Rechtsprechung
| BFH, 13.09.1956 - V 123/56 U |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Grundsätze der Nachsichtgewährung bei einem Versehen im Büro des bevollmächtigten Rechtsanwalts - Anwendbarkeit der Grundsätze bei verspäteter Einlegung eines Rechtsmittels durch das Büro eines bevollmächtigten Steuerberaters - Versehentliche Versäumnis der Eintragung ...
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Papierfundstellen
- BFHE 63, 341
- DB 1956, 1028
- BStBl III 1956, 327
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (1)
- BFH, 10.09.1954 - III 130/54 S
Nachsichtgewährung im Falle einer versehentlichen Versäumung der …
Auszug aus BFH, 13.09.1956 - V 123/56 U
Die Grundsätze des Urteils III 130/54 S vom 10. September 1954 (Slg. Bd. 59 S. 363, BStBl 1954 III S. 350) zur Frage der Nachtsichtgewährung bei einem Versehen im Büro des bevollmächtigten Rechtsanwalts sind auch dann anzuwenden, wenn infolge eines Versehens im Büro des bevollmächtigten Steuerberaters das Rechtsmittel verspätet eingelegt wird.Zusammenfassung: Die Grundsätze des Urteils III 130/54 S vom 10. September 1954 (Slg.Bd. 59 S. 363, BStBl 1954 III S. 350) zur Frage der Nachsichtgewährung bei einem Versehen im Büro des bevollmächtigten Rechtsanwalts sind auch dann anzuwenden, wenn infolge eines Versehens im Büro des bevollmächtigten Steuerberaters das Rechtsmittel verspätet eingelegt wird.
Der Bundesfinanzhof hat durch Urteil III 130/54 S vom 10. September 1954 (Slg. Bd. 59 S. 363, BStBl 1954 III S. 350) entschieden, ein Rechtsanwalt mit einem ordnungsmäßigen Bürobetrieb könne sich im allmeinen, solange er nicht durch Fälle von Unzuverlässigkeit zu persönlicher Aufsicht genötigt wird, darauf verlassen, daß ihm sein Personal Fristsachen vorlegt, insbesondere auch die Eingänge und die Termine richtig einträgt.
- BFH, 04.08.1960 - IV 260/59 U
Aufklärungspflicht bei der Entscheidung über Nachsichtanträge - …
Die Grundsätze der Urteile III 130/54 S vom 10. September 1954 (BStBl 1954 III S. 350, Slg. Bd. 59 S. 363) und V 123/56 U vom 13. September 1956 (BStBl 1956 III S. 327, Slg. Bd. 63 S. 341) zur Frage der Nachsichtgewährung bei einem Versehen im Büro des bevollmächtigten Rechtsanwalts oder Steuerberaters sind auch dann anzuwenden, wenn infolge eines Versehens im Büro des bevollmächtigten Helfers in Steuersachen das Rechtsmittel verspätet eingelegt wird.Die Grundsätze der Urteile III 130/54 S vom 10. September 1954 (BStBl 1954 III S. 350, Slg. Bd. 59 S. 363) und V 123/56 U vom 13. September 1956 (BStBl 1956 III S. 327, Slg. Bd. 63 S. 341) zur Frage der Nachsichtgewährung bei einem Versehen im Büro des bevollmächtigten Rechtsanwalts oder Steuerberaters sind auch dann anzuwenden, wenn infolge eines Versehens im Büro des bevollmächtigten Helfers in Steuersachen das Rechtsmittel verspätet eingelegt wird.
Sollte in diesem Falle die mit der büromäßigen Bearbeitung der Sache betraute Angestellte C. den Einspruchsbescheid mit einem unrichtigen Eingangsdatum versehen und die Berufungsfrist nicht notiert haben und sollte sie hierdurch Frau B. in den Glauben versetzt haben, der Einspruchsbescheid sei erst später als am 14. Juli 1958 eingegangen, so würde weiterhin zu untersuchen sein, ob die nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs für Versehen im Büro eines Rechtsanwalts aufgestellten Grundsätze, die nach der Rechtsprechung auch auf Steuerberater anwendbar sind (vgl. insoweit Urteile des Bundesfinanzhofs III 130/54 S vom 10. September 1954, BStBl 1954 III S. 350, Slg. Bd. 59 S. 363; V 123/56 U vom 13. September 1956, BStBl 1956 III S. 327, Slg. Bd. 63 S. 341), auch im vorliegenden Falle Anwendung finden können.
- BFH, 10.01.1958 - III 342/57 U
Formale und sprachliche Anforderungen an ein Schreiben, welches als …
Der Grundsatz, daß die Versäumung von Rechtsmittelfristen infolge Büroversehens bei Rechtsanwälten und Steuerberateren u. U. Anlaß zur Nachsichtgewährung bietet (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs III 130/54 S vom 10. September 1954 und V 123/56 U vom 13. September 1956, Slg. Bd. 59 S. 363, BStBl 1954 III S. 350, und Slg. Bd. 63 S. 341, BStBl 1956 III S. 327), gilt auch dann, wenn es sich um Rechtsmittel des Anwalts oder Steuerberaters selbst handelt, deren Bearbeitung er seinem eigenen Büro übertragen hat.Der Grundsatz, daß die Versäumung von Rechtsmittelfristen infolge Büroversehens bei Rechtsanwälten und Steuerberatern u. U. Anlaß zur Nachsichtgewährung bietet (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs III 130/54 S vom 10. September 1954 und V 123/56 U vom 13. September 1956, Slg. Bd. 59 S. 363, BStBl 1954 III S. 350, und Slg. Bd. 63 S. 341, BStBl 1956 III S. 327), gilt auch dann, wenn es sich um Rechtsmittel des Anwalts oder Steuerberaters selbst handelt, deren Bearbeitung er seinem eigenen Büro übertragen hat.
- BFH, 09.05.1961 - I 237/60 S
Einlegung eines Rechtsmittel bei Vorliegen des Bescheids und Kenntnis durch den …
Der V. und der IV. Senat des Bundesfinanzhofs haben diesen Grundsatz auch auf Steuerberater und Helfer in Steuersachen angewandt (Urteile V 123/56 U vom 13. September 1956, BStBl 1956 III S. 327, Slg. Bd. 63 S. 341, und IV 260/59 U vom 4. August 1960, BStBl 1960 III S. 427, Slg. Bd. 71 S. 475).
- BFH, 26.05.1977 - V R 139/73
Ordnungsgemäße Führung einer Fristenkartei - Organisation der Fristenüberwachung …
Die Fristversäumung war nicht die Folge eines Büroversehens, für das nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung eine Entschuldigungsmöglichkeit zur Wiedereinsetzung in den vorigen Stand besteht, wenn Organisation und Überwachung der Büroangestellten durch den Bevollmächtigten selbst nicht zu beanstanden sind (z. B. BFH-Urteile vom 3. März 1961 III 465/59, StRK, Reichsabgabenordnung, § 86, Rechtsspruch 51; vom 13. September 1956 V 123/56 U, BFHE 63, 341, BStBl III 1956, 327). - BFH, 10.10.1961 - I 63/60 U
Anwendbarkeit der Grundsätze über die Nachsichtgewährung bei …
Rechtsanwälte und Steuerberater hätten aber die Möglichkeit, ihr mangelndes Verschulden an der Fristversäumung dadurch darzutun, daß sie im Rahmen eines ordnungsmäßigen Bürobetriebes alles ihnen Zumutbare getan hätten, um Fristversäumungen auszuschließen, und daß die Fristversäumung lediglich auf dem Verschulden eines sonst zuverlässigen, mit der Fristüberwachung vertrauten Angestellten beruhe (Urteile des Bundesfinanzhofs III 130/54 S vom 10. September 1954, BStBl 1954 III S. 350, Slg. Bd. 59 S. 363; V 123/56 U vom 13. September 1956, BStBl 1956 III S. 327, Slg. Bd. 63 S. 341, und IV 260/59 U vom 4. August 1960, BStBl 1960 III S. 427, Slg. Bd. 71 S. 475). - BFH, 29.11.1988 - VII R 36/88
Zulässigkeit der Revision bei Fristversäumung
Schon in der älteren Rechtsprechung war anerkannt, daß sich ein Rechtsanwalt oder Steuerberater mit einem ordnungsmäßigen Bürobetrieb grundsätzlich darauf verlassen darf, daß ihm sein Personal Fristsachen rechtzeitig vorlegt (BFH, Urteile vom 10. September 1954 III 130/54 S, BFHE 59, 363, BStBl III 1954, 350, und vom 13. September 1956 V 123/56 U, BFHE 63, 341, BStBl III 1956, 327; vgl. auch Beschluß vom 29. September 1976 II R 154/75, BFHE 120, 137, 139, BStBl II 1977, 35). - BFH, 22.01.1963 - I 260/61 U
Abzinsung eines zinslosen Darlehens durch eine Kommanditgesellschaft (KG)
Ein solches Verschulden des Personals ist beim Rechtsanwalt (vgl. Entscheidung des Bundesfinanzhofs III 130/54 S vom 10. September 1954, BStBl 1954 III S. 350, Slg. Bd. 59 S. 363) und Steuerberater (Entscheidung des Bundesfinanzhofs V 123/56 U vom 13. September 1956, BStBl 1956 III S. 327, Slg. Bd. 63 S. 341) ein Grund zur Nachsichtgewährung, sofern kein Mangel in der Organisation des Büros oder in der Überwachung des Personals die Fristversäumnis verursacht hat. - BFH, 28.07.1961 - III 455/59 U
Regelungen für die Versäumung von Rechtsmittelfristen
Der Senat hat dazu im einzelnen ausgeführt, er trage keine Bedenken, sich der Entscheidung des V. Senates des Bundesfinanzhofs in dem Urteile V 123/56 U vom 13. September 1956 (BStBl 1956 III S. 327, Slg. Bd. 63 S. 341) anzuschließen und gegebenenfalls Nachsicht auch in Fällen von Büroversehen bei Steuerberatern zu gewähren.
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