüneburg…, Urteil vom 29.6.2015, a.a.O.).
Soweit diese (auch) der Nutzung durch Einwohner dient, ist ein entsprechender Kommunalanteil abzuziehen (vgl. zum Ganzen: OVG RP, Urteile vom 19.12.2018, a.a.O.).
Bei der Festlegung der Kommunalanteile hat die Beklagte einen Spielraum, der nur dann überschritten ist, wenn sie auf einer greifbaren Fehleinschätzung beruht, nicht die relevanten tatsächlichen Umstände berücksichtigt oder in sich widersprüchlich ist (vgl. OVG RP, Urteile vom 20.4.2021, a.a.O., 19.12.2018, a.a.O. und 27.9.2018 - 6 C 10515/18.OVG).
Eine greifbare Fehleinschätzung im Rahmen der Gesamtkalkulation des Tourismusbeitrags, soweit es sich um einen einzelnen Kalkulationsmangel handelt, führt nur dann zur Unwirksamkeit des festgesetzten Beitragssatzes, wenn die Fehleinschätzung nicht nur "greifbar" falsch ist, sondern zugleich eine Größenordnung erreicht, die im Ergebnis für die Beitragsfestsetzung erheblich ist (vgl. OVG RP, Urteile vom 20.4.2021, a.a.O., 19.12.2018, a.a.O., 27.9.2018, a.a.O. - und 23.8.2010 - 6 A 10558/10.OVG).
Abzüglich erzielter Erträge in Höhe von 293.822 EUR sowie Einnahmen aus Gästebeitragen in Höhe von 236.643 EUR, die zwingend in Abzug zu bringen sind (vgl. OVG RP, Urteile vom 19.12.2018, a.a.O.), ergibt sich ein tourismusbeitragsfähiger Aufwand in Höhe von 571.390 EUR.
Dabei kommt es allein darauf an, ob die im konkreten Fall bestehende Leistungspflicht des Vermieters/Verpächters dazu geeignet ist, den betrieblichen Bedarf des Mieters/Pächters zu decken, um unmittelbare Vorteile aus dem Tourismus zu ziehen (vgl. OVG RP, Urteile vom 19.12.2018, a.a.O.).
- VG Koblenz, 20.06.2023 - 5 K 163/23
Erhebung des Tourismusbeitrags in Bad Ems ist rechtmäßig
Nach der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz hat die willkürliche Festsetzung eines Vorteilssatzes die Unvollständigkeit des geregelten Beitragsmaßstabs und damit die Unwirksamkeit der gesamten Beitragssatzung zur Folge (vgl. Urteil vom 19. Dezember 2018 - 6 C 10041/18.OVG -, juris, LS 1).der Regel ist es nämlich unmöglich, diesen Vorteil den wirklichen Verhältnissen entsprechend zu ermitteln; es kann deshalb auf typische Durchschnittsfälle abgestellt werden, wenn damit ein einigermaßen sicherer Schluss auf den Umfang der jeweiligen Vorteile verbunden ist (vgl. OVG RP…, Urteil vom 15. März 2022 - 6 A 10962/21.OVG -, juris, Rn. 20 f. und Urteil vom 19. Dezember 2018 - 6 C 10041/18.OVG -, juris, Rn. 52).
Dem Satzungsgeber steht dabei ein nicht unbeträchtlicher Schätzungsspielraum zu, der erst dann überschritten ist, wenn die festgelegten Vorteils- und Gewinnsätze willkürlich sind (vgl. OVG RP, Urteil vom 19. Dezember 2018 - 6 C 10041/18.OVG -, juris, Rn. 61).
bb) Nach ständiger Rechtsprechung ist außerdem nicht zu beanstanden, dass der Stadtrat der Beklagten die Beitragskalkulation erst nachträglich mit dem Beschluss über die Fünfte Satzung zur Änderung der TBS gebilligt hat (vgl. OVG RP, Urteil vom 19. Dezember 2018 - 6 C 10041/18.OVG -, juris, Rn. 90).
- OVG Rheinland-Pfalz, 15.03.2022 - 6 A 10962/21
Heranziehung eines nur mittelbar Begünstigten zum Tourismusbeitrag
Dort erfolgt die gebotene Einschränkung im Rahmen der Definition der "besondere[n] wirtschaftliche[n] Vorteile", die solche sind, die "im Rahmen selbstständiger Erwerbstätigkeit" geboten werden (vgl. OVG RP, Urteile vom 19. Dezember 2018 - 6 C 11698/17.OVG und 6 C 10041/18.OVG -, juris Rn. 72 bzw. Rn. 78). - OVG Rheinland-Pfalz, 07.11.2023 - 6 A 10608/23
Rechtmäßigkeit einer Tourismusbeitragssatzung; Antrag auf Protokollergänzung; …
Eine Überschreitung des dem Satzungsgeber zustehenden großzügigen Ermessens bei der Schätzung der Vorteile aus dem Tourismus (OVG RP, Urteil vom 19. Dezember 2018 - 6 C 10041/18.OVG -, juris Rn. 61) hat die Klägerin damit nicht hinreichend substantiiert dargelegt.
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