Rechtsprechung
| BGH, 27.03.2007 - VI ZR 55/05 |
Volltextveröffentlichungen (15)
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BGB § 823
- openjur.de
- bundesgerichtshof.de
- Judicialis
BGB § 823 Aa
- IWW
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Arzthaftung wegen Behandlungsfehlern und Aufklärungsfehlern im Zusammenhang mit einem Heilversuch mit einem neuen, erst im Laufe der Behandlung zugelassenen Arzneimittel; Zeitpunkt der Anwendung einer neuen Behandlungsmethode; Anscheinsbeweis innerhalb der Kausalität; ...
- ra.de
- RA Kotz
Arzthaftung bei neu zugelassenem Arzneimittel
- Juristenzeitung(kostenpflichtig)
Heilbehandlung mit noch nicht zugelassenem Medikament
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BGB § 823
Arzthaftung: Anforderungen an die Aufklärung vor Behandlung mit einem neuen, erst im Laufe der Behandlung zugelassenen Arzneimittel - datenbank.nwb.de
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Arztrecht - Haftung wegen Fehlern beim Einsatz eines neu zugelassenen Mittels
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- bld.de (Leitsatz/Kurzmitteilung)
Ärztliche Haftung bei Heilversuchen mit neuen Medikamenten
Besprechungen u.ä. (3)
- vertragsarztrecht.net (Entscheidungsbesprechung)
Sorgfaltspflichten beim Heilversuch mit noch nicht zugelassenem Medikament
- aerzteblatt.de (Entscheidungsbesprechung)
Behandlung mit noch nicht zugelassenen Medikamenten: Zwischen Hoffen und Haften
- gesr.de
(Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Arzthaftungsrechtliche Probleme im Arzneimittelrecht (RI Karlheinz Stöhr; GesR 2011, 193)
Verfahrensgang
- LG Offenburg, 11.07.1995 - 3 O 490/94
- OLG Karlsruhe, 02.02.2005 - 13 U 134/95
- BGH, 27.03.2007 - VI ZR 55/05
Papierfundstellen
- BGHZ 172, 1
- NJW 2007, 2767
- VersR 2007, 995
Wird zitiert von ... (87) Zitiert selbst (9)
- BGH, 13.06.2006 - VI ZR 323/04
Schadensersatzklage nach Robodoc-Operation
Auszug aus BGH, 27.03.2007 - VI ZR 55/05
a) Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. Urteil vom 13. Juni 2006 - VI ZR 323/04 - VersR 2006, 1073) darf die Anwendung einer neuen Behandlungsmethode erfolgen, wenn die verantwortliche medizinische Abwägung und ein Vergleich der zu erwartenden Vorteile dieser Methode und ihrer abzusehenden und zu vermutenden Nachteile mit der standardgemäßen Behandlung unter Berücksichtigung des Wohles des Patienten die Anwendung der neuen Methode rechtfertigt.Deshalb erfordert die verantwortungsvolle medizinische Abwägung einen - im Verhältnis zur standardgemäßen Behandlung - besonders sorgfältigen Vergleich zwischen den zu erwartenden Vorteilen und ihren abzusehenden oder zu vermutenden Nachteilen unter besonderer Berücksichtigung des Wohles des Patienten (vgl. Senatsurteil vom 13. Juni 2006 - VI ZR 323/04 - aaO).
Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass der Arzt, der eine neue und noch nicht allgemein eingeführte Behandlung mit einem neuen, noch nicht zugelassenen Medikament mit ungeklärten Risiken anwenden will, den Patienten nicht nur über die noch fehlende Zulassung, sondern auch darüber aufzuklären hat, dass unbekannte Risiken derzeit nicht auszuschließen sind (vgl. Senatsurteil vom 13. Juni 2006 - VI ZR 323/04 - aaO m.w.N.).
- BGH, 17.03.1998 - VI ZR 74/97
Umfang der ärztlichen Aufklärungspflicht
Auszug aus BGH, 27.03.2007 - VI ZR 55/05
An die Voraussetzungen einer hypothetischen Einwilligung sind schon bei der "normalen Standardbehandlung" strenge Anforderungen zu stellen, damit das Aufklärungs- bzw. Selbstbestimmungsrecht des Patienten nicht unterlaufen wird (Senat, Urteile vom 5. Februar 1991 - VI ZR 108/90 - VersR 1991, 547, 548; vom 14. Juni 1994 - VI ZR 260/93 - VersR 1994, 1302; vom 17. März 1998 - VI ZR 74/97 - VersR 1998, 766, 767, jeweils m.w.N.).Was aus ärztlicher Sicht sinnvoll und erforderlich gewesen wäre und wie ein "vernünftiger Patient" sich verhalten haben würde, ist hingegen grundsätzlich nicht entscheidend (vgl. etwa Senatsurteil vom 17. März 1998 - VI ZR 74/97 - VersR 1998, 766).
- BGH, 27.04.2004 - VI ZR 34/03
Begriff und Rechtsfolgen eines groben Behandlungsfehlers
Auszug aus BGH, 27.03.2007 - VI ZR 55/05
b) Das Berufungsgericht ist zwar zutreffend davon ausgegangen, dass ein grober Behandlungsfehler neben einem eindeutigen Verstoß gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse die Feststellung voraussetzt, dass der Arzt einen Fehler begangen hat, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf (vgl. etwa Senat BGHZ 159, 48, 53).Wie der Senat in seinem Urteil BGHZ 159, 48 klargestellt hat, handelt es sich bei dieser Erwägung lediglich um das Motiv für eine Beweislastumkehr bei Vorliegen eines groben Behandlungsfehlers, nicht jedoch um eine zusätzliche Voraussetzung im konkreten Einzelfall.
- BGH, 01.02.2005 - VI ZR 174/03
Anforderungen an die Darlegung eines Entscheidungskonflikts im …
Auszug aus BGH, 27.03.2007 - VI ZR 55/05
Der Tatrichter darf seine eigene Beurteilung des Konflikts nicht an die Stelle derjenigen des Patienten setzen (vgl. Senatsurteil vom 1. Februar 2005 - VI ZR 174/03 - VersR 2005, 694). - BGH, 15.03.2005 - VI ZR 289/03
Aufklärungspflicht des Arztes über Nebenwirkungen von Medikamenten
Auszug aus BGH, 27.03.2007 - VI ZR 55/05
a) Das Berufungsgericht ist insoweit zwar im Ansatz von der Rechtsprechung des erkennenden Senats ausgegangen, wonach sich die Behandlungsseite - allerdings nur unter strengen Voraussetzungen - darauf berufen kann, dass der Patient auch bei Erteilung der erforderlichen Aufklärung in die Behandlung eingewilligt hätte (vgl. etwa Urteil vom 15. März 2005 - VI ZR 289/03 - VersR 2005, 834, 835 f. m.w.N.). - BGH, 14.06.1994 - VI ZR 260/93
Kausalität unterbliebener Aufklärung über die Risiken eines Eingriffs
Auszug aus BGH, 27.03.2007 - VI ZR 55/05
An die Voraussetzungen einer hypothetischen Einwilligung sind schon bei der "normalen Standardbehandlung" strenge Anforderungen zu stellen, damit das Aufklärungs- bzw. Selbstbestimmungsrecht des Patienten nicht unterlaufen wird (Senat, Urteile vom 5. Februar 1991 - VI ZR 108/90 - VersR 1991, 547, 548; vom 14. Juni 1994 - VI ZR 260/93 - VersR 1994, 1302; vom 17. März 1998 - VI ZR 74/97 - VersR 1998, 766, 767, jeweils m.w.N.). - BGH, 28.05.2002 - VI ZR 42/01
Voraussetzungen der Bejahung eines groben Behandlungsfehlers
Auszug aus BGH, 27.03.2007 - VI ZR 55/05
Revisionsrechtlich ist jedoch sowohl nachzuprüfen, ob das Berufungsgericht den Begriff des groben Behandlungsfehlers verkannt, als auch, ob es bei der Gewichtung dieses Fehlers erheblichen Prozessstoff außer Betracht gelassen oder verfahrensfehlerhaft gewürdigt hat (st. Rspr.; vgl. etwa Senatsurteil vom 28. Mai 2002 - VI ZR 42/01 - VersR 2002, 1026 m.w.N.). - BGH, 14.12.1953 - III ZR 183/52
Krankheitsbild. Anscheinsbeweis
Auszug aus BGH, 27.03.2007 - VI ZR 55/05
Dabei geht es auch zutreffend davon aus, dass nach den Umständen des Streitfalles nach den vom Senat im so genannten Lues-Fall (BGHZ 11, 227) entwickelten Grundsätzen ein Anscheinsbeweis für die Kausalität sprechen könnte. - BGH, 05.02.1991 - VI ZR 108/90
Hypothetische Einwilligung in eine ärztliche Behandlung
Auszug aus BGH, 27.03.2007 - VI ZR 55/05
An die Voraussetzungen einer hypothetischen Einwilligung sind schon bei der "normalen Standardbehandlung" strenge Anforderungen zu stellen, damit das Aufklärungs- bzw. Selbstbestimmungsrecht des Patienten nicht unterlaufen wird (Senat, Urteile vom 5. Februar 1991 - VI ZR 108/90 - VersR 1991, 547, 548; vom 14. Juni 1994 - VI ZR 260/93 - VersR 1994, 1302; vom 17. März 1998 - VI ZR 74/97 - VersR 1998, 766, 767, jeweils m.w.N.).
- BGH, 09.12.2021 - I ZR 146/20
Werbung für Fernbehandlungen
Die Ermittlung des jeweils maßgeblichen Standards ist grundsätzlich Sache des Tatgerichts (BGH, Urteil vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 17;… Urteil vom 15. April 2014 - VI ZR 382/12, NJW-RR 2014, 1053 Rn. 13;… BGH, NJW 2015, 1601 Rn. 8), das gegebenenfalls einen Sachverständigen hinzuzuziehen hat (vgl. BGH…, Beschluss vom 31. Mai 2016 - VI ZR 305/15, NJW 2016, 3785 Rn. 13;… Beschluss vom 8. November 2016 - VI ZR 512/15, VersR 2017, 316 Rn. 12). - BGH, 08.02.2022 - VI ZR 409/19
Schmerzensgeldbemessung in Arzthaftungssachen: Gesichtspunkt der Genugtuung; …
Sie hat ihren Grund vielmehr darin, dass das Spektrum der für den Misserfolg der ärztlichen Behandlung in Betracht kommenden Ursachen gerade wegen des Gewichts des Behandlungsfehlers und seiner Bedeutung für die Behandlung in besonderem Maße verbreitert und die Aufklärung des Behandlungsgeschehens deshalb in besonderer Weise erschwert worden ist, so dass der Arzt dem Patienten den Kausalitätsbeweis nach Treu und Glauben nicht zumuten kann (vgl. Senatsurteile vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 25;… vom 20. September 2011 - VI ZR 55/09, VersR 2011, 1569, juris Rn. 12;… vom 19. Juni 2012 - VI ZR 77/11, VersR 2012, 1176 Rn. 13;… Senatsbeschluss vom 13. Oktober 2020 - VI ZR 348/20, MedR 2021, 647 Rn. 16). - BGH, 15.04.2014 - VI ZR 382/12
Krankenhaushaftung wegen Geburtsschäden: Beweiswert von Leitlinien ärztlicher …
Das Ergebnis dieser tatrichterlichen Würdigung kann revisionsrechtlich nur auf Rechts- und Verfahrensfehler überprüft werden, also insbesondere darauf, ob ein Verstoß gegen Denkgesetze und allgemeine Erfahrungssätze vorliegt, das Gericht den Begriff des medizinischen Standards verkannt oder den ihm unterbreiteten Sachverhalt nicht erschöpfend gewürdigt hat (vgl. Senat, Urteil vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 17 ff.;… Beschlüsse vom 16. Oktober 2007 - VI ZR 229/06, VersR 2008, 221 Rn. 13; vom 28. März 2008 - VI ZR 57/07, GesR 2008, 361).
- BGH, 29.01.2019 - VI ZR 495/16
Haftung nach unzureichender Aufklärung von Organspendern vor einer Lebendspende
Da der Gesetzgeber gerade auf die Notwendigkeit einer detaillierten gesetzlichen Regelung der Lebendorganspende und den insoweit bestehenden Unterschied zu den für die Zulässigkeit des ärztlichen Heileingriffs geltenden allgemeinen Regeln und Rechtsgrundsätzen abgestellt hat (vgl. BT-Drs. 13/4355 S. 20), lassen sich die in der Rechtsprechung des Senats (…vgl. Senatsurteile vom 17. April 2007 - VI ZR 108/06, VersR 2007, 999 Rn. 17; vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 34; vom 15. März 2005 - VI ZR 289/03, NJW 2005, 1716 f.; insoweit nicht abgedruckt in: BGHZ 162, 320 ff.; vom 17. März 1998 - VI ZR 74/97, VersR 1998, 766 f.; vom 7. Februar 1984 - VI ZR 174/82, BGHZ 90, 103, 111) zum ärztlichen Heileingriff entwickelten und vom Gesetzgeber in § 630h Abs. 2 Satz 2 BGB für den Behandlungsvertrag übernommenen Grundsätze der hypothetischen Einwilligung nicht auf die Situation der Lebendorganspende übertragen. - BGH, 19.02.2019 - VI ZR 505/17
Arzthaftungsprozess: Erweiterte sekundäre Darlegungslast der Behandlungsseite; …
Revisionsrechtlich ist jedoch sowohl nachzuprüfen, ob das Berufungsgericht den Begriff des groben Behandlungsfehlers verkannt, als auch, ob es bei der Gewichtung dieses Fehlers erheblichen Prozessstoff außer Betracht gelassen oder verfahrensfehlerhaft gewürdigt hat (st. Rspr.;… vgl. etwa Senatsurteile vom 20. September 2011 - VI ZR 55/09, NJW 2011, 1285 Rn. 8; vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 24; vom 28. Mai 2002 - VI ZR 42/01, NJW 2002, 2944, 2945). - BGH, 10.03.2010 - IV ZR 264/08
Auskunftspflichtverletzung des Erben gegenüber dem Pflichtteilsberechtigten: …
Liegt ein grober Behandlungsfehler vor, so muss der Arzt beweisen, dass die Schädigung des Patienten nicht auf diesem Fehler beruht (BGHZ 172, 1 Tz. 25; 159, 48, 53; BGH, Urteil vom 8. Januar 2008 - VI ZR 118/06 - VersR 2008, 490 Tz. 11). - BGH, 27.05.2008 - VI ZR 69/07
Internationale Zuständigkeit der deutschen Gerichte für Arzthaftungsansprüche aus …
Dabei moniert er eine unzureichende ärztliche Aufklärung, also den Verstoß gegen eine Pflicht, die eine ärztliche Berufspflicht darstellt und entgegen der Auffassung der Revision nicht "immer auf vertraglicher Grundlage" besteht (vgl. Senatsurteile BGHZ 162, 320, 323 f.; 172, 1 ff. = VersR 2007, 995, 998; vom 10. Juli 1954 - VI ZR 45/54 - NJW 1956, 1106, 1107 und vom 17. April 2007 - VI ZR 108/06 - VersR 2007, 999 f.).Diese Betrachtungsweise entspricht sowohl Wortlaut und Sinn des Art. 5 Nr. 3 LugÜ als auch der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats (vgl. nur die Senatsurteile BGHZ 162, 320, 323 f.; 172, 1 ff., aaO;… vom 17. April 2007 - VI ZR 108/06 - aaO, jeweils m.w.N.).
- BGH, 25.10.2011 - VI ZR 139/10
Arzthaftung: Vorliegen eines groben Behandlungsfehlers
Revisionsrechtlich ist jedoch sowohl nachzuprüfen, ob das Berufungsgericht den Begriff des groben Behandlungsfehlers verkannt, als auch, ob es bei der Gewichtung dieses Fehlers erheblichen Prozessstoff außer Betracht gelassen oder verfahrensfehlerhaft gewürdigt hat (st. Rspr.; vgl. etwa Senatsurteile vom 28. Mai 2002 - VI ZR 42/01, VersR 2002, 1026, 1027; vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 24;… vom 16. Juni 2009 - VI ZR 157/08, VersR 2009, 1267 Rn. 8 …und vom 20. September 2011 - VI ZR 55/09, juris Rn. 8).Rn. 8 b) Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass ein Behandlungsfehler nur dann als grob zu bewerten ist, wenn der Arzt eindeutig gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen und einen Fehler begangen hat, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf (Senatsurteile vom 27. April 2004 - VI ZR 34/03, BGHZ 159, 48, 53; vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 25;… vom 16. Juni 2009 - VI ZR 157/08, VersR 2009, 1267 Rn. 15;… Beschluss vom 22. September 2009 - VI ZR 32/09, VersR 2010, 72 Rn. 6 …und vom 20. September 2011 - VI ZR 55/09, juris Rn. 10).
- BGH, 22.05.2007 - VI ZR 35/06
Umfang der Aufklärungspflicht und Sorgfaltsmaßstab bei Anwendung einer ärztlichen …
Die sich hieraus ergebende Abwägung ist kein einmaliger Vorgang bei Beginn der Behandlung, sondern muss jeweils erneut vorgenommen werden, sobald neue Erkenntnisse über mögliche Risiken und Nebenwirkungen vorliegen, über die sich der behandelnde Arzt ständig, insbesondere auch durch unverzügliche Kontrolluntersuchungen zu informieren hat (vgl. Senat, Urteile vom 13. Juni 2006 - VI ZR 323/04 - VersR 2006, 1073; vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05 - beide zum Abdruck in BGHZ bestimmt).Der Patient muss wissen, auf was er sich einlässt, um abwägen zu können, ob er die Risiken einer (eventuell - wie hier - nur relativ indizierten) Behandlung und deren Erfolgsaussichten im Hinblick auf seine Befindlichkeit vor dem Eingriff eingehen will (vgl. Senat, Urteil vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05 - aaO;… Katzenmeier, aaO, S. 312;… Steffen/Pauge, Arzthaftungsrecht, 10. Aufl., Rn. 387;… Geiß/Greiner, aaO, Rn. C 39).
Das Berufungsgericht stellt zu hohe Anforderungen an die Plausibilität eines Entscheidungskonflikts bei Anwendung einer Außenseitermethode (vgl. Senat, Urteil vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05 - aaO).
- BGH, 18.05.2021 - VI ZR 401/19
Arzthaftungsprozess: Anforderungen an die Aufklärung des Patienten bei Anwendung …
Will der Arzt eine neue und noch nicht allgemein eingeführte Methode mit noch nicht abschließend geklärten Risiken anwenden, so hat er den Patienten weiterhin darüber aufzuklären, dass unbekannte Risiken derzeit nicht auszuschließen sind (…vgl. Senatsurteile vom 13. Juni 2006 - VI ZR 323/04, BGHZ 168, 103 Rn. 14; vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 31).An einen dahingehenden Nachweis sind aber schon bei einer allgemein anerkannten Behandlung strenge Anforderungen zu stellen, damit nicht auf diesem Weg der Aufklärungsanspruch des Patienten unterlaufen wird (…vgl. Senatsurteile vom 21. Mai 2019 - VI ZR 119/18, VersR 2019, 1369 Rn. 17; vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 36).
Bei der Anwendung eines nicht allgemein anerkannten, den Korridor des medizinischen Standards verlassenden Behandlungskonzepts gelten besonders strenge Maßstäbe (…vgl. Senatsurteile vom 15. Oktober 2019 - VI ZR 105/18, MedR 2020, 379 Rn. 19;… vom 22. Mai 2007 - VI ZR 35/06, BGHZ 172, 254 Rn. 31; vom 27. März 2007 - VI ZR 55/05, BGHZ 172, 1 Rn. 36).
- BGH, 24.02.2015 - VI ZR 106/13
Arzthaftungsprozess: Unerlässlichkeit eines medizinischen …
- BGH, 30.05.2017 - VI ZR 203/16
Zahnarzthaftung: Wahl einer nicht allgemein anerkannten Behandlungsmethode
- BGH, 19.01.2010 - VI ZR 33/09
Haftung für Brandschäden: Anscheinsbeweis bei Feststellung von Brandursachen
- BGH, 06.12.2022 - VI ZR 284/19
Geburtsschadensfall: Ansprüche auf Gesamtschuldnerausgleich; Beweislastumkehr …
- BGH, 08.01.2008 - VI ZR 118/06
Darlegungs- und Beweislast im Arzthaftungsprozess nach Feststellung eines groben …
- BGH, 20.09.2011 - VI ZR 55/09
Arzthaftung: Missachtung elementarer medizinischer Grundregeln als grober …
- BGH, 15.10.2019 - VI ZR 105/18
Anwendung eines nicht allgemein anerkannten den Korridor des medizinischen …
- BGH, 24.05.2022 - VI ZR 206/21
Arzthaftung: Umkehr der Beweislast hinsichtlich der Kausalität grober …
- OLG Düsseldorf, 28.02.2012 - 24 U 193/11
Darlegungs- und Beweislast bei Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen wegen …
- BGH, 05.11.2013 - VI ZR 527/12
Arzthaftung bei Gesundheitsschaden wegen eines Befunderhebungsfehlers bei der …
- BGH, 21.01.2025 - VI ZR 204/22
Therapiewahl und Behandlungsfehler - Arzt- und Krankenhaushaftung: …
- OLG Karlsruhe, 14.11.2007 - 7 U 101/06
Persönliche Haftung des H-Arztes bei einem Diagnosefehler
- BGH, 07.05.2025 - XII ZB 361/24
Bedingungen für die zulassungsüberschreitende Anwendung eines Fertigarzneimittels …
- OLG Köln, 10.06.2022 - 6 U 204/21
Unzulässigkeit der Werbung für fernärztliche Behandlung Schutz der öffentlichen …
- VG Karlsruhe, 26.09.2022 - 1 K 3887/21
Corona-Krise; Untersagungsverfügung gegenüber einem Mediziner, einen …
- OLG Nürnberg, 30.04.2015 - 5 U 2282/13
Arzt- und Krankenhaushaftung: Notwendige Risikoaufklärung über mögliche …
- BGH, 19.06.2012 - VI ZR 77/11
Arzthaftung: Beweislastumkehr bei grobem Behandlungsfehler
- OLG Naumburg, 12.06.2012 - 1 U 119/11
MRSA-Infektion - Arzt- und Krankenhaushaftung: Infektion eines Diabetespatienten …
- BGH, 21.06.2022 - VI ZR 310/21
Arzthaftungsprozess: Erforderlichkeit einer persönlichen Anhörung des Patienten …
- VGH Baden-Württemberg, 24.04.2024 - 9 S 2412/22
Herstellung eines Impfstoff aus Aluminiumhydroxid und dem Peptid AS 319-541 der …
- LG Berlin, 02.07.2020 - 6 O 425/12
Umfang der Aufklärungspflicht über den Off-Label-Use eines Medikaments
- OLG Frankfurt, 29.08.2017 - 8 U 172/16
Zur Frage, wann ein Physiotherapeut für den Sturz einer Patientin während der …
- OLG Naumburg, 06.06.2013 - 1 U 108/12
Zahnarzthaftung bei prothetischer Versorgung: Inhaltliche Anforderungen an die …
- LG Hannover, 04.12.2023 - 2 O 76/23
Corona-Schutzimpfung; kein Entschädigungsanspruch gegen Arzneimittelhersteller
- OLG Hamm, 31.01.2020 - 26 U 47/19
Ansprüche wegen einer vermeintlich fehlerhaften ärztlichen Behandlung
- OVG Niedersachsen, 11.05.2015 - 8 LC 123/14
Approbation; Betäubungsmittel; strafrechtliches Ermittlungsverfahren; …
- OLG Hamm, 15.02.2016 - 3 U 59/15
Arzthaftung; Neulandmethode; Studie; unbekannte Risiken; Risikoverwirklichung; …
- LG Flensburg, 08.10.2021 - 3 O 188/18
Behandlungsfehler und Fahrlässigkeit bei seltener Behandlungssituation
- OLG Oldenburg, 21.05.2014 - 5 U 216/11
40.000 € Schmerzensgeld für unerkannt gebliebenen Minderwuchs
- LG Wuppertal, 28.03.2024 - 16 O 104/23
- OLG Dresden, 28.03.2018 - 4 U 23/18
Anforderungen an die ärztliche Aufklärung über Behandlungsalternativen
- OLG Hamm, 25.02.2015 - 3 U 110/12
Entscheidung des OLG Hamm zum Medikament Carmen hat Bestand
- KG, 17.10.2022 - 20 U 158/21
Arzt- und Krankenhaushaftung: Anzuwendendes Recht bei Implantation einer aus …
- OLG Köln, 20.04.2026 - 5 U 105/23
Aufklärungspflicht bei Operation: Schmerzensgeld bei zu später Aufklärung
- OLG Karlsruhe, 29.11.2023 - 7 U 115/22
Auswahl eines Facharztes für Neurochirurgie als gerichtlicher Sachverständiger …
- OLG Nürnberg, 15.01.2024 - 5 U 1663/21
Haftung bei nicht hinreichender Einrichtung eines fachärztlichen Nachtdienstes im …
- OLG Rostock, 03.02.2023 - 5 U 1/14
Krankenhaushaftung für einen Geburtsschaden; Behandlungs- und …
- OLG Dresden, 13.09.2022 - 4 U 583/22
Ansprüche wegen vermeintlich fehlerhafter ärztlicher Behandlung Nicht …
- OLG Brandenburg, 26.04.2012 - 12 U 166/10
Vertragliches Schadensersatzrecht: Pflichtverletzung eines Tierarztes; …
- OLG Hamm, 21.02.2011 - 3 U 190/09
Eingreifen eines Anscheinsbeweises betreffend die Ursächlichkeit "der …
- OLG Stuttgart, 22.12.2025 - 12 U 117/25
Schadensersatz und Schmerzensgeldanspruch zwischen Nachbarn wegen Brand in …
- OLG Nürnberg, 22.05.2023 - 5 U 2251/21
Abweisung einer Klage wegen ärztlichen Aufklärungsfehlers aufgrund erfolgreichen …
- LG Bochum, 12.02.2020 - 6 O 336/17
Fehler während Geburtsvorgang - Schadenersatz- und Schmerzensgeldanspruch
- OLG Karlsruhe, 07.12.2016 - 7 U 66/14
Arzthaftung: Aufklärungspflicht über die Einführung eines 120 W-Lasers bei einer …
- LG Hamburg, 02.06.2016 - 323 O 154/13
Arzthaftung: Verwendung von Misoprostol zur Einleitung einer Zwillingsgeburt; …
- LG Essen, 02.11.2015 - 1 O 279/13
Bestehen von Ansprüchen gegen einen Arzt wegen einer behaupteten fehlerhaften …
- LG Aachen, 01.02.2023 - 11 O 406/19
- KG, 12.10.2017 - 27 U 60/17
Architektenhaftung: Anscheinsbeweis für das Vorliegen einer mangelhaften Planung
- LG Amberg, 26.02.2025 - 22 O 321/23
Auskunftserteilung, Erfüllung des Auskunftsanspruchs, Vorabentscheidungsersuchen, …
- OLG Hamm, 13.09.2024 - 26 U 183/23
Blasenstörung als Hinweis auf ein Cauda-equina-Syndrom
- OLG Köln, 09.03.2026 - 5 U 5/24
Bei eindeutigem Riss der Gebärmutter muss Arzt das Kind sofort entbinden
- LG Hamburg, 07.03.2013 - 323 O 323/10
Verordnung eines falschen Medikaments aufgrund eines Lesefehlers
- OLG Frankfurt, 31.08.2010 - 8 U 31/10
Zahnarzthaftung bei fehlender Risikoaufklärung: Anforderungen an Nachweis einer …
- OLG Dresden, 20.06.2024 - 4 U 841/22
Geltendmachung eines Schadensersatz aus Arzthaftung wegen Schädigungs des Nervus …
- OLG Karlsruhe, 03.07.2013 - 7 U 143/12
Zahnarzthaftung: Aufklärungspflicht über dauerhaften Ausfall der …
- OLG München, 26.11.2009 - 1 U 2283/09
Amtshaftung für Erkrankung eines Probanden nach einer Impfstudie an einer …
- OLG Stuttgart, 26.08.2008 - 12 U 146/05
- LG Paderborn, 08.06.2026 - 4 O 107/25
Behandlungsfehler bei Geburt: Haftung nach Tod des Zwillings
- OLG Stuttgart, 26.07.2011 - 1 U 163/10
Arzthaftung: Aufklärungspflicht und Haftung beim Einsatz eines in Deutschland …
- LG Bochum, 14.11.2018 - 6 O 383/16
- LG München I, 27.08.2008 - 9 O 13805/05
Krankenhaushaftung: Verteilung der Beweislast bei einer Krankenhausinfektion
- OLG Stuttgart, 25.11.2025 - 12 U 117/25
- LG Hannover, 04.11.2024 - 2 O 98/23
Streit um Ansprüche wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit …
- LG Nürnberg-Fürth, 25.06.2024 - 7 O 5263/23
Keine Schadensersatzansprüche bei Covid-19 Impfstoff Comirnaty
- OLG Koblenz, 01.12.2011 - 5 U 95/10
Beweislastumkehr wegen Befunderhebungsversäumnis bei Leitsymptomen für spinale …
- OLG Frankfurt, 10.08.2011 - 19 U 130/11
Voraussetzung Ersatzanspruch wegen gesundheitlicher Beeinträchtigung
- OLG Koblenz, 11.12.2008 - 5 U 685/08
- OLG Köln, 08.10.2025 - 5 U 169/19
Zahlungsanspruch eines Geschädigten auf Schmerzensgeld wegen fehlerhafter …
- LG Nürnberg-Fürth, 25.06.2024 - 7 O 1536/23
Nutzen-Risiko-Verhältnis, Inverkehrbringen, Gesundheitsbeeinträchtigung, …
- OLG Koblenz, 08.01.2009 - 5 U 1057/08
Zuordnung von Einzelposten der Gesamtforderung zu einzelnen …
- LG Augsburg, 22.05.2025 - 101 O 1326/24
Gesundheitsschaden, Feststellungsinteresse, Klagepartei, Schmerzensgeldansprüche, …
- KG, 08.12.2014 - 20 U 224/13
Indizwirkung eines ärztlichen Aufklärungsbogens und hypothetische …
- OLG Koblenz, 24.08.2011 - 5 U 338/11
Anforderungen an die Risikoaufklärung vor einer Kontrastmittelinjektion zur …
- OLG Köln, 18.08.2023 - 5 U 23/23
- OLG Oldenburg, 23.12.2020 - 5 U 119/18
Schadensersatz wegen einer fehlerhaft durchgeführten Embolisation einer blutenden …
- OLG Nürnberg, 07.10.2011 - 5 U 410/11
Aufklärungspflicht vor Implantation einer Hüfttotalendoprothese
- OLG Koblenz, 28.04.2009 - 5 U 685/08
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