Rechtsprechung
| BFH, 30.04.1981 - VI R 228/77 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- Simons & Moll-Simons
BerlinFG § 23 Nr. 4a, § 28
- Wolters Kluwer
Vorübergehende Tätigkeit außerhalb von Berlin - Familienwohnsitz in Berlin
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BerlinFG § 23 Nr. 4a, § 28
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- BFHE 133, 208
- BStBl II 1981, 555
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (4)
- BFH, 15.03.1974 - VI R 89/71
Kraftfahrer - Regelmäßige Fahrt - Berlin (West) - Westdeutschland - Räumliche …
Auszug aus BFH, 30.04.1981 - VI R 228/77
Der Senat hält an seiner Rechtsprechung (Urteil vom 15. März 1974 VI R 89/71, BFHE 112, 207, BStBl II 1974, 442) fest, daß Kraftfahrer, die als Arbeitnehmer im Berlinverkehr regelmäßig Fahrten zwischen Berlin (West) und Westdeutschland für ein Berliner Unternehmen ausführen, zu dem nach § 28 BerlinFG begünstigten Personenkreis gehören, weil sie keine "vorübergehende Tätigkeit außerhalb von Berlin (West)" im Sinne des § 23 Nr. 4a BerlinFG ausüben.Auch sei der Kläger nicht vorübergehend außerhalb von Berlin (West) tätig gewesen, weil trotz der Fahrten im Berlinverkehr die Bindung an die Berliner Betriebstätte erhalten geblieben sei (Hinweis auf das Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 15. März 1974 VI R 89/71, BFHE 112, 207 BStBl II 1974, 442).
Die Auffassung des BFH im Urteil in BFHE 112, 207 BStBl II 1974, 442 könne nicht geteilt werden.
Der Senat hat im Urteil in BFHE 112, 207 BStBl II 1974, 442 zu § 23 Nr. 4a des Berlinhilfegesetzes (BHG) ausgesprochen, daß Kraftfahrer, die als Arbeitnehmer regelmäßig Fahrten zwischen Berlin (West) und Westdeutschland für ein Berliner Unternehmen ausführen, wegen der räumlichen Bindung des Fahrzeuges an die Berliner Betriebstätte nicht "vorübergehend" im Sinne der Vorschrift außerhalb von Berlin (West) tätig sind.
In Anbetracht der Entstehungsgeschichte der Berlinzulage unterliegt es somit keinen rechtsmethodischen Bedenken, daß der Senat im Urteil in BFHE 112, 207, BStBl II 1974, 442 die Grundsätze der zu der Rückforderung von Investitionszulage nach § 19 Abs. 5 Satz 2 BHG 1964 ergangenen Urteile vom 17. Mai 1968 VI R 5/68 (BFHE 92, 392, BStBl II 1968, 570) und vom 20. November 1970 VI R 205/69 (BFHE 101, 459 BStBl II 1971, 314) auf den Fall der vorübergehenden körperlichen Abwesenheit eines Arbeitnehmers von Berlin (West) übertrug.
- Drs-Bund, 22.01.1955 - BT-Drs II/1159
Auszug aus BFH, 30.04.1981 - VI R 228/77
Eine Begünstigung auch der Personen, die sich bei doppeltem Wohnsitz vorwiegend im übrigen Bundesgebiet aufhielten, sei nicht als gerechtfertigt angesehen worden (Hinweis auf die Begründung des Regierungsentwurfs eines Dritten Gesetzes zur Förderung der Wirtschaft im Land Berlin, Bundestags-Drucksache II/1159, S. 23). - BFH, 20.11.1970 - VI R 205/69
Kraftfahrzeuge - Bindung an Berliner Betriebstätte - Bindungsjahre - Einsatz im …
Auszug aus BFH, 30.04.1981 - VI R 228/77
In Anbetracht der Entstehungsgeschichte der Berlinzulage unterliegt es somit keinen rechtsmethodischen Bedenken, daß der Senat im Urteil in BFHE 112, 207, BStBl II 1974, 442 die Grundsätze der zu der Rückforderung von Investitionszulage nach § 19 Abs. 5 Satz 2 BHG 1964 ergangenen Urteile vom 17. Mai 1968 VI R 5/68 (BFHE 92, 392, BStBl II 1968, 570) und vom 20. November 1970 VI R 205/69 (BFHE 101, 459 BStBl II 1971, 314) auf den Fall der vorübergehenden körperlichen Abwesenheit eines Arbeitnehmers von Berlin (West) übertrug. - BFH, 17.05.1968 - VI R 5/68
Lastwagen - Investitionszulage - Rückforderung
Auszug aus BFH, 30.04.1981 - VI R 228/77
In Anbetracht der Entstehungsgeschichte der Berlinzulage unterliegt es somit keinen rechtsmethodischen Bedenken, daß der Senat im Urteil in BFHE 112, 207, BStBl II 1974, 442 die Grundsätze der zu der Rückforderung von Investitionszulage nach § 19 Abs. 5 Satz 2 BHG 1964 ergangenen Urteile vom 17. Mai 1968 VI R 5/68 (BFHE 92, 392, BStBl II 1968, 570) und vom 20. November 1970 VI R 205/69 (BFHE 101, 459 BStBl II 1971, 314) auf den Fall der vorübergehenden körperlichen Abwesenheit eines Arbeitnehmers von Berlin (West) übertrug.
- BFH, 22.08.1990 - III R 119/89
Beschäftigung in Berlin (West) setzt beruflichen Mittelpunkt in Berlin (West) …
Außerdem entspricht diese Auslegung auch einem der mit der Schaffung der Berlinzulage verfolgten Zweck, nämlich Arbeitnehmern einen gewissen Ausgleich für den sog. Standortnachteil von Berlin (West) zu gewähren (vgl. BFH-Urteil vom 30. April 1981 VI R 228/77, BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555, 557).Allerdings hat der BFH mit Urteil vom 15. März 1974 VI R 89/71 (BFHE 112, 207, BStBl II 1974, 442) und mit dem Urteil in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555 entschieden, daß eine ununterbrochene ortsgebundene Beschäftigung in Berlin (West) vorliegt, wenn ein Arbeitnehmer eines Berliner Betriebes regelmäßig Fahrten von und nach Berlin (West) ausführt.
b) Eine Beschäftigung in Berlin (West) erfordert nämlich neben einer ortsgebundenen Leistungserbringung, daß der Arbeitnehmer mittels der Beschäftigung in den Arbeitsmarkt von Berlin (West) eingebunden ist (vgl. BFH in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555, 557).
Ob diese Einbindung bei einer vorübergehenden Beschäftigung außerhalb von Berlin (West) gemäß § 23 Nr. 4 a Satz 2 BerlinFG zeitweilig unterbrochen sein kann (vgl. Urteil in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555), braucht im Streitfall nicht entschieden zu werden.
Wie der VI. Senat des BFH wiederholt hervorgehoben hat, soll die Zulage nicht nur die mit der Situation der Stadt Berlin (West) verbundenen Nachteile ausgleichen, sondern vor allem der Entspannung des Arbeitsmarktes in Berlin (West) durch die Neugewinnung von Arbeitskräften dienen (BFH-Urteile in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555, und vom 24. Februar 1989 VI R 16/88, BFHE 156, 180, BStBl II 1989, 544 am Ende; vgl. auch BTDrucks IV/435 S. 11).
Zwar ist der Gesichtspunkt, ob der Arbeitnehmer in Berlin (West) einen Wohnsitz hat oder nicht - abgesehen von § 23 Nr. 4 a Sätze 2 und 3 BerlinFG -, für die Gewährung der Berlinzulage nicht entscheidend (s. BFH in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555, 557 und s. auch FG Münster, Urteil in EFG 1976, 482).
- BFH, 22.08.1990 - III R 170/86
Keine Kürzung des sog. Besucherfreibetrags bei nur zeitweiliger Erfüllung der …
Außerdem entspricht diese Auslegung auch einem der mit der Schaffung der Berlinzulage verfolgten Zweck, nämlich Arbeitnehmern einen gewissen Ausgleich für den sog. Standortnachteil von Berlin (West) zu gewähren (vgl. BFH-Urteil vom 30. April 1981 VI R 228/77 , BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555, 557).Allerdings hat der BFH mit Urteil vom 15. März 1974 VI R 89/71 (BFHE 112, 207, BStBl II 1974, 442) und mit dem Urteil in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555 entschieden, daß eine ununterbrochene ortsgebundene Beschäftigung in Berlin (West) vorliegt, wenn ein Arbeitnehmer eines Berliner Betriebes regelmäßig Fahrten von und nach Berlin (West) ausführt.
b) Eine Beschäftigung in Berlin (West) erfordert nämlich neben einer ortsgebundenen Leistungserbringung, daß der Arbeitnehmer mittels der Beschäftigung in den Arbeitsmarkt von Berlin (West) eingebunden ist (vgl. BFH in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555, 557).
Ob diese Einbindung bei einer vorübergehenden Beschäftigung außerhalb von Berlin (West) gemäß § 23 Nr. 4 a Satz 2 BerlinFG zeitweilig unterbrochen sein kann (vgl. Urteil in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555), braucht im Streitfall nicht entschieden zu werden.
Wie der VI. Senat des BFH wiederholt hervorgehoben hat, soll die Zulage nicht nur die mit der Situation der Stadt Berlin (West) verbundenen Nachteile ausgleichen, sondern vor allem der Entspannung des Arbeitsmarktes in Berlin (West) durch die Neugewinnung von Arbeitskräften dienen (BFH-Urteile in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555, und vom 24. Februar 1989 VI R 16/88 , BFHE 156, 180, BStBl II 1989, 544 am Ende; vgl. auch BTDrucks IV/435 S. 11).
Zwar ist der Gesichtspunkt, ob der Arbeitnehmer in Berlin (West) einen Wohnsitz hat oder nicht -abgesehen von § 23 Nr. 4 a Sätze 2 und 3 BerlinFG-, für die Gewährung der Berlinzulage nicht entscheidend (s. BFH in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555, 557 und s. auch FG Münster, Urteil in EFG 1976, 482).
- BFH, 10.04.1997 - III R 253/94
Anforderungen an die Bewilligung der Berlinzulage
So hat der BFH mit seinen Urteilen vom 15. März 1974 VI R 89/71 (BFHE 112, 207, BStBl II 1974, 442) und vom 30. April 1981 VI R 228/77 (BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555) bereits entschieden, daß Kraftfahrer, die als Arbeitnehmer regelmäßig Fahrten von und nach Berlin (West) für ein Berliner Unternehmen ausführen, keine vorübergehende Tätigkeit außerhalb von Berlin (West) i. S. von § 23 Nr. 4 Buchst. a Satz 2 BerlinFG ausüben.Neben der Voraussetzung einer ortsgebundenen Leistungserbringung erfordert eine "Beschäftigung in Berlin (West)", daß der Arbeitnehmer mittels der Beschäftigung in den Arbeitsmarkt von Berlin (West) eingebunden ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555, und in BFHE 165, 131, BStBl II 1991, 616).
Denn die Zulage soll nicht nur die mit der ehemaligen Situation der Stadt Berlin (West) verbundenen Standortnachteile ausgleichen, sondern vor allem der Entspannung des Arbeitsmarktes in Berlin (West) durch Neugewinnung von Arbeitskräften dienen (BFH-Urteile in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555, und in BFHE 162, 172, BStBl II 1991, 6, m. w. N.).
Insbesondere verliert ein im Berlin-Verkehr eingesetzter Arbeitnehmer nicht allein durch seine dadurch bedingte vorübergehende körperliche Abwesenheit von Berlin (West) seine Einbindung in den Arbeitsmarkt von Berlin (West) -- vgl. BFH-Urteil in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555.
Zwar hatte der Kläger -- im Unterschied zu den den Entscheidungen in BFHE 112, 207, BStBl II 1974, 442, und in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555 zugrundeliegenden Fällen -- in Berlin (West) keine eigene Wohnmöglichkeit, sondern übernachtete bei seinen Aufenthalten in Berlin (West) in der Fahrerkabine seines Lkw.
Die Schaffung der Berlinzulage verfolgte insoweit lediglich den Zweck, Arbeitnehmern für generell mögliche Nachteile, die mit der damaligen Situation der Stadt Berlin (West) zusammenhängen, einen gewissen Ausgleich zu gewähren (BFH in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555).
- BFH, 28.09.1990 - VI R 98/89
Arbeitslohn - Bahnstrecke nach Berlin (Ost) - Liegewagenbetreuer - Fahrt- und …
Die Auffassung des FG stehe zudem im Widerspruch zu dem BFH-Urteil vom 30. April 1981 VI R 228/77 (BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555), wonach einem im Berlin-Verkehr eingesetzten nichtselbständigen Kraftfahrer die Berlin-Zulage nach § 28 des Berlinförderungsgesetzes (BerlinFG) gewährt worden sei.Soweit der Senat in seinem Urteil in BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555 stillschweigend einen anderen Standpunkt eingenommen hat, hält er daran nicht mehr fest.
- BFH, 12.04.1991 - III R 105/88
Beschäftigung in Berlin (West) setzt eine hauptsächlich ortsgebundene …
b) Neben dem Erfordernis einer ortsgebundenen Leistungserbringung erfordert eine "Beschäftigung in Berlin (West)", daß der Arbeitnehmer mittels der Beschäftigung in den Arbeitsmarkt von Berlin (West) eingebunden ist (vgl. BFH-Urteil vom 30. April 1981 VI R 228/77, BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555, 557). - BFH, 09.11.1990 - III R 103/88
Frist für Antrag auf schriftliche Festsetzung der Berlinzulage kann nach …
Der Umstand, daß dem Kläger - wie er selbst ausgeführt hat - erst aus der Entscheidung des BFH vom 30. April 1981 VI R 228/77 (BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555) bekannt geworden ist, daß auch Kraftfahrern unter bestimmten Voraussetzungen Berlinzulagen zustehen, rechtfertigt keine Wiedereinsetzung. - BFH, 24.02.1989 - VI R 16/88
Arbeitsrecht - Annahmeverzug
Wie der Senat wiederholt hervorgehoben hat, soll die Zulage nicht nur die mit der Situation der Stadt Berlin verbundenen Nachteile ausgleichen, sondern vor allem der Entspannung des Arbeitsmarkts in Berlin durch die Neugewinnung von Arbeitskräften dienen (Urteile vom 30. April 1981 VI R 228/77, BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555, und vom 25. März 1983 VI R 270/80, BFHE 138, 231, BStBl II 1983, 463). - BFH, 25.03.1983 - VI R 270/80
Deutsche Reichsbahn - Steuerfreie Einnahme - Berlin-Zulage - Arbeitslohn
Denn die Zulage soll vor allem auch der Entspannung des Arbeitsmarktes in Berlin (West) durch Neugewinnung von Arbeitskräften dienen (vgl. BFH-Urteil vom 30. April 1981 VI R 228/77 BFHE 133, 208, BStBl II 1981, 555).
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