Rechtsprechung
| BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98 |
Verzögerte Entbindung
§ 823 Abs. 1 BGB, zu den Voraussetzungen und Grenzen für Beweiserleichterungen wegen groben Behandlungsfehlers bei Vorschädigungen, Beweiserleichterungen auch bei grobem Behandlungsfehler durch eine Hebamme, Frage der Zurechnung an Krankenhausträger;
§ 278 BGB, Haftung des behandelnden Arztes für seinen Urlaubsvertreter;
§ 705 BGB, zur Haftung in einer Gemeinschaftspraxis
Volltextveröffentlichungen (10)
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BGB §§ 823 Aa, 278
- openjur.de
- bundesgerichtshof.de
- Judicialis
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Träger eines Belegkrankenhauses - Hebamme - Einstehenmüssen für Fehler - Gesundheitsschaden - Beweislast - Beweislastumkehr - Haftung - Grundsätze zur Gemeinschaftspraxis - Urlaubsvertreter - Erfüllungsgehilfe
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Besprechungen u.ä.
- beck.de (Entscheidungsanmerkung)
Arzthaftung im arbeitsteiligen Verhältnis von Hebamme, Geburtshelfer und Belegkrankenhaus
Verfahrensgang
- LG Traunstein, 29.05.1996 - 3 O 896/92
- OLG München, 30.07.1998 - 1 U 3930/96
- BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98
- OLG München, 20.06.2002 - 1 U 3930/96
Papierfundstellen
- BGHZ 144, 296
- NJW 2000, 2737
- NJW-RR 2001, 665 (Ls.)
- MDR 2000, 1130
- VersR 2000, 1146
Wird zitiert von ... (75) Zitiert selbst (17)
- BGH, 14.02.1995 - VI ZR 272/93
Verantwortlichkeit des Belegarztes für Fehler einer freiberuflich tätigen …
Auszug aus BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98
Hierfür will sich die Revision auf das in BGHZ 129, 6 ff. abgedruckte Senatsurteil stützen, wonach der Fehler einer Hebamme dem Belegarzt zugerechnet werden kann, wenn dieser die Geburtsleitung übernommen hat.Insoweit kann es nicht als Beginn des Geburtsvorgangs im Sinn der Ausführungen des Senatsurteils BGHZ 129, 6, 11 angesehen werden, daß der Erstbeklagte schon am 15. März 1989 vertretungsweise die Behandlung der Klägerin zu 1) übernommen hatte.
b) Soweit die Revision Bedenken gegen die vom Berufungsgericht angenommenen Beweiserleichterungen erhebt, weil diese nach der bisherigen Rechtsprechung des erkennenden Senats nur für ärztliche Behandlungsfehler gelten könnten, ergibt sich aus dem in BGHZ 129, 6, 12 abgedruckten Senatsurteil, daß hierfür auch ein grobes Verschulden der Hebamme ausreicht.
- BGH, 13.01.1998 - VI ZR 242/96
Annahme eines groben Behandlungsfehlers bei der Befunderhebung
Auszug aus BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98
Nach der ständigen Rechtsprechung des erkennenden Senats obliegt die abschließende Beurteilung des ärztlichen Verhaltens im Sinne eines groben Fehlers nämlich dem Tatrichter (Senatsurteile BGHZ 138, 1, 6; vom 19. November 1996 - VI ZR 350/95 - NJW 1997, 798 = VersR 1997, 315 und vom 28. April 1998 - VI ZR 403/96 - NJW 1998, 2735 = VersR 1998, 853 jeweils m.w.N.), wobei allerdings dessen juristische Gewichtung des ärztlichen Vorgehens durch die vom Sachverständigen mitgeteilten medizinischen Fakten in vollem Umfang getragen werden muß.Hiernach wird bei der ambulanten Behandlung der Vertreter als Erfüllungsgehilfe des urlaubsabwesenden Arztes angesehen, wenn sich der Patient in dessen Praxis begibt und sich dort vom Vertreter behandeln läßt (Senatsurteil vom 13. Januar 1998 - VI ZR 242/96 - VersR 1998, 457 ff.; OLG Düsseldorf, VersR 1985, 370 f. und OLG Hamm, VersR 1987, 106 f. mit Nichtannahmebeschluß des erkennenden Senats - VI ZR 203/85), anstatt einen anderen Arzt aufzusuchen und mit diesem einen eigenen Behandlungsvertrag abzuschließen.
- BGH, 29.06.1999 - VI ZR 24/98
Haftung des behandelnden Arztes für Pflichtverletzungen eines Laborarztes
Auszug aus BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98
c) Die Haftung nach den Grundsätzen zur Gemeinschaftspraxis (Senatsurteil BGHZ 142, 126 ff.) besteht auch dann fort, wenn die Ärzte als Belegärzte im gleichen Krankenhaus tätig sind und die in der Praxis begonnene Behandlung dort fortgesetzt wird.Von daher könnten die Grundsätze eingreifen, die der erkennende Senat in dem bei Erlaß des angefochtenen Urteils noch nicht ergangenen, in BGHZ 142, 126 ff. abgedruckten Urteil vom 29. Juni 1999 aufgestellt hat.
- BGH, 16.10.1956 - VI ZR 308/55
Rechtsmittel
Auszug aus BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98
c) Sollte der Zweitbeklagte nicht unter dem Gesichtspunkt einer Gemeinschaftspraxis haften, so könnte sich seine Haftung für die materiellen Schäden der Klägerin zu 3) entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts aus § 278 BGB ergeben, weil der Erstbeklagte als Urlaubsvertreter des Zweitbeklagten tätig geworden ist (vgl. hierzu Senatsurteil vom 16. Oktober 1956 - VI ZR 308/55 - NJW 1956, 1834 = VersR 1956, 714). - OLG Düsseldorf, 15.11.1984 - 8 U 26/84
Schadensersatzpflicht eines Arztes wegen einer falschen Beurteilung der …
Auszug aus BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98
Hiernach wird bei der ambulanten Behandlung der Vertreter als Erfüllungsgehilfe des urlaubsabwesenden Arztes angesehen, wenn sich der Patient in dessen Praxis begibt und sich dort vom Vertreter behandeln läßt (Senatsurteil vom 13. Januar 1998 - VI ZR 242/96 - VersR 1998, 457 ff.; OLG Düsseldorf, VersR 1985, 370 f. und OLG Hamm, VersR 1987, 106 f. mit Nichtannahmebeschluß des erkennenden Senats - VI ZR 203/85), anstatt einen anderen Arzt aufzusuchen und mit diesem einen eigenen Behandlungsvertrag abzuschließen. - BGH, 28.01.1986 - VI ZR 203/85
Auszug aus BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98
Hiernach wird bei der ambulanten Behandlung der Vertreter als Erfüllungsgehilfe des urlaubsabwesenden Arztes angesehen, wenn sich der Patient in dessen Praxis begibt und sich dort vom Vertreter behandeln läßt (Senatsurteil vom 13. Januar 1998 - VI ZR 242/96 - VersR 1998, 457 ff.; OLG Düsseldorf, VersR 1985, 370 f. und OLG Hamm, VersR 1987, 106 f. mit Nichtannahmebeschluß des erkennenden Senats - VI ZR 203/85), anstatt einen anderen Arzt aufzusuchen und mit diesem einen eigenen Behandlungsvertrag abzuschließen. - BGH, 16.03.1999 - VI ZR 34/98
Darlegungs- und Beweislast bei Diagnosefehlern eines Arztes
Auszug aus BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98
Da nämlich der Arzt dem Patienten eine Behandlung nach dem jeweils zu fordernden medizinischen Standard schuldet, muß er grundsätzlich diejenigen Maßnahmen ergreifen, die von einem gewissenhaften und aufmerksamen Arzt aus berufsfachlicher Sicht seines Fachbereichs vorausgesetzt und erwartet werden (Senatsurteile vom 29. November 1994 - VI ZR 189/93 - NJW 1995, 776, 777 = VersR 1995, 659 und vom 16. März 1999 - VI ZR 34/98 - NJW 1999, 1778 = VersR 1999, 716). - BGH, 16.04.1996 - VI ZR 190/95
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Arzthaftung, Geburtshilfe, Belegarzt, …
Auszug aus BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98
Vergeblich sucht die Revision insoweit unter Hinblick auf das eine Nachtschwester betreffende Senatsurteil vom 16. April 1996 - VI ZR 190/95 - NJW 1996, 2429 = VersR 1996, 976 zwischen deren pflegerischer Tätigkeit und der "ärztlichen" Tätigkeit der Hebamme, zu unterscheiden. - BGH, 29.11.1994 - VI ZR 189/93
Anforderungen an die Sorgfaltspflicht eines Arztes; Verjährung der …
Auszug aus BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98
Da nämlich der Arzt dem Patienten eine Behandlung nach dem jeweils zu fordernden medizinischen Standard schuldet, muß er grundsätzlich diejenigen Maßnahmen ergreifen, die von einem gewissenhaften und aufmerksamen Arzt aus berufsfachlicher Sicht seines Fachbereichs vorausgesetzt und erwartet werden (Senatsurteile vom 29. November 1994 - VI ZR 189/93 - NJW 1995, 776, 777 = VersR 1995, 659 und vom 16. März 1999 - VI ZR 34/98 - NJW 1999, 1778 = VersR 1999, 716). - BGH, 27.01.1998 - VI ZR 339/96
Feststellung eines groben Behandlungsfehlers im Arzthaftungsprozeß
Auszug aus BGH, 16.05.2000 - VI ZR 321/98
Vielmehr lassen die Umstände des Streitfalls eine Gesamtwürdigung der Frage, ob die über mehrere Stunden dauernde Geburtsleitung grob fehlerhaft war, als geboten erscheinen (vgl. hierzu auch Senatsurteil vom 27. Januar 1998 - VI ZR 339/96 - NJW 1998, 1782 = VersR 1998, 585). - BGH, 28.04.1998 - VI ZR 403/96
Pflicht des Gerichts zur Auseinandersetzung mit Privatgutachten in …
- BGH, 24.09.1996 - VI ZR 303/95
Aufklärung von Widersprüchen zwischen zwei Gutachten zur Aufklärung eines groben …
- BGH, 25.03.1986 - VI ZR 90/85
Haftung des Mitinhabers einer ärztlichen Gemeinschaftspraxis
- BGH, 19.11.1996 - VI ZR 350/95
Annahme eines groben Behandlungsfehlers
- OLG Oldenburg, 09.04.1996 - 5 U 158/95
Unerlaubte Handlung; Schmerzensgeld; Grober Behandlungsfehler; Arzthaftung; …
- OLG Celle, 27.01.1992 - 1 U 39/90
Hebamme als Erfüllungsgehilfin des Arztes
- OLG Oldenburg, 15.05.1990 - 5 U 114/89
Behandlungsregeln, Behandlungsmethode, Schwangerschaft, Belegkrankenhaus, …
- BGH, 15.04.2014 - VI ZR 382/12
Krankenhaushaftung wegen Geburtsschäden: Beweiswert von Leitlinien ärztlicher …
Er repräsentiert den jeweiligen Stand der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse und der ärztlichen Erfahrung, der zur Erreichung des ärztlichen Behandlungsziels erforderlich ist und sich in der Erprobung bewährt hat (vgl. Senatsurteile vom 22. September 1987 - VI ZR 238/86, BGHZ 102, 17, 24 f.; vom 29. November 1994 - VI ZR 189/93, VersR 1995, 659, 660 mwN; vom 16. März 1999 - VI ZR 34/98, VersR 1999, 716, 718; vom 16. Mai 2000 - VI ZR 321/98, BGHZ 144, 296, 305 f.;… Katzenmeier in Laufs/Katzenmeier/Lipp, Arztrecht, 6. Auflage, Kap. X Rn. 6;… Wenzel/Müller, Der Arzthaftungsprozess, Rn. 1426 ff.;… Steffen/Pauge, Arzthaftungsrecht, 12. Aufl., Rn. 157 ff., 174;… Geiß/Greiner, Arzthaftpflichtrecht, 7. Auflage, B Rn. 2 ff.; Dressler, FS Geiß, S. 379 f., jeweils mwN).Die Frage, welches Verhalten von einem gewissenhaften und aufmerksamen Arzt in der konkreten Behandlungssituation im Zeitpunkt der Behandlung erwartet werden kann, bestimmt sich indes aus der berufsfachlichen Sicht seines Fachgebiets und nicht derjenigen anderer Fachbereiche (vgl. Senatsurteile vom 22. September 1987 - VI ZR 238/86, BGHZ 102, 17, 24 f.; vom 29. November 1994 - VI ZR 189/93, VersR 1995, 659, 660 mwN; vom 16. März 1999 - VI ZR 34/98, VersR 1999, 716, 718; vom 16. Mai 2000 - VI ZR 321/98, BGHZ 144, 296, 305 f.).
- BGH, 21.12.2010 - VI ZR 284/09
Arzt- und Krankenhaushaftung: Ärztliche Sorgfaltspflichten bei …
Aufgrund der ihm gegenüber dem Patienten obliegenden Fürsorgepflicht hat der für die Auswertung eines Befundes im konkreten Fall medizinisch verantwortliche Arzt all die Auffälligkeiten zur Kenntnis und zum Anlass für die gebotenen Maßnahmen zu nehmen, die er aus berufsfachlicher Sicht seines Fachbereichs unter Berücksichtigung der in seinem Fachbereich vorausgesetzten Kenntnisse und Fähigkeiten sowie der Behandlungssituation feststellen muss (vgl. zum medizinischen Standard Senatsurteile vom 16. Mai 2000 - VI ZR 321/98, BGHZ 144, 296, 305 f.; vom 29. November 1994 - VI ZR 189/93, VersR 1995, 659, 660 m.w.N.; vom 16. März 1999 - VI ZR 34/98, VersR 1999, 716, 718). - OLG Köln, 07.08.2013 - 5 U 92/12
Haftung des Apothekers bei grob fehlerhafter Medikamentenabgabe
Auch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (etwa Urt. v. 16.5.2000, BGHZ 144, 296 ff. für Hebammen) und der Oberlandesgerichte (etwa OLG Oldenburg, VersR 1997, 749 für Pflegepersonal) - die soweit ersichtlich sich zur Frage etwaiger Beweislastumkehr bei Schäden, die durch die Abgabe von Medikamenten verursacht worden sein können, noch nicht Stellung genommen haben - spricht eher für eine Ausdehnung der Grundsätze auf Apotheker als dagegen.
- BGH, 05.12.2023 - VI ZR 108/21
Geburtsschaden: Indizwirkung der Behandlungsdokumentation
Das gilt aber nur so lange, bis ein Arzt die Behandlung übernommen hat; von diesem Zeitpunkt an ist die Hebamme seine Gehilfin, für die er vertraglich nach § 278 BGB und deliktisch nach § 831 BGB einstehen muss (vgl. Senatsurteile vom 16. Mai 2000 - VI ZR 321/98, BGHZ 144, 296, juris Rn. 10 f.;… vom 6. Dezember 2022 - VI ZR 284/19, BGHZ 235, 369 Rn. 20 mwN). - BSG, 22.04.2009 - B 3 KR 24/07 R
Krankenversicherung - Überprüfung der Notwendigkeit, Art und Dauer der …
Auch die Rechtsbeziehungen zu den Patienten sind derart verselbstständigt, dass das Krankenhaus nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) nur für Fehler des eigenen Personals einzustehen hat (vgl BGH NJW 1996, 2429, 2430; BGHZ 144, 296, 301 f = NJW 2000, 2737, 2738 f). - BGH, 08.11.2005 - VI ZR 319/04
Rechtsform der Zusammenarbeit im kooperativen Belegarztwesen verbundener Ärzte
Vielmehr steht den kooperierenden Belegärzten sowohl im vertragsärztlichen als auch im privatärztlichen Bereich die gesamte Bandbreite der Zusammenarbeitsformen offen, die auch kooperierenden zur ambulanten Versorgung niedergelassenen Ärzten zur Verfügung steht (…vgl. Bergmann, Das Belegarztsystem - Qualitätssicherung durch Vertragsgestaltung, S. 75, 86, in: Das Belegarztsystem, aaO;… Weber/Müller, Chefarzt- und Belegarztvertrag, 1999, Teil A, Rn. 36;… Peters, Handbuch der Krankenversicherung, 19. Aufl., Teil II - Sozialgesetzbuch V, § 115 SGB V Rn. 5;… Jung in: von Maydell, Gemeinschaftskommentar zum Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Krankenversicherung, GK-SGB V, Stand 30. September 1994, § 121, Rn. 4; vgl. Dolinski, Der Belegarzt, Diss. Konstanz [1996], § 2 ff. der Beratungs- und Formulierungshilfe für den Abschluss eines Belegarztvertrages [kooperatives Belegarztwesen], S. 118 ff.;… Grundsatzpapier von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Deutscher Krankenhausgesellschaft zur Förderung des kooperativen Belegarztwesens, aaO, S. 750 f., insbesondere Hinweise 2 und 4; vgl. auch Senatsurteil BGHZ 144, 296, 309).aa) Unter dem Begriff "Gemeinschaftspraxis" wird die gemeinsame Ausübung ärztlicher Tätigkeit durch mehrere Ärzte der gleichen oder verwandter Fachgebiete in gemeinsamen Räumen mit gemeinschaftlichen Einrichtungen und mit einer gemeinsamen Büroorganisation und Abrechnung verstanden, wobei die einzelnen ärztlichen Leistungen für den jeweiligen Patienten während der Behandlung von einem wie von dem anderen Partner erbracht werden können (vgl. Senatsurteile BGHZ 97, 273, 276; 142, 126, 137; 144, 296, 308).
Das in diesem Zusammenhang erörterte Senatsurteil BGHZ 144, 296 betraf einen Sachverhalt, in dem ein Patient, der in einer ambulanten Gemeinschaftspraxis behandelt worden war, anschließend stationär in einer Klinik belegärztlich von einem der Ärzte aus dieser Praxis weiterbehandelt wurde.
Das entspricht dem bei der Gestaltung von Verträgen zwischen Krankenhausträgern und Belegärzten geltenden Grundsatz, dass die stationäre belegärztliche Behandlung nur die Fortsetzung der ambulanten Behandlung durch den gleichen Arzt darstellt (OLG Celle, VersR 1993, 360 mit NA-Beschluss des erkennenden Senats vom 17. November 1992 - VI ZR 58/92; Franzki/Hansen, NJW 1990, 737; vgl. auch Senatsurteil BGHZ 144, 296, 309 f.).
Der erkennende Senat hat bereits in jener Entscheidung erwogen, dass bei entsprechenden tatsächlichen Feststellungen in Betracht komme, dass die Belegärzte hinsichtlich der im Krankenhaus erfolgten Behandlung als "Gemeinschaftspraxis" aufgetreten seien (BGHZ 144, 296, 309).
- KG, 19.05.2016 - 20 U 122/15
Haftung des Rettungssanitäters: Überschreitung der Kompetenzen des …
Vielmehr werden nach der Rechtsprechung auch Maßnahmen oder Unterlassungen von nichtärztlichem Personal mit der Folge einer Beweislastumkehr als grobe Behandlungsfehler aufgefasst (vgl. etwa BGH NJW 2000, 2737; OLG München VersR 1997, 977; OLG Celle VersR 1999, 487). - OLG Köln, 08.04.2020 - 5 U 64/16
Keine Gewöhnung an die "neuen Zähne" - Fehlerhafte Zahnbehandlung führt zu …
Soweit eine klare Abgrenzung und Zuordnung zu anderen Ursachen nicht möglich ist, haftet die Beklagte daher für den gesamten Schaden (BGHZ 144, 296 ff.). - BGH, 07.12.2004 - VI ZR 212/03
Haftung des Betreibers eines Geburtshauses
Auch wenn eine geburtshilflich tätige Hebamme ab der Übernahme der Behandlung durch den Arzt dessen Weisungen unterworfen und insoweit von einer eigenen Verantwortung grundsätzlich befreit ist (vgl. Senatsurteile BGHZ 89, 263, 272; BGHZ 129, 6, 11; BGHZ 144, 296, 302; vom 22. Februar 1966 - VI ZR 202/64 - VersR 1966, 580;… OLG Koblenz, VersR 2001, 897, 898 mit Nichtannahmebeschluß des Senats vom 13. März 2001 - VI ZR 298/00 - a.A. für den Fall einer normalen Geburt: Horschitz/Kurtenbach, Hebammengesetz, 3. Aufl., § 4 HebammenG, Anm. 4) und sie verpflichtet ist, bei Auftreten von Regelwidrigkeiten einen Arzt hinzuziehen (vgl. OLG Bremen, VersR 1979, 1060, 1062; OLG Hamm, VersR 1991, 228, 229 mit Nichtannahmebeschluß des Senats vom 25. September 1990 - VI ZR 315/89; OLG Stuttgart, VersR 1994, 1114;… Hiersche, Die rechtliche Position der Hebamme bei der Geburt, 2002, S. 80), wird doch mit dieser Aufgabenverteilung zwischen Arzt und Hebamme lediglich bestimmt, welche Personen bei der Geburtshilfe wann handeln müssen und welche Weisungs- und Leitungsrechte für einen hinzugezogenen Arzt gegenüber der Hebamme in der konkreten geburtshilflichen Situation bestehen. - BGH, 20.09.2011 - VI ZR 55/09
Arzthaftung: Missachtung elementarer medizinischer Grundregeln als grober …
Das Berufungsgericht wird dabei Gelegenheit haben, sich gegebenenfalls auch mit den weiteren Einwänden der Revision - insbesondere zur Fehlerhaftigkeit der Vornahme eines zweiten Intubationsversuchs - zu befassen und zu prüfen, ob die Häufung mehrerer an sich nicht grober Fehler die Behandlung insgesamt als grob fehlerhaft erscheinen lässt (vgl. Senatsurteile vom 16. Mai 2000 - VI ZR 321/98, BGHZ 144, 296, 303 f.; vom 29. Mai 2001 - VI ZR 120/00, VersR 2001, 1030, 1031; Senatsbeschluss vom 9. Juni 2009 - VI ZR 261/08, VersR 2009, 1406, 1407). - OLG Frankfurt, 25.04.2023 - 8 U 127/21
Keine Haftung für Aspirationen eines Kleinkindes nach Antibiotikumsgabe (hier: …
- BGH, 29.05.2001 - VI ZR 120/00
Annahme eines groben Behandlungsfehlers im Arzthaftungsprozeß
- BSG, 17.03.2021 - B 6 KA 6/20 R
Vertragsärztliche Versorgung - Anerkennung als Belegarzt - Entfernung zwischen …
- BGH, 19.06.2001 - VI ZR 286/00
Begriff des groben Behandlungsfehlers
- OLG Karlsruhe, 13.05.2016 - 13 U 103/13
Notarzthaftung - Behandlung von Patienten mit akutem Schlaganfallverdacht
- BGH, 07.11.2017 - VI ZR 173/17
Arzthaftungsprozess: Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bei …
- BGH, 03.07.2001 - VI ZR 418/99
Bejahung eines groben Behandlungsfehlers
- OLG Stuttgart, 19.09.2000 - 14 U 65/99
Geburtsleitung durch Belegarzt - Weiterleitung durch vertretenden Arzt - …
- OLG Hamm, 24.01.2001 - 3 U 107/00
Schmerzensgeld nach Zahnextraktionen - jugendlicher Patient - Erhaltungsfähigkeit …
- OLG Karlsruhe, 20.12.2000 - 7 U 123/98
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Arzthaftung, Fehlerhafte Behandlung, …
- LG Frankfurt/Main, 18.03.2008 - 18 O 239/06
Haftung des Krankenhausträgers sowie einer Hebamme und eines Belegarztes wegen …
- OLG Karlsruhe, 14.11.2007 - 7 U 251/06
Haftung des Kinderarztes wegen unterlassener Überweisung zum Augenarzt bei U 5
- LG Rottweil, 27.11.2003 - 2 O 537/01
Arzthaftung: Wehenforcierung bei Schulterdystokie als Behandlungsfehler; …
- BGH, 27.03.2001 - VI ZR 18/00
Würdigung von Sachverständigengutachten im Arzthaftungsprozeß
- OLG Karlsruhe, 11.09.2002 - 7 U 102/01
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Arzthaftung, Fehlerhafte Behandlung, …
- OLG Karlsruhe, 24.06.2005 - 7 W 28/05
Arzthaftungsprozess: Entscheidung und Beweiserhebung durch den Einzelrichter; …
- OLG Hamm, 25.11.2009 - 3 U 192/08
Haftung von Arzt und Hebamme für Behandlungsfehler bei einer Geburt
- OLG Zweibrücken, 23.11.2004 - 5 U 11/03
Gesamtschuldnerische Haftung von Ärzten einer "Belegärztegemeinschaft" für einen …
- OLG Celle, 07.05.2001 - 1 U 15/00
Schadensersatz ; Schmerzensgeld; Behandlungsfehler; Arzthaftung; Mandeloperation; …
- LG München II, 04.05.2021 - 1 O 2667/19
Pflichten des Behandlers im Rahmen der psychischen Aufarbeitung eines groben …
- OLG Köln, 22.08.2007 - 5 U 267/06
Voraussetzungen für die Zahlung eines Schmerzensgeldes und eines Schadensersatzes …
- OLG Hamburg, 05.09.2024 - 1 U 95/23
Voraussetzungen der Haftung von Hebamme und Arzt im Zusammenhang mit …
- OLG Hamm, 14.09.2009 - 3 U 9/08
- OLG Hamm, 26.10.2022 - 11 U 127/21
Rettungseinsatz; verschlossene Schranke; Amtspflichtverletzung; Kausalität; …
- OLG Karlsruhe, 12.05.2004 - 7 U 204/98
Arzthaftung wegen Geburtsschaden eines Kindes: Ausschluss von …
- OLG Dresden, 20.07.2021 - 4 U 2901/19
Schadensersatzansprüche nach einer operativen Versorgung eines Leistenbruchs …
- LG Dortmund, 16.01.2020 - 4 O 430/16
Geburtsschaden
- OLG Frankfurt, 11.06.2015 - 15 U 189/13
Arzthaftung: Gabe von Oxytocin und unterlassene Wehenaufzeichnung bei Geburt
- OLG Hamm, 24.04.2002 - 3 U 8/01
Haftung für die Behandlung in einem sogenannten Geburtshaus
- LSG Bayern, 22.01.2020 - L 12 KA 10/19
Vertragsarztrecht: Voraussetzungen für Belegarztanerkennung
- OLG Jena, 26.04.2006 - 4 U 416/05
Zur Haftung eines Praxisvertreters und Umkehr der Beweislast
- OLG Zweibrücken, 18.03.2003 - 5 U 2/02
Allg. Verkehrssicherungspflicht im Krankenhaus; Sturz eines Patienten mit …
- OLG Jena, 01.06.2010 - 4 U 498/07
Haftung für Behandlungsfehler nur bei Ursächlichkeit des Schadens
- OLG Frankfurt, 23.12.2003 - 8 U 140/99
Arzthaftung: Infektion mit AIDS und Hepatitis-C wegen mangelnder Hygiene bei …
- OLG Karlsruhe, 13.10.2004 - 7 U 122/03
Haftung des Trägers eines Belegkrankenhauses: Abgrenzung zum …
- OLG Karlsruhe, 16.05.2001 - 7 U 46/99
Haftung des Krankenhausträgers - Personalleistungen des Belegarztes - Hebamme als …
- LG Göttingen, 18.10.2016 - 12 T 4/16
Urlaubsvertreter muss Patient keine Einsicht in Behandlungsunterlagen gewähren
- OLG Karlsruhe, 21.05.2008 - 7 U 158/07
Zur Beweislastumkehr für die Ursächlichkeit eines groben Behandlungsfehlers für …
- OLG Zweibrücken, 10.10.2000 - 5 U 8/00
Rechtsanwaltshaftung: Zulässigkeit eines unbezifferten Sachantrags; …
- OLG Köln, 18.04.2012 - 5 U 172/11
Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung eines Behandlungsfehlers im …
- OLG Bamberg, 25.04.2005 - 4 U 61/04
Zur ärztlichen Aufklärungspflicht über eine Schnittentbindung wenn bereits beim …
- OLG Saarbrücken, 28.01.2004 - 1 U 45/02
Ansprüche wegen grob fehlerhafter Erstversorgung einer Riss-Quetschwunde am …
- OLG Brandenburg, 21.02.2008 - 12 W 28/07
Prozesskostenhilfe: Erfolgsaussichten einer Arzthaftungsklage; Beweisbarkeit …
- BGH, 26.09.2006 - VI ZR 7/06
Zustandekommen eines Behandlungsvertrages
- OLG Frankfurt, 08.03.2019 - 25 U 24/18
Arzthaftung: Ärztlicher Behandlungsfehler bei Geburt (hier: Überdosierung von …
- LG Aachen, 22.03.2018 - 11 O 97/16
Arzthaftung, Zahnarzt; medizinischer Standard bei der Entfernung einer …
- LG Aachen, 31.10.2023 - 11 O 271/19
- OLG Koblenz, 27.01.2015 - 5 U 1147/14
Maßgeblicher ärztlicher Sorgfaltsmaßstab bei Vorbereitung einer Anästhesie
- OLG Zweibrücken, 12.09.2000 - 5 U 5/00
Arzthaftung: Verantwortlichkeit zweier nicht in Gemeinschaftspraxis verbundener …
- LG Aachen, 11.02.2015 - 11 O 399/12
Schmerzensgeldsbegehren wegen einer behandlungsfehlerhaft durchgeführten …
- OLG Düsseldorf, 10.07.2024 - 18 U 47/23
Zahlungsanspruch eines Geschädigten auf Schmerzensgeld und Schadensersatz wegen …
- OLG München, 14.10.2010 - 1 U 1657/10
Arzthaftung: Haftung des Belegarztes für die Verkennung einer …
- OLG Frankfurt, 24.05.2005 - 8 U 129/04
Schmerzensgeld für Geburtsschaden (Leukomalazie) durch Zuführung überhöhter …
- LG Aachen, 13.04.2016 - 11 O 322/14
Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld aufgrund eines ärztlichen …
- OLG Brandenburg, 06.03.2008 - 12 U 165/07
Kein Arzthaftungsanspruch wegen nicht nachweisbarem Befundfehler
- OLG Brandenburg, 04.11.2013 - 12 U 103/13
Ärztlicher Behandlungsfehler bei einer operativen Versorgung an der oberen …
- OLG Brandenburg, 19.06.2025 - 12 U 97/24
- LG Aachen, 10.02.2021 - 11 O 226/18
- LG Offenburg, 28.08.2020 - 3 O 390/16
Arzthaftung: Ersatz des Unterhaltsschadens aufgrund eines Befunderhebungsfehlers …
- OLG Saarbrücken, 14.01.2004 - 1 U 44/02
- LG Aachen, 30.01.2019 - 11 O 164/17
- LG Frankfurt/Main, 24.02.2023 - 14 O 262/21
- OLG Saarbrücken, 06.10.2004 - 1 U 661/03
Abweisung der Arzthaftungsklage, da der Nachweis ärztlicher Behandlungsfehler bei …
- OLG Köln, 05.12.2001 - 5 U 51/01
Behandlung von AIDS mit dem naturheilkundlichen Wirkstoff Hypericin bei Abfallen …
- LG Aachen, 01.02.2023 - 11 O 406/19
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