Rechtsprechung
| OLG Brandenburg, 15.12.2020 - 6 U 172/18 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- Entscheidungsdatenbank Brandenburg
- gesellschaftsrechtskanzlei.com
Nachvertragliches Wettbewerbsverbot, Wettbewerbsverbot, Wettbewerbsverbot der Geschäftsführer, Wettbewerbsverbot der Gesellschafter
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- rechtsportal.de
Anspruch auf Zahlung einer Karenzentschädigung aus einer Abrede über ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot Unwirksamkeit eines Wettbewerbsverbots Zulässige Dauer eines Wettbewerbsverbots
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- die-aktiengesellschaft.de (Leitsatz)
Zur Prüfung der Wirksamkeit des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots des GmbH-Geschäftsführers
- rosepartner.de (Kurzinformation)
Schadensersatz bei unwirksamen Wettbewerbsverbot - Die Karenzentschädigung des scheidenden GmbH-Geschäftsführers
Besprechungen u.ä.
- heckschen-vandeloo.de (Entscheidungsbesprechung)
Wirksamkeit eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbots - Karenzentschädigung
Verfahrensgang
- LG Frankfurt/Oder, 18.10.2018 - 31 O 26/15
- OLG Brandenburg, 15.12.2020 - 6 U 172/18
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (15)
- BGH, 12.11.1986 - VIII ZR 280/85
Schadensersatz bei Mitwirkung am Zustandekommen eines sittenwidrigen und damit …
Auszug aus OLG Brandenburg, 15.12.2020 - 6 U 172/18
Beruht die Nichtigkeit eines Vertrages auf einem Wirksamkeitshindernis, das der Sphäre einer der Vertragsparteien zuzurechnen ist, kann diese wegen mangelnder Aufklärung des Vertragspartners schadensersatzpflichtig sein (BGHZ 99, 101 Rn 15; 142, 51 31; BGH NJW-RR 2005, 1290 Rn 15; jew. zit. nach juris und m.w.N).Einen auf sittenwidrige Schadenszufügung gerichteten Vorsatz setzt die Haftung nicht voraus (BGHZ 99, 101 Rn 15; zit. nach juris).
Die Beklagte hält der Klägerin damit ein Mitverschulden entgegen, das allerdings den Anspruch aus Verschulden bei Vertragsverhandlungen nicht von vornherein in Wegfall zu bringen vermag, sondern vielmehr erst nach § 254 BGB zu berücksichtigen ist (BGHZ 99, 101 Rn 17; zit. nach juris).
Nach den Grundsätzen über das Verschulden bei Vertragsschluss kann allerdings auch das Erfüllungsinteresse zu ersetzen sein, wenn nach den Umständen des Einzelfalles feststeht, dass ohne das schuldhafte Verhalten ein anderer, für den Geschädigten günstigerer Vertrag zustande gekommen wäre (BGHZ 99, 101 Rn 15, Urteil vom 01.02.1988 - VII ZR 380/86; Urteil vom 24.06.1998 - XII ZR 126/96 Rn 15ff.; jew. zit. nach juris).
- BGH, 28.04.2008 - II ZR 11/07
Keine entsprechende Anwendung des § 74c Abs. 1 HGB auf GmbH-Geschäftsführer
Auszug aus OLG Brandenburg, 15.12.2020 - 6 U 172/18
Dieser Verzicht hätte auch zum Wegfall des Anspruches auf Karenzentschädigung geführt, denn nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes kann sich die Gesellschaft von der Vereinbarung eines Wettbewerbsverbots einschließlich der Zahlung einer Karenzentschädigung einseitig lösen (BGH, Urteil vom 28.04.2008 - II ZR 11/07 Rn 6; Urteil vom 04.03.2002 - II ZR 77/00; Urteil vom 17.02.1992 - II ZR 140/91; jew. zit. nach juris).Leistungen Dritter lassen vertragliche Verpflichtungen grundsätzlich unberührt (BGH, Urteil vom 28.04.2008 - II ZR 11/07 Rn 7, 8; zit. nach juris).
- BGH, 04.03.2002 - II ZR 77/00
Verkürzung des Wettbewerbsverbots eines GmbH-Geschäftsführers durch Freistellung …
Auszug aus OLG Brandenburg, 15.12.2020 - 6 U 172/18
Um die Freiheit der Berufsausübung (Art. 12 GG) und das berufliche Fortkommen des (ehemaligen) Geschäftsführers nicht unangemessen zu behindern, müssen vertragliche Wettbewerbsverbote allerdings in zeitlicher, örtlicher und gegenständlicher Hinsicht auf das notwendige Maß beschränkt bleiben (BGH, Urteil vom 04.03.2002 - II ZR 77/00; Urteil vom 14.07.1997 - II ZR 238/96).Dieser Verzicht hätte auch zum Wegfall des Anspruches auf Karenzentschädigung geführt, denn nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes kann sich die Gesellschaft von der Vereinbarung eines Wettbewerbsverbots einschließlich der Zahlung einer Karenzentschädigung einseitig lösen (BGH, Urteil vom 28.04.2008 - II ZR 11/07 Rn 6; Urteil vom 04.03.2002 - II ZR 77/00; Urteil vom 17.02.1992 - II ZR 140/91; jew. zit. nach juris).
- BGH, 14.07.1997 - II ZR 238/96
Wirksamkeit eines gesellschaftsvertraglichen Wettbewerbsverbots; Verbot der …
Auszug aus OLG Brandenburg, 15.12.2020 - 6 U 172/18
Um die Freiheit der Berufsausübung (Art. 12 GG) und das berufliche Fortkommen des (ehemaligen) Geschäftsführers nicht unangemessen zu behindern, müssen vertragliche Wettbewerbsverbote allerdings in zeitlicher, örtlicher und gegenständlicher Hinsicht auf das notwendige Maß beschränkt bleiben (BGH, Urteil vom 04.03.2002 - II ZR 77/00; Urteil vom 14.07.1997 - II ZR 238/96).Eine Beschränkung scheidet aber aus, wenn das Wettbewerbsverbot, wie vorliegend (auch) dem Gegenstand nach das zulässige Maß überschreitet, weil ansonsten der den Gerichten eingeräumte Gestaltungsspielraum überschritten würde (BGH, Urteil vom 14.07.1997 - II ZR 238/96 Rn 9, 10; OLG München, Hinweisbeschluss vom 02.08.2018 - 7 U 2107/18 Rn 14; OLG Hamm, Urteil vom 14.07.2014 - 8 O 131/12 Rn 67; jew. zit. nach juris;… Schneider, in: Scholz GmbHG, 11. Aufl. 2014, § 43 Rn 184;… Altmeppen, in: Roth/Altmeppen, GmbHG, 10. Aufl 2021, § 6 Rn 98).
- BGH, 24.06.1998 - XII ZR 126/96
Ersatz des positiven Interesses bei Verschulden bei Vertragsschluß
Auszug aus OLG Brandenburg, 15.12.2020 - 6 U 172/18
Nach den Grundsätzen über das Verschulden bei Vertragsschluss kann allerdings auch das Erfüllungsinteresse zu ersetzen sein, wenn nach den Umständen des Einzelfalles feststeht, dass ohne das schuldhafte Verhalten ein anderer, für den Geschädigten günstigerer Vertrag zustande gekommen wäre (BGHZ 99, 101 Rn 15, Urteil vom 01.02.1988 - VII ZR 380/86; Urteil vom 24.06.1998 - XII ZR 126/96 Rn 15ff.; jew. zit. nach juris). - BGH, 17.02.1992 - II ZR 140/91
Entlassung des GmbH-Geschäftsführers aus nachvertraglichem Wettbewerbsverbot …
Auszug aus OLG Brandenburg, 15.12.2020 - 6 U 172/18
Dieser Verzicht hätte auch zum Wegfall des Anspruches auf Karenzentschädigung geführt, denn nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes kann sich die Gesellschaft von der Vereinbarung eines Wettbewerbsverbots einschließlich der Zahlung einer Karenzentschädigung einseitig lösen (BGH, Urteil vom 28.04.2008 - II ZR 11/07 Rn 6; Urteil vom 04.03.2002 - II ZR 77/00; Urteil vom 17.02.1992 - II ZR 140/91; jew. zit. nach juris). - BGH, 14.05.2013 - II ZB 1/11
Aktiengesellschaft: Wirksamkeit der bis zur Zurückweisung des Beitritts von einem …
Auszug aus OLG Brandenburg, 15.12.2020 - 6 U 172/18
Denn jedenfalls ist in der Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat vom 08.08.2011 (mit der dafür notwendigen Mehrheit der abgegebenen Stimmen) eine Genehmigung dieses Vorgehens durch den Aufsichtsrat als zuständiges Organ zu sehen, durch die der Verzicht jedenfalls Wirksamkeit erlangt (vgl. BGH, Beschluss vom 14.05.2013 - II ZB 1/11 Rn 22; zit. nach juris). - OLG München, 02.08.2018 - 7 U 2107/18
Nachvertragliches Wettbewerbsverbot für GmbH-Geschäftsführer
Auszug aus OLG Brandenburg, 15.12.2020 - 6 U 172/18
Eine Beschränkung scheidet aber aus, wenn das Wettbewerbsverbot, wie vorliegend (auch) dem Gegenstand nach das zulässige Maß überschreitet, weil ansonsten der den Gerichten eingeräumte Gestaltungsspielraum überschritten würde (BGH, Urteil vom 14.07.1997 - II ZR 238/96 Rn 9, 10; OLG München, Hinweisbeschluss vom 02.08.2018 - 7 U 2107/18 Rn 14; OLG Hamm, Urteil vom 14.07.2014 - 8 O 131/12 Rn 67; jew. zit. nach juris;… Schneider, in: Scholz GmbHG, 11. Aufl. 2014, § 43 Rn 184;… Altmeppen, in: Roth/Altmeppen, GmbHG, 10. Aufl 2021, § 6 Rn 98). - BGH, 14.04.2005 - IX ZR 109/04
Wirksamkeit eines mit einem Kontierer geschlossenen Vertrages über Buchführung …
Auszug aus OLG Brandenburg, 15.12.2020 - 6 U 172/18
Beruht die Nichtigkeit eines Vertrages auf einem Wirksamkeitshindernis, das der Sphäre einer der Vertragsparteien zuzurechnen ist, kann diese wegen mangelnder Aufklärung des Vertragspartners schadensersatzpflichtig sein (BGHZ 99, 101 Rn 15; 142, 51 31; BGH NJW-RR 2005, 1290 Rn 15; jew. zit. nach juris und m.w.N). - BGH, 10.06.1999 - IX ZR 409/97
Wirksamkeit der Bürgschaftserklärung einer kommunalen …
Auszug aus OLG Brandenburg, 15.12.2020 - 6 U 172/18
Beruht die Nichtigkeit eines Vertrages auf einem Wirksamkeitshindernis, das der Sphäre einer der Vertragsparteien zuzurechnen ist, kann diese wegen mangelnder Aufklärung des Vertragspartners schadensersatzpflichtig sein (BGHZ 99, 101 Rn 15; 142, 51 31; BGH NJW-RR 2005, 1290 Rn 15; jew. zit. nach juris und m.w.N). - BGH, 24.11.2003 - II ZR 127/01
Vertretung der GmbH in einem Rechtsstreit mit einem ehemaligen Geschäftsführer
- BGH, 28.05.1984 - III ZR 63/83
Formularmäßige Vereinbarung der Unwiderruflichkeit eines Überweisungsauftrags; …
- OLG Düsseldorf, 03.12.1998 - 6 U 151/98
Nachvertragliches Wettbewerbsverbot eines GmbH-Geschäftsführers
- OLG Hamm, 14.07.2014 - 8 U 131/12
Inanspruchnahme eines ehemaligen Geschäftsführers auf Erfüllung einer für die …
- OLG Düsseldorf, 08.01.1993 - 16 U 73/92
Abberufung als Geschäftsführer ; Kündigung des …
- OLG Köln, 01.06.2023 - 18 U 29/23
Wirksamkeit eines nachvertraglichen Wettbewerbsverbots gegenüber dem (früheren) …
(b) - wonach es der Verfügungsklägerin untersagt ist, als Mitglied der Geschäftsführung oder als Angestellter oder Berater oder Vertreter oder auf sonstige Weise für ein Unternehmen oder eine Person direkt oder indirekt tätig sein, die eine Konkurrenztätigkeit ausführt - unwirksam ist, da es jedwede Tätigkeit für ein Konkurrenzunternehmen untersagt und damit gegenständlich zu weit geht (vgl. hierzu OLG München…, Beschluss vom 2. August 2018 - 7 U 2107/18 -, Rn. 9;… OLG Hamm Urt. v. 14.7.2014 - 8 U 131/12, BeckRS 2016, 13633;… OLG Hamm Urt. v. 8.8.2016 - 8 U 23/16, BeckRS 2016, 20914 Rn. 23; OLG Hamm NJW-RR 1993, 1314; OLG Düsseldorf NJW-RR 1994, 35; OLG Brandenburg, Urt. v. 15.12.2020 - 6 U 172/18, BeckRS 2020, 40116 Rn. 52). - LG Köln, 09.02.2023 - 22 O 279/22 (b) geregelte Verbot der sog. "Konkurrenztätigkeit", mit welchem es der Verfügungsklägerin verboten wird, "als Mitglied der Geschäftsführung oder als Angestellter oder Berater oder Vertreter oder auf sonstige Weise für ein Unternehmen oder eine Person direkt oder indirekt" tätig zu sein, die eine solche Konkurrenztätigkeit ausführt, überschreitet jedoch in gegenständlicher Hinsicht das notwendige Maß (vgl. auch OLG Brandenburg, Urteil v. 15.12.2020, Az. 6 U 172/18, BeckRS 2020, 40116 Rn. 52;… OLG Hamm, Urteil v. 08.08.2016, Az. 8 U 23/16, BeckRS 2016, 20914, Rn. 23f.;… OLG München, NZA-RR 2019, 82 Rn. 9ff.).
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