Rechtsprechung
| BGH, 27.02.1992 - III ZR 204/90 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Klage eines Bauherrn auf Schadensersatz wegen Vornahme einer ordnungsbehördlichen Maßnahme - Rechtswidrige Baugenehmigung gegenüber dem antragstellenden Bauherrn - Vorliegen eines anspruchsmindernden Mitverschuldens
- Baurechtssammlung (Wolters Kluwer)(kostenpflichtig, Leitsatz frei)
§ 39 Abs. 1 Buchst. b OBGNW; §§ 40, 48 Abs. 3 und 4, 50 VwVfGNW; § 278 BGB.
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- OLG Köln, 18.10.1990 - 7 U 10/90
- BGH, 27.02.1992 - III ZR 204/90
Wird zitiert von ... (9) Zitiert selbst (9)
- BGH, 21.12.1989 - III ZR 118/88
Altlasten II - § 1 Abs. 5 Nr. 1 BauGB, Haftung für nichtigen Bebauungsplan, …
Auszug aus BGH, 27.02.1992 - III ZR 204/90
In der Rechtsprechung des Senats ist anerkannt, daß eine rechtswidrige Baugenehmigung eine zum Ersatz verpflichtende ordnungsbehördliche "Maßnahme" i. S. des § 39 Abs. 1 Buchst. b OBG auch gegenüber dem antragstellenden Bauherrn selbst sein kann (Senatsurteil BGHZ 109, 380, 393;… Senatsbeschluß vom 29. Juni 1989 - III ZR 274/88 = BGHR NW OBG § 39 Abs. 1 Buchst. b Maßnahme 2).So kommt sie beispielsweise in Betracht, wenn das aufgrund einer rechtswidrigen Baugenehmigung errichtete Bauwerk mit Gefahren für Leben oder Gesundheit der Bewohner behaftet und deshalb unbewohnbar ist (vgl. Senatsurteil BGHZ 109, 380, 393-395, wo diese Voraussetzungen im konkreten Fall allerdings nicht festgestellt worden waren).
- BVerwG, 19.12.1984 - Gr. Sen. 1.84
Rücknahme begünstigender Verwaltungsakte
Auszug aus BGH, 27.02.1992 - III ZR 204/90
Im übrigen weist der Kläger zutreffend darauf hin, daß die Jahresfrist erst beginnt, wenn die Behörde von der Rechtswidrigkeit als solchen Kenntnis erlangt hat (BVerwG [Großer Senat] NJW 1985, 819, 821). - BVerfG, 11.06.1980 - 1 PBvU 1/79
Ablehnung der Revision
Auszug aus BGH, 27.02.1992 - III ZR 204/90
Die Revisionen haben im Ergebnis auch keine Aussicht auf Erfolg (BVerfGE 54, 277).
- BGH, 16.01.1992 - III ZR 18/90
mündlicher Bauvorbescheid - § 839 BGB, Schutzzweck, formelles Verfahren, …
Auszug aus BGH, 27.02.1992 - III ZR 204/90
Diese Erklärungen und Unterlassungen der Bauaufsichtsbehörde vermochten vielmehr keinerlei schutzwürdiges Vertrauen zugunsten des Klägers oder seines Architekten zu begründen (vgl. Senatsurteil vom 16. Januar 1992 - III ZR 18/90, für BGHZ vorgesehen). - BGH, 29.06.1989 - III ZR 92/87
Amtspflichten des Urkundsbeamten bei Zustellungen im Mahnverfahren; …
Auszug aus BGH, 27.02.1992 - III ZR 204/90
Ein derartiger Fehler lag vielmehr angesichts der durch die rechtswidrige Baugenehmigung geschaffenen Gefahrenlage noch innerhalb des Rahmens der zivilrechtlichen Haftungszuweisung (vgl. Senatsurteil vom 26. Juni 1989 - III ZR 92/87 = NJW 1990, 176, 178). - BGH, 25.10.1984 - III ZR 80/83
Mitverantwortung des Architekten und des Bauherrn bei voreiligem Baubeginn; …
Auszug aus BGH, 27.02.1992 - III ZR 204/90
Zu Recht weist das Berufungsgericht nämlich darauf hin, daß es hier nicht um die Bewältigung schwieriger Rechtsfragen geht, die von einem Architekten, da er nicht Rechtsberater des Bauherrn ist, nicht verlangt werden kann (Senatsurteil vom 25. Oktober 1984 - III ZR 80/83 = NJW 1985, 1692, 1693 [BGH 25.10.1984 - III ZR 80/83];… Senatsbeschluß vom 29. März 1990 - III ZR 145/88 = BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 2 Bauunternehmer 1). - BGH, 18.10.1990 - III ZR 260/88
Amtspflichtverletzungen durch Amtsträger einer übergeordneten, weisungsbefugten …
Auszug aus BGH, 27.02.1992 - III ZR 204/90
Dies unterscheidet den vorliegenden Fall von demjenigen, der dem Senatsurteil vom 18. Oktober 1990 (III ZR 260/88 = BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Mitverschulden 1) zugrundegelegen hatte, wo die angebliche "Hilfsperson" das Baugenehmigungsverfahren in eigener Verantwortung und eigenem wirtschaftlichen Interesse betrieben hatte und wo deshalb eine Zurechnung verneint worden ist. - BGH, 29.03.1990 - III ZR 145/88
Amtspflichtverletzung durch Erteilung einer Baugenehmigung - Schutzwürdige …
Auszug aus BGH, 27.02.1992 - III ZR 204/90
Zu Recht weist das Berufungsgericht nämlich darauf hin, daß es hier nicht um die Bewältigung schwieriger Rechtsfragen geht, die von einem Architekten, da er nicht Rechtsberater des Bauherrn ist, nicht verlangt werden kann (Senatsurteil vom 25. Oktober 1984 - III ZR 80/83 = NJW 1985, 1692, 1693 [BGH 25.10.1984 - III ZR 80/83]; Senatsbeschluß vom 29. März 1990 - III ZR 145/88 = BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 2 Bauunternehmer 1). - BGH, 29.06.1989 - III ZR 274/88
Begriff der Maßnahme i.S.d. § 39 OBG NW (Ordnungsbehördengesetz NRW) - …
Auszug aus BGH, 27.02.1992 - III ZR 204/90
In der Rechtsprechung des Senats ist anerkannt, daß eine rechtswidrige Baugenehmigung eine zum Ersatz verpflichtende ordnungsbehördliche "Maßnahme" i. S. des § 39 Abs. 1 Buchst. b OBG auch gegenüber dem antragstellenden Bauherrn selbst sein kann (Senatsurteil BGHZ 109, 380, 393; Senatsbeschluß vom 29. Juni 1989 - III ZR 274/88 = BGHR NW OBG § 39 Abs. 1 Buchst. b Maßnahme 2).
- BGH, 19.03.1992 - III ZR 117/90
Amtshaftung wegen Erteilung rechtswidriger Baugenehmigung
Jeder Architekt muß wissen, daß bei einem Bauvorhaben Rücksicht auf die Nachbarbebauung zu nehmen ist, und muß in der Lage sein, die Grenzabstände nach den bauordnungsrechtlichen Vorgaben zu berechnen (Senatsbeschluß vom 27. Februar 1992 - III ZR 204/90, für BGHR vorgesehen). - BGH, 05.05.1994 - III ZR 28/93
Drittbezogenheit von Amtspflichten der Baugenehmigungsbehörde wegen Erteilung …
Aus dieser Sicht entstand durch die der Baugenehmigung vom 16. Dezember 1986 vorausgegangenen monatelangen, auch noch nach dem 2. Juni 1986 fortdauernden Verhandlungen, bei denen sich der Kläger von da ab der Sache nach des Architekten N. und des Steuerberaters Z. als Verhandlungsgehilfen bediente, auch eine - für die Anwendbarkeit des § 278 BGB erforderliche - Sonderverbindung zwischen dem Kläger und der Bauaufsichtsbehörde (…vgl. Senatsbeschlüsse vom 22. Februar 1989 aaO. und vom 27. Februar 1992 - III ZR 204/90 - BGHR BGB NW OBG § 40 Abs. 4 Baugenehmigungsverfahren 1).Aus den Feststellungen des Berufungsgerichts ergibt sich auch nicht, daß dem Bauvorhaben unüberwindbare baurechtliche Hindernisse aus vom Architekten selbst zu verantwortenden Bereichen - etwa in bezug auf nach Bauordnungsrecht einzuhaltende Grenzabstände (vgl. Senatsbeschluß vom 27. Februar 1992 aaO.) - entgegengestanden hätten.
- OLG Celle, 07.02.2024 - 14 U 12/23
Anspruch eines Architekten auf Zahlung des Honorar für seine …
Es handelt sich bei der Einhaltung der Grenzabstände (hier Baugrenzen) auch nicht um schwierige Rechtsfragen, deren Kenntnis nicht von einem Architekten verlangt werden kann, sondern das Wissen um Grenzabstände (ebenso wie Baugrenzen) gehört zu den grundlegenden Anforderungen, die ein Architekt bei der Planung zu beachten hat (st. Rspr. BGH…, Urteil vom 19. März 1992 - III ZR 117/90, Rn. 18; BGH, Beschluss vom 27. Februar 1992 - III ZR 204/90, Rn. 8, beide juris).
- OLG Brandenburg, 06.05.2008 - 2 U 20/02
Amtshaftungsanspruch wegen Wasserschaden durch unzureichende Straßenentwässerung: …
Mit Rücksicht darauf, dass zwischen den am Baugenehmigungsverfahren Beteiligten unter anderem am 8. März 1994 eine Abstimmung über die Problematik der höhenmäßigen Einordnung des Gebäudes und der Straße stattfand, an welcher der Planer beteiligt war und in deren Zuge diesem genaue Vermessungsdaten übergeben wurden, ist von einer Sonderbeziehung zwischen den Parteien auszugehen, in der sich der Kläger ein Verschulden des Planers zurechnen lassen muss (§§ 254, 278 BGB, vgl. hierzu BGH, Urteil vom 27. Februar 1992, III ZR 204/90, dokumentiert bei juris). - OLG Brandenburg, 08.05.2007 - 2 U 15/05
Staatshaftungsrecht: Haftung für Amtspflichtverletzung der Baubehörde im …
Zu § 39 Abs. 1 lit. b OBG NW, der dem § 38 Abs. 1 lit. b OBG und der Vorschrift auch im Übrigen wörtlich entspricht, hat der Bundesgerichtshof in Übereinstimmung mit der gefestigten Rechtsprechung der zuständigen Oberlandesgerichte bereits vielfach entschieden, dass dieser als Anspruchsgrundlage auch bei rechtswidrigem Verwaltungshandeln der Baubehörden in Betracht kommt (vgl. etwa BGHZ 125, 258 m. w. N.; sowie - jeweils dokumentiert bei juris - Beschluss vom 29. Juni 1989, III ZR 274/88, m. w. N.; Beschluss vom 16. Januar 1992, III ZR 18/90; Beschluss vom 27. Februar 1992, Az.: III ZR 204/90; NJW 1993, 2615, 2616; OLG Düsseldorf, Urteil vom 18. Juni 2001, 18 U 233/01, dokumentiert bei BeckRS 2006, Nr. 11375; OLG Köln, Urteil vom 14. Mai 1992, 7 U 136/91, dokumentiert in der Entscheidungsdatenbank des Landes NRW, www.justiz.nrw.de/nrwe).Dies folgt daraus, dass der Begriff der "Maßnahme" in diesem Sinne bewusst weit gefasst ist und auch begünstigende Verwaltungsakte einschließt (vgl. - wiederum zum gleich lautenden § 39 Abs. 1 lit. b OBG NRW - die oben zitierten Entscheidungen; BGH, Beschluss vom 29. Juni 1989, III ZR 274/88; zum Inaussichtstellen einer positiven Entscheidung über eine Bauvoranfrage: Beschluss vom 16. Januar 1992, Az.: III ZR 18/90; Beschluss vom 27. Februar 1992, Az.: III ZR 204/90;… zum Bauvorbescheid: OLG Düsseldorf, a. a. O.).
- OLG Brandenburg, 30.01.2007 - 2 U 13/06
Schadensersatzpflicht eines Landkreises: Bau und Nutzung einer Gaststätte mit …
Zu § 39 Abs. 1 lit. b OBG NW, der dem § 38 Abs. 1 lit. b OBG und der Vorschrift auch im Übrigen wörtlich entspricht, hat der Bundesgerichtshof in Übereinstimmung mit der gefestigten Rechtsprechung der zuständigen Oberlandesgerichte bereits vielfach entschieden, dass dieser als Anspruchsgrundlage auch bei rechtswidrigem Verwaltungshandeln der Baubehörden in Betracht kommt (vgl. etwa BGHZ 125, 258 m. w. N.; sowie - jeweils dokumentiert bei juris - Beschluss vom 29. Juni 1989, III ZR 274/88, m. w. N.; Beschluss vom 16. Januar 1992, III ZR 18/90; Beschluss vom 27. Februar 1992, Az.: III ZR 204/90; NJW 1993, 2615, 2616; OLG Düsseldorf, Urteil vom 18. Juni 2001, 18 U 233/01, dokumentiert bei BeckRS 2006, Nr. 11375; OLG Köln, Urteil vom 14. Mai 1992, 7 U 136/91, dokumentiert in der Entscheidungsdatenbank des Landes NRW, www.justiz.nrw.de/nrwe).Dies folgt daraus, dass der Begriff der "Maßnahme" in diesem Sinne bewusst weit gefasst ist und auch begünstigende Verwaltungsakte einschließt (vgl. wiederum zum gleich lautenden § 39 Abs. 1 lit b OBG NRW die oben zitierten Entscheidungen des BGH, Beschluss vom 29. Juni 1989, III ZR 274/88; zum Inaussichtstellen einer positiven Entscheidung über eine Bauvoranfrage: Beschluss vom 16. Januar 1992, Az.: III ZR 18/90; Beschluss vom 27. Februar 1992, Az.: III ZR 204/90;… zum Bauvorbescheid: OLG Düsseldorf, a.a.O.).
- OLG Dresden, 05.03.2004 - 6 U 419/03
Schadensersatz bei unrechtmäßig erteilter Baugenehmigung?
Denn nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der Bauherr bereits dadurch geschädigt, wenn die Baugenehmigung infolge ihrer Rechtswidrigkeit mit dem Rücknahmerisiko behaftet war und deshalb keine Verlässlichkeitsgrundlage für etwaige finanzielle Dispositionen bilden konnte (BGH, Beschluss vom 27.02.1992, Az.: III ZR 204/90, BGHR NW OBG §§ 39 Abs. 1 Buchst. b Maßnahme 6; Krohn in: FS. für Karl-Heinz Boujong, 573, 587 f).Die Anwendbarkeit des § 278 BGB a.F. auf die Entstehung des Schadens setzt nämlich voraus, dass im Verhältnis zwischen dem Kläger und der Behörde eine rechtliche "Sonderverbindung" bestanden hat, die es rechtfertigt, das Handeln des Architekten dem Kläger haftungsrechtlich zuzurechnen (BGH, Beschl. v. 27.02.1996, Az.: III ZR 204/90, BGHR NW OBG § 40 Abs. 4 Baugenehmigungsverfahren 1).
- OLG Brandenburg, 25.11.2008 - 2 U 28/07
Amtshaftung: Entschädigungsanspruch gegen einen Landkreis auf Grund einer …
Zu § 39 Abs. 1 lit. b OBG NW, der dem § 38 Abs. 1 lit. b OBG und der Vorschrift auch im Übrigen wörtlich entspricht, hat der Bundesgerichtshof in Übereinstimmung mit der gefestigten Rechtsprechung der zuständigen Oberlandesgerichte bereits vielfach entschieden, dass dieser als Anspruchsgrundlage auch bei rechtswidrigem Verwaltungshandeln der Baubehörden in Betracht kommt (vgl. etwa BGHZ 125, 258 m. w. N.; sowie - jeweils dokumentiert bei juris - Beschluss vom 29. Juni 1989, III ZR 274/88, m. w. N.; Beschluss vom 16. Januar 1992, III ZR 18/90; Beschluss vom 27. Februar 1992, Az.: III ZR 204/90; NJW 1993, 2615, 2616; OLG Düsseldorf, Urteil vom 18. Juni 2001, 18 U 233/01, dokumentiert bei BeckRS 2006, Nr. 11375; OLG Köln, Urteil vom 14. Mai 1992, 7 U 136/91, dokumentiert in der Entscheidungsdatenbank des Landes NRW, www.justiz.nrw.de/nrwe). - OLG Stuttgart, 06.05.1998 - 4 U 264/97
Schadensersatz für Hochwasserschäden an einem sanierten Bachlauf; Zurechenbarkeit …
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