Rechtsprechung
| VGH Bayern, 04.07.2016 - 4 BV 16.105 |
Volltextveröffentlichungen (8)
- openjur.de
- Landesanwaltschaft Bayern
Art. 18a Abs. 4 Satz 1 GO, Art. 7 Abs. 2, Art. 12 Abs. 3 BV
Kommunalrecht: Irreführungsverbot bei der Begründung von Bürgerbegehren | Begründung von Bürgerbegehren; Irreführungsverbot; Rechtliche Mindestanforderungen; Keine Kompensation bei Begründungsmängeln; Keine geltungserhaltende Reduktion bei Begründungsmängeln; Kausalität; ... - Landesanwaltschaft Bayern
(Entscheidungsbesprechung und Volltext)
Art. 18a Abs. 4 Satz 1 GO, Art. 7 Abs. 2, Art. 12 Abs. 3 BV
Kommunalrecht: Irreführungsverbot bei der Begründung von Bürgerbegehren | Begründung von Bürgerbegehren; Irreführungsverbot; Rechtliche Mindestanforderungen; Keine Kompensation bei Begründungsmängeln; Keine geltungserhaltende Reduktion bei Begründungsmängeln; Kausalität; ...
- ra.de
- recht-islam.de
Zulassung eines Bürgerbegehrens gegen ein Islamzentrum
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Bürgerbegehren; Abstimmungsfreiheit; Unterschriftensammlung; Islamzentrum; Verfassungsschutz
- rechtsportal.de
Bürgerbegehren gegen ein geplantes Islamzentrum in München; Ausgleich von wahrheitswidrigen Begründungselementen durch das Vorhandensein einer nicht zu beanstandenden "Alternativbegründung"; Statthaftigkeit des Bürgerbegehrens bei Behauptung von unzutreffenden Tatsachen ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Bürgerbegehren wegen unzutreffender Tatsachenbehauptung in der Begründung unzulässig
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Bürgerbegehren gegen ein geplantes Islamzentrum in München; Ausgleich von wahrheitswidrigen Begründungselementen durch das Vorhandensein einer nicht zu beanstandenden "Alternativbegründung"; Statthaftigkeit des Bürgerbegehrens bei Behauptung von unzutreffenden Tatsachen ...
Besprechungen u.ä.
- Landesanwaltschaft Bayern
(Entscheidungsbesprechung und Volltext)
Art. 18a Abs. 4 Satz 1 GO, Art. 7 Abs. 2, Art. 12 Abs. 3 BV
Kommunalrecht: Irreführungsverbot bei der Begründung von Bürgerbegehren | Begründung von Bürgerbegehren; Irreführungsverbot; Rechtliche Mindestanforderungen; Keine Kompensation bei Begründungsmängeln; Keine geltungserhaltende Reduktion bei Begründungsmängeln; Kausalität; ...
Verfahrensgang
- VG München, 04.03.2015 - M 7 E 14.4965
- VG München, 11.11.2015 - M 7 K 14.4964
- VGH Bayern, 04.07.2016 - 4 BV 16.105
Papierfundstellen
- NVwZ-RR 2017, 1
- DÖV 2017, 165
- BeckRS 2016, 50127
Wird zitiert von ... (31) Zitiert selbst (17)
- OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2002 - 15 A 5594/00
Bürgerbegehren und Bürgerentscheid - Rechtsprechung in Nordrhein-Westfalen
Auszug aus VGH Bayern, 04.07.2016 - 4 BV 16.105
Rn. 28 2. An dieser ungeschriebenen Rechtmäßigkeitsvoraussetzung, die der Senat in einer Reihe neuerer Entscheidungen hervorgehoben hat (…BayVGH, B. v. 9.12.2010 - 4 CE 10.2943 - juris Rn. 2;… B. v. 20.1.2012 - 4 CE 11.2771 - juris Rn. 31;… B. v. 25.6.2012 - 4 CE 12.1224 - BayVBl 2013, 19 Rn. 31;… B. v. 14.10.2014 - 4 ZB 14.707 - juris Rn. 3 ff.; anders noch B. v. 14.3.2001 - 4 ZE 00.3658 - BayVBl 2002, 184) und die auch in der Rechtsprechung anderer Oberverwaltungsgerichte anerkannt ist (vgl. OVG NRW, U. v. 23.4.2002 - 15 A 5594/00 - NVwZ-RR 2002, 766;… OVG SH, U. v. 19.12.2005 - 2 LB 19/05 - juris Rn. 41;… VGH BW, B. v. 22.8.2013 - 1 S 1047/13 - juris Rn. 19;… HessVGH, B. v. 20.8.2015 - 8 B 2125/14 - juris Rn. 6), fehlt es im vorliegenden Fall.Als nicht kausal für das Ergebnis der Unterschriftensammlung können Unvollständigkeiten, Ungenauigkeiten oder Fehlangaben bei (kommunal-)politisch unstreitigen und auch objektiv unwichtigen Detailfragen angesehen werden, nicht dagegen Mängel bei tragenden Begründungselementen, auch wenn das Bürgerbegehren ausdrücklich auf mehrere gleichrangige Begründungsstränge gestützt wird (…vgl. BayVGH, B. v. 14.10.2014 - 4 ZB 14.707 - juris Rn. 6;… B. v. 25.6.2012 - 4 CE 12.1224 - BayVBl 2013, 19 Rn. 31; OVG NRW, U. v. 23.4.2002 a. a. O.).
- VGH Bayern, 25.06.2012 - 4 CE 12.1224
Bürgerbegehren auf Einstellung einer Bauleitplanung bei Zweckvereinbarung mit …
Auszug aus VGH Bayern, 04.07.2016 - 4 BV 16.105
Rn. 28 2. An dieser ungeschriebenen Rechtmäßigkeitsvoraussetzung, die der Senat in einer Reihe neuerer Entscheidungen hervorgehoben hat (…BayVGH, B. v. 9.12.2010 - 4 CE 10.2943 - juris Rn. 2;… B. v. 20.1.2012 - 4 CE 11.2771 - juris Rn. 31; B. v. 25.6.2012 - 4 CE 12.1224 - BayVBl 2013, 19 Rn. 31;… B. v. 14.10.2014 - 4 ZB 14.707 - juris Rn. 3 ff.; anders noch B. v. 14.3.2001 - 4 ZE 00.3658 - BayVBl 2002, 184) und die auch in der Rechtsprechung anderer Oberverwaltungsgerichte anerkannt ist (vgl. OVG NRW, U. v. 23.4.2002 - 15 A 5594/00 - NVwZ-RR 2002, 766;… OVG SH, U. v. 19.12.2005 - 2 LB 19/05 - juris Rn. 41;… VGH BW, B. v. 22.8.2013 - 1 S 1047/13 - juris Rn. 19;… HessVGH, B. v. 20.8.2015 - 8 B 2125/14 - juris Rn. 6), fehlt es im vorliegenden Fall.Als nicht kausal für das Ergebnis der Unterschriftensammlung können Unvollständigkeiten, Ungenauigkeiten oder Fehlangaben bei (kommunal-)politisch unstreitigen und auch objektiv unwichtigen Detailfragen angesehen werden, nicht dagegen Mängel bei tragenden Begründungselementen, auch wenn das Bürgerbegehren ausdrücklich auf mehrere gleichrangige Begründungsstränge gestützt wird (…vgl. BayVGH, B. v. 14.10.2014 - 4 ZB 14.707 - juris Rn. 6; B. v. 25.6.2012 - 4 CE 12.1224 - BayVBl 2013, 19 Rn. 31;… OVG NRW, U. v. 23.4.2002 a. a. O.).
- VGH Bayern, 09.12.2010 - 4 CE 10.2943
Begründung eines Bürgerbegehrens; unrichtige Tatsachenbehauptung
Auszug aus VGH Bayern, 04.07.2016 - 4 BV 16.105
Rn. 28 2. An dieser ungeschriebenen Rechtmäßigkeitsvoraussetzung, die der Senat in einer Reihe neuerer Entscheidungen hervorgehoben hat (BayVGH, B. v. 9.12.2010 - 4 CE 10.2943 - juris Rn. 2;… B. v. 20.1.2012 - 4 CE 11.2771 - juris Rn. 31;… B. v. 25.6.2012 - 4 CE 12.1224 - BayVBl 2013, 19 Rn. 31;… B. v. 14.10.2014 - 4 ZB 14.707 - juris Rn. 3 ff.; anders noch B. v. 14.3.2001 - 4 ZE 00.3658 - BayVBl 2002, 184) und die auch in der Rechtsprechung anderer Oberverwaltungsgerichte anerkannt ist (vgl. OVG NRW, U. v. 23.4.2002 - 15 A 5594/00 - NVwZ-RR 2002, 766;… OVG SH, U. v. 19.12.2005 - 2 LB 19/05 - juris Rn. 41;… VGH BW, B. v. 22.8.2013 - 1 S 1047/13 - juris Rn. 19;… HessVGH, B. v. 20.8.2015 - 8 B 2125/14 - juris Rn. 6), fehlt es im vorliegenden Fall.Da den Unterzeichnern des Bürgerbegehrens der auf den Unterschriftenlisten abgedruckte Begründungstext in seiner Gesamtheit vorliegt, muss auch dessen rechtliche Beurteilung einheitlich erfolgen; eine nachträgliche Teilung oder geltungserhaltende Reduktion kommt daher nicht in Betracht (vgl. BayVGH, B. v. 9.12.2010 - 4 CE 10.2943 - juris Rn. 4).
- VGH Bayern, 14.10.2014 - 4 ZB 14.707
Bürgerbegehren; unrichtige Tatsachenangabe in der Begründung; …
Auszug aus VGH Bayern, 04.07.2016 - 4 BV 16.105
Rn. 28 2. An dieser ungeschriebenen Rechtmäßigkeitsvoraussetzung, die der Senat in einer Reihe neuerer Entscheidungen hervorgehoben hat (…BayVGH, B. v. 9.12.2010 - 4 CE 10.2943 - juris Rn. 2;… B. v. 20.1.2012 - 4 CE 11.2771 - juris Rn. 31;… B. v. 25.6.2012 - 4 CE 12.1224 - BayVBl 2013, 19 Rn. 31; B. v. 14.10.2014 - 4 ZB 14.707 - juris Rn. 3 ff.; anders noch B. v. 14.3.2001 - 4 ZE 00.3658 - BayVBl 2002, 184) und die auch in der Rechtsprechung anderer Oberverwaltungsgerichte anerkannt ist (vgl. OVG NRW, U. v. 23.4.2002 - 15 A 5594/00 - NVwZ-RR 2002, 766;… OVG SH, U. v. 19.12.2005 - 2 LB 19/05 - juris Rn. 41;… VGH BW, B. v. 22.8.2013 - 1 S 1047/13 - juris Rn. 19;… HessVGH, B. v. 20.8.2015 - 8 B 2125/14 - juris Rn. 6), fehlt es im vorliegenden Fall.Als nicht kausal für das Ergebnis der Unterschriftensammlung können Unvollständigkeiten, Ungenauigkeiten oder Fehlangaben bei (kommunal-)politisch unstreitigen und auch objektiv unwichtigen Detailfragen angesehen werden, nicht dagegen Mängel bei tragenden Begründungselementen, auch wenn das Bürgerbegehren ausdrücklich auf mehrere gleichrangige Begründungsstränge gestützt wird (vgl. BayVGH, B. v. 14.10.2014 - 4 ZB 14.707 - juris Rn. 6;… B. v. 25.6.2012 - 4 CE 12.1224 - BayVBl 2013, 19 Rn. 31;… OVG NRW, U. v. 23.4.2002 a. a. O.).
- VGH Bayern, 15.04.2011 - 4 CE 11.407
Bereits durchgeführter Bürgerentscheid; Antragsbefugnis der …
Auszug aus VGH Bayern, 04.07.2016 - 4 BV 16.105
Gegen rechtswidrige Behinderungen durch öffentliche Amtsträger und Behörden während der Phase der Unterschriftensammlung können sich die Initiatoren eines Bürgerbegehrens im Wege einer Unterlassungsklage und ggf. mittels eines Antrags auf einstweiligen Rechtsschutz zur Wehr setzen (vgl. BayVGH, B. v. 15.4.2011 - 4 CE 11.407 - juris Rn. 8). - VGH Bayern, 17.03.1997 - 4 ZE 97.874
Auszug aus VGH Bayern, 04.07.2016 - 4 BV 16.105
Zwar spricht vieles dafür, dass mit der in der Form eines persönlichen Anschreibens des damaligen Oberbürgermeisters erfolgten Verteilung von Flyern, die vorrangig Warnungen und Wertungen in Bezug auf die hinter dem Bürgerbegehren stehenden Personen und Organisationen enthielten, gegen kompetenzrechtliche Vorgaben (Art. 37 GO) und gegen das bei Bürgerbegehren geltende Sachlichkeitsgebot (vgl. dazu BayVGH, B. v. 17.3.1997 - 4 ZE 97.874 - BayVBl 1997, 435) verstoßen wurde. - VGH Bayern, 21.03.2012 - 4 B 11.221
Bürgerbegehren bezüglich eines Grundsatzbeschlusses ist unzulässig, wenn …
Auszug aus VGH Bayern, 04.07.2016 - 4 BV 16.105
Ein solches Verständnis wäre mit dem objektiven Erklärungsgehalt der Aussage unvereinbar und ließe sich daher auch mit dem in der Rechtsprechung des Senats anerkannten Gebot der grundsätzlich "wohlwollenden Auslegung" eines mehrdeutig formulierten Bürgerbegehrens (dazu BayVGH, U. v. 19.2.1997 - 4 B 96.2928 - VGH n. F. 50, 42/44 f. = BayVBl 1997, 276/277; U. v. 21.3.2012 - 4 B 11.221 - BayVBl 2012, 632 Rn. 21) nicht sachlich rechtfertigen. - VerfGH Bayern, 13.04.2000 - 4-IX-00
Volksbegehren "Mehr Demokratie in Bayern: Schutz des Bürgerentscheids"
Auszug aus VGH Bayern, 04.07.2016 - 4 BV 16.105
Mit diesem Erfordernis, das die für Volksbegehren geltende Regelung des Art. 74 Abs. 2 BV modifizierend aufgreift, soll sichergestellt werden, dass die Gemeindebürger, wenn sie von den Initiatoren des Bürgerbegehrens zur Unterschriftsleistung aufgefordert werden, schon in dieser ersten Phase des direktdemokratischen Verfahrens die Bedeutung und Tragweite der mit Ja oder Nein zu entscheidenden Fragestellung erkennen können (vgl. zum Volksgesetzgebungsverfahren VerfGH, E. v. 13.4.2000 - Vf. 4-IX-00 - VGH n. F. 53, 81/105). - VGH Baden-Württemberg, 22.08.2013 - 1 S 1047/13
Anforderungen an Begründung eines Bürgerbegehrens; Pflichten der Gemeinden bei …
Auszug aus VGH Bayern, 04.07.2016 - 4 BV 16.105
Rn. 28 2. An dieser ungeschriebenen Rechtmäßigkeitsvoraussetzung, die der Senat in einer Reihe neuerer Entscheidungen hervorgehoben hat (…BayVGH, B. v. 9.12.2010 - 4 CE 10.2943 - juris Rn. 2;… B. v. 20.1.2012 - 4 CE 11.2771 - juris Rn. 31;… B. v. 25.6.2012 - 4 CE 12.1224 - BayVBl 2013, 19 Rn. 31;… B. v. 14.10.2014 - 4 ZB 14.707 - juris Rn. 3 ff.; anders noch B. v. 14.3.2001 - 4 ZE 00.3658 - BayVBl 2002, 184) und die auch in der Rechtsprechung anderer Oberverwaltungsgerichte anerkannt ist (vgl. OVG NRW, U. v. 23.4.2002 - 15 A 5594/00 - NVwZ-RR 2002, 766;… OVG SH, U. v. 19.12.2005 - 2 LB 19/05 - juris Rn. 41; VGH BW, B. v. 22.8.2013 - 1 S 1047/13 - juris Rn. 19;… HessVGH, B. v. 20.8.2015 - 8 B 2125/14 - juris Rn. 6), fehlt es im vorliegenden Fall. - VGH Bayern, 19.02.1997 - 4 B 96.2928
Grundsatzentscheidungen durch Bürgerentscheid sind zulässig
Auszug aus VGH Bayern, 04.07.2016 - 4 BV 16.105
Ein solches Verständnis wäre mit dem objektiven Erklärungsgehalt der Aussage unvereinbar und ließe sich daher auch mit dem in der Rechtsprechung des Senats anerkannten Gebot der grundsätzlich "wohlwollenden Auslegung" eines mehrdeutig formulierten Bürgerbegehrens (dazu BayVGH, U. v. 19.2.1997 - 4 B 96.2928 - VGH n. F. 50, 42/44 f. = BayVBl 1997, 276/277;… U. v. 21.3.2012 - 4 B 11.221 - BayVBl 2012, 632 Rn. 21) nicht sachlich rechtfertigen. - OVG Schleswig-Holstein, 19.12.2005 - 2 LB 19/05
Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens
- VGH Bayern, 20.01.2012 - 4 CE 11.2771
Zulassung eines Bürgerbegehrens; irreführende und unzulässige Fragestellung; …
- VGH Bayern, 22.06.2007 - 4 B 06.1224
- VGH Hessen, 20.08.2015 - 8 B 2125/14
- VG München, 04.03.2015 - M 7 E 14.4965
Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung; Bürgerbegehren
- BVerwG, 17.03.1998 - 8 B 36.98
Anforderungen an die Grundsatzrevision bei Fragen die kommunale Wahlgesetze
- VGH Bayern, 14.03.2001 - 4 ZE 00.3658
- VG Regensburg, 27.04.2022 - RO 3 K 20.982
Anforderungen an die Begründung eines Bürgerbegehrens
Eine nachträgliche Berichtigung der Begründung durch die Vertreter des Bürgerbegehrens unter Fortgeltung der Unterschriften sei nicht möglich, weil der entscheidungserhebliche Mangel bereits das Sammeln der Unterschriften erfasst habe und ansonsten der Wille der Unterzeichner verfälscht werde (BayVGH, B.v. 9.12.2010 - 4 CE 10.2943 und BayVGH, U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105).Anders als in den seitens der Beklagten angeführten Entscheidungen des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs gehe es weder um eine erweislich falsche Tatsachenbehauptung (so aber in BayVGH, U.v. 4.7.2017 - 4 BV 16.105 - BeckRS 2016, 50127) noch um ein zentrales, besonders betontes Begründungselement, das tatsächlich geeignet sei, eine unzutreffende Vorstellung zu vermitteln (so in BayVGH, B.v. 14.10.2014 - 4 ZB 14.707 - juris).
Insgesamt werde damit der Unterzeichner nicht durch wesentliche Punkte des Begründungstextes in die Irre geführt, insbesondere die maßgebliche Rechtslage nicht unzutreffend und unvollständig dargelegt (BayVGH, st. Rspr. z.B. U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105 - juris Rn. 27 f.;… VG Ansbach B.v. 1.7.2020 - 4 E 20, 01057 - BeckRS 2020, 16142 Rn. 37).
Es ist daher mit dem Sinn und Zweck eines Plebiszits auch auf kommunaler Ebene nicht vereinbar, wenn in der Begründung des Bürgerbegehrens in einer entscheidungsrelevanten Weise unzutreffende Tatsachen behauptet werden oder wenn die maßgebende Rechtslage unzutreffend bzw. unvollständig erläutert wird (VGH München, Beschluss vom 9.12.2010 - 4 CE 10.2943, BeckRS 2010, 33826; Beschluss vom 20.1.2012 - 4 CE 11.2771, BeckRS 2012, 50791; BayVBl 2013, 19 = BeckRS 2012, 54343; Beschluss vom 14.10.2014 - 4 ZB 14.707, BeckRS 2014, 58742; NVwZ-RR 2017, 1 = BayVBl 2017, 92; anders noch BayVBl 2002, 184 = BeckRS 2001, 20964).".
Eine solche Eignung zur Beeinflussung des Unterschriftsverhaltens darf allerdings nicht nur theoretisch bestehen, sondern muss nach allgemeiner Lebenserfahrung als konkrete und nicht ganz fernliegende Möglichkeit erscheinen" (so BayVGH, U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105 - BeckRS 2016, 50127 m.w.N.).
- VGH Bayern, 17.05.2017 - 4 B 16.1856
Anforderungen an Begründung des Bürgerbegehrens
Aus der Bezeichnung des Bürgerbegehrens ("Aer Stadtwerke in Bürgerhand") und aus dem primär genannten Ziel eines Verbleibs der kommunalen Unternehmen "in vollständigem Eigentum der Stadt A. " lässt sich ebenso wie aus dem beigefügten Text der Begründung bei der hier gebotenen wohlwollenden Auslegung (vgl. BayVGH, U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105 - BayVBl 2017, 92 Rn. 32 m.w.N.) mit hinreichender Klarheit entnehmen, dass Zusammenschlüsse mit "anderen Unternehmen" nur insoweit unterbleiben sollen, als die Beklagte dadurch ihr bisheriges (Allein-)Eigentum verlieren würde.Es ist daher mit dem Sinn und Zweck eines Plebiszits auch auf kommunaler Ebene nicht vereinbar, wenn in der Begründung des Bürgerbegehrens in einer entscheidungsrelevanten Weise unzutreffende Tatsachen behauptet werden oder wenn die maßgebende Rechtslage unzutreffend bzw. unvollständig erläutert wird (…BayVGH, B.v. 9.12.2010 - 4 CE 10.2943 - juris Rn. 2;… B.v. 20.1.2012 - 4 CE 11.2771 - juris Rn. 31;… B.v. 25.6.2012 - 4 CE 12.1224 - BayVBl 2013, 19 Rn. 31;… B.v. 14.10.2014 - 4 ZB 14.707 - juris Rn. 3 ff.; U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105 - BayVBl 2017, 92 Rn. 27; anders noch B.v. 14.3.2001 - 4 ZE 00.3658 - BayVBl 2002, 184).
- VG Bayreuth, 09.04.2026 - B 4 E 26.43
Bürgerbegehren zur Einstellung eines Bebauungsplanverfahrens, Antrag auf …
Mit diesem Erfordernis soll sichergestellt werden, dass die Gemeindebürger, wenn sie vom Initiator des Bürgerbegehrens zur Unterschriftsleistung aufgefordert werden, schon in dieser ersten Phase des direktdemokratischen Verfahrens die Bedeutung und Tragweite der mit Ja oder Nein zu entscheidenden Fragestellung erkennen können (BayVGH, U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105 - juris Rn. 27).Es ist daher mit dem Sinn und Zweck eines Plebiszits auf kommunaler Ebene nicht vereinbar, wenn in der Begründung des Bürgerbegehrens in einer entscheidungsrelevanten Weise unzutreffende Tatsachen behauptet werden oder wenn die maßgebende Rechtslage unzutreffend bzw. unvollständig erläutert wird (BayVGH, U.v. 4.7.2016 a.a.O. Rn. 27 f.;… B.v. 20.12.2021 - 4 CE 21.2576 - juris Rn. 28; jeweils m.w.N.).
Dies lässt eine bürgerbegehrensfreundliche Auslegung (vgl. BayVGH, U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105 - juris Rn. 32 m.w.N.) dahingehend, dass zweiter Bezugspunkt für die - insoweit zumindest im Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes nicht erkennbar falsche - Meterangabe die Grundstücksgrenze des am südöstlichen Rand des reinen Wohngebietes gelegenen Grundstücks ist, zu.
Allerdings ändert dies nichts an dem Umstand, dass sich der Abstand zwischen den unterschiedlichen Nutzungen (Wohnnutzung und Gewerbenutzung) verringert, was für sich gesehen bei bürgerbegehrensfreundlicher Auslegung (vgl. BayVGH, U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105 - juris Rn. 32 m.w.N.) schon ausreicht, um hier nicht von unwahren Tatsachen zu sprechen.
- VGH Bayern, 13.03.2019 - 4 B 18.1851
Bürgerbegehren "Kein Tunnel in Starnberg" ist unzulässig
d) Entgegen der Auffassung des Verwaltungsgerichts verstößt weder die Fragestellung noch die Begründung des Bürgerbegehrens gegen das aus der verfassungsrechtlich gewährleisten Abstimmungsfreiheit (Art. 7 Abs. 2, Art. 12 Abs. 3 BV) folgende Täuschungs- und Irreführungsverbot (dazu BayVGH, U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105 - BayVBl 2017, 92 Rn. 27 f. m.w.N.). - VG Frankfurt/Main, 10.03.2022 - 7 K 201/20
Bürgerbegehren unzulässig
Sie darf deshalb nicht in wesentlichen Punkten falsch, unvollständig oder irreführend sein ( VGH Kassel…, Beschluss vom 20.08.2015 - 8 B 2125/14 -, Rn. 6 ; VGH H-Stadt, Urteil vom 04.07.2016 - 4 BV 16.105 -, Rn. 27; VG Darmstadt…, Beschluss vom 25.04.2013 - 3 L 497/13.DA -, Rn. 33 ; VG Karlsruhe…, Beschluss vom 29.08.2016 - 9 K 3743/16 -, Rn. 35;… BeckOK KommunalR Hessen/Dünchheim, 14. Ed. 1.2.2021, HGO § 8b Rn. 13f.).Da den Unterzeichnern des Bürgerbegehrens der auf den Unterschriftenlisten abgedruckte Begründungstext in seiner Gesamtheit vorliegt, muss auch dessen rechtliche Beurteilung einheitlich erfolgen; eine nachträgliche Teilung oder geltungserhaltende Reduktion kommt daher nicht in Betracht (VGH H-Stadt, Urteil vom 04.07.2016 - 4 BV 16.105 -, Rn. 34; OVG Lüneburg…, Beschluss vom 11.08.2008 - 10 ME 204/08 -, Rn. 23).
- VerfGH Bayern, 16.07.2019 - 41-IX-19
Keine Zulassung eines Volksbegehrens zum "Pflegenotstand" an Krankenhäusern
In diesem Zusammenhang kommt es auch nicht darauf an, ob die fehlende Aktualität der Begründung auf einem Versäumnis der Initiatoren des Volksbegehrens beruht oder ob diese wegen einer unvorhersehbaren Rechtsentwicklung zu keiner Einarbeitung der neuen Entwicklung in der Lage waren (zur Aktualität der Begründung von Bürgerbegehren vgl. BayVGH vom 4.7.2016 BayVBl 2017, 92 Rn. 27 ff.). - VG Bayreuth, 09.04.2026 - B 4 E 26.42
Bürgerbegehren zur Einstellung eines Bebauungsplanverfahrens, Antrag auf …
Mit diesem Erfordernis soll sichergestellt werden, dass die Gemeindebürger, wenn sie vom Initiator des Bürgerbegehrens zur Unterschriftsleistung aufgefordert werden, schon in dieser ersten Phase des direktdemokratischen Verfahrens die Bedeutung und Tragweite der mit Ja oder Nein zu entscheidenden Fragestellung erkennen können (BayVGH, U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105 - juris Rn. 27).Es ist daher mit dem Sinn und Zweck eines Plebiszits auf kommunaler Ebene nicht vereinbar, wenn in der Begründung des Bürgerbegehrens in einer entscheidungsrelevanten Weise unzutreffende Tatsachen behauptet werden oder wenn die maßgebende Rechtslage unzutreffend bzw. unvollständig erläutert wird (BayVGH, U.v. 4.7.2016 a.a.O. Rn. 27 f.;… B.v. 20.12.2021 - 4 CE 21.2576 - juris Rn. 28; jeweils m.w.N.).
Allerdings ändert dies nichts an dem Umstand, dass sich der Abstand zwischen den unterschiedlichen Nutzungen (Wohnnutzung und Gewerbenutzung) verringert, was für sich gesehen bei bürgerbegehrensfreundlicher Auslegung (vgl. BayVGH, U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105 - juris Rn. 32 m.w.N.) schon ausreicht, um hier nicht von unwahren Tatsachen zu sprechen.
- VG Ansbach, 06.03.2018 - AN 4 E 18.00219
Einstweilige Anordnung zur Sicherung der Zulassung eines Bürgerbegehrens
Nach Auffassung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs seien Bürgerbegehren insbesondere auch dann unzulässig, wenn es die Rechtslage unzutreffend erläutere (VGH München a.a.O. sowie zuletzt U.v. 4.7.2016, Az. 4 BV 16.105).Dazu gehört, dass er durch den vorgelegten Begründungstext nicht in wesentlichen Punkten in die Irre geführt wird, insbesondere weil die maßgebliche Rechtslage unzutreffend und unvollständig dargelegt wird (VGH München, st. RSpr. z.B. U.v. 4.7.2016, 4 BV 16.105 - juris Rn. 27 f.).
- VGH Bayern, 29.03.2023 - 4 CS 22.2412
Rücknahme eines Bescheids über die Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens
Nach ständiger Rechtsprechung des Senats (vgl. U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105 - BayVBl 2017, 92 Rn. 27;… U.v. 17.5.2017 - 4 B 16.1856 - BayVBl 2018, 22 Rn. 35; vgl. auch VerfGH, E.v. 13.4.2000 - Vf. 4-IX-00 - VGH n.F. 53, 81/105) ist es mit dem Sinn und Zweck eines Plebiszits auf kommunaler Ebene nicht vereinbar, wenn in der Begründung des Bürgerbegehrens in einer entscheidungsrelevanten Weise unzutreffende Tatsachen behauptet werden oder wenn die maßgebende Rechtslage unzutreffend bzw. unvollständig erläutert wird.Rn. 29 Die von Anfang an unrichtige Behauptung in der Begründung des Bürgerbegehrens, dass der städtebauliche Vertrag auch in Zukunft den Gemeinderat nicht zur Kenntnis gegeben werden soll, ist auch im Kontext der übrigen Begründung als so gewichtig anzusehen, dass ohne sie möglicherweise weniger Unterzeichner das Bürgerbegehren unterstützt hätten (vgl. zu diesem Erfordernis BayVGH, U.v. 4.7.2016, a.a.O., Rn. 35).
- VGH Bayern, 22.03.2022 - 4 CE 21.2992
Zur Bestimmtheit der Fragestellung eines Bürgerbegehrens
Rn. 25 b) Da das Bürgerbegehren somit schon aufgrund fehlender Bestimmtheit unzulässig ist, kann offenbleiben, ob die Begründung des Bürgerbegehrens gegen das aus der verfassungsrechtlich gewährleisten Abstimmungsfreiheit (Art. 7 Abs. 2, Art. 12 Abs. 3 BV) folgende Täuschungs- und Irreführungsverbot verstößt (dazu BayVGH, U.v. 4.7.2016 - 4 BV 16.105 - BayVBl 2017, 92 Rn. 27 f. m.w.N.). - VG München, 08.11.2017 - M 7 K 16.4091
Zulassung eines Bürgerbegehrens
- OVG Rheinland-Pfalz, 05.01.2022 - 10 B 11526/21
Eilantrag zum Bürgerbegehren "Rettet das Freibad Wittlich" erfolglos
- VGH Bayern, 16.01.2026 - 4 CE 25.2059
Vorläufiger Rechtsschutz, Bürgerbegehren, Sicherung des Anspruchs auf …
- VG Würzburg, 26.04.2023 - W 2 K 22.1548
Zur Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens
- VG Hannover, 05.06.2018 - 1 A 4391/16
Maßgeblicher Zeitpunkt für Entscheidung über Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens; …
- VGH Bayern, 28.11.2016 - 4 ZB 16.1610
Vertretung eines Bürgerbegehrens bei mehreren benannten Vertretern; …
- VG Bayreuth, 02.06.2025 - B 4 E 25.353
Unzulässigkeit eines Bürgerbegehrens
- VG München, 07.03.2018 - M 7 K 17.3914
Bürgerbegehren "Kein Tunnel in Starnberg" unzulässig
- VG München, 01.06.2022 - M 7 K 21.5264
Sicherungsanspruch der Vertreter eines zulässigen Bürgerbegehrens
- VG Trier, 05.10.2021 - 7 K 1530/21
Bürgerbegehren "Rettet das Freibad Wittlich" ist unzulässig
- VG Frankfurt/Main, 28.02.2024 - 7 K 1080/22
Mangelnde Bestimmtheit eines Bürgerbegehrens über den Neubau eines …
- VG Ansbach, 11.11.2016 - AN 4 E 16.01861
Eilantrag zum Bürgerbegehren "Erhaltet das Grundschulhaus Oberweihersbuch" …
- VG Bayreuth, 27.09.2016 - B 5 K 15.982
Unzulässiges Bürgerbegehren zu Verkehrslandeplatz (Verbot der Koppelung sachlich …
- VG Trier, 12.09.2023 - 7 K 1271/23
Bürgerbegehren "eXhaus bleibt!" unzulässig
- VG München, 16.03.2021 - M 7 K 20.3203
Zu den Anforderungen an ein Bürgerbegehren
- VG München, 13.11.2017 - M 7 E 17.746
Antrag auf eine einstweilige Anordnung - Bürgerbegehren
- VG Ansbach, 18.10.2023 - AN 4 K 21.02065
Zur Zulassung eines Bürgerbegehrens
- VG Ansbach, 01.07.2020 - AN 4 E 20.01057
Begründung eines Bürgerbegehrens
- VG München, 29.04.2024 - M 7 K 23.4110
Unzulässiges Bürgerbegehren, Irreführende Begründung
- VG Ansbach, 10.05.2021 - AN 4 E 21.00628
Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens
- VG Würzburg, 31.07.2019 - W 2 K 18.886
Unzulässiges Bürgerbegehren
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