Rechtsprechung
| OVG Rheinland-Pfalz, 18.12.1990 - 7 A 11036/90 |
Volltextveröffentlichung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Herabsetzung der Sperrklausel; Kommunalwahlrecht; Gemeinderat; Fraktionsmindeststärke
Verfahrensgang
- VG Neustadt, 14.02.1990 - 1 K 2386/89
- OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90
- OVG Rheinland-Pfalz, 18.12.1990 - 7 A 11036/90
Papierfundstellen
- NVwZ-RR 1991, 506
Wird zitiert von ... (8)
- VG Bremen, 05.03.2008 - 1 K 1937/07
Herabsetzung der Fraktionsmindestgröße rechtlich nicht zu beanstanden
Der Ermessensspielraum ist begrenzt durch das Prinzip der Gleichbehandlung aller Mitglieder einer Vertretungskörperschaft (aa), das Willkürverbot (bb), das Übermaßverbot (cc) und den Minderheitenschutz (dd) (…zu diesen Schranken vgl. VGH Mannheim, Urt. v. 24.06.2002, a. a. O.;… VGH Kassel, Urt. v. 22.03.2007, a. a. O;… VGH München, Urt. v. 16.02.2000 - 4 N 98.1341 - NVwZ-RR 2000, 811) sowie den Grundsatz der Chancengleichheit der politischen Parteien (ee) (dazu OVG Koblenz, Urt. v. 18.12.1990 - 7 A 11036/90 - DVBl. 1991, 1007).Dies setzt grundsätzlich die gleiche Mitwirkungsbefugnis aller Mandatsträger voraus (OVG Koblenz, Urt. v. 18.12.1990, a. a. O.;… VGH München, Urt. v. 16.02.2000, a. a. O. unter Bezug auf BVerfG, Urt. v. 13.06.1989 - 2 BvE 1/88 - BVerfGE 80, 188 und BVerfG, Urt. v. 16.07.1991 - 2 BvE 1/91 - BVerfGE 84, 304).
Eine Ungleichbehandlung kann vor diesem speziellen Gleichheitssatz nur bestehen, wenn dafür sachliche Gründe vorhanden sind (OVG Koblenz, Urt. v. 18.12.1990, a. a. O.;… VGH München, Urt. v. 16.02.2000, a. a. O.).
dd) Eine andere Bewertung der hier streitigen Fraktionsmindestgröße ergibt sich auch nicht aus dem Grundsatz des Minderheitenschutzes, dem die Fraktionsbildung ebenfalls zu dienen bestimmt ist (OVG Koblenz, Urt. v. 18.12.1990, a. a. O.).
Denn die Eigenschaft als Fraktion kann zum einen wegen der sonst zu befürchtenden faktischen Benachteiligung der großen Fraktionen durch eine völlige Gleichstellung aller politischen Gruppierungen, zum anderen aber auch wegen der zu erwartenden Schwierigkeit sinnvoller Wahrnehmung dieser Rechte und Pflichten durch eine allzu kleine Gruppe durchaus auch solchen Gruppen vorbehalten bleiben, denen angesichts der Zahl der in ihnen mit gleicher politischer Zielsetzung vereinigten Mandatsträger eine gewisse Bedeutung zukommt (vgl. OVG Koblenz, Urt. v. 18.12.1990, a. a. O.).
- VGH Hessen, 22.03.2007 - 8 N 2359/06
Normenkontrollverfahren gegen die Festsetzung der Fraktionsmindeststärke in der …
Die Bildung von Kleinstfraktionen könnte diesem Zweck der Fraktionsbildung aber gerade zuwiderlaufen und die Kreistagsarbeit erschweren (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 31. Mai 1979 - 7 B 77/78 - NJW 1980 S. 304 = juris Rdnr. 5; OVG Rheinl.-Pfalz, Urteil vom 18. Dezember 1990 - 7 A 11036/90 - NVwZ-RR 1991 S. 506 ff. = juris Rdnr. 20; Bayer. VGH…, Urteil vom 16. Februar 2000 - 4 N 98.1341 - NVwZ-RR 2000 S. 811 ff. = juris Rdnr. 27).Eine durch die Herabsetzung - oder wie in Hessen: die völlige Streichung - der Sperrklausel im Kommunalwahlrecht herbeigeführte Erhöhung der Zahl der in einem kommunalen Vertretungsorgan vertretenen politischen Gruppen kann es aber rechtfertigen, zur Sicherung seiner Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit für die Bildung von Fraktionen strengere Geschäftsordnungsregeln aufzustellen, insbesondere die Fraktionsmindestgröße zu erhöhen (vgl. OVG Rheinl.-Pfalz, Urteil vom 18. Dezember 1990 a.a.O. juris Rdnr. 24; vgl. auch OVG NW…, Beschluss vom 1. August 2006 - 15 A 2611/06 - NWVBl. 2007 S. 25 f. = juris Rdnr. 5), wobei die Größe des Vertretungsorgans eine maßgebliche Rolle spielen kann (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 31. Mai 1979 a.a.O.).
Gegenstand dieses Verfahrens ist dagegen nicht die Frage, ob andere an den Fraktionsstatus anknüpfende Regelungen der Geschäftsordnung des Antragsgegners oder der Hauptsatzung des Kreises, also ob mittelbare Auswirkungen der Festsetzung der Fraktionsmindeststärke die Antragsteller ihrerseits in ihren Beteiligungsrechten als Kreistagsabgeordnete verletzen (vgl. OVG Rheinl.-Pfalz, Urteil vom 18. Dezember 1990 a.a.O. juris Rdnr. 24; Bayer. VGH…, Urteil vom 16. Februar 2000 a.a.O. juris Rdnr. 31; a.A. Hess. VGH…, Beschluss vom 29. April 1991 a.a.O. juris Rdnr. 7).
- VerfG Schleswig-Holstein, 02.02.2024 - LVerfG 4/23
Fraktionsmindestgrößen und Bürgerbeteiligung
(vgl. BVerfG, Beschluss vom 8. Dezember 1988 - 2 BvR 154/88 -, n. v. ; BVerwG…, Beschluss vom 31. Mai 1979 - 7 B 77.78 -, juris Rn. 5 ; VGH Mannheim…, Beschluss vom 26. Januar 1989 - 1 S 3834/88 -, juris Rn. 8 ff. ; OVG Koblenz, Urteil vom 18. Dezember 1990 - 7 A 11036/90 -, juris Rn. 18 ff. ; VGH München…, Urteil vom 16. Februar 2000 - 4 N 98.1341 -, juris Rn. 27 ff. ; VGH Mannheim…, Urteil vom 24. Juni 2002 - 1 S 896/00 -, juris Rn. 26 ff. ; OVG Münster…, Beschluss vom 1. August 2006 - 15 A 2611/06 -, juris Rn. 2 ff.; VGH Kassel…, Urteil vom 22. März 2007 - 8 N 2359/06 -, juris Rn. 45 ff. ; OVG Bremen…, Urteil vom 20. April 2010 - 1 A 192/08 -, juris Rn. 26 ff. ; OVG Bautzen…, Urteil vom 29. September 2010 - 4 C 8/09 -, juris Rn. 95 ff. ; VG Ansbach…, Beschluss vom 25. Januar 2021 - AN 4 E 20.02811 -, juris, Rn. 35 ff. ).
- VGH Hessen, 03.05.2007 - 8 N 2474/06
Normenkontrollverfahren gegen die Geschäftsordnung einer …
Die Bildung von Kleinstfraktionen könnte diesem Zweck der Fraktionsbildung aber gerade zuwiderlaufen und die Arbeit der Gemeindevertretung erschweren (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 31. Mai 1979 - 7 B 77.78 -, NJW 1980, S. 304 = juris Rdnr. 5; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18. Dezember 1990 - 7 A 11036/90 -, NVwZ-RR 1991, S. 506 ff. = juris Rdnr. 20; Bayer. VGH…, Urteil vom 16. Februar 2000 - 4 N 98.1341 -, NVwZ-RR 2000, S. 811 ff. = juris Rdnr. 27).Eine durch die Herabsetzung - oder wie in Hessen: die völlige Streichung - der Sperrklausel im Kommunalwahlrecht herbeigeführte Erhöhung der Zahl der in einem kommunalen Vertretungsorgan vertretenen politischen Gruppen kann es aber rechtfertigen, zur Sicherung seiner Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit für die Bildung von Fraktionen strengere Geschäftsordnungsregeln aufzustellen, insbesondere die Fraktionsmindestgröße zu erhöhen (vgl. OVG Rheinl.-Pfalz, Urteil vom 18. Dezember 1990 a.a.O. juris Rdnr. 24; vgl. auch OVG NW…, Beschluss vom 1. August 2006 - 15 A 2611/06 - NWVBl. 2007 S. 25 f. = juris Rdnr. 5), wobei die Größe des Vertretungsorgans eine maßgebliche Rolle spielen kann (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 31. Mai 1979 a.a.O.).
Gegenstand dieses Verfahrens ist dagegen nicht die Frage, ob andere an den Fraktionsstatus anknüpfende Regelungen der Geschäftsordnung der Antragsgegnerin oder der Hauptsatzung der Stadt A-Stadt, also ob mittelbare Auswirkungen der Festsetzung der Fraktionsmindeststärke die Antragsteller ihrerseits in ihren Beteiligungsrechten als verletzen (vgl. OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18. Dezember 1990, a.a.O., juris Rdnr. 24; Bayer. VGH…, Urteil vom 16. Februar 2000, a.a.O., juris Rdnr. 31; a.A. Hess. VGH…, Beschluss vom 29. April 1991, a.a.O., juris Rdnr. 7).
- VGH Bayern, 18.02.2025 - 4 CE 24.2075
Festlegung einer Fraktionsmindeststärke im Gemeinderat
Dies steht im Einklang mit der bisherigen Rechtsprechung, in der selbst Fraktionsmindeststärken mit deutlich höherem Anteil (bis zu 10% der Mitglieder) als zulässig angesehen wurden (vgl. BVerwG, B.v. 31.5.1979 - 7 B 77.78 - NJW 1980, 304;… BayVGH, U.v. 16.2.2000, a.a.O., Rn. 33; VGH BW, B.v. 26.1.1989 - 1 S 3834/88 - DÖV 1989, 596; U.v. 24.6.2002 - 1 S 896/00 - NVwZ-RR 2003, 56/58; OVG RP, U.v. 18.12.1990 - 7 A 11036/90 - NVwZ-RR 1991, 506 ff.;… OVG NW, B.v. 1.8.2006 - 15 A 2611/06 - juris Rn. 2 ff.;… HessVGH, U.v. 22.3.2007 - 8 N 2359/06 - juris Rn. 45 ff;… OVG Bremen, U.v. 20.4.2010 - 1 A 192/08 - juris Rn. 26 ff;… SächsOVG, U.v. 29.9.2010 - 4 C 8/09 - juris Rn. 95 ff.).Denn wären die genannten (in ihrem Wortlaut unveränderten) Vorschriften aufgrund des neugefassten Fraktionsbegriffs nunmehr als rechtswidrig anzusehen, so könnte dies nur ihre eigene Nichtigkeit zur Folge haben und nicht auch die Nichtigkeit der streitgegenständlichen Definition in § 6 Satz 1 GeschO n.F. (vgl. VGH BW, B.v. 6.1.1989 - 1 S 3834/88 - NVwZ-RR 1989, 425/426; OVG RP, U.v. 18.12.1990 - 7 A 11036/90 - NVwZ-RR 1991, 506/508;… HessVGH, U.v. 22.3.2007 - 8 N 2359/06 - juris Rn. 81).
- LVerfG Mecklenburg-Vorpommern, 16.12.2004 - LVerfG 5/04
Fraktionsmindeststärke für Gemeindevertretungen - Zulässigkeit eines Antrags …
Überdies soll die Untergliederung der Kommunalvertretungen in Fraktionen dazu beitragen, den technischen Ablauf der Arbeit innerhalb des Selbstverwaltungsorgans in gewissem Grad zu steuern und zu erleichtern (vgl. für das Parlamentsrecht BVerfG, Beschl. v. 14.01.1998, NVwZ 1998, 387 mwN. aus der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts; BVerfG, Urt. v. 16.07.1991, BVerfGE 84, 304, 324 f.; für das Kommunalrecht vgl. OVG Koblenz, Urt. v. 18.12.1990, NVwZ-RR 1991, 506; VGH Mannheim, Beschl. v. 26.01.1989, DÖV 1989, 596; Demmler, Der Abgeordnete im Parlament der Fraktionen, 1994, S. 179 ff., insb. - VGH Hessen, 22.03.2007 - 8 N 2136/06
Normenkontrollantrag; Mindestgröße einer Kreistagsfraktion
Gegenstand des Verfahrens ist nicht die Frage, ob andere an den Fraktionsstatus anknüpfende Regelungen der Geschäftsordnung oder der Hauptsatzung bzw. sonstiger Normen des Kreises, also ob mittelbare Auswirkungen der Festsetzung der Fraktionsmindeststärke die Antragstellerin in ihren Beteiligungsrechten als Kreistagsabgeordnete verletzen (vgl. OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 18. Dezember 1990 - 7 A 11036/90 - NVwZ-RR 1991, 506 ff., 508, = juris Rdnr. 25; VGH München…, Urteil vom 16. Februar 2000 - 4 N 98.1341 - NVwZ-RR 2000, 811 f. = juris Rdnr. 31).Eine durch die Herabsetzung - oder wie in Hessen: die völlige Streichung - der Sperrklausel im Kommunalwahlrecht herbeigeführte Erhöhung der Zahl der in einem kommunalen Vertretungsorgan vertretenen politischen Gruppen kann es aber rechtfertigen, zur Sicherung seiner Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit für die Bildung von Fraktionen strengere Geschäftsordnungsregeln aufzustellen, insbesondere die Fraktionsmindestgröße zu erhöhen (vgl. OVG Rheinl.-Pfalz, Urteil vom 18. Dezember 1990, a. a. O., juris Rdnr. 24; vgl. auch OVG NW…, Beschluss vom 1. August 2006 - 15 A 2611/06 - NWVBl. 2007, S. 25 f. = juris Rdnr. 5), wobei die Größe des Vertretungsorgans eine maßgebliche Rolle spielen kann.
- OVG Rheinland-Pfalz, 22.12.1994 - 7 B 13092/94
Fraktionsmindeststärke; Geschäftsordnungsautonomie ; Vertretungskörperschaften; …
Der Oberbürgermeister nimmt insoweit nicht die Funktion der Verwaltungsspitze ein, sondern diejenige des Vertreters des Rates als dessen Vorsitzender (vgl. zu dieser Beteiligtenkonstellation auch Urteil des Senats 7 A 11036/90.OVG vom 18.12.1990, NVwZ-RR 1991, 506).
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Rechtsprechung
| OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90 |
Verfahrensgang
- VG Neustadt, 14.02.1990 - 1 K 2386/89
- OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90
- OVG Rheinland-Pfalz, 18.12.1990 - 7 A 11036/90
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (10)
- BVerfG, 13.06.1989 - 2 BvE 1/88
Wüppesahl
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90
Sie sind nach ihrem Sinn und Zweck vielmehr in erster Linie Gliederungen der Vertretungskörperschaft, die dazu dienen sollen, deren Arbeit funktionsfähig zu erhalten, und unterliegen als solche auch der Kompetenz dieser Vertretungskörperschaft, in dem von Verfassung und Gesetzen vorgezeichneten Rahmen durch eine Geschäftsordnung ihre Arbeit und die Erfüllung ihrer Aufgaben auf der Grundlage des Prinzips der Beteiligung aller zu organisieren (vgl. BVerfGE 80, 188/218; OVG Rheinland-Pfalz, AS 22, 61/62).Allerdings darf - gerade um der Repräsentationsfähigkeit und der Funktionstüchtigkeit des Gemeinderats willen - das Recht des einzelnen Ratsmitglieds, an der Willensbildung und Entscheidungsfindung des Gemeinderats mitzuwirken und seine besonderen Erfahrungen und Kenntnisse darin einzubringen, dabei nicht in Frage gestellt werden; die Rechte des einzelnen Ratsmitglieds dürfen zwar im einzelnen ausgestaltet und insofern auch eingeschränkt, ihm jedoch grundsätzlich nicht entzogen werden (zum Ganzen vgl. BVerfGE 80, 188/219).
Gerichtlicher Kontrolle unterliegt jedoch, ob dabei das Prinzip der Beteiligung aller Ratsmitglieder an den Aufgaben des Gemeinderats gewahrt bleibt und ob der auch für die Ausübung des Mandats geltende formalisierte Gleichheitssatz beachtet wurde (vgl. BVerfGE 80, 188/220 f.).
Denn aus dem Grundsatz der Repräsentation des Volkes im Gemeinderat als Ganzem, d. h. in der Gesamtheit seiner Mitglieder als Repräsentanten, folgt, daß alle Ratsmitglieder bei der Ausübung ihres Amtes gleiche Rechte und Pflichten haben (vgl. BVerfGE 40, 296/317 f.; 80, 188/218).
- OVG Rheinland-Pfalz, 15.12.1981 - 7 A 70/81
Mindestfraktionsstärke in einem Gemeinderat
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90
Zu den sich so ergebenden Rechten des Ratsmitglieds gehört nach gefestigter Rechtsprechung auch das Recht, sich aufgrund einer in Ausübung des freien Mandats getroffenen Entscheidung mit anderen Ratsmitgliedern zu einer Fraktion zusammenzuschließen (vgl. Urteile des erkennenden Senats vom 15. Dezember 1981 - 7 A 70/81 -, AS 17, 170/171; vom 29. August 1984 - 7 A 19/84 -, AS 19, 65/67; vom 19. Mai 1987 - 7 A 90/86 -, AS 21, 206/208).Sie tragen dazu bei, den Meinungsbildungsprozeß in der Vertretungskörperschaft zu straffen und zu erleichtern, weil bei der Entscheidungsfindung Abgeordnete mit im wesentlichen gleicher politischer Grundauffassung die anstehenden Entscheidungen gemeinsam vorbereiten können (vgl. Urteil des Senats vom 15. Dezember 1981, a.a.O.; OVG Rheinland-Pfalz, AS 22, 61 m.w.N.).
Diesem Grundsatz ist vielmehr dadurch ausreichend Rechnung getragen, daß auch das auf drei erhöhte Fraktionsquorum deutlich hinter dem bis zur Novellierung des § 34 Abs. 5 GemO im Jahre 1978 geltenden Antragsquorum von einem Viertel der gesetzlichen Zahl der Ratsmitglieder zurückbleibt (vgl. Urteil des Senats vom 15. Dezember 1981, a.a.O.).
- VGH Baden-Württemberg, 26.01.1989 - 1 S 3834/88
Fraktionsmindeststärke; Beschluß in laufender Wahlperiode
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90
Demgemäß ist in der Rechtsprechung bereits bei Gemeinderäten mit weit geringerer Mitgliederzahl die Festlegung eines Fraktionsquorums von drei Ratsmitgliedern als sachgerecht anerkannt worden (…vgl. BVerwG, NJW 1980, S. 304; VGH Baden- Württemberg, VBlBW 1989, S. 178/179).Insoweit kommt es nur darauf an, daß das Gesetz nicht jegliche Begünstigung von Fraktionen gegenüber fraktionslosen Ratsmitgliedern durch die Geschäftsordnung verbietet (vgl. VGH Baden- Württemberg, VBlBW 1989, S. 178/179).
- BVerfG, 05.11.1975 - 2 BvR 193/74
Abgeordnetendiäten
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90
Denn aus dem Grundsatz der Repräsentation des Volkes im Gemeinderat als Ganzem, d. h. in der Gesamtheit seiner Mitglieder als Repräsentanten, folgt, daß alle Ratsmitglieder bei der Ausübung ihres Amtes gleiche Rechte und Pflichten haben (vgl. BVerfGE 40, 296/317 f.; 80, 188/218). - BVerfG, 14.01.1986 - 2 BvE 14/83
Haushaltskontrolle der Nachrichtendienste
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90
Das Recht jedes Ratsmitglieds, sich mit anderen Ratsmitgliedern zu einer Fraktion zusammenzuschließen, ist damit - soweit verfassungsrechtlich zulässig - eingebunden in die vom Gemeinderat kraft seiner Autonomie sowohl im Interesse seiner Arbeitsfähigkeit wie im Interesse der zur Verhandlung stehenden Gegenstände gesetzten Schranken (vgl. BVerfGE 70, 324/359). - BVerfG, 14.07.1959 - 2 BvE 2/58
Redezeit
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90
Nichts anderes gilt für den ebenfalls zu beachtenden Grundsatz der Chancengleichheit der politischen Parteien, deren Interessen die Bildung von Fraktionen ebenfalls zu dienen bestimmt ist (vgl. BVerfGE 10, 4/14;… BayVerfGH, a.a.O.). - OVG Rheinland-Pfalz, 29.08.1984 - 7 A 19/84
Keine Klagebefugnis eines Kreistagsmitglieds gegen Mitwirkung Befangener
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90
Zu den sich so ergebenden Rechten des Ratsmitglieds gehört nach gefestigter Rechtsprechung auch das Recht, sich aufgrund einer in Ausübung des freien Mandats getroffenen Entscheidung mit anderen Ratsmitgliedern zu einer Fraktion zusammenzuschließen (vgl. Urteile des erkennenden Senats vom 15. Dezember 1981 - 7 A 70/81 -, AS 17, 170/171; vom 29. August 1984 - 7 A 19/84 -, AS 19, 65/67; vom 19. Mai 1987 - 7 A 90/86 -, AS 21, 206/208). - BVerwG, 31.05.1979 - 7 B 77.78
Mindestfraktionsstärke in einem Gemeinderat
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90
Demgemäß ist in der Rechtsprechung bereits bei Gemeinderäten mit weit geringerer Mitgliederzahl die Festlegung eines Fraktionsquorums von drei Ratsmitgliedern als sachgerecht anerkannt worden (vgl. BVerwG, NJW 1980, S. 304;… VGH Baden- Württemberg, VBlBW 1989, S. 178/179). - OVG Rheinland-Pfalz, 19.05.1987 - 7 A 90/86
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90
Zu den sich so ergebenden Rechten des Ratsmitglieds gehört nach gefestigter Rechtsprechung auch das Recht, sich aufgrund einer in Ausübung des freien Mandats getroffenen Entscheidung mit anderen Ratsmitgliedern zu einer Fraktion zusammenzuschließen (vgl. Urteile des erkennenden Senats vom 15. Dezember 1981 - 7 A 70/81 -, AS 17, 170/171; vom 29. August 1984 - 7 A 19/84 -, AS 19, 65/67; vom 19. Mai 1987 - 7 A 90/86 -, AS 21, 206/208). - BVerwG, 26.06.1964 - VII C 108.62
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 04.12.1990 - 7 A 11036/90
Zu den sich so ergebenden Rechten des Ratsmitglieds gehört nach gefestigter Rechtsprechung auch das Recht, sich aufgrund einer in Ausübung des freien Mandats getroffenen Entscheidung mit anderen Ratsmitgliedern zu einer Fraktion zusammenzuschließen (vgl. Urteile des erkennenden Senats vom 15. Dezember 1981 - 7 A 70/81 -, AS 17, 170/171; vom 29. August 1984 - 7 A 19/84 -, AS 19, 65/67; vom 19. Mai 1987 - 7 A 90/86 -, AS 21, 206/208).
- VG Koblenz, 22.10.2009 - 1 K 914/09
Beigeordnetenwahl gültig
Die Rechte eines Ratsmitglieds - wozu auch das Beratungs- und Rederecht zu zählen ist - können zwar nicht grundsätzlich entzogen, jedoch ausgestaltet und insofern eingeschränkt werden (vgl. OVG Rh.-Pf., Urt. v. 4. Dezember 1990 - 7 A 11036/90.OVG -).
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