Rechtsprechung
| BFH, 20.12.1972 - VI R 309/68 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- Wolters Kluwer
Aufwandsentschädigung - Bezeichnung als Zulage - Deutsche Bundesbahn - Rangierdienst - Rangierprämien
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
EStG § 3
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- BFHE 108, 171
- BStBl II 1973, 401
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (3)
- BFH, 13.08.1971 - VI R 391/69
Fiskalische Verwaltung - Öffentlichen Dienste - Betriebe gewerblicher Art - …
Auszug aus BFH, 20.12.1972 - VI R 309/68
Nach dem BFH-Urteil vom 13. August 1971 VI R 391/69 (BFHE 103, 165, BStBl II 1971, 818) leisten öffentliche Dienste diejenigen Personen, die eine obrigkeitliche oder schlichte hoheitliche Tätigkeit ausüben, nicht dagegen diejenigen, die in der fiskalischen Verwaltung tätig sind.Wenn auch der Senat in der genannten Entscheidung VI R 391/69, in der es um die Frage ging, ob ein Vorstandsmitglied einer städtischen Sparkasse öffentliche Dienste leistet, auf die Ähnlichkeit zwischen § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG und Art. 34 GG hingewiesen hat, so kann der Beurteilung nach Art. 34 GG jedoch dann keine ausschlaggebende Bedeutung zukommen, wenn -- wie im Streitfall -- aus dem Sinn und Zweck des § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG und der im Steuerrecht herrschenden wirtschaftlichen Betrachtungsweise eine besondere steuerrechtliche Beurteilung geboten ist.
Hierzu gehört insbesondere, daß es sich nicht um die Tätigkeit in einem Wirtschaftsbetrieb der öffentlichen Hand handelt, der in Konkurrenz zu privatwirtschaftlichen Unternehmen tritt; andernfalls würde durch § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG in den freien Wettbewerb eingegriffen werden (vgl. BFH-Urteil VI R 391/69).
- BFH, 15.03.1968 - VI R 288/66
Voraussetzung für die Leistung von öffentlichen Diensten
Auszug aus BFH, 20.12.1972 - VI R 309/68
Öffentliche Dienste im Sinne des § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG leisteten auch diejenigen Personen, die Aufgaben der sog. schlichten Hoheitsverwaltung erfüllten (Urteil des BFH vom 15. März 1968 VI R 288/66, BFHE 92, 11, BStBl II 1968, 437). - BFH, 03.08.1962 - VI 107/61 U
Steuerfreiheit von Dienstaufwandsentschädigungen aus öffentlichen Kassen
Auszug aus BFH, 20.12.1972 - VI R 309/68
Inhalt und Umfang des Nachprüfungsrechts der Finanzverwaltungsbehörden ist in Abschn. 17 Abs. 2 LStR zutreffend umschrieben (BFH-Urteil vom 3. August 1962 VI 107/61, BFHE 75, 434, BStBl III 1962, 425).
- BFH, 31.01.1975 - VI R 171/74
Nicht in privatrechtlicher Form geführte Versorgungs- und Verkehrsbetriebe von …
Er habe diese Auffassung jedoch im Urteil vom 20. Dezember 1972 VI R 309/68 (BFHE 108, 171, BStBl II 1973, 401) aufgegeben.Es berufe sich zu Unrecht auf das Bundesbahn-Urteil des BFH VI R 309/68.
Der BFH habe im sogenannten Bundesbahn-Urteil VI R 309/68 die Aufwandsentschädigungen von Rangierbediensteten der Bahn als steuerfrei angesehen.
Der BFH habe im sogenannten Bundesbahn-Urteil VI R 309/68 wesentlich auf den Monopolcharakter der Bahn abgestellt und dabei ausgeführt, die Grundlage für die Erfüllung der Verpflichtung der Bahn zur Verkehrsbedienung bilde deren Netzsystem.
Er hat an diesen Grundsätzen, wie unten zu 4 b noch erläutert wird, auch in dem sogenannten Bundesbahn-Urteil VI R 309/68 festgehalten.
b) Der Kläger beruft sich zu Unrecht auf das sogenannte Bundesbahn-Urteil des Senats VI R 309/68.
Der Senat hat im übrigen im Urteil VI R 309/68 ausdrücklich Betont, er halte an den Grundsätzen seiner bisherigen Rechtsprechung zu § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG fest.
Der Kläger übersieht, daß das sogenannte Bundesbahn-Urteil VI R 309/68, wie dargelegt, nicht so verallgemeinernd angewandt werden kann.
- BFH, 09.07.1992 - IV R 7/91
Definition von "Aufwand" (§ 3 Nr. 12 S. 2 EStG )
Nach ständiger Rechtsprechung des BFH, der sich der erkennende Senat anschließt, haben die Finanzbehörden und -gerichte zu prüfen, ob Aufwandsentschädigungen i. S. des § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG die dem Empfänger erwachsenen Aufwendungen nicht offenbar übersteigen (BFH-Urteile vom 3. August 1962 VI 107/61 U, BFHE 75, 434, BStBl III 1962, 425; vom 15. März 1968 VI R 288/66, BFHE 92, 11, BStBl II 1968, 437; vom 20. Dezember 1972 VI R 309/68, BFHE 108, 171, BStBl II 1973, 401; vom 27. Februar 1976 VI R 97/72, BFHE 118, 339, BStBl II 1976, 418; vom 15. Oktober 1982 VI R 229/77, BFHE 136, 542, BStBl II 1983, 75, 77, …und vom 10. Januar 1992 VI R 167/88, BFH/NV 1992, 387).Bei den Aufwendungen, die durch die Erstattungen nicht offenbar überschritten werden dürfen, muß es sich um Betriebsausgaben oder Werbungskosten handeln (BFH-Urteile in BFHE 108, 171, BStBl II 1973, 401; vom 9. März 1990 VI R 49/87, BFH/NV 1991, 22; Abschn. 7 Abs. 4 der Lohnsteuer-Richtlinien - LStR - 1984 - entspr.
- FG Baden-Württemberg, 24.09.2009 - 3 K 1350/08
Betreuer i.S. des § 1896 BGB - Aufwandsentschädigungen für 42 Betreuungen als …
Die in der "fiskalischen" Verwaltung tätigen Personen leisten keine öffentlichen Dienste (BFH-Urteile vom 13. August 1971 VI R 391/69, BFHE 103, 165, BStBl II 1971, 818; vom 20. Dezember 1972 VI R 309/68, BFHE 108, 171, BStBl II 1973, 401). - BFH, 19.11.2024 - VIII R 29/23
Steuerfreiheit einer als Sonderbetriebseinnahme erfassten Aufwandsentschädigung …
Rn. 33 Hinzu tritt, dass § 3 Nr. 12 Satz 2 EStG grundsätzlich der Vereinfachung dient (vgl. BFH-Urteil vom 20.12.1972 - VI R 309/68, BFHE 108, 171, BStBl II 1973, 401).
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