Rechtsprechung
| OLG Karlsruhe, 30.12.1980 - 5 UF 149/80 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- familienrecht-deutschland.de
BGB §§ 1587a, 1587b; BeamtVG § 55
Versorgungsausgleich bei Doppelversorgung eines Beamten. - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- NJW 1981, 687
- FamRZ 1981, 282
Wird zitiert von ... (7) Zitiert selbst (2)
- OLG Koblenz, 13.05.1980 - 11 UF 481/79
Auszug aus OLG Karlsruhe, 30.12.1980 - 5 UF 149/80
Sodann ist der fiktive Kürzungsbetrag für das Endalter 65 nicht nach der Endstufe, sondern nach der an dem Ende der Ehezeit erlangten Dienstaltersstufe zu ermitteln (gegen OLG Bremen FamRZ 1979, 829; OLG München FamRZ 1980, 1025; OLG Koblenz FamRZ 1980, 1027).In § 1587a Abs. 6 BGB wird kein ausdrücklicher Weg gewiesen, wie den Kürzungsvorschriften Rechnung zu tragen ist (OLG München FamRZ 1980, 60; 1980, 1027).
Wenn die zu der Kürzung führende Rente teils innerhalb und teils außerhalb der Ehezeit erworben wurde, ist folgerichtig nur derjenige Kürzungsanteil der Ehezeit zuzuordnen, der dem Verhältnis der Rente während der Ehezeit zu der Gesamtrente entspricht (ebenso OLG München FamRZ 1980, 1027; anders Klinkhardt in Bastian/Roth-Stielow/Schmeiduch, 1. Eherechtsreformgesetz § 1587a Rdn. 227, 228, und wohl auch OLG Koblenz FamRZ 1980, 1027).
Demgegenüber zieht das LBV (…ebenso Klinkhardt in Bastian/Roth-Stielow/Schmeiduch, 1. EheRG § 1587a BGB Rdn. 227, 228; wohl auch OLG Koblenz FamRZ 1980, 1027) von der auf das Endalter hochgerechneten Versorgung einschließlich Weihnachtsgeld von 3.258,45 DM den gesamten Kürzungsbetrag von 602, 50 DM ab, und ermittelt aus dem Ergebnis von 2.655,95 DM nach dem Zeit-Zeit-Verhältnis (10,92/40,91) die Versorgung für die Ehezeit mit 708, 95 DM.
Nach anderer Meinung (OLG Bremen FamRZ 1979, 829; OLG München FamRZ 1980, 1025; OLG Koblenz FamRZ 1980, 1027;… Diederichsen, aaO § 1587a Anm. 6 c aa;… Klinkhardt, aaO § 1587a BGB Rdn. 227, 228) ist bei Ermittlung des fiktiven Kürzungsbetrages die Endstufe zu berücksichtigen, wie es der Berechnung nach § 55 Abs. 2 Nr. 1 a) BeamtVG bei Eintritt des Versorgungsfalles entspricht.
Dies zeigt sich auch deutlich in dem von dem Oberlandesgericht München (FamRZ 1980, 1027) entschiedenen Fall, in dem unter Zugrundelegung der Endstufe kein Kürzungsbetrag ermittelt wurde, jedoch vorauszusehen ist, daß später mit Steigerung der tatsächlichen Dienstaltersstufe (und damit der Versorgungsbezüge vor Kürzung) eine erhebliche Kürzung vorgenommen werden wird.
- OLG München, 26.06.1980 - 4 UF 250/79
Auszug aus OLG Karlsruhe, 30.12.1980 - 5 UF 149/80
Sodann ist der fiktive Kürzungsbetrag für das Endalter 65 nicht nach der Endstufe, sondern nach der an dem Ende der Ehezeit erlangten Dienstaltersstufe zu ermitteln (gegen OLG Bremen FamRZ 1979, 829; OLG München FamRZ 1980, 1025; OLG Koblenz FamRZ 1980, 1027).d) Soweit das Problem bisher gesehen und angesprochen wurde, ist es herrschende Meinung, daß Kürzungsvorschriften dann nicht Rechnung zu tragen ist, wenn die Rente oder Rentenanwartschaft, die bei der Kürzung herangezogen werden soll, nicht während der Ehezeit erworben wurde (OLG München FamRZ 1980, 60; 1980, 1025;… Diederichsen in Palandt, BGB 39. Aufl.
Nach anderer Meinung (OLG Bremen FamRZ 1979, 829
; OLG München FamRZ 1980, 1025; OLG Koblenz FamRZ 1980, 1027;… Diederichsen, aaO § 1587a Anm. 6 c aa;… Klinkhardt, aaO § 1587a BGB Rdn. 227, 228) ist bei Ermittlung des fiktiven Kürzungsbetrages die Endstufe zu berücksichtigen, wie es der Berechnung nach § 55 Abs. 2 Nr. 1 a) BeamtVG bei Eintritt des Versorgungsfalles entspricht.
- BGH, 01.12.1982 - IVb ZB 532/81
Berechnung des Versorgungsausgleichs in den Fällen des Ruhens gemäß BeamtVG § 55 …
Der Senat tritt ihr jedoch mit der wohl überwiegenden Meinung bei (vgl. - zum Teil zu der verwandten Regelung des § 10 Abs. 2 BeamtVG aF - OLG München FamRZ I960, 60 und 1023; 1981, 686; OLG Karlsruhe FamRZ 1981, 282 und 470; 1982, 825; OLG Koblenz FamRZ 1981, 685; OLG Köln FamRZ 1981, 905, 907).Diese Auffassung wird auch in der Rechtsprechung der Oberlandesgerichte vertreten (vgl. - zum Teil zu der verwandten Regelung des § 10 Abs. 2 BeamtVG aF - OLG München FamRZ 1980, 60; OLG Karlsruhe FamRZ 1981, 282; OLG Frankfurt FamRZ 1982, 182).
Dieser Auffassung, die in Rechtsprechung und Schrifttum neben Zustimmung (OLG Karlsruhe FamRZ 1981, 282, 284; OLG Koblenz FamRZ 1981, 685, 686;… OLG Frankfurt FamRZ 1982, 182 - LS - Rolland aaO § 1587 a Rdn. 40 i) auch Ablehnung gefunden hat (…Klinkhardt bei Bastian/Roth-Stielov/ Schmeiduch aaO § 1587 a Rdn. 231; offengelassen bei OLG München FamRZ 1980, 1025, 1027), pflichtet der Senat bei.
Der gegenteiligen Auffassung (Vogel FamRZ 1980, 605; Müller-Bütow FamRZ 1982, 184; OLG Karlsruhe FamRZ 1981, 282; 1982, 825" 827) vermag der Senat mit der ganz herrschenden Auffassung (OLG Bremen FamRZ 1979" 829; OLG München FamRZ 1980, 1025" 1026 f .; OLG Koblenz FamRZ 1980, 1027, 1028; OLG Braunschweig FamRZ 1981, 172, 174; KG FamRZ 1981, 177 - LS - OLG Hamm FamRZ 1981, 467, 468; OLG Köln FamRZ 1981, 905, 906; OLG Celle FamRZ 1981, 975, 976; OLG Stuttgart FamRZ 1982, 182, 183;… Klinkhardt bei Bastian/Roth-Stielow/Schmeiduch aaO § 1587 a Rdn. 228; Schmal hofer, Versorgungsausgleich für öffentliche Bedienstete S. 109;… Soergel/Minz aaO § 1587 a Rdn. 338) nicht zu folgen.
- BGH, 13.10.1982 - IVb ZB 615/80
Herabsetzung des Versorgungsausgleichs wegen ehelichen Fehlverhaltens
Im Falle persönlicher Eheverfehlungen wird diese Grenze im allgemeinen nur überschritten, wenn sich das schwerwiegende pflichtwidrige Verhalten über einen lang andauernden Zeitraum erstreckt, wobei von Belang ist, wie lange Ehe und Güterstand überhaupt bestanden haben und wie lange der Ausgleichsgläubiger seinen Aufgaben und Pflichten gerecht geworden ist (vgl. BGHZ 46, 343, 352; Urteil vom 3. Juni 1970 - IV ZR 64/69 - FamRZ 1970, 483, 484 sowie OLG Düsseldorf FamRZ 1981, 282 mit umfassenden weiteren Nachweisen von Rechtsprechung und Schrifttum). - OLG Celle, 15.06.1981 - 12 UF 235/80 So geht das Oberlandesgericht Karlsruhe (FamRZ 1981, 282) davon aus, zu der Berechnung des Höchstbetrages nach § 55 BeamtVG sei nicht die Endstufe, sondern die am Ende der Ehezeit erlangte Dienstaltersstufe zugrunde zu legen.
c) Einige Gerichte meinen, in die Gesamtversorgung und in die Gesamtzeit könne nur derjenige Teil der bisher erworbenen Rentenanwartschaft einbezogen werden, der in die Ehezeit falle; der vor der Ehezeit liegende Teil der Rentenanwartschaften habe außer Betracht zu bleiben (OLG München FamRZ 1980, 1025; OLG Karlsruhe FamRZ 1981, 282; AmtsG München FamRZ 1981, 175).
- BGH, 06.07.1983 - IVb ZB 794/81
Zugewinnausgleich bei Zusammentreffen einer beamtenrechtlichen Versorgung mit …
Er hat sich vielmehr für eine Lösung entschieden, die nicht nur den - für sich allein bereits bedeutsamen - Vorteil der wesentlich einfacheren Handhabung bei der Erzielung durchweg vertretbarer Ergebnisse bietet, sondern zudem der bisher sehr umstrittenen Frage der Erfüllung von Wartezeiten jegliche Problematik nimmt (…Senatsbeschluß vom 1. Dezember 1982 a.a.O. S. 361 f.) und - mit der Mehrheit der Oberlandesgerichte gegen OLG Karlsruhe FamRZ 1981, 282; 1982, 825 und Müller-Bütow FamRZ 1982, 184 - ein wörtliches Verständnis des § 55 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a BeamtVG ("Endstufe der Besoldungsgruppe") erlaubt (…Senatsbeschluß vom 1. Dezember 1982 a.a.O. S. 362). - OLG Karlsruhe, 31.12.1980 - 5 UF 133/80 Der Senat hat bereits bezüglich der Vornahme der Bewertung bei einer Kürzung gemäß § 55 BeamtVG grundsätzlich entschieden, daß die Berücksichtigung der Kürzungsvorschriften bei dem Versorgungsausgleich ein Problem der Zuordnung des Kürzungsbetrages zu der Doppelversorgungszeit und der Ehezeit ist (Beschluß vom 30. Dezember 1980 - FamRZ 1981, 282).
- OLG Koblenz, 17.03.1981 - 15 UF 353/80 Bei einer gemäß § 20 Abs. 3 SVG anrechenbaren Rentenanwartschaft von 9, 80 DM ergibt sich unter Zugrundelegung der im übrigen zutreffenden Berechnung der Versorgungsanwartschaften des Antragsgegners nach dem Soldatenversorgungsgesetz ein ausgleichspflichtiger Betrag von 731, 66 DM: Ruhegehaltfähige Dienstbezüge 2.140,19 DM davon 75% 1.605,15 DM + 1/12 jährliche Sonderzuwendungen 133, 77 DM 1.738,92 DM ./. Anrechnung nach § 20 Abs. 3 SVG 9, 80 DM 1.729,12 DM 13, 75 Jahre x 1.729,12 DM : 32, 495 Jahre = 731, 66 DM Der Anrechnung der in die Ehezeit fallenden, auf der Nachversicherung beruhenden Rentenanwartschaften bei der zu erwartenden Versorgung des Antragsgegners nach dem Soldatenversorgungsgesetz steht nicht entgegen, daß für den Antragsgegner in der gesetzlichen Rentenversicherung bisher erst eine anrechnungsfähige Versicherungszeit von 112 Monaten besteht, und damit die Wartezeit für den Erwerb eines Altersruhegeldes bei der BfA von 180 Monaten noch nicht erfüllt ist (ebenso zu § 55 BeamtVG OLG Karlsruhe FamRZ 1981, 282 ff, 284; offen lassend OLG München FamRZ 1980, 1025 ff, 1027;… a.A. Bastian/Roth-Stielow/Schmeiduch, 1. EheRG § 1587a BGB Rdn. 231).
- OLG Karlsruhe, 28.06.1982 - 18 UF 147/81 Die Kürzungsvorschrift des § 55 BeamtVG ist dann nicht anzuwenden, wenn die Rente oder Rentenanwartschaft, die bei der Kürzung herangezogen werden soll, nicht während der Ehezeit erworben wurde (OLG Karlsruhe [5. ZS] FamRZ 1981, 282, 283; ebenso Beschluß vom 23. Dezember 1980 - 5 UF 142/78 - n.v.; OLG München FamRZ 1980, 60; 1980, 1025; OLG Koblenz FamRZ 1980, 1027, 1028; OLG Köln FamRZ 1981, 905, 907): Würde nämlich die auf die Ehezeit entfallende Beamtenversorgungsanwartschaft des Antragstellers in Ansehung der vor der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaft gekürzt, so müßte die ausgleichsberechtigte Antragsgegnerin Anwartschaftszeiten gegen sich gelten lassen, aus denen der Antragsteller bei Erreichung der Altersgrenze zwar eine Rente beziehen würde, von denen sie aber nach § 1587 Abs. 1 S. 1 BGB grundsätzlich keinen Ausgleich beanspruchen darf, weil die Anwartschaftszeiten vor der Ehezeit liegen.
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