Rechtsprechung
| BFH, 27.04.1966 - II 10/63 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Übertragung der Verwertungsbefugnis an einem Gebäude auf den Eigentümer des Grund und Bodens, das der Benutzer des fremden Grund und Bodens ausgebaut hat - Errichtung in Abgrenzung zu Ausbau eines Gebäudes - Frage der grunderwerbsteuerrechtlichen Zurechnung - Enstehen ...
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Papierfundstellen
- BFHE 85, 477
- DB 1966, 1459
- BStBl III 1966, 427
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (6)
- BFH, 08.12.1965 - II 148/62 U
Verwertungsbefugnis an einem eingebrachten Grundstück in eine …
Auszug aus BFH, 27.04.1966 - II 10/63
Der Senat hat auch in neuerer Zeit ständig entschieden, daß die Befugnis zur Verwertung eines Grundstücks - entsprechend also auch eines Gebäudes im Sinne des § 2 Abs. 2 Ziff. 3 GrEStG - über die einem Pächter (Mieter, Entleiher) eingeräumten Besitz- und Nutzungsrechte hinaus dem Berechtigten Einwirkungsmöglichkeiten auf den ganzen Substanzwert des Grundstücks gewähren müssen (Urteile des Senats II 60/60 U vom 27. Januar 1965 zu II 2, BFH 82, 51; BStBl III 1965, 265; II 148/62 U vom 8. Dezember 1965, BStBl III 1966, 148).Da aber W. nach den Gesamtumständen des Einzelfalles (vgl. Urteil des Senats II 60/60 U vom 27. Januar 1965 und II 148/62 U vom 8. Dezember 1965, a.a.O.) selbst eine Verwertungsbefugnis im Sinne des § 1 Abs. 2 GrEStG an dem streitigen Gebäude nicht erworben hatte, konnte er eine solche auch nicht an die Stpfl. (zurück)übertragen.
- BGH, 31.10.1952 - V ZR 36/51
Behelfsheim auf fremdem Grundstück
Auszug aus BFH, 27.04.1966 - II 10/63
Auf Grund dieser Vereinbarungen konnte W. auch an den Ein- bzw. Umbauten am ursprünglichen Gebäude, bzw. an dem Werkstattgebäude selbst keine Verwertungsbefugnis gemäß § 1 Abs. 2 GrEStG erwerben (vgl. insoweit auch, allerdings wiederum zur Zurechnung gemäß § 80 Abs. 1 der Reichsabgabenordnung 1919 = § 11 Ziff. 4 StAnpG, RFH-Urteil III A 10/28 vom 31. Januar 1930, RStBl 1930 S. 184; ferner Urteil des Bundesgerichtshofs V ZR 36/51 vom 31. Oktober 1952, Entscheidungen des Bundesgerichtshofs in Zivilsachen Bd. 8 S. 1 ff., 5, 6). - BFH, 27.01.1965 - II 60/60 U
Einräumung eines Ankaufsrechts als grunderwerbsteuerbarer Erwerbsvorgang - …
Auszug aus BFH, 27.04.1966 - II 10/63
Der Senat hat auch in neuerer Zeit ständig entschieden, daß die Befugnis zur Verwertung eines Grundstücks - entsprechend also auch eines Gebäudes im Sinne des § 2 Abs. 2 Ziff. 3 GrEStG - über die einem Pächter (Mieter, Entleiher) eingeräumten Besitz- und Nutzungsrechte hinaus dem Berechtigten Einwirkungsmöglichkeiten auf den ganzen Substanzwert des Grundstücks gewähren müssen (Urteile des Senats II 60/60 U vom 27. Januar 1965 zu II 2, BFH 82, 51; BStBl III 1965, 265; II 148/62 U vom 8. Dezember 1965, BStBl III 1966, 148).
- BFH, 18.01.1956 - II 87/55 U
Begriff der Verwertungsbefugnis - Möglichkeit der Verwertung eines inländisches …
Auszug aus BFH, 27.04.1966 - II 10/63
Unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs (RFH)-Urteil II 161/41 vom 1. April 1943, RStBl 1943 S. 612, Slg.Bd. 53 S. 90 - nicht: S. 64 - und des Bundesfinanzhofs (BFH) - Urteil II 87/55 U vom 18. Januar 1956, BFH 62, 248; BStBl III 1956, 92 - vertrat es ebenfalls die Auffassung, daß durch den Vergleich vom 19. April 1960 mit Besitzübertragung gegen Ablösung der Gegenansprüche die Stpfl. die wirtschaftliche Verwertungsbefugnis erlangt habe. - BFH, 23.05.1952 - III 62/52 U
Wirtschaftliches Eigentum eines Pächters einer Bauparzelle - Wirtschaftliches …
Auszug aus BFH, 27.04.1966 - II 10/63
Wird ein bereits bestehendes (vom Eigentümer des Grund und Bodens selbst errichtetes) Gebäude z.B. auf Grund eines schuldrechtlichen Nutzungsvertrags (Miete, Pacht, Leihe) durch den Nutzenden lediglich verändert (z.B. durch Aus-, Ein-, Um- oder Zubau), so wird sich an den steuerrechtlichen Zurechnungsverhältnissen in der Regel nichts ändern (vgl. auch Gierschmann, Der Betriebs-Berater 1953 S. 172; Baltzer, Steuer und Wirtschaft 1953 Sp. 651, 657, und zum Grundsätzlichen BFH-Urteil III 62/52 U vom 23. Mai 1952, BFH 56, 492; BStBl III 1952, 190). - RFH, 30.11.1933 - III A 131/33
Auszug aus BFH, 27.04.1966 - II 10/63
Darf ein Nutzender das Gebäude schon vor oder auch nach Ablauf der Nutzungszeit abreißen, so spricht dies für seine Verwertungsbefugnis (vgl. insoweit auch, allerdings zur Zurechnung gemäß § 80 Abs. 1 AO 1919 =§ 11 Ziff. 4 StAnpG, RFH-Urteil III A 131/33 vom 30. November 1933 zu 2., RStBl 1934 S. 166).
- BFH, 10.03.1970 - II R 135/68
Gebäude auf fremdem Boden - Verwertung auf eigene Rechnung - Ertragsteuerliche …
Die buchmäßige, bilanzmäßige und steuerliche Behandlung kann nur ein Indiz dafür sein, daß der Gesellschaft der Substanzwert des Grundstückes -- also die Möglichkeit, das Grundstück bzw. das Gebäude (das dadurch ggf. erst im Sinne des § 2 Abs. 2 Nr. 3 GrEStG zu einem solchen auf fremdem Boden wird) auf eigene Rechnung zu verwerten -- zugewandt ist, daß sie also das Gebäude nicht nur besitzt und nutzt (und dafür die Lasten trägt), sondern auch die Wertsteigerungen und Wertminderungen des Grundstückes oder Gebäudes der Gesellschaft und nur vermittels des Gesellschaftsverhältnisses den einzelnen Gesellschaftern zugute kommen, also im Innenverhältnis wie Eigentum der Gesellschaft behandelt werden (Urteile II 60/60 U vom 27. Januar 1965, BFH 82, 51, BStBl III 1965, 265; II 148/62 U vom 8. Dezember 1965, BFH 84, 411, BStBl III 1966, 148; III 171/63 vom 11. Mai 1966, BFH 86, 252, BStBl III 1966, 400; vgl. auch Urteil II 10/63 vom 27. April 1966, BFH 85, 477, BStBl III 1966, 427). - BFH, 24.04.1969 - V 176/64
Verschaffung der Verfügungsmacht - Fabrikationsunternehmer - Fremder Grund und …
Die wirtschaftliche Verwertungsbefugnis im Sinne dieser Vorschrift muß aber "über die einem Pächter (Mieter, Entleiher) eingeräumten Besitz- und Nutzungsrechte hinaus dem Berechtigten Einwirkungsmöglichkeiten auf den ganzen Substanzwert des Grundstücks gewähren" (BFH-Entscheidung II 10/63 vom 27. April 1966, BFH 85, 477, BStBl III 1966, 427, und die dort zitierte Rechtsprechung). - FG Hamburg, 30.09.2004 - III 599/01
Grunderwerbsteuer: Erwerb der Verwertungsbefugnis durch GbR-Beitritt
a) Zwar genügt dafür eine Besitz- oder Nutzungsberechtigung wie die eines Mieters selbst auf Dauer nicht (BFH vom 27. Januar 1965, II 60/60 U, BFHE 82, 51, BStBl III 1965, 265), auch nicht in Verbindung mit einer Berechtigung zum Ausbau (BFH vom 27. April 1966, II 10/63, BFHE 85, 477, BStBl III 1966, 427).
- BFH, 20.06.1967 - II 139/63
Wegfall des steuerbegünstigenden Zweckes beim Erwerber bei Errichtung der Wohnung …
Deshalb konnte das FG auch zu dem weiteren Ergebnis kommen, daß der Baukaufmann K. die Verwertungsbefugnis an den Gebäuden im Sinne des § 1 Abs. 2 GrESWG nicht besessen hat, da er die Möglichkeit der Einwirkung auf die Grundstückssubstanz und den Vorteil etwaiger Wertsteigerungen nicht hatte, wie sie der Senat zur Bejahung der Verwertungsbefugnis fordert (vgl. insoweit II 148/62 U vom 8. Dezember 1965, BFH 84, 411, BStBl III 1966, 148; II 10/63 vom 27. April 1966, BFH 85, 477, BStBl III 1966, 427). - FG Düsseldorf, 02.06.1999 - 7 K 7529/92
Verwertungsbefugnis an Gebäude auf fremdem Grund und Boden
Dazu muß der Inhaber eines solchen Rechts nämlich zusätzlich die Möglichkeit haben, sich den wirtschaftlichen Wert eines Gebäudes nutzbar zu machen und seine Nutzungsbefugnisse müssen denen des Eigentümers gleichen (vergl. dazu auch das Urteil des BFH vom 29. Juli 1998 - II R 71/96, Sammlung amtlich nicht veröffentlichter Entscheidungen des BFH 1999, 517), das heißt, er muß auch das Recht haben, in die Substanz des Gebäudes einzugreifen, es ggf. sogar abzubrechen (vergl. dazu Fischer in Boruttau, Kommentar zum GrEStG , 14. Auflage, § 1 Tz 786 mit Hinweis auf das Urteil des BFH vom 27. April 1966 - II 10/63, BStBl III 1966, 427). - BFH, 07.03.1967 - II 100/64
Gegenleistung bei Erwerb eines Grundstücks durch einen eingetragenen Verein, wenn …
In dem Urteil II 10/63 vom 27. April 1966 (BFH 85, 477, BStBl III 1966, 427) bat der Senat bereits bemerkt, daß nur ausnahmsweise - jeweils unter Würdigung aller Umstände des Falles - dann davon gesprochen werden kann, der auf Grund eines schuldrechtlichen Nutzungsvertrags Nutzende habe ein Gebäude auf fremden Grund und Boden selbst errichtet, wenn das Gebäude durch die Baumaßnahmen nach Art und Umfang derart umgestaltet worden ist, daß das Gebäude nunmehr praktisch als Neubau zu bezeichnen ist.
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