Rechtsprechung
| LSG Rheinland-Pfalz, 30.10.2018 - L 3 U 201/16 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- Sozialgerichtsbarkeit.de
Unfallversicherung
- openjur.de
- Justiz Rheinland-Pfalz
§ 9 Abs 1 S 1 SGB 7, Anl 1 Nr 2108 BKV
Gesetzliche Unfallversicherung - Berufskrankheit gem BKV Anl 1 Nr 2108 - haftungsbegründende Kausalität - Konsensempfehlungen 2005 - Konstellation B2 - zweites Zusatzkriterium - besonders intensive Belastung - Richtwert für die Lebensdosis - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- SG Koblenz, 14.07.2016 - S 7 U 134/14
- LSG Rheinland-Pfalz, 30.10.2018 - L 3 U 201/16
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (10)
- BSG, 06.09.2018 - B 2 U 10/17 R
Gesetzliche Unfallversicherung - Berufskrankheit gem BKV Anl 1 Nr 2108 - …
Auszug aus LSG Rheinland-Pfalz, 30.10.2018 - L 3 U 201/16
Die Einwirkungen fanden auch regelmäßig statt (…Anhaltspunkt ca 60 Schichten pro Jahr, vgl Merkblatt aaO, S 33; zuletzt BSG; Urteil vom 6.9.2018 - B 2 U 10/17 R - Terminbericht auf www.bsg.bund.de).Die aufgrund einer retrospektiven Belastungsermittlung für risikobehaftete Tätigkeitsfelder ermittelten Werte, insbesondere die Richtwerte für die Gesamtbelastungsdosis des MDD, sind allerdings nicht als Grenzwerte, sondern als Orientierungswerte oder -vorschläge zu verstehen (BSG, Urteil vom 23.4.2015 - B 2 U 10/14 R -, zuletzt Urteile vom 6.9.2018 - B 2 U 10/17 R - und B 2 U 13/17 R - juris).
Vielmehr müssen medizinische Kriterien hinzukommen (vgl zuletzt BSG vom 6.9.2018 - B 2 U 10/17 R - juris Rn 24).
Rn. 39 bb) Die Konsensempfehlungen bilden nach Ansicht des Senats, die mit derjenigen des BSG übereinstimmt (zuletzt Urteile vom 6.9.2018 - B 2 U 10/17 R - und B 2 U 13/17 R - juris), weiterhin den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand ab.
Der Senat entnimmt den Konsensempfehlungen den generellen wissenschaftlichen Erfahrungssatz, dass für die bei der Befundkonstellation B 2 - 2. Zusatzkriterium - erforderliche besonders intensive Belastung bei Männern das Erreichen der hälftigen MDD-Dosis iHv 25 MNh, nämlich des Wertes von 12, 5 MNh in weniger als 10 Jahren genügt (so auch SächsLSG, Urteil vom 29.1.2014 - L 6 U 111/11 - vgl dazu BSG, Urteile vom 23.4.2015 - B 2 U 10/14 R - und vom 6.9.2018 - B 2 U 10/17 R - und B 2 U 13/17 R - juris).
Solche Hinweise lagen offensichtlich auch dem BSG bei seinen Entscheidungen vom 6.9.2018 (B 2 U 10/17 R und B 2 U 13/17 R) nicht vor.
Rn. 46 Dem Senat ist dabei bewusst, dass die Konsensempfehlungen nicht wie ein Gesetz angewandt und ausgelegt werden können (vgl zB BSG, Urteil vom 6.9.2018 - B 2 U 10/17 R - juris Rn 33).
- BSG, 23.04.2015 - B 2 U 10/14 R
Sozialgerichtliches Verfahren - Bindungswirkung gegenüber Revisionsgericht: …
Auszug aus LSG Rheinland-Pfalz, 30.10.2018 - L 3 U 201/16
Hierfür sind 10 Berufsjahre als im Durchschnitt untere Grenze der belastenden Tätigkeit zu fordern (Merkblatt des ärztlichen Sachverständigenbeirats beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales - Sektion Berufskrankheiten - zur BK 2108, BArbBl 10/2006, S 30, 33; darauf Bezug nehmend BSG, Urteil vom 23.4.2015 - B 2 U 10/14 -, juris Rn 14).Die aufgrund einer retrospektiven Belastungsermittlung für risikobehaftete Tätigkeitsfelder ermittelten Werte, insbesondere die Richtwerte für die Gesamtbelastungsdosis des MDD, sind allerdings nicht als Grenzwerte, sondern als Orientierungswerte oder -vorschläge zu verstehen (BSG, Urteil vom 23.4.2015 - B 2 U 10/14 R -, zuletzt Urteile vom 6.9.2018 - B 2 U 10/17 R - und B 2 U 13/17 R - juris).
Der Senat entnimmt den Konsensempfehlungen den generellen wissenschaftlichen Erfahrungssatz, dass für die bei der Befundkonstellation B 2 - 2. Zusatzkriterium - erforderliche besonders intensive Belastung bei Männern das Erreichen der hälftigen MDD-Dosis iHv 25 MNh, nämlich des Wertes von 12, 5 MNh in weniger als 10 Jahren genügt (so auch SächsLSG, Urteil vom 29.1.2014 - L 6 U 111/11 - vgl dazu BSG, Urteile vom 23.4.2015 - B 2 U 10/14 R - und vom 6.9.2018 - B 2 U 10/17 R - und B 2 U 13/17 R - juris).
Die wissenschaftliche Diskussion befindet sich weiter auf dem Stand, den das BSG in seiner Entscheidung vom 23.4.2015 (B 2 U 10/14 R, juris Rn 27 ff) festgestellt hat.
- BSG, 06.09.2018 - B 2 U 13/17 R
Gesetzliche Unfallversicherung - Berufskrankheit gem BKV Anl 1 Nr 2108 - …
Auszug aus LSG Rheinland-Pfalz, 30.10.2018 - L 3 U 201/16
Die aufgrund einer retrospektiven Belastungsermittlung für risikobehaftete Tätigkeitsfelder ermittelten Werte, insbesondere die Richtwerte für die Gesamtbelastungsdosis des MDD, sind allerdings nicht als Grenzwerte, sondern als Orientierungswerte oder -vorschläge zu verstehen (BSG, Urteil vom 23.4.2015 - B 2 U 10/14 R -, zuletzt Urteile vom 6.9.2018 - B 2 U 10/17 R - und B 2 U 13/17 R - juris).Rn. 39 bb) Die Konsensempfehlungen bilden nach Ansicht des Senats, die mit derjenigen des BSG übereinstimmt (zuletzt Urteile vom 6.9.2018 - B 2 U 10/17 R - und B 2 U 13/17 R - juris), weiterhin den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand ab.
Der Senat entnimmt den Konsensempfehlungen den generellen wissenschaftlichen Erfahrungssatz, dass für die bei der Befundkonstellation B 2 - 2. Zusatzkriterium - erforderliche besonders intensive Belastung bei Männern das Erreichen der hälftigen MDD-Dosis iHv 25 MNh, nämlich des Wertes von 12, 5 MNh in weniger als 10 Jahren genügt (so auch SächsLSG, Urteil vom 29.1.2014 - L 6 U 111/11 - vgl dazu BSG, Urteile vom 23.4.2015 - B 2 U 10/14 R - und vom 6.9.2018 - B 2 U 10/17 R - und B 2 U 13/17 R - juris).
Solche Hinweise lagen offensichtlich auch dem BSG bei seinen Entscheidungen vom 6.9.2018 (B 2 U 10/17 R und B 2 U 13/17 R) nicht vor.
- BSG, 13.11.2012 - B 2 U 19/11 R
Gesetzliche Unfallversicherung - Wegeunfall - Unfallkausalität - zweistufige …
Auszug aus LSG Rheinland-Pfalz, 30.10.2018 - L 3 U 201/16
Die Wesentlichkeit der Wirkursache ist zusätzlich und eigenständig nach Maßgabe des Schutzzwecks der jeweils begründeten Versicherung zu beurteilen (vgl zur Theorie der wesentlichen Bedingung eingehend BSG, Urteil vom 13.11.2012 - B 2 U 19/11 R - juris). - BSG, 30.10.2007 - B 2 U 4/06 R
Gesetzliche Unfallversicherung - Berufskrankheit - bandscheibenbedingte …
Auszug aus LSG Rheinland-Pfalz, 30.10.2018 - L 3 U 201/16
Aus dem Vorliegen der arbeitstechnischen Voraussetzungen kann angesichts der multifaktoriellen Entstehung von bandscheibenbedingten Erkrankungen der LWS (BSG vom 30.10.2007 - B 2 U 4/06 R) nicht automatisch auf das Bestehen der Anspruchsvoraussetzungen der BK 2108 geschlossen werden. - BSG, 18.11.2008 - B 2 U 14/07 R
Gesetzliche Unfallversicherung - Berufskrankheit - arbeitstechnische …
Auszug aus LSG Rheinland-Pfalz, 30.10.2018 - L 3 U 201/16
Rn. 31 aa) Die Anforderungen an solche Belastungen, die eine signifikante Erhöhung des Erkrankungsrisikos begründen, hat das BSG in seinem Urteil vom 18.11.2008 - B 2 U 14/07 R - unter Fortentwicklung des sogenannten Mainz-Dortmunder Dosismodells (MDD) zusammengefasst:. - BSG, 31.05.2005 - B 2 U 12/04 R
Gesetzliche Unfallversicherung - Berufskrankheit - bandscheibenbedingte …
Auszug aus LSG Rheinland-Pfalz, 30.10.2018 - L 3 U 201/16
Dabei müssen die Krankheit, die versicherte Tätigkeit und die durch sie bedingten schädigenden Einwirkungen einschließlich deren Art und Ausmaß iS des "Vollbeweises", also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, nachgewiesen werden, während für den ursächlichen Zusammenhang als Voraussetzung der Entschädigungspflicht, der nach der auch sonst im Sozialrecht geltenden Lehre von der wesentlichen Bedingung zu bestimmen ist, grundsätzlich die (hinreichende) Wahrscheinlichkeit - nicht allerdings die bloße Möglichkeit - ausreicht (std. Rspr des BSG, z.B. Urteil vom 31.05.2005 - B 2 U 12/04 R - Juris). - LSG Bayern, 31.01.2013 - L 17 U 244/06
BK 2108 - bandscheibenbedingte Lendenwirbelsäulenerkrankung - monosegmentaler …
Auszug aus LSG Rheinland-Pfalz, 30.10.2018 - L 3 U 201/16
Nach wie vor ist festzustellen, dass in der wissenschaftlichen Literatur teilweise auf die Hälfte des MDD-Richtwerts und damit für Männer auf eine Belastung von 12, 5 MNh und teilweise auf 25 MNh abgestellt wird und auch die Gerichte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen (einerseits SächsLSG vom 29.1.2014 - L 6 U 111/11 - LSG Baden-Württemberg vom 20.3.2018 - L 9 U 583/12 - Rn 110; andererseits BayLSG, Urteil vom 31.1.2013 - L 17 U 244/06 - LSG Berlin-Brandenburg, vom 6.5.2010 - L 3 U 19/06 - juris Rn 77). - LSG Berlin-Brandenburg, 06.05.2010 - L 3 U 19/06
BK 2108; Konsensempfehlungen; Fallgruppe B2/B3; besonders intensive Belastung; …
Auszug aus LSG Rheinland-Pfalz, 30.10.2018 - L 3 U 201/16
Nach wie vor ist festzustellen, dass in der wissenschaftlichen Literatur teilweise auf die Hälfte des MDD-Richtwerts und damit für Männer auf eine Belastung von 12, 5 MNh und teilweise auf 25 MNh abgestellt wird und auch die Gerichte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen (einerseits SächsLSG vom 29.1.2014 - L 6 U 111/11 - LSG Baden-Württemberg vom 20.3.2018 - L 9 U 583/12 - Rn 110; andererseits BayLSG, Urteil vom 31.1.2013 - L 17 U 244/06 - LSG Berlin-Brandenburg, vom 6.5.2010 - L 3 U 19/06 - juris Rn 77). - LSG Baden-Württemberg, 20.03.2018 - L 9 U 583/12
Gesetzliche Unfallversicherung - Berufskrankheit gem BKV Anl 1 Nr 2108 - …
Auszug aus LSG Rheinland-Pfalz, 30.10.2018 - L 3 U 201/16
Nach wie vor ist festzustellen, dass in der wissenschaftlichen Literatur teilweise auf die Hälfte des MDD-Richtwerts und damit für Männer auf eine Belastung von 12, 5 MNh und teilweise auf 25 MNh abgestellt wird und auch die Gerichte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen (einerseits SächsLSG vom 29.1.2014 - L 6 U 111/11 - LSG Baden-Württemberg vom 20.3.2018 - L 9 U 583/12 - Rn 110; andererseits BayLSG, Urteil vom 31.1.2013 - L 17 U 244/06 - LSG Berlin-Brandenburg, vom 6.5.2010 - L 3 U 19/06 - juris Rn 77).
- LSG Rheinland-Pfalz, 30.07.2019 - L 3 U 95/14
Gesetzliche Unfallversicherung - Berufskrankheit gem BKV Anl 1 Nr 2108 - …
Insbesondere muss nicht aufgeklärt werden, ob der Kläger einer besonders intensiven Belastung iSd zweiten Zusatzkriteriums ausgesetzt war, wobei hierfür als "Anhaltspunkt" das Erreichen des "Richtwertes für die Lebensdosis" in weniger als 10 Jahren gilt (vgl hierzu die Entscheidung des Senats vom 30.10.2018 - L 3 U 201/16 ). - LSG Saarland, 21.10.2020 - L 7 U 18/18
Gesetzliche Unfallversicherung - Berufskrankheit gem BKV Anl 1 Nr 2108 - …
Der vom SG und dem Sachverständigen Dr. L. vertretenen Auffassung (ebenso: LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 30.10.2018, Az.: L 3 U 201/16; Sächsisches LSG, Urteil vom 29.1.2014, Az.: L 6 U 111/11), dass das Zusatzkriterium "besonders intensive Belastung" im Sinne der Befundkonstellationen B2 erfüllt ist, wenn eine Belastungsdosis von 12, 5 MNh (hälftige Richtwert des Mainz-Dortmunder Dosismodells) in weniger als 10 Jahren erreicht wird, schließt sich der Senat nicht an (…ebenso: LSG Berlin-Brandenburg, Urteile vom 6.5.2010, Az.: L 3 U 19/06, Rn. 77; …und vom 19.1.2012, Az.: L 2 U 24/09 ZVW, Rn. 56; Bayerisches LSG…, Urteil vom 31.1.2013, Az.: L 17 U 244/06 Rn. 29).
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