Rechtsprechung
| VG Potsdam, 30.05.2000 - 8 L 139/98 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz und Volltext)
Heranziehung zum Ersatz von Grundstücksanschlusskosten; Fiskalische Interessen als öffentliche Vollzugsinteressen; Statthaftigkeit des Antrags auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Widerspruchs
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- NVwZ-RR 2001, 402
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (4)
- VGH Hessen, 12.01.1989 - 5 TH 4916/88
Vollzugsinteresse bei Heranziehung zu Hausanschlußkosten
Auszug aus VG Potsdam, 30.05.2000 - 8 L 139/98
Das ist nicht der Fall; denn die mit dem Widerspruch angegriffene Kostenersatzforderung gemäß § 10 des Kommunalen Abgabengesetzes (KAG) fällt anders als der in demselben (insoweit aber ausdrücklich nicht angefochtenen) Bescheid geforderte Kanalanschlussbeitrag (vgl. § 8 KAG) nicht zu den öffentlichen Abgaben und Kosten im Sinne von § 80 Abs. 2 Nr. 1 VwGO (vgl. Bayer. VGH…, Beschluss vom 22. Januar 1985 - 23 CS 84 A. 258 -, BayVBl. 1985, S. 409; Hess. VGH, Beschluss vom 12. Januar 1989 - 5 TH 4916/88 -, NVwZ-RR 1989, S. 329;… OVG Nordrh.-Westf., Beschluss vom 3. August 1976 - II B 303/75 -, vgl. auch Beschluss der Kammer vom 15. Oktober 1999 - 8 L 1324/98 -, Mitt.StGB Bbg 2000, S. 97;… ferner Dietzel, in: Driehaus, KAG, Stand März 2000, § 10 Rdnr. 4 m.w.N.). - VGH Baden-Württemberg, 18.01.1993 - 8 S 1023/92
Auf Geldforderung gerichteter Verwaltungsakt - keine sofortige Vollziehbarkeit …
Auszug aus VG Potsdam, 30.05.2000 - 8 L 139/98
Als Konsequenz der Auffassung, dass eine Kostenersatzforderung gemäß § 10 KAG nicht zu den öffentlichen Abgaben im Sinne von § 80 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zählt, ist nämlich von dem Grundsatz auszugehen, dass angefochtene Bescheide, auch soweit sie auf die Geltendmachung eines Zahlungsanspruchs gerichtet sind, gemäß § 80 Abs. 1 Satz 1 VwGO nicht ohne Weiteres sofort vollziehbar sein sollen, die öffentliche Hand deshalb regelmäßig mit der Beitreibung der Forderung bis zum rechtskräftigen Abschluss des Hauptsacheverfahrens zuzuwarten hat (vgl. ähnlich VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 18. Januar 1993 - 8 S 1023/92 -, NVwZ-RR 1993, S. 392). - OVG Nordrhein-Westfalen, 03.08.1976 - II B 303/75
Auszug aus VG Potsdam, 30.05.2000 - 8 L 139/98
Das ist nicht der Fall; denn die mit dem Widerspruch angegriffene Kostenersatzforderung gemäß § 10 des Kommunalen Abgabengesetzes (KAG) fällt anders als der in demselben (insoweit aber ausdrücklich nicht angefochtenen) Bescheid geforderte Kanalanschlussbeitrag (vgl. § 8 KAG) nicht zu den öffentlichen Abgaben und Kosten im Sinne von § 80 Abs. 2 Nr. 1 VwGO (vgl. Bayer. VGH…, Beschluss vom 22. Januar 1985 - 23 CS 84 A. 258 -, BayVBl. 1985, S. 409; Hess. VGH…, Beschluss vom 12. Januar 1989 - 5 TH 4916/88 -, NVwZ-RR 1989, S. 329; OVG Nordrh.-Westf., Beschluss vom 3. August 1976 - II B 303/75 -, vgl. auch Beschluss der Kammer vom 15. Oktober 1999 - 8 L 1324/98 -, Mitt.StGB Bbg 2000, S. 97;… ferner Dietzel, in: Driehaus, KAG, Stand März 2000, § 10 Rdnr. 4 m.w.N.). - VG Hannover, 31.03.1998 - 11 B 1273/98
Auszug aus VG Potsdam, 30.05.2000 - 8 L 139/98
Ferner hat der Antragsgegner nichts dafür dargetan, dass allein durch ein weiteres Zuwarten - etwa wegen drohender Zahlungsunfähigkeit der Antragsteller - die Beitreibung der Kostenersatzforderung erschwert werden könnte (…vgl. zu diesem Gesichtspunkt VGH Bad.-Württ., a.a.O.; VG Hannover, Beschluss vom 31. März 1998 - 11 B 1273/98 -, NVwZ-RR 1999, S. 118).
- VG Cottbus, 11.09.2012 - 6 K 247/09
Wasseranschlussbeitrag
Ebenfalls spricht angesichts der ganz überwiegenden und herrschenden obergerichtlichen Rechtsprechung (vgl. nur OVG Mecklenburg-Vorpommern, Beschluss v. 1. Februar 2001 - 1 M 80/00 -, NVwZ-RR 2001, 401; Hessischer VGH, Beschluss v. 12. Januar 1989 - 5 TH 4916/88 -, NVwZ-RR 1989, 329; Bayerischer VGH, Beschluss v. 22. Januar 1985 - 23 CS 84 A.258 -, BayVBl. 1985, 409; VGH Mannheim, Beschluss vom 14. April 1980 -II 322/79-, KStZ 1981, 134; OVG Münster, Beschluss vom 03. August 1976 -II B 303/75 -, NJW 1977, 214) und der brandenburgischen Verwaltungsgerichte (vgl. z.B. VG Cottbus, Beschluss vom 29. Januar 2002 -6 L 655/01-; Beschluss vom 29. April 2002 -6 L 1166/00-; Potsdam, Beschluss vom 30. Mai 2000 -8 L 139/98-, zitiert nach Juris) auch wenig dafür, dass dem brandenburgischen Landesgesetzgeber verschlossen geblieben sein soll, dass Kostenforderungen für die Herstellung eines Haus- bzw. Grundstücksanschlusses nach § 10 KAG nicht gemäß § 80 Abs. 2 Nr. 1 VwGO sofort vollziehbar sind. - VG Cottbus, 30.05.2018 - 6 L 488/17
Anschluss- und Benutzungszwang für kommunale Einrichtungen
Eine solche Gefahr liegt insbesondere schon deshalb fern, weil es in Bezug auf das Gesamtgebührenaufkommen zu keinem spürbaren Gebührenausfall kommt, wenn der Antragsteller sein Grundstück vorerst nicht an die Schmutzwasserkanalisation anschließt (vgl. OVG Berlin-Brandenburg…, Beschluss vom 28. Februar 2011 - OVG 9 S 63.10 -, juris Rn. 8; vgl. auch VG Potsdam, Beschluss vom 30. Mai 2000, - 8 L 139/98 - juris Rn. 8, wonach sich ein besonderes Vollziehungsinteresse einer Kostenersatzforderung gemäß § 10 KAG Bbg nicht mit der Gefahr der Zahlungsfähigkeit des Zweckverbandes begründen lasse, weil eine mit der Abwasserentsorgung betraute Körperschaft des öffentlichen Rechts, namentlich ein Abwasserzweckverband, ohnehin im Regelfall einen Großteil der Investitionskosten für die Errichtung der Entwässerungsanlagen - auch über einen längeren Zeitraum - vorfinanzieren müsse). - VG Frankfurt/Oder, 18.09.2009 - 5 L 10/09
Aussetzung der Vollziehung eines Grundstücksanschlusskostenbescheids
Der Widerspruch gegen den Bescheid des Antragsgegners hat bezogen auf die Grundstücksanschlusskosten bereits deshalb aufschiebende Wirkung, weil Grundstücksanschlusskosten keine öffentlichen Abgaben im Sinne des § 80 Abs. 2 Nr. 1 der Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) sind (vgl. OVG Greifswald, NVwZ-RR 2001, 401 f.; VG Potsdam, NVwZ-RR 2001, 402 f.; VGH Kassel, NVwZ-RR 1989, 329 f.; VGH München, BayVBl. 1985, 409 f.; VGH Mannheim, KStZ 1981, 134 ff.; OVG Münster, NJW 1977, 384). - VG Frankfurt/Oder, 05.07.2007 - 5 L 42/07
Vorläufiger Rechtsschutz - zur Vollziehungsaussetzung nach Widerspruch gegen …
Der Widerspruch gegen den Bescheid des Antragsgegners hat bezogen auf die Grundstücksanschlusskosten bereits deshalb aufschiebende Wirkung, weil Grundstücksanschlusskosten keine öffentlichen Abgaben im Sinne des § 80 Abs. 2 Nr. 1 der Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) sind (vgl. OVG Greifswald, NVwZ-RR 2001, 401 f.; VG Potsdam, NVwZ-RR 2001, 402 f.; VGH Kassel, NVwZ-RR 1989, 329 f.; VGH München, BayVBl. 1985, 409 f.; VGH Mannheim, KStZ 1981, 134 ff.; OVG Münster, NJW 1977, 384).
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