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   VG München, 21.11.2012 - M 7 K 12.1189   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2012,103301
VG München, 21.11.2012 - M 7 K 12.1189 (https://dejure.org/2012,103301)
VG München, Entscheidung vom 21.11.2012 - M 7 K 12.1189 (https://dejure.org/2012,103301)
VG München, Entscheidung vom 21. November 2012 - M 7 K 12.1189 (https://dejure.org/2012,103301)
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Wird zitiert von ...Zitiert selbst (13)

  • VGH Bayern, 23.03.1988 - 4 B 86.02994
    Auszug aus VG München, 21.11.2012 - M 7 K 12.1189
    Die Behandlung der Angelegenheit in nichtöffentlicher Sitzung stellt regelmäßig ein starkes Indiz für die Geheimhaltungsbedürftigkeit dar (BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183; vom 13.8.2004 Az. 7 CE 04.1601 RdNr. 24; vom 29.1.2004 Az. 4 ZB 03.174 RdNr. 7; weitergehend OVG Münster vom 24.4.2001 Az. 15 A 3021/97 RdNrn.

    Offenkundig sind Tatsachen, die jedermann kennt oder kennen kann (BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183;… Kopp/Ramsauer, VwVfG, 11. Aufl. 2010, RdNr. 6 zu § 84).

    Diese Entscheidung fällt - wie auch diejenige über den Ausschluss der Öffentlichkeit gem. Art. 52 Abs. 2 Satz 2 GO - allein in die Zuständigkeit des Gemeinderats (vgl. Art. 52 Abs. 3 GO ; Hölzl/Hien/Huber, GO, Erl. 6 zu Art. 52; BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183).

    Weiter obliegt es nicht dem einzelnen Gemeinderatsmitglied darüber zu entscheiden, ob zu Unrecht nichtöffentlich verhandelt wurde (BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183; VG Sigmaringen vom 25.11.2010 Az. 2 K 2364/08 RdNr. 24).

    Ein Gemeinderatsmitglied, das sich auf die fälschliche Nichtöffentlichkeit beruft, handelt auf eigenes Risiko, solange der Gemeinderat nicht den Wegfall der Geheimhaltungsbedürftigkeit festgestellt hat, denn die Entscheidung, sowohl ob eine Gemeinderatssitzung nichtöffentlich stattfindet ( Art. 52 Abs. 2 Satz 2 GO ) als auch ob die Geheimhaltungsbedürftigkeit fortbesteht ( Art. 52 Abs. 3 GO ), liegt ausschließlich in der Kompetenz des Gemeinderats (BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183; Hölzl/Hien/Huber, GO; Erl.

    Zur Aufklärung der Gebäudesicherheit der städtischen Kindergärten und des Rathauses hätte der Kläger vor der Flucht in die Öffentlichkeit die von der Gemeindeordnung vorgesehenen Schritte unternehmen müssen (vgl. BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183; OVG Rheinland-Pfalz vom 13.6.1995 Az. 7 A 12186/94 NVwZ-RR 1996, 685/687).

    Dabei kann dahinstehen, ob sich der Kläger als Stadtratsmitglied überhaupt auf die Meinungsfreiheit berufen kann (ohne nähere Begründung bejahend BayVerfGH vom 23.7.1984 Az. Vf. 15 - VII/83 BayVBl 1984, 621/623; vgl. BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183; BVerwG vom 12.2.1988 Az. 7 B 123/87 NVwZ 1988, 837; vom 12.6.1989 Az. 7 B 123/88 -juris-), da der Verstoß gegen Art. 20 Abs. 2 Satz 1 GO nicht unter Berufung auf die Meinungsfreiheit gerechtfertigt ist.

    Die Regelung zur Verschwiegenheitspflicht in der Bayerischen Gemeindeordnung ist danach ein allgemeines Gesetz, da sie nicht an einen bestimmten Meinungsinhalt anknüpft ( BVerwG vom 12.6.1989 Az. 7 B 123/88 RdNr. 3 -juris-; BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183).

  • BVerwG, 12.06.1989 - 7 B 123.88

    Gemeinderatsmitglied - Verschwiegenheitspflicht - Meinungsfreiheit

    Auszug aus VG München, 21.11.2012 - M 7 K 12.1189
    Dabei kann dahinstehen, ob sich der Kläger als Stadtratsmitglied überhaupt auf die Meinungsfreiheit berufen kann (ohne nähere Begründung bejahend BayVerfGH vom 23.7.1984 Az. Vf. 15 - VII/83 BayVBl 1984, 621/623; vgl. BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183; BVerwG vom 12.2.1988 Az. 7 B 123/87 NVwZ 1988, 837; vom 12.6.1989 Az. 7 B 123/88 -juris-), da der Verstoß gegen Art. 20 Abs. 2 Satz 1 GO nicht unter Berufung auf die Meinungsfreiheit gerechtfertigt ist.

    Die Regelung zur Verschwiegenheitspflicht in der Bayerischen Gemeindeordnung ist danach ein allgemeines Gesetz, da sie nicht an einen bestimmten Meinungsinhalt anknüpft ( BVerwG vom 12.6.1989 Az. 7 B 123/88 RdNr. 3 -juris-; BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183).

    Das Gemeinderatsmitglied ist gehalten, soweit ihm ein weiteres Zuwarten unvertretbar erscheinen sollte, die Aufsichtsbehörde mit dem Vorgang zu befassen, da dies der den berechtigten Interessen der Gemeinde schonendere Weg ist (vgl. BVerwG vom 12.6.1989 Az. 7 B 123/88 RdNr. 4 -juris-).

  • VGH Bayern, 13.08.2004 - 7 CE 04.1601

    Informationsanspruch der Presse zu nichtöffentlich beratenen …

    Auszug aus VG München, 21.11.2012 - M 7 K 12.1189
    Die Behandlung der Angelegenheit in nichtöffentlicher Sitzung stellt regelmäßig ein starkes Indiz für die Geheimhaltungsbedürftigkeit dar (BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183; vom 13.8.2004 Az. 7 CE 04.1601 RdNr. 24; vom 29.1.2004 Az. 4 ZB 03.174 RdNr. 7; weitergehend OVG Münster vom 24.4.2001 Az. 15 A 3021/97 RdNrn.

    Allgemein personalwirtschaftliche Aspekte, etwa die Anzahl der Neueinstellungen, sind hingegen öffentlich zu beraten (BayVGH vom 13.8.2004 Az. 7 CE 04.1601 RdNr. 22 -juris-).

  • BVerfG, 15.01.1958 - 1 BvR 400/51

    Lüth - Boykottaufruf, mittelbare Drittwirkung der Grundrechte

    Auszug aus VG München, 21.11.2012 - M 7 K 12.1189
    Allgemeine Gesetze, die die Meinungsfreiheit einschränken, sind solche, die kein Sonderrecht gegen eine bestimmte Meinung schaffen, sondern dem Schutz eines schlechthin, ohne Rücksicht auf eine bestimmte Meinung, zu schützenden Rechtsguts dienen (…BayVerfGH vom 23.7.1984 a.a.O.; ständige Rspr. des BVerfG vom 15.1.1958 1 BvR 400/57 NJW 1958, 257/258; vom 9.11.2011 Az. 1 BvR 461/08 RdNr. 19 -juris-).

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung muss zurücktreten, wenn schutzwürdige Interessen von höherem Rang durch deren Betätigung verletzt würden (vgl. BVerfG vom 15.1.1958 1 BvR 400/57 NJW 1958, 257/258).

  • BVerfG, 09.11.2011 - 1 BvR 461/08

    Meinungsfreiheit; Tatsachenbehauptung; Werturteil; allgemeines Gesetz; …

    Auszug aus VG München, 21.11.2012 - M 7 K 12.1189
    Allgemeine Gesetze, die die Meinungsfreiheit einschränken, sind solche, die kein Sonderrecht gegen eine bestimmte Meinung schaffen, sondern dem Schutz eines schlechthin, ohne Rücksicht auf eine bestimmte Meinung, zu schützenden Rechtsguts dienen (…BayVerfGH vom 23.7.1984 a.a.O.; ständige Rspr. des BVerfG vom 15.1.1958 1 BvR 400/57 NJW 1958, 257/258; vom 9.11.2011 Az. 1 BvR 461/08 RdNr. 19 -juris-).

    Verboten werden darf mithin nicht der Inhalt einer Meinung als solcher, sondern nur die Art und Weise der Kommunikation, die bereits den Übergang zur Rechtsgutsverletzung greifbar in sich trägt und damit die Schwelle zu einer sich abzeichnenden Rechtsgutsverletzung überschreitet ( BVerfG vom 9.11.2011 Az. 1 BvR 461/08 RdNr. 20 -juris-).

  • OVG Rheinland-Pfalz, 13.06.1995 - 7 A 12186/94

    "Flucht an die Öffentlichkeit" bei unzulässiger nichtöffentlicher Beratung

    Auszug aus VG München, 21.11.2012 - M 7 K 12.1189
    Zur Aufklärung der Gebäudesicherheit der städtischen Kindergärten und des Rathauses hätte der Kläger vor der Flucht in die Öffentlichkeit die von der Gemeindeordnung vorgesehenen Schritte unternehmen müssen (vgl. BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183; OVG Rheinland-Pfalz vom 13.6.1995 Az. 7 A 12186/94 NVwZ-RR 1996, 685/687).

    Selbst für den Fall, dass die Mehrheit des Gemeinderates in rechtswidriger Weise bei der Beratung einer Angelegenheit die Öffentlichkeit ausgeschlossen hat, muss das einzelne Gemeinderatsmitglied vor einer Veröffentlichung gegenüber dem Gemeinderat und der Aufsichtsbehörde auf Abhilfe drängen (OVG Rheinland-Pfalz vom 13.6.1995 a.a.O.).

  • VGH Bayern, 29.01.2004 - 4 ZB 03.174
    Auszug aus VG München, 21.11.2012 - M 7 K 12.1189
    Die Behandlung der Angelegenheit in nichtöffentlicher Sitzung stellt regelmäßig ein starkes Indiz für die Geheimhaltungsbedürftigkeit dar (BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183; vom 13.8.2004 Az. 7 CE 04.1601 RdNr. 24; vom 29.1.2004 Az. 4 ZB 03.174 RdNr. 7; weitergehend OVG Münster vom 24.4.2001 Az. 15 A 3021/97 RdNrn.

    Allein die unsubstantiierte Behauptung, es bestehe kein Geheimhaltungsinteresse, genügt nicht zur Widerlegung der Indizwirkung (BayVGH vom 29.1.2004 Az. 4 ZB 03.174 RdNr. 10 -juris-).

  • BVerfG, 28.04.1970 - 1 BvR 690/65

    Pätsch-Fall

    Auszug aus VG München, 21.11.2012 - M 7 K 12.1189
    Dem Kläger war zumutbar, die Diskussion im Stadtrat, etwa im nichtöffentlichen Teil der Sitzungen vom 31. Oktober 2011 oder 28. November 2011, zu suchen bzw. (weitere) Gespräche mit der Rechtsaufsichtsbehörde zu führen und diese zu einem aufsichtlichen Einschreiten zu bewegen bzw. einen Sachstandsbericht über die Gebäudesicherheit zu fordern, ohne in diesem Zusammenhang die Äußerungen des Bauamtsleiters zu zitieren (vgl. zum Vorgehen eines Beamten vor Preisgabe eines Amtsgeheimnisses BVerfG vom 28.4.1970 Az. 1 BvR 690/65 NJW 1970, 1498/1500 f.).
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 24.04.2001 - 15 A 3021/97

    Recht auf Wahrung der Sitzungsöffentlichkeit

    Auszug aus VG München, 21.11.2012 - M 7 K 12.1189
    Die Behandlung der Angelegenheit in nichtöffentlicher Sitzung stellt regelmäßig ein starkes Indiz für die Geheimhaltungsbedürftigkeit dar (BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183; vom 13.8.2004 Az. 7 CE 04.1601 RdNr. 24; vom 29.1.2004 Az. 4 ZB 03.174 RdNr. 7; weitergehend OVG Münster vom 24.4.2001 Az. 15 A 3021/97 RdNrn.
  • BVerwG, 12.02.1988 - 7 B 123.87

    Kommunalrecht - Ratssitzung - Aufrechterhaltung der Ordnung - Freie …

    Auszug aus VG München, 21.11.2012 - M 7 K 12.1189
    Dabei kann dahinstehen, ob sich der Kläger als Stadtratsmitglied überhaupt auf die Meinungsfreiheit berufen kann (ohne nähere Begründung bejahend BayVerfGH vom 23.7.1984 Az. Vf. 15 - VII/83 BayVBl 1984, 621/623; vgl. BayVGH vom 23.3.1988 Az. 4 B 86.02994 NVwZ 1989, 182/183; BVerwG vom 12.2.1988 Az. 7 B 123/87 NVwZ 1988, 837; vom 12.6.1989 Az. 7 B 123/88 -juris-), da der Verstoß gegen Art. 20 Abs. 2 Satz 1 GO nicht unter Berufung auf die Meinungsfreiheit gerechtfertigt ist.
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 02.05.2006 - 15 A 817/04

    Überprüfbarkeit eines Ratsbeschlusses im Rahmen eines kommunalrechtlichen …

  • VG Sigmaringen, 25.11.2010 - 2 K 2364/08

    Nichtöffentliche Sitzung: Auch rechtswidrige Beschlüsse fallen unter …

  • VGH Bayern, 06.05.1999 - 4 C 99.1124
  • VG München, 15.01.2014 - M 7 K 13.2610

    Verhängung eines Ordnungsgeldes gegen einen Stadtrat; Verstoß gegen …

    In den im zu entscheidenden Fall einschlägigen Entscheidungen wird darüber hinaus betont, dass die objektiv-rechtliche Vorschrift über die Verschwiegenheitspflicht nicht zur Disposition des Betroffenen stehe (so BayVGH, B. v. 29. Januar 2004 - 4 ZB 03.174 - juris Rn 10; ebenso VG München, U. v. 21. November 2012 - M 7 K 12.1189 - Seite 10 unveröffentlicht) bzw. dass sich eine Berechtigung zur Veröffentlichung des geheimhaltungsbedürftigen Umstandes nicht daraus ergebe, dass die Angelegenheit nach Auffassung des betroffenen Gemeinderatsmitgliedes in öffentlicher Sitzung hätte behandelt werden müssen (so BayVGH, B. v. 23. März 1988 - 4 B 86.02994 - BayVBl 1989, 81/82).
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