Rechtsprechung
| BFH, 11.02.1976 - II R 78/67 |
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Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer (Leitsatz)
Gesellschaftsverhältnis - Rechtsanspruch auf Leistung - Gesetzlicher Besteuerungstatbestand - Nachweis - Zweck-Willens-Theorie - Gesellschaftssteuer - Leistungsaustausch - Austauschvertrag - Kapitalgesellschaft - Führung auf Rechnung der Gesellschafter
Papierfundstellen
- BFHE 122, 545
- DB 1977, 1881
- BStBl II 1977, 772
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (22)
- BFH, 08.10.1975 - II R 94/70
Rechtspflicht - Im Gesellschaftsverhältnis begründete Verpflichtung - Eignung …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 78/67
Nur eine Rechtspflicht kann iS des § 2 (Abs. 1) Nr. 2 KVStG eine "im Gesellschaftsverhältnis begründete Verpflichtung" darstellen (Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 8. Oktober 1975 II R 94/70 , BFHE 117, 109 , BStBl II 1976, 24 ).Es ist dagegen offenbar tatbestandswidrig, unter dem Postulat einer bloßen "Theorie" auch solche Leistungen in § 2 (Abs. 1) Nr. 2 KVStG einzubeziehen, auf die die steuerpflichtige Kapitalgesellschaft keinen Rechtsanspruch hat (BFH-Urteil vom 8. Oktober 1975 II R 94/70 , BFHE 117, 109 , BStBl II 1976, 24 ).
In Ermangelung einer bürgerlichen Rechtspflicht zu Nachschüssen kann auch gesellschaftsteuerrechtlich eine solche nicht unterstellt werden (BFH-Urteil II R 94/70 ; vgl Urteil vom 3. Dezember 1969 II 162/65, BFHE 98, 59 (67), BStBl II 1970, 279).
b) Unter dem Aspekt des Grundgeschäfts ist auch die weitere tatbestandserhebliche Frage zu beantworten, ob die Leistungen geeignet sind, den Wert der Gesellschaftsrechte zu erhöhen (vgl BFH-Urteile vom 14. März 1967 II 40/62, BFHE 88, 427 (431), BStBl III 1967, 423; II R 94/70 ).
- BFH, 11.06.1975 - II R 131/66
Besteuerung der Ergebnisabführung - Ergebnisübernahmevertrag - …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 78/67
c) Ein Vertrag, zufolge dessen der oder die Gesellschafter vorweg sämtliche Geschäftsergebnisse einer Kapitalgesellschaft oder nur deren negative Geschäftsergebnisse zu übernehmen haben, ist kein Vertrag über den Austausch von Leistungen, der - sofern und soweit er in Leistung und Gegenleistung ausgeglichen wäre - die Entstehung einer Gesellschaftsteuer ausschließen könnte (vgl BFH-Urteile vom 8. November 1967 II 176/61, BFHE 91, 172, (180), BStBl II 1968, 213; vom 12. April 1972 II 37/63, BFHE 106, 123 (124), BStBl II 1972, 714; vom 27. November 1974 II R 109/72 , BFHE 114, 445 , BStBl II 1975, 265 ; vom 11. Juni 1975 II R 131/66, BFHE 116, 405 , BStBl II 1975, 831 ).Noch weniger können für die gesellschaftsteuerrechtliche Beurteilung die Geschäfte einer Kapitalgesellschaft mit der Wirkung im ganzen "für Rechnung" ihrer Gesellschafter geführt werden, daß eine im übrigen tatbestandsmäßige Kapitalzuführung von einem, mehreren oder allen Gesellschaftern an die Gesellschaft nicht der Steuer unterläge (vgl unter Berücksichtigung des § 4 KVStG BFH-Urteil II R 131/66, BFHE 116, 405 (406), BStBl II 1975, 831 ).
Eine "Vergütung", welche schlechthin nur auf die Geschäftsergebnisse der Klägerin abstellte, zeigt, daß der ihr zugrunde liegende Vertrag nicht auf den Austausch bestimmter Leistungen und Gegenleistungen (und gegebenenfalls die Bestimmung ihres Preises oder Lohnes) gerichtet ist, sondern auf eine gesellschaftsteuerrechtlich nicht entlastende Führung der Kapitalgesellschaft selbst für unmittelbare Rechnung der Gesellschafter (vgl Urteil vom 11. Juni 1975 II R 131/66, BFHE 116, 405 (406), BStBl II 1975, 831 ).
- BFH, 14.03.1967 - II 40/62
Gesellschaftssteuerpflicht bei einheitlichen Ausstauschverträgen zwischen …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 78/67
b) Unter dem Aspekt des Grundgeschäfts ist auch die weitere tatbestandserhebliche Frage zu beantworten, ob die Leistungen geeignet sind, den Wert der Gesellschaftsrechte zu erhöhen (vgl BFH-Urteile vom 14. März 1967 II 40/62, BFHE 88, 427 (431), BStBl III 1967, 423; II R 94/70 ).Dabei braucht es sich nicht um Kommissionsverhältnisse zu handeln; auch einem Eigenhändler können im Rahmenvertrag - nicht auf ein Einzelgeschäft, sondern auf den Rahmen einer Vielzahl von Geschäften bezogene - Leistungen zugesagt sein, die sich im Gesamtsaldo der abzuwickelnden Geschäfte als Wertausgleich eines Austauschgeschäftes darstellen (vgl Urteil vom 14. März 1967 II 40/62, BFHE 88, 427 (431), BStBl III 1967, 423).
Ein bloßer "wirtschaftlicher Zusammenhang" dieser Geschäfte mit dem Verkaufsgeschäft reicht jedoch nicht aus (vgl Urteil vom 14. März 1967 II 40/62, BFHE 88, 427 (431), BStBl III 1967, 423, hinsichtlich der sogenannten Delegiertengehälter).
- RFH, 26.10.1932 - II A 666/31
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 78/67
a) Die dieser Auffassung entgegenstehende sogenannte Zweck-Willens-Theorie beruht weitgehend auf einer Fehlinterpretation des Urteils des Reichsfinanzhofs (RFH) vom 26. Oktober 1932 II A 666/31 (RFHE 32, 145).Wohl aber ist es - wie bereits in dem Urteil des Reichsfinanzhofs vom 26. Oktober 1932 II A 666/31 (RFHE 32, 145 (152), RStBl 1933, 60) anerkannt wurde - gesellschaftsteuerrechtlich beachtlich, wenn die Gesellschaft einzelne Geschäfte nicht für eigene Rechnung, sondern kraft Vertrags mit dem oder den Gesellschaftern für dessen oder deren Rechnung besorgt (vgl RFH-Urteile vom 12. April 1935 II A 477/33, RFHE 37, 302, RStBl 1935, 748; vom 31. Oktober 1935 II A 422/34, RStBl 1935, 1518).
e) Weiter reicht auch die Einschränkung des Urteils vom 26. Oktober 1932 II A 666/31 nicht, daß sich der oder die Gesellschafter der Gesellschaft als "Treuhänderin" oder Kommissionärin nur für einzelne Angelegenheiten außerhalb des dieses gesetzten Zwecks bedienen könne (RFHE 32, 145 (152)).
- BFH, 08.11.1967 - II 176/61
Tochtergesellschaft - Übernahme der Verluste - Organmutter - Organverhältnis - …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 78/67
b) Zwar ist die aus einem Ergebnisabführungsvertrag folgende Pflicht des herrschenden Gesellschafters zur Verlustdeckung im Sinne des § 2 (Abs. 1) Nr. 2 KVStG als "eine im Gesellschaftsverhältnis begründete Verpflichtung" zu würdigen (BFH-Urteil vom 8. November 1967 II 176/61, BFHE 91, 172 (175ff), BStBl II 1968, 213).c) Ein Vertrag, zufolge dessen der oder die Gesellschafter vorweg sämtliche Geschäftsergebnisse einer Kapitalgesellschaft oder nur deren negative Geschäftsergebnisse zu übernehmen haben, ist kein Vertrag über den Austausch von Leistungen, der - sofern und soweit er in Leistung und Gegenleistung ausgeglichen wäre - die Entstehung einer Gesellschaftsteuer ausschließen könnte (vgl BFH-Urteile vom 8. November 1967 II 176/61, BFHE 91, 172, (180), BStBl II 1968, 213; vom 12. April 1972 II 37/63, BFHE 106, 123 (124), BStBl II 1972, 714; vom 27. November 1974 II R 109/72 , BFHE 114, 445 , BStBl II 1975, 265 ; vom 11. Juni 1975 II R 131/66, BFHE 116, 405 , BStBl II 1975, 831 ).
- BFH, 25.05.1971 - II R 38/70
Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft - Verpflichtung untereinander - …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 78/67
Damit ist aber nur eine nach bürgerlichem Recht gegebene Rechtspflicht als eine im gesellschaftsteuerrechtlichen Sinne "im Gesellschaftsverhältnis begründete" qualifiziert worden, weil "die Verlustdeckungspflicht des beherrschenden Gesellschafters die Kehrseite seines Rechtes ist, die Ergebnisse der Gesellschaft abzusaugen" (BFH-Urteil vom 25. Mai 1971 II R 38/70 , BFHE 103, 355 (356), BStBl II 1971, 786 ).Da die Steuerschuld mit der tatbestandsmäßigen Leistung (§ 3 Abs. 1 des Steueranpassungsgesetzes - StAnpG -), nicht schon mit dem Entstehen der Leistungspflicht entsteht (BFH-Urteil vom 25. Mai 1971 II R 38/70 , BFHE 103, 355 , BStBl II 1971, 786 ; vgl BFH-Urteile vom 17. März 1970 II 64/62, BFHE 99, 393 (396ff), BStBl II 1970, 702 und vom 24. Juli 1972 II R 69/71 , BFHE 107, 58 , BStBl II 1972, 907 ), und Erfüllungsgeschäfte ein Verpflichtungsgeschäft voraussetzen, bedeutet dies, daß die Verpflichtung zur tatbestandsgemäßen Leistung freiwillig begründet sein muß (vgl BFH-Urteile vom 2. Dezember 1969 II R 144/66, BFHE 98, 2 (5), BStBl II 1970, 330, und vom 21. April 1970 II 206/65, BFHE 99, 498 , (499), BStBl II 1970, 689 ).
- BFH, 02.12.1969 - II R 144/66
Vorbescheid - Verfahrensbeteiligter - Antrag auf mündliche Verhandlung - …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 78/67
e) Eine "im Gesellschaftsverhältnis begründete Verpflichtung" ergibt sich nicht daraus, daß die Gesellschafter der Klägerin unter sich übereingekommen sind, die der Besteuerung unterworfenen Beträge zu leisten (vgl BFH-Urteil vom 2. Dezember 1969 II R 144/66, BFHE 98, 2 (4f), BStBl II 1970, 330).Da die Steuerschuld mit der tatbestandsmäßigen Leistung (§ 3 Abs. 1 des Steueranpassungsgesetzes - StAnpG -), nicht schon mit dem Entstehen der Leistungspflicht entsteht (BFH-Urteil vom 25. Mai 1971 II R 38/70 , BFHE 103, 355 , BStBl II 1971, 786 ; vgl BFH-Urteile vom 17. März 1970 II 64/62, BFHE 99, 393 (396ff), BStBl II 1970, 702 und vom 24. Juli 1972 II R 69/71 , BFHE 107, 58 , BStBl II 1972, 907 ), und Erfüllungsgeschäfte ein Verpflichtungsgeschäft voraussetzen, bedeutet dies, daß die Verpflichtung zur tatbestandsgemäßen Leistung freiwillig begründet sein muß (vgl BFH-Urteile vom 2. Dezember 1969 II R 144/66, BFHE 98, 2 (5), BStBl II 1970, 330, und vom 21. April 1970 II 206/65, BFHE 99, 498 , (499), BStBl II 1970, 689 ).
- BFH, 04.03.1965 - I 249/61 S
Ermittlung des Einkommens von Organ und Organträger - Gewährung einer …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 78/67
Demzufolge bleiben selbst bei der körperschaftsteuerrechtlichen Behandlung der Organschaft mit Ergebnisausgleich Beträge übrig, die sich der Zurechnung auf den Organträger entziehen (BFH-Urteile vom 4. März 1965 I 249/61 S, BFHE 82, 233 (239), BStBl III 1965, 329; vom 17. November 1966 I 280/63, BFHE 87, 253 (256ff), BStBl III 1967, 118; vom 13. Januar 1970 I 161/66, BFHE 98, 165 (166f), BStBl II 1970, 346 ). - BFH, 16.06.1970 - II 95/64
Einbringung von Anteilen eines Miterben in verschiedene Gesellschaften bei …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 78/67
Denn nur für den letztgenannten Bereich konnte sie, sofern entsprechende Vereinbarungen vorlagen, einen Preis oder Werklohn verlangen, und nur für diesen Bereich kann die Frage auftreten, ob sie etwa zu einer den Wert ihrer Leistung übersteigenden Gegenleistung vergütet wurde und inwieweit ihre eigene Leistung im Gegenstandsbegriff des § 2 Nr. 4 Buchst d KVStG 1959 unterzubringen ist (vgl BFH-Urteile vom 16. Juni 1970 II 95-96/64, BFHE 99, 413 (419f), BStBl II 1970, 690; vom 10. November 1971 II 152/65, BFHE 104, 252 , BStBl II 1972, 226 ). - BFH, 17.11.1966 - I 280/63
Übernahme eines Verlustes einer GmbH nicht mit steuerlicher Wirkung zu Lasten des …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 78/67
Demzufolge bleiben selbst bei der körperschaftsteuerrechtlichen Behandlung der Organschaft mit Ergebnisausgleich Beträge übrig, die sich der Zurechnung auf den Organträger entziehen (BFH-Urteile vom 4. März 1965 I 249/61 S, BFHE 82, 233 (239), BStBl III 1965, 329; vom 17. November 1966 I 280/63, BFHE 87, 253 (256ff), BStBl III 1967, 118; vom 13. Januar 1970 I 161/66, BFHE 98, 165 (166f), BStBl II 1970, 346 ). - BFH, 27.11.1974 - II R 109/72
Gegenseitige Forderungen - Gesellschaft - Laufende Geschäftsbeziehung - Zinsen - …
- BFH, 12.04.1972 - II 37/63
Gesellschaftsteuerpflicht - Freiwillige Leistung - Ergebnisübernahmevertrag
- BFH, 13.01.1970 - I R 161/66
Aufwendungen - Spenden - Abzugsfähigkeit - Organschaft mit …
- BFH, 10.11.1971 - II 152/65
Überlassung von Gegenständen - Kapitalgesellschaft - Güterfernverkehrsgenehmigung …
- RFH, 12.04.1935 - II A 477/33
- BFH, 03.12.1969 - II 162/65
Darlehnsgeber als Gesellschafter - Zeitpunkt der Hingabe - Voraussetzungen der …
- BFH, 02.02.1972 - II R 10/67
Bargründung - Gegenleistung - Erwerb der Gesellschaftsrechte - GmbH - Eintragung …
- BFH, 24.07.1972 - II R 69/71
Erwerb von Kommanditanteilen - Gründung einer Kommanditgesellschaft - Persönlich …
- BFH, 21.04.1970 - II 206/65
Verpflichtung zur Abführung des Abwicklungsgewinns durch Ergebnisabführverträge
- BFH, 08.03.1972 - II R 2/71
Wirtschaftsprüfer - Zustellung gegen Empfangsbekenntnis - Organschaft - …
- BFH, 17.03.1970 - II 64/62
Vorläufiger Steuerbescheid - Rechtsgeschäftliche Verpflichtung - …
- BFH, 07.05.1968 - II 94/62
Verlustübernahme, die auf einem Organverhältnis mit Ergebnisabführungsvertrag …
- BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Gesellschaftsverhältnis - Rechtsanspruch auf Leistung - Gesetzlicher …
weitere Verbundverfahren: BFH - 11.02.1976 - AZ: II R 77/67 BFH - 11.02.1976 - AZ: II R 78/67. - BFH, 11.02.1976 - II R 77/67
Gesellschaftsverhältnis - Rechtsanspruch auf Leistung - Gesetzlicher …
weitere Verbundverfahren: BFH - 11.02.1976 - AZ: II R 78/67.
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Rechtsprechung
| BFH, 11.02.1976 - II R 76 bis 78/67, II R 76/67, II R 77/67, II R 78/67 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Gesellschaftsverhältnis - Rechtsanspruch auf Leistung - Gesetzlicher Besteuerungstatbestand - Nachweis - Zweck-Willens-Theorie - Gesellschaftssteuer - Leistungsaustausch - Austauschvertrag - Kapitalgesellschaft - Führung auf Rechnung der Gesellschafter
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- BFHE 122, 545
- DB 1977, 1881
- BStBl II 1977, 772
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (24)
- BFH, 08.10.1975 - II R 94/70
Rechtspflicht - Im Gesellschaftsverhältnis begründete Verpflichtung - Eignung …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Nur eine Rechtspflicht kann im Sinne des § 2 (Abs. 1) Nr. 2 KVStG eine "im Gesellschaftsverhältnis begründete Verpflichtung" darstellen (Urteil des BFH vom 8. Oktober 1975 II R 94/70, BFHE 117, 109, BStBl II 1976, 24).Es ist dagegen offenbar tatbestandswidrig, unter dem Postulat einer bloßen "Theorie" auch solche Leistungen in § 2 (Abs. 1) Nr. 2 KVStG einzubeziehen, auf die die steuerpflichtige Kapitalgesellschaft keinen Rechtsanspruch hat (BFH-Urteil vom 8. Oktober 1975 II R 94/70, BFHE 117, 109, BStBl II 1976, 24).
In Ermangelung einer bürgerlichen Rechtspflicht zu Nachschüssen kann auch gesellschaftsteuerrechtlich eine solche nicht unterstellt werden (BFH-Urteil II R 94/70; vgl. Urteil vom 3. Dezember 1969 II 162/65, BFHE 98, 59 [67], BStBl II 1970, 279).
Unter dem Aspekt des Grundgeschäfts ist auch die weitere tatbestandserhebliche Frage zu beantworten, ob die Leistungen geeignet sind, den Wert der Gesellschaftsrechte zu erhöhen (vgl. BFH-Urteile vom 14. März 1967 II 40/62, BFHE 88, 427 [431], BStBl III 1967, 423; II R 94/70,).
- BFH, 11.06.1975 - II R 131/66
Besteuerung der Ergebnisabführung - Ergebnisübernahmevertrag - …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Ein Vertrag, zufolge dessen der oder die Gesellschafter vorweg sämtliche Geschäftsergebnisse einer Kapitalgesellschaft oder nur deren negative Geschäftsergebnisse zu übernehmen haben, ist kein Vertrag über den Austausch von Leistungen, der - sofern und soweit er in Leistung und Gegenleistung ausgeglichen wäre - die Entstehung einer Gesellschaftsteuer ausschließen könnte (vgl. BFH-Urteile vom 8. November 1967 II 176/61, BFHE 91, 172 [180], BStBl II 1968, 213; vom 12. April 1972 II 37/63, BFHE 106, 123 [124], BStBl II 1972, 714; vom 27. November 1974 II R 109/72, BFHE 114, 445, BStBl II 1975, 265; vom 11. Juni 1975 II R 131/66, BFHE 116, 405, BStBl II 1975, 831).Noch weniger können für die gesellschaftsteuerrechtliche Beurteilung die Geschäfte einer Kapitalgesellschaft mit der Wirkung im ganzen "für Rechnung" ihrer Gesellschafter geführt werden, daß eine im übrigen tatbestandsmäßige Kapitalzuführung von einem, mehreren oder allen Gesellschaftern an die Gesellschaft nicht der Steuer unterläge (vgl. unter Berücksichtigung des § 4 KVStG BFH-Urteil II R 131/66, BFHE 116, 405 [406], BStBl II 1975, 831).
Eine "Vergütung" , welche schlechthin nur auf die Geschäftsergebnisse der Klägerin abstellte, zeigt, daß der ihr zugrunde liegende Vertrag nicht auf den Austausch bestimmter Leistungen und Gegenleistungen (und gegebenenfalls die Bestimmung ihres Preises oder Lohnes) gerichtet ist, sondern auf eine gesellschaftsteuerrechtlich nicht entlastende Führung der Kapitalgesellschaft selbst für unmittelbare Rechnung der Gesellschafter (vgl. Urteil vom 11. Juni 1975 II R 131/66, BFHE 116, 405 [406], BStBl II 1975, 831).
- BFH, 14.03.1967 - II 40/62
Gesellschaftssteuerpflicht bei einheitlichen Ausstauschverträgen zwischen …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Unter dem Aspekt des Grundgeschäfts ist auch die weitere tatbestandserhebliche Frage zu beantworten, ob die Leistungen geeignet sind, den Wert der Gesellschaftsrechte zu erhöhen (vgl. BFH-Urteile vom 14. März 1967 II 40/62, BFHE 88, 427 [431], BStBl III 1967, 423; II R 94/70,).Dabei braucht es sich nicht um Kommissionsverhältnisse zu handeln; auch einem Eigenhändler können im Rahmenvertrag - nicht auf ein Einzelgeschäft, sondern auf den Rahmen einer Vielzahl von Geschäften bezogene - Leistungen zugesagt sein, die sich im Gesamtsaldo der abzuwickelnden Geschäfte als Wertausgleich eines Austauschgeschäftes darstellen (vgl. Urteil vom 14. März 1967 II 40/62, BFHE 88, 427 [431], BStBl III 1967, 423).
Ein bloßer "wirtschaftlicher Zusammenhang" dieser Geschäfte mit dem Verkaufsgeschäft reicht jedoch nicht aus (vgl. Urteil vom 14. März 1967 II 40/62, BFHE 88, 427 [431], BStBl III 1967, 423, hinsichtlich der sogenannten Delegiertengehälter).
- RFH, 26.10.1932 - II A 666/31
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Die dieser Auffassung entgegenstehende sogenannte Zweck-Willens-Theorie beruht weitgehend auf einer Fehlinterpretation des Urteils des RFH vom 26. Oktober 1932 II A 666/31 (RFHE 32, 145).Wohl aber ist es - wie bereits in dem Urteil des RFH vom 26. Oktober 1932 II A 666/31 (RFHE 32, 145 [152], RStBl 1933, 60) anerkannt wurde - gesellschaftsteuerrechtlich beachtlich, wenn die Gesellschaft einzelne Geschäfte nicht für eigene Rechnung, sondern kraft Vertrags mit dem oder den Gesellschaftern für dessen oder deren Rechnung besorgt (vgl. RFH-Urteile vom 12. April 1935 II A 477/33, RFHE 37, 302, RStBl 1935, 748; vom 31. Oktober 1935 II A 422/34, RStBl 1935, 1518).
Weiter reicht auch die Einschränkung des Urteils vom 26. Oktober 1932 II A 666/31 nicht, daß sich der oder die Gesellschafter der Gesellschaft als "Treuhänderin" oder Kommissionärin nur für einzelne Angelegenheiten außerhalb des dieses gesetzten Zwecks bedienen könne (RFHE 32, 145 [152]).
- BFH, 02.12.1969 - II R 144/66
Vorbescheid - Verfahrensbeteiligter - Antrag auf mündliche Verhandlung - …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Eine "im Gesellschaftsverhältnis begründete Verpflichtung" ergibt sich nicht daraus, daß die Gesellschafter der Klägerin unter sich übereingekommen sind, die der Besteuerung unterworfenen Beträge zu leisten (vgl. BFH-Urteil vom 2. Dezember 1969 II R 144/66, BFHE 98, 2 [4 f.], BStBl II 1970, 330).Da die Steuerschuld mit der tatbestandsmäßigen Leistung (§ 3 Abs. 1 StAnpG), nicht schon mit dem Entstehen der Leistungspflicht entsteht (BFH-Urteil vom 25. Mai 1971 II R 38/70, BFHE 103, 355, BStBl II 1971, 786; vgl. BFH-Urteile vom 17. März 1970 II 64/62, BFHE 99, 393 [396 ff.], BStBl II 1970, 702, und vom 24. Juli 1972 II R 69/71, BFHE 107, 58, BStBl II 1972, 907), und Erfüllungsgeschäfte ein Verpflichtungsgeschäft voraussetzen, bedeutet dies, daß die Verpflichtung zur tatbestandsgemäßen Leistung freiwillig begründet sein muß (vgl. BFH-Urteile vom 2. Dezember 1969 II R 144/66, BFHE 98, 2 [5], BStBl II 1970, 330, und vom 21. April 1970 II 206/65, BFHE 99, 498, [499], BStBl II 1970, 689).
- BFH, 08.11.1967 - II 176/61
Tochtergesellschaft - Übernahme der Verluste - Organmutter - Organverhältnis - …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Zwar ist die aus einem Ergebnisabführungsvertrag folgende Pflicht des herrschenden Gesellschafters zur Verlustdeckung im Sinne des § 2 (Abs. 1) Nr. 2 KVStG als "eine im Gesellschaftsverhältnis begründete Verpflichtung" zu würdigen (BFH-Urteil vom 8. November 1967 II 176/61, BFHE 91, 172 [175 ff.], BStBl II 1968, 213).Ein Vertrag, zufolge dessen der oder die Gesellschafter vorweg sämtliche Geschäftsergebnisse einer Kapitalgesellschaft oder nur deren negative Geschäftsergebnisse zu übernehmen haben, ist kein Vertrag über den Austausch von Leistungen, der - sofern und soweit er in Leistung und Gegenleistung ausgeglichen wäre - die Entstehung einer Gesellschaftsteuer ausschließen könnte (vgl. BFH-Urteile vom 8. November 1967 II 176/61, BFHE 91, 172 [180], BStBl II 1968, 213; vom 12. April 1972 II 37/63, BFHE 106, 123 [124], BStBl II 1972, 714; vom 27. November 1974 II R 109/72, BFHE 114, 445, BStBl II 1975, 265; vom 11. Juni 1975 II R 131/66, BFHE 116, 405, BStBl II 1975, 831).
- BFH, 25.05.1971 - II R 38/70
Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft - Verpflichtung untereinander - …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Damit ist aber nur eine nach bürgerlichem Recht gegebene Rechtspflicht als eine im gesellschaftsteuerrechtlichen Sinne "im Gesellschaftsverhältnis begründete" qualifiziert worden, weil "die Verlustdeckungspflicht des beherrschenden Gesellschafters die Kehrseite seines Rechtes ist, die Ergebnisse der Gesellschaft abzusaugen" (BFH-Urteil vom 25. Mai 1971 II R 38/70, BFHE 103, 355 [356], BStBl II 1971, 786).Da die Steuerschuld mit der tatbestandsmäßigen Leistung (§ 3 Abs. 1 StAnpG), nicht schon mit dem Entstehen der Leistungspflicht entsteht (BFH-Urteil vom 25. Mai 1971 II R 38/70, BFHE 103, 355, BStBl II 1971, 786; vgl. BFH-Urteile vom 17. März 1970 II 64/62, BFHE 99, 393 [396 ff.], BStBl II 1970, 702, und vom 24. Juli 1972 II R 69/71, BFHE 107, 58, BStBl II 1972, 907), und Erfüllungsgeschäfte ein Verpflichtungsgeschäft voraussetzen, bedeutet dies, daß die Verpflichtung zur tatbestandsgemäßen Leistung freiwillig begründet sein muß (vgl. BFH-Urteile vom 2. Dezember 1969 II R 144/66, BFHE 98, 2 [5], BStBl II 1970, 330, und vom 21. April 1970 II 206/65, BFHE 99, 498, [499], BStBl II 1970, 689).
- BFH, 04.03.1965 - I 249/61 S
Ermittlung des Einkommens von Organ und Organträger - Gewährung einer …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Demzufolge bleiben selbst bei der körperschaftsteuerrechtlichen Behandlung der Organschaft mit Ergebnisausgleich Beträge übrig, die sich der Zurechnung auf den Organträger entziehen (BFH-Urteile vom 4. März 1965 I 249/61 S, BFHE 82, 233 [239], BStBl III 1965, 329; vom 17. November 1966 I 280/63, BFHE 87, 253 [256 f.], BStBl III 1967, 118; vom 13. Januar 1970 I 161/66, BFHE 98, 165 [166 f.], BStBl II 1970, 346). - BFH, 16.06.1970 - II 95/64
Einbringung von Anteilen eines Miterben in verschiedene Gesellschaften bei …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Denn nur für den letztgenannten Bereich konnte sie, sofern entsprechende Vereinbarungen vorlägen, einen Preis oder Werklohn verlangen, und nur für diesen Bereich kann die Frage auftreten, ob sie etwa zu einer den Wert ihrer Leistung übersteigenden Gegenleistung vergütet wurde und inwieweit ihre eigene Leistung im Gegenstandsbegriff des § 2 Nr. 4 Buchst. d KVStG 1959 unterzubringen ist (vgl. BFH-Urteile vom 16. Juni 1970 II 95 - 96/64, BFHE 99, 413 [419 f.], BStBl II 1970, 690; vom 10. November 1971 II 152/65, BFHE 104, 252, BStBl II 1972, 226). - BFH, 17.11.1966 - I 280/63
Übernahme eines Verlustes einer GmbH nicht mit steuerlicher Wirkung zu Lasten des …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Demzufolge bleiben selbst bei der körperschaftsteuerrechtlichen Behandlung der Organschaft mit Ergebnisausgleich Beträge übrig, die sich der Zurechnung auf den Organträger entziehen (BFH-Urteile vom 4. März 1965 I 249/61 S, BFHE 82, 233 [239], BStBl III 1965, 329; vom 17. November 1966 I 280/63, BFHE 87, 253 [256 f.], BStBl III 1967, 118; vom 13. Januar 1970 I 161/66, BFHE 98, 165 [166 f.], BStBl II 1970, 346). - BFH, 24.07.1972 - II R 69/71
Erwerb von Kommanditanteilen - Gründung einer Kommanditgesellschaft - Persönlich …
- BFH, 02.02.1972 - II R 10/67
Bargründung - Gegenleistung - Erwerb der Gesellschaftsrechte - GmbH - Eintragung …
- BFH, 27.11.1974 - II R 109/72
Gegenseitige Forderungen - Gesellschaft - Laufende Geschäftsbeziehung - Zinsen - …
- BFH, 12.04.1972 - II 37/63
Gesellschaftsteuerpflicht - Freiwillige Leistung - Ergebnisübernahmevertrag
- BFH, 17.03.1970 - II 64/62
Vorläufiger Steuerbescheid - Rechtsgeschäftliche Verpflichtung - …
- BFH, 21.04.1970 - II 206/65
Verpflichtung zur Abführung des Abwicklungsgewinns durch Ergebnisabführverträge
- BFH, 13.01.1970 - I R 161/66
Aufwendungen - Spenden - Abzugsfähigkeit - Organschaft mit …
- BFH, 10.11.1971 - II 152/65
Überlassung von Gegenständen - Kapitalgesellschaft - Güterfernverkehrsgenehmigung …
- RFH, 12.04.1935 - II A 477/33
- BFH, 03.12.1969 - II 162/65
Darlehnsgeber als Gesellschafter - Zeitpunkt der Hingabe - Voraussetzungen der …
- BFH, 11.02.1976 - II R 78/67
Gesellschaftsverhältnis - Rechtsanspruch auf Leistung - Gesetzlicher …
- BFH, 08.03.1972 - II R 2/71
Wirtschaftsprüfer - Zustellung gegen Empfangsbekenntnis - Organschaft - …
- BFH, 07.05.1968 - II 94/62
Verlustübernahme, die auf einem Organverhältnis mit Ergebnisabführungsvertrag …
- BFH, 11.02.1976 - II R 77/67
Gesellschaftsverhältnis - Rechtsanspruch auf Leistung - Gesetzlicher …
- BFH, 09.03.1983 - I R 182/78
Zahlungen an eine AG durch die mittelbar beteiligte Stadt zur Deckung von …
Die Erfüllung solcher Ansprüche könne keine Einlage darstellen (Hinweis auf BFH-Urteile vom 11. Februar 1976 II R 76-78/67, BFHE 122, 545, BStBl II 1977, 772; vom 21. September 1977 II R 21/73, BFHE 124, 79, BStBl II 1978, 136). - BFH, 11.02.1976 - II R 77/67
Gesellschaftsverhältnis - Rechtsanspruch auf Leistung - Gesetzlicher …
Hinweis: verbundenes Verfahren Volltext siehe unter BFH - 11.02.1976 - AZ: II R 76/67.
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Rechtsprechung
| BFH, 11.02.1976 - II R 77/67 |
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer (Leitsatz)
Gesellschaftsverhältnis - Rechtsanspruch auf Leistung - Gesetzlicher Besteuerungstatbestand - Nachweis - Zweck-Willens-Theorie - Gesellschaftssteuer - Leistungsaustausch - Austauschvertrag - Kapitalgesellschaft - Führung auf Rechnung der Gesellschafter
Papierfundstellen
- BFHE 122, 545
- DB 1977, 1881
- BStBl II 1977, 772
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (2)
- BFH, 11.02.1976 - II R 78/67
Gesellschaftsverhältnis - Rechtsanspruch auf Leistung - Gesetzlicher …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 77/67
weitere Verbundverfahren: BFH - 11.02.1976 - AZ: II R 78/67. - BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Gesellschaftsverhältnis - Rechtsanspruch auf Leistung - Gesetzlicher …
Auszug aus BFH, 11.02.1976 - II R 77/67
Hinweis: verbundenes Verfahren Volltext siehe unter BFH - 11.02.1976 - AZ: II R 76/67.
- BFH, 11.02.1976 - II R 76/67
Gesellschaftsverhältnis - Rechtsanspruch auf Leistung - Gesetzlicher …
weitere Verbundverfahren: BFH - 11.02.1976 - AZ: II R 77/67 BFH - 11.02.1976 - AZ: II R 78/67.
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