Rechtsprechung
| BAG, 04.12.1956 - 3 AZR 301/54 |
Zitiervorschläge
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Volltextveröffentlichungen (3)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Arbeitsentgelt: Zustimmungsbedürftigkeit der Abweichung vom Lohngefüge der Tarifordnung, Einrede der Verjährung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- ArbG Göttingen, 29.10.1953 - Ca 778/53
- LAG Niedersachsen, 02.04.1954 - 1 Sa 543/53
- BAG, 04.12.1956 - 3 AZR 301/54
Papierfundstellen
- BAGE 3, 253
- NJW 1957, 558
- DB 1957, 239
Wird zitiert von ... (5)
- BAG, 22.11.1963 - 1 AZR 17/63
Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes - Schuldhaftes Unterlassen - Hinweis auf …
a) Der Senat hat in seinem Urteil vom 24. Mai 1963 (AP Nr. 5 zu § 611 BGB Öffentlicher Dienst im Anschluß an BAG 3, 253 Z25Ö7 = AP Nr. 16 zu § 3 TO.A unter III der Grunde) den allgemeinen Grundsatz aufgestellt, daß der Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes kraft der ihm obliegenden Fürsorgepflicht gehalten ist, den Arbeitnehmer auf die zu seinen Gunsten bestehenden Versorgungsmöglichkeiten hinzuweisen. - BAG, 24.05.1963 - 1 AZR 66/62
Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes - Fürsorgepflicht - …
Dies folgt daraus, daß der Arbeitgeber im öffentlichen Dienst in aller Regel nicht voraussetzen kann, seine Bediensteten seien im vollen Umfang über die zu ihren Gunsten getroffenen Versorgungsregelungen unterrichtet (vgl. zu einem ähnlichen Pall BAG 3, 253 = AP Nr. 16 zu § 3 TO.A). - BAG, 28.05.1964 - 5 AZR 499/63
Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes - Einrede der Verjährung - Musterprozesse - …
flach § 225 BGB kann die Verjährung zwar durch Rechtsgeschäft weder ausgeschlossen noch erschwert , Q werden , Die Geltendmachung der Verjährung ist aber unzulässige Rechtsausühung, wenn der Schuldner - sei es auch nur unabsichtlich - den Gläubiger durch sein Verhalten von der rechtzeitigen Erhebung der Klage abgehalten hat (BAG 5, 94 C96'J = AP Nr, 2 zu § 198 BGB; BAG 9, 7 [15J = AP Nr" 1 zu § 209 BGB; BAG AP Nr" 2 zu § 209 BGB; BAG AP Nr" 42 zu § 3 TO"A; Hueck-Nipperdey, Lehrbuch des Arbeitsrechts, 7° Aufl", Io Bd", § 40 Amu" VIII 1, S" 290)" Die Klägerin hat insoweit vorgetragen, ihr sei ebenso wie den anderen nichtorganisierten Ärzten bekannt gewesen, daß die Präge der Vergütung des Bereitschaftsdienstes im Kosteninteresse durch Musterprozesse geklärt werden solle" Da die nichtorganisierten Ärzte von der Beklagten stets ebenso behandelt worden seien wie die organisierten Ärzte, habe sie darauf vertrauen können, daß eine allgemeine Regelung zwischen der Beklagten und den Verbänden auch auf sie angewendet werden würde" Das Landesarbeitsgericht wird - unter Umständen auf Grund einer Ergänzung des Sachvortrags der Klägerin gemäß § 139 ZPO - zu prüfen haben, ob die Beklagte durch ihr Verhalten den Eindruck er weckt hat, sie werde allen angestellten Ärzten gegenüber die Einrede der Verjährung nicht geltend machen" In diesem Zusammenhang können sowohl allgemeine Verlautbarungen der Beklagten als auch der Wortlaut der Erklärungen von Bedeutung sein, die die Beklagte einzelnen nichtorganisierten Ärzten gegenüber abgegeben hat, die eine Klage erheben wollten, sofern die Klägerin hiervon Kenntnis erhalten hat" Hätte die Beklagte einen der artigen Rechtsschein erweckt, so käme es auf ihren etwa entgegenstehenden inneren Willen nicht an" Selbst wenn sich aber in den Kreisen der beteiligten nichtorganisierten Ärzte auch ohne Zutun der Beklagten, aber für diese erkennbar, die Auffassung verbreitet hätte, es bedürfe wegen der anhängigen Musterprozesse nicht der 10 - Geltendmachung der Ansprüche seitens jedes einzelnen Arztes, da die Streitfragen auf kollektiver Ebene für alle Arbeitnehmer entschieden würden, sei es durch die Musterprozesse selbst, sei es durch besondere Vereinbarungen, so könnte sich die Beklagte nicht auf die Einrede der Verjährung berufen" Denn dann wäre die Beklagte als Arbeitgeberin des öffentlichen Dienstes kraft ihrer Eürsorgepflicht gehalten gewesen, dieser irrigen Auffassung alsbald entgegenzutreten" Die Erhebung der Einrede der Verjährung verstößt gegen Treu und Glauben, wenn der Dienstherr seine Arbeitnehmer über die ihnen zustehenden Ansprüche nicht hinreichend unterrichtet hat (BAG 3, 253 [258'J = AP Nr" 16 zu § 3 T0"A; vgl" auch BAG 14, 193 ff" = AP Nr" 5 zu § 611 BGB Öffent-, licher Dienst und das Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 22" November 1963 - 1 AZR 17/63 - AP Nr" 6 zu § 611 BGB Öffentlicher Dienst)" Zu der erforderlichen Unterrichtung der Arbeitnehmer gehört aber bei verständlichem Irrtum der Arbeitnehmer auch, daß der Dienstherr auf die Notwendigkeit von Einzelschritten zur Unterbrechung der Verjährung hinweist, wenn er demnächst die Einrede der Verjährung erheben will, obwohl er schon anderen in gleicher Lage befindlichen Ärzten, die an ihn heran traten, ohne weiteres eine Verzichtserklärung abgegeben hat". - BAG, 01.08.1958 - 1 AZR 475/55
Verwirkung - Zumutbarkeit der Leistung - Inanspruchnahme des Schuldners
Es kann nun d a h i n g e s t e l l t b l e i b e n , ob d i e dem K lä g e r n ach seinem - i n d e r R e v i s i o n s i n s t a n z a l s r i c h t i g zu u n t e r s t e l l e n d e n - V o r tr a g gegebene A u fk lä ru n g ü b e r d i e V o ra u s se tz u n g e n e i n e s A n sp ru ch s a u f B ezahlung von Ü b erstu n d e n s ic h d a h in a u s w i r k t , daß d e r K lä g e r um so e h e r V e r a n la s s u n g g e h a b t h ä t t e , m it s e in e n A nsprüchen k la g e w e is e h e r v o r z u t r e t e n , o d e r ob d e r K lä g e r z u n ä c h s t a u f d ie R i c h t i g k e i t d i e s e r B e le h ru n g v e r t r a u e n d u r f t e und ob d e s h a lb d ie Be ru fu n g des b e k l a g t e n Landes a u f e in e V erw irkung gegen T reu und Glauben v e r s t ö ß t ( v g l . in s o w e it BGH vom 30. J a n u a r 1958, V II ZR 3 3 /5 7 , a u sz u g sw e ise a b g e d ru c k t i n JR 58, 259 / z u r B erufung a u f t a r i f l i c h e A u s s c h l u ß f r i s t e n / und BAG 3, 253 -- AP H r. 16 zu § 3 TO.A m it zustim m ender Anmerkung von Neumann-Luesberg / z u r B erufung a u f d i e V e r jä h r u n g /) « Lenn b e i d e r V erw irkung kommt es n i c h t n u r a u f den Z e i t a b l a u f und a u f d as V e r h a lt e n d es G lä u b ig e r s an . - BAG, 24.06.1965 - 2 AZR 310/64
Zahlung von Dienstbezügen - Öffentlich-rechtlicher Dienstherr - Einrede der …
Die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 4- Dezember 1956 - 3 AZR 301/54 - (BAG 3, 253 = 1? Kr. 16 zu § 3 10, A) befaßt sich mit einem Erlaß7 der Deut schen Bundespost über Sprachenzulagen für rosten estellte, auf den der Arbeitgeber hätte hinv/eisen ' r/n««( 1 ln Urteil vom 24. Mai 1963 (BAG 14, 193 = A? Nr. 5 au § 611 BGB öffentlicher Dienst) wird ausgesprochen, der Arbeitgeber harte einen Angestellten darauf hinweisen müssen, daß bei ihm für andere Angestellte ein Versorgungsstock gebildet worden sei.
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