Rechtsprechung
| BFH, 29.01.1964 - II 78/60 U |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Einordnung einer Vereinbarung der allgemeinen Gütergemeinschaft als steuerbare Schenkung
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- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- BFHE 78, 532
- DB 1964, 572
- BStBl III 1964, 202
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (5)
- RFH, 29.03.1922 - VI A 61/22
Auszug aus BFH, 29.01.1964 - II 78/60 U
Nach der ständigen Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs kann in der Vereinbarung der allgemeinen Gütergemeinschaft ein schenkungsteuerpflichtiger Vorgang liegen, er muß es aber nicht (vgl. Urteile des Reichsfinanzhofs I a A 8/21 vom 18. Februar 1921, Slg. Bd. 5 S. 72, 74; VI A 61/22 vom 29. März 1922, Slg. Bd. 9 S. 9; I e A 350/30 vom 2. Dezember 1930, Slg. Bd. 27 S. 324, 330; I e A 56/31 vom 7. Juli 1931, RStBl 1931 S. 675).Steuerpflichtig ist ein derartiger Vorgang, da er mehrere Wirkungen erzeugt, nur dann, wenn die Eheleute den Vertrag deshalb geschlossen haben, um den einen Ehegatten zu bereichern (vgl. Urteil des Reichsfinanzhofs VI A 61/22 vom 29. März 1922, Slg. Bd. 9 S. 9, 13), um also schon erbrechtliche Wirkungen herbeizuführen.
Wie der Reichsfinanzhof schon im Urteil VI A 61/22 vom 29. März 1922 (Slg. Bd. 9 S. 9, 13) bemerkt hat, können gerade für einen Kaufmann Überlegungen der Kreditwürdigkeit für den Güterstand der allgemeinen Gütergemeinschaft sprechen.
- BayObLG, 14.11.1951 - RReg. III 305/51
Rechtsmittelbeschränkung
Auszug aus BFH, 29.01.1964 - II 78/60 U
Der Bundesfinanzhof hat sich dieser Ansicht angeschlossen (Entscheidung III 305/51 vom 26. September 1952, Deutsche Verkehrsteuer-Rundschau 1953 S. 107).Dagegen ist dem Finanzgericht zuzugeben, daß dieser Sachverhalt in Verbindung mit dem Zeitpunkt, in dem der Güterrechtsvertrag abgeschlossen wird, in dem Sinne bedeutsam werden kann, als eine Vereinbarung vor oder alsbald nach der Eheschließung dafür spricht, daß die Ehegatten die güterrechtlichen Wirkungen des Vertrages herbeiführen wollen, während ein Vertragsabschluß nach Ausscheiden aus dem Erwerbsleben oder gar zu einem Zeitpunkt, an dem der Tod des Ehegatten mit dem höheren Vermögen zu befürchten ist, darauf schließen lassen könnte, daß die Ehegatten vor allem die Herbeiführung der erbrechtlichen Wirkungen der Vereinbarung beabsichtigt haben (vgl. Urteil des Reichsfinanzhofs I e A 56/31 vom 7. Juli 1931, RStBl 1931 S. 675, und Urteil des Bundesfinanzhofs III 305/51 vom 26. September 1952, Deutsche Verkehrsteuer-Rundschau 1953 S. 107).
- RG, 22.11.1915 - IV 176/15
Gütergemeinschaft. Schenkung
Auszug aus BFH, 29.01.1964 - II 78/60 U
Reichsfinanzhof und Bundesfinanzhof befinden sich in der Annahme, in der Vereinbarung der allgemeinen Gütergemeinschaft könne eine Schenkung (freigebige Zuwendung) liegen, im Einklang mit der Rechtsprechung der Zivilgerichte (vgl. Urteil des Reichsgerichts IV 176/15 vom 22. November 1915, Entscheidungen des Reichsgerichts in Zivilsachen Bd. 87 S. 301; Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg vom 22. März 1915, Rechtsprechung der Oberlandesgerichte Bd. 32 S. 78, und Urteile des Oberlandesgerichts Nürnberg 3 U 206/52 vom 22. September 1953, Deutsche Notar-Zeitschrift 1955 S. 202, und 2 W 162/59 vom 30. September 1959, Ehe und Familie 1960 S. 150).Wie schon das Reichsgericht in seinem Urteil IV 176/15 vom 22. November 1915 (Entscheidungen des Reichsgerichts in Zivilsachen Bd. 87 S. 301, 304) entschieden hat, stellt die große Verschiedenheit der zusammengebrachten beiderseitigen Vermögensmassen nicht schon an sich eine Schenkung dar.
- RFH, 02.12.1930 - I e A 350/30
Auszug aus BFH, 29.01.1964 - II 78/60 U
Nach der ständigen Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs kann in der Vereinbarung der allgemeinen Gütergemeinschaft ein schenkungsteuerpflichtiger Vorgang liegen, er muß es aber nicht (vgl. Urteile des Reichsfinanzhofs I a A 8/21 vom 18. Februar 1921, Slg. Bd. 5 S. 72, 74; VI A 61/22 vom 29. März 1922, Slg. Bd. 9 S. 9; I e A 350/30 vom 2. Dezember 1930, Slg. Bd. 27 S. 324, 330; I e A 56/31 vom 7. Juli 1931, RStBl 1931 S. 675). - OLG Nürnberg, 30.09.1959 - 2 W 162/59
Auszug aus BFH, 29.01.1964 - II 78/60 U
Reichsfinanzhof und Bundesfinanzhof befinden sich in der Annahme, in der Vereinbarung der allgemeinen Gütergemeinschaft könne eine Schenkung (freigebige Zuwendung) liegen, im Einklang mit der Rechtsprechung der Zivilgerichte (vgl. Urteil des Reichsgerichts IV 176/15 vom 22. November 1915, Entscheidungen des Reichsgerichts in Zivilsachen Bd. 87 S. 301; Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg vom 22. März 1915, Rechtsprechung der Oberlandesgerichte Bd. 32 S. 78, und Urteile des Oberlandesgerichts Nürnberg 3 U 206/52 vom 22. September 1953, Deutsche Notar-Zeitschrift 1955 S. 202, und 2 W 162/59 vom 30. September 1959, Ehe und Familie 1960 S. 150).
- BGH, 10.07.1975 - II ZR 154/72
OHG zwischen Ehegatten in Gütergemeinschaft
Daraus ergibt sich, daß der Abschluß eines solchen Ehevertrages auch bei großer Verschiedenheit der beiderseitigen Vermögensverhältnisse im allgemeinen nicht als Schenkung anzusehen ist (RG Recht 1908 Nr. 2549; BayObLGZ Bd. IX (1909), 603, 614; OLG Augsburg, LZ 1919, 117, 118;… OLG Nürnberg, Urt. v. 22.9.53 DNotZ 1955, 202 u. Beschl. v. 30.9.59, FamRZ 1960, 150; BFHE 78, 532, 533; BFHE 86, 314;… BGB RGRK 10./11. Aufl. § 1408 Anm. 72;… Soergel/Gaul a.a.O. § 1408 Anm. 21;… Dölle a.a.O. § 43 C IV 3;… Gernhuber a.a.O. § 32 I 6 S. 322). - BFH, 28.11.1967 - II 72/63
Scheidungsvereinbarung - Unterhalt - Scheidungsurteil - Unterhaltspflicht - …
Vielmehr kann ohne Rücksicht darauf, ob eine Gegenleistung feststellbar ist oder nicht, in einer vor Scheidung der Ehe abgeschlossenen Unterhaltsvereinbarung (§ 72 EheG) -- ebenso wie in der Vereinbarung der allgemeinen Gütergemeinschaft (dazu BFH-Urteile II 78/60 U vom 29. Januar 1964, BFH 78, 532; BStBl III 1964, 202; II 1/61 vom 6. Mai 1964, HFR 1964 Nr. 360, 397; II 159/63 vom 25. Mai 1966, BFH 86, 314, BStBl III 1966, 521, mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur zum bürgerlichen Recht) -- nur in Sonderfällen eine Schenkung im Sinne des bürgerlichen Rechts gesehen werden. - BFH, 25.05.1966 - II 159/63 Wie der erkennende Senat bereits in dem Urteil II 78/60 U vom 29. Januar 1964 (BStBl 1964 III S. 202, Slg. Bd. 78 S. 532) ausgesprochen hat, kann in der Vereinbarung der allgemeinen Gütergemeinschaft nur in Sonderfällen eine steuerbare Schenkung (§ 3 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG) oder andere freigebige Zuwendung unter Lebenden (§ 3 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG) gesehen werden (vgl. auch Urteil des Senats II 1/61 vom 6. Mai 1964, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung -- HFR -- 1964 Nr. 360 S. 397) Ein solcher Sonderfall ist hier nicht gegeben.
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