Rechtsprechung
| OVG Thüringen, 05.06.2002 - 7 F 950/00 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- ArgeLandentwicklung
Anfechtung; Bindungswirkung; Bodenordnungsbeschluss; Gebäudeeigentum; Klagebefugnis; Zuordnungsbescheid
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Gebäudeeigentum/Zuordnungsbescheid; Gebäudeeigentum/Bindungswirkung; Bodenordnungsbeschluss/Klagebefugnis; Bodenordnungsbeschluss/Anfechtung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Klage gegen eine Anordnung in einem Bodenordnungsverfahren; Neuaufteilung des Eigentums unter Berücksichtigung der bestehenden Nutzungsverhältnisse zur Herstellung von einheitlichem Eigentum an Boden und Gebäuden; Scheitern eines freiwilligen Landtausches; Fehlen der ...
Verfahrensgang
- OVG Thüringen, 05.06.2002 - 7 F 950/00
- BVerwG, 27.05.2003 - 9 C 7.02
Papierfundstellen
- DVBl 2003, 216 (Ls.)
Wird zitiert von ... (5) Zitiert selbst (16)
- BVerwG, 02.09.1998 - 11 C 4.97
Anordnung der Bodenneuordnung nach dem Landwirtschaftsanpassungsgesetz; …
Auszug aus OVG Thüringen, 05.06.2002 - 7 F 950/00
1. Die Einleitung eines Bodenordnungsverfahrens setzt nach § 56 Abs. 1 LwAnpG voraus, dass der nach § 54 Abs. 1 LwAnpG anzustrebende freiwillige Landtausch gescheitert ist (vgl. dazu näher BVerwG, Urteil vom 2.9.1998 - 11 C 4.97 -, BVerwGE 107, 177, 183 f. = Buchholz 424.02 § 64 LwAnpG Nr. 3 = RzF - 14 - zu § 64 LwAnpG).Die nach § 63 Abs. 2 LwAnpG i. V. m. § 5 FlurbG vor Erlass des Einleitungsbeschlusses gebotene Aufklärung der voraussichtlich beteiligten Grundstücks- und Gebäudeeigentümer, deren Form im Ermessen der Behörde steht (vgl. das zitierte Urteil des BVerwG vom 2.9.1998, BVerwGE 107, 177, 184), ist hier erfolgt.
Zwar steht die dem Präsidenten der Oberfinanzdirektion in den genannten Bestimmungen eingeräumte Entscheidungsbefugnis weder der selbständigen Feststellung von Sondereigentum durch die Flurneuordnungsbehörde im Verfahren nach § 64 LwAnpG noch der Geltendmachung von Eigentumsrechten im Zivilprozess entgegen (zum Verfahren nach § 64 LwAnpG vgl. BVerwG, Urteil vom 2.9.1998 - 11 C 4.97 -, RzF - 14 - zu § 64 LwAnpG = RdL 1999, 16, 17; zur Geltendmachung im Zivilprozess vgl. BGH, Urteil vom 14.7.1995 - V ZR 39/94 -, VIZ 1995, 592, 593).
Vielmehr dient dieses Verfahren allgemein der Lösung solcher sachenrechtlicher Konflikte, die auf die Kollektivierung der Landwirtschaft in der ehemaligen DDR zurückzuführen sind (vgl. BVerwG, Urteil vom 2.9.1998 - 11 C 4.97 -, BVerwGE 107, 177, 182; SächsOVG, Urteil vom 14.10.1999 - 7 S 182/99 -).
- BVerwG, 05.04.2001 - 3 C 24.00
Gebäudeeigentum, selbständiges -; Klagebefugnis des Grundeigentümers gegen …
Auszug aus OVG Thüringen, 05.06.2002 - 7 F 950/00
Eine die Klagebefugnis begründende subjektive Beschwer liegt dann nicht vor, wenn die geltend gemachten Rechte unter Zugrundelegung des Klagevorbringens offensichtlich und eindeutig nach keiner Betrachtungsweise bestehen oder dem jeweiligen Kläger nicht zustehen können (vgl. nur BVerwG, Urteil vom 5.4.2001 - 3 C 24.00 -, Buchholz 115 Sonst. Wiedervereinigungsrecht Nr. 37 = VIZ 2001, 676).In diesem Zusammenhang sei auf die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung zum Vermögenszuordnungsrecht hingewiesen; nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts wird die Rechtsposition des Grundeigentümers grundsätzlich nicht dadurch berührt, dass die von ihm angefochtene Zuordnung des Gebäudeeigentums an einen anderen hätte erfolgen müssen (BVerwG, Urteil vom 5.4.2001 - 3 C 24.00 -, Buchholz 115 Sonst.
Wiedervereinigungsrecht Nr. 37 = VIZ 2001, 676; vgl. auch schon Urteil vom 21.5.1997 - 3 C 31.96 -, Buchholz 428.2 § 11 VZOG Nr. 13 = VIZ 1997, 593, 594 und Beschluss vom 11.5.2000 - 3 B 24.00 -, Buchholz 115 Sonst.
- BVerwG, 09.07.1997 - 11 C 2.97
Recht der Landwirtschaft - Flurbereinigung, Form und Inhalt der Ladung zur …
Auszug aus OVG Thüringen, 05.06.2002 - 7 F 950/00
Die Vereinbarkeit des Bodenordnungsverfahrens mit der in § 3 LwAnpG angegebenen Zielstellung des Gesetzes, die weit zu verstehen ist (vgl. näher BVerwG, Urteil vom 9.7.1997 - 11 C 2.97 -, BVerwGE 105, 128, 132 ff.), steht außer Zweifel.Nach § 63 Abs. 2 LwAnpG i. V. m. § 7 Abs. 1 Satz 2 FlurbG ist das Verfahrensgebiet so abzugrenzen, dass der Zweck des Bodenordnungsverfahrens möglichst vollkommen erreicht wird (vgl. BVerwG, Urteil vom 9.7.1997 - 11 C 2.97 -, BVerwGE 105, 128, 137).
- OVG Sachsen, 10.09.1997 - 7 S 125/97
Pächter; Forellenzucht; Erwerbsmäßigkeit; Bodenordnungsverfahren; …
Auszug aus OVG Thüringen, 05.06.2002 - 7 F 950/00
Dritten, die nicht Eigentümer von Grundstücken, Gebäuden oder Anlagen sind, steht weder eine Antragsbefugnis zur Durchführung eines Bodenordnungsverfahrens nach § 64 LwAnpG zu (vgl. dazu etwa Sächsisches OVG, Urteil vom 10.9.1997 - 7 S 125/97 -, SächsVBl. 1998, 111 = RzF - 7 - zu § 64 LwAnpG), noch können sie umgekehrt durch die Anordnung des Bodenordnungsverfahrens in ihren Rechten beeinträchtigt sein.Im Stadium der Einleitung des Bodenordnungsverfahrens kann es grundsätzlich nicht Aufgabe der Flurneuordnungsbehörde sein, über streitige Eigentumsverhältnisse zu entscheiden, die im Grundbuch eingetragen sind (vgl. SächsOVG, Urteil vom 10.9.1997 - 7 S 125/97 -, SächsVBl. 1998, 111 = RzF - 7 - zu § 64 LwAnpG; OVG Brandenburg, Urteil vom 8.11.2001 - 8 D 84/00.G -, VIZ 2002, 308, 310 m. w. N.).
- BVerwG, 11.05.2000 - 3 B 24.00
Entstehung von Gebäudeeigentum
Auszug aus OVG Thüringen, 05.06.2002 - 7 F 950/00
Wiedervereinigungsrecht Nr. 37 = VIZ 2001, 676; vgl. auch schon Urteil vom 21.5.1997 - 3 C 31.96 -, Buchholz 428.2 § 11 VZOG Nr. 13 = VIZ 1997, 593, 594 und Beschluss vom 11.5.2000 - 3 B 24.00 -, Buchholz 115 Sonst.Wiedervereinigungsrecht Nr. 31 = RdL 2000, 240 = VIZ 2000, 663).
- BVerwG, 02.10.1961 - VIII B 78.61
Umfang der Darlegung der grundsätzlichen Bedeutung einer Rechtssache - …
Auszug aus OVG Thüringen, 05.06.2002 - 7 F 950/00
Ausschlaggebend ist nicht das Interesse des Einzelnen an der Entscheidung, sondern das abstrakte Interesse der Gesamtheit an der Einheit der Entwicklung des Rechts (vgl. etwa BVerwG, Beschluss vom 2.10.1961 - VIII B 78.61 -, BVerwGE 13, 90, 91). - BGH, 14.07.1995 - V ZR 39/94
Grundbuchberichtigung und Vermögenszuordnungsverfahren
Auszug aus OVG Thüringen, 05.06.2002 - 7 F 950/00
Zwar steht die dem Präsidenten der Oberfinanzdirektion in den genannten Bestimmungen eingeräumte Entscheidungsbefugnis weder der selbständigen Feststellung von Sondereigentum durch die Flurneuordnungsbehörde im Verfahren nach § 64 LwAnpG noch der Geltendmachung von Eigentumsrechten im Zivilprozess entgegen (zum Verfahren nach § 64 LwAnpG vgl. BVerwG, Urteil vom 2.9.1998 - 11 C 4.97 -, RzF - 14 - zu § 64 LwAnpG = RdL 1999, 16, 17; zur Geltendmachung im Zivilprozess vgl. BGH, Urteil vom 14.7.1995 - V ZR 39/94 -, VIZ 1995, 592, 593). - OVG Brandenburg, 08.11.2001 - 8 D 84/00
Antragsbefugnis zur Einleitung des Bodenordnungsverfahrens; Wiederherstellung der …
Auszug aus OVG Thüringen, 05.06.2002 - 7 F 950/00
Im Stadium der Einleitung des Bodenordnungsverfahrens kann es grundsätzlich nicht Aufgabe der Flurneuordnungsbehörde sein, über streitige Eigentumsverhältnisse zu entscheiden, die im Grundbuch eingetragen sind (vgl. SächsOVG, Urteil vom 10.9.1997 - 7 S 125/97 -, SächsVBl. 1998, 111 = RzF - 7 - zu § 64 LwAnpG; OVG Brandenburg, Urteil vom 8.11.2001 - 8 D 84/00.G -, VIZ 2002, 308, 310 m. w. N.). - OVG Brandenburg, 11.12.1997 - 8 D 45/96
Anordnung eines Bodenanordnungsverfahrens; Fehlende Durchführung eines …
Auszug aus OVG Thüringen, 05.06.2002 - 7 F 950/00
Dem hat das Flurneuordnungsamt durch Einbeziehung der als mögliche Tauschflächen in Betracht kommenden Grundstücke in das Verfahrensgebiet Rechnung getragen (vgl. zur Heranziehung der für eine wertgleiche Abfindung in Betracht kommenden Grundstücke etwa OVG Brandenburg, Urteil vom 11.12.1997 - 8 D 45/96.G -, RzF - 1 - zu § 53 LwAnpG m. w. N.). - OLG Jena, 21.10.1999 - Lw W 359/99
Bindungswirkung eines Vermögenszuordnungsbescheids für die Zivilgerichte
Auszug aus OVG Thüringen, 05.06.2002 - 7 F 950/00
Die vom Kläger angeführte gegenteilige Auffassung des OLG Dresden, dass die Vermögenszuordnung lediglich einen vorläufig legitimierenden Charakter habe, ist vom BGH bereits in der zitierten Entscheidung ausdrücklich abgelehnt worden (ablehnend z. B. auch das OLG Jena, Beschluss vom 21.10.1999 - Lw W 359/99 -, VIZ 2000, 374 f.); sie lässt sich mit der gesetzlich angeordneten Bindungswirkung der Zuordnungsbescheide nicht in Einklang bringen. - BVerwG, 21.05.1997 - 3 C 31.96
Offene Vermögensfragen - Vermögenszuordnung, Restitutionsausschluß bei Nutzung …
- BVerwG, 27.07.1995 - 7 C 32.94
Konsumgenossenschaft - Vermögenszuordnung - Anhörungspflicht - Gebäudeeigentum - …
- BVerwG, 23.06.1983 - 5 C 13.83
Anfechtbarkeit der Anordnung einer Flurbereinigung - Notwendigkeit subjektiver …
- BVerwG, 18.06.2001 - 11 A 19.00
Anfechtung eines Planfeststellungsbeschlusses - Klagebefugnis bei fehlender …
- BVerwG, 09.07.1999 - 3 B 87.99
Mindestanforderungen einer Beschwerdebegründung
- VG Weimar, 22.03.1999 - 8 K 586/96
- OVG Thüringen, 07.06.2006 - 1 KO 1126/03
Wasserrecht; Anfechtung eines wasserrechtlichen Duldungsbescheid durch den …
Eine Auflassungsvormerkung ist zunächst lediglich ein Sicherungsmittel eigener Art für den schuldrechtlichen Anspruch des Grundstückskäufers auf dingliche Rechtsänderung; sie allein gewährt ihm nicht das Recht, an die Stelle des bisherigen Grundeigentümers zu treten (vgl. ThürOVG, Urteil vom 5. Juni 2002 - 7 F 950/00 - ThürVGRspr. 2004, 22). - OVG Sachsen-Anhalt, 17.07.2003 - 8 K 2/03
Bodenneuordnung, Wertermittlung
In Abkehr von der bisherigen Praxis erscheint es dem Senat angesichts des Prozessstoffs (vgl. BVerwGE 4, 202 ), der für eine sachgerechte Behandlung der Verfahren im Allgemeinen notwendig ist, in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung anderer Flurbereinigungsgerichte (vgl. etwa: OVG Brandenburg, Urt. v. 10.04.2003 - 8 D 3/01.G - ThürOVG, Urt. v. 05.06.2002 - 7 F 950/00 - SächsOVG, Urt. v. 10.04.2003 - F 7 D 46/01 -) angemessen, neben dem Pauschsatz eine Gerichtsgebühr nach § 11 Abs. 2 GKG festzusetzen. - OVG Berlin-Brandenburg, 30.05.2013 - 70 A 1.11
Umfang der Beteiligung des Eigenbesitzers im Zusammenführungsverfahren: die zur …
Rn. 24 Allein aus der Nebenbeteiligung als solcher lässt sich indes noch nichts für eine verletzbare subjektive Rechtsstellung des Betreffenden herleiten (OVG Thüringen, Urteil v. 5. Juni 2002 - 7 F 950/00 -, zit. nach juris Rn 29 unter Bezugnahme auf BVerwG, Urteil v. 23. Juni 1983 - 5 C 13.83 -, RzF 24 zu § 4 FlurbG). - OVG Mecklenburg-Vorpommern, 13.09.2006 - 9 K 4/06
Bodenordnungsverfahren
Aus der - ursprünglichen - Rolle als Nebenbeteiligter kann der Kläger keine Rechtsposition ableiten (vgl. OVG Weimar, U. v. 05.02.2002 - 7 F 950/00 - RZF § 60 LwAnpG Nr. 2). - VGH Bayern, 17.06.2013 - 13 A 12.2785
Zusammenlegungsverfahren; nachträgliche Änderung des Zusammenlegungsgebiets; …
Soweit vom Thüringischen Oberverwaltungsgericht (U.v. 5.6.2002 - 7 F 950/00 - RzF 2 zu § 60 LwAnpG) die Auffassung vertreten wird, dass der Käufer eines Grundstücks bis zum Eigentumsübergang kein Klagerecht hat, betrifft das eine andere Konstellation.
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