Rechtsprechung
| BGH, 08.11.1977 - VI ZR 132/75 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Pauschale Berechnung der vom Schädiger zu ersetzenden Krankheitskosten durch den Sozialversicherungsträger im Falle der Familienhilfe - Möglichkeit der konkreten Schadensberechnung - Erbringung von Naturalleistungen durch die Krankenkassen - Übergang von ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- REHADAT Informationssystem (Leitsatz)
RVO § 1524 Abs 1: Zulässigkeit der Pauschalabrechnung bei Familienhilfe
Papierfundstellen
- NJW 1978, 1261 (Ls.)
- MDR 1978, 568
- VersR 1978, 178
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (10)
- BGH, 27.01.1954 - VI ZR 16/53
Pauschalierung der Krankenpflegekosten
Auszug aus BGH, 08.11.1977 - VI ZR 132/75
Da die Beklagten auch nicht dargelegt haben, daß zwischen den Pauschalbeträgen und den für einen Privatpatienten erforderlichen Aufwendungen ein wesentlicher Unterschied bestand (vgl. BGHZ 12, 154), sind sie nach Auffassung des Berufungsgerichtes verpflichtet, im Streitfalle die Pauschalbeträge der Klägerin zu erstatten.Das Gesetz nimmt daher in Kauf, daß ein Sozialversicherungsträger mit der Abrechnungsweise nach § 1524 Abs. 1 RVO auch einmal mehr erhält, als er tatsächlich aufgewendet hat (BGHZ 12, 154; KG VersR 1975, 140, 141).
Eben deshalb geht die Spezialvorschrift des § 1542 Abs. 2 RVO den im allgemeinen geltenden Sätzen der Schadensberechnung vor (so schon RGZ 103, 216, 218; BGHZ 12, 154, 156) [BGH 27.01.1954 - VI ZR 16/53].
Das Berufungsgericht geht schließlich rechtsfehlerfrei davon aus, daß gegen die Pauschalberechnung der Klägerin auch nicht der Einwand des Rechtsmißbrauches (BGHZ 12, 154) begründet ist.
Danach sind die Regreßansprüche pauschal abzurechnen (BGHZ 12, 154, 156) [BGH 27.01.1954 - VI ZR 16/53]; nur wenn die Sozialversicherungsträger höhere Aufwendungen geltend machen als ihnen bei Pauschalabrechnung zustehen würden, müssen sie diese nachweisen.
- BGH, 21.01.1958 - VI ZR 295/56
Auszug aus BGH, 08.11.1977 - VI ZR 132/75
Das Berufungsgericht vertritt im Anschluß an dasSenatsurteil vom 21. Januar 1958 (VI ZR 295/56 = VersR 1958, 153 = WzS 1958, 180 = BKK 1958, 216) die Auffassung, ein Sozialversicherungsträger dürfe auch im Falle der Familienhilfe die vom Schädiger zu ersetzenden Krankheitskosten nach § 1524 Abs. 1 RVO pauschal berechnen.Dem steht, worauf der Senat schon früher hingewiesen hat, nicht entgegen, daß § 1524 RVO eine Abrechnung nach dem Grundlohn des versicherten Arbeitnehmers vorsieht, für die mitversicherten Familienmitglieder aber kein Grundlohn bestimmt ist(Senatsurteil vom 21. Januar 1958 - VI ZR 295/56 - a.a.O.).
Damit sind die Bedenken gegen dasSenatsurteil vom 21. Januar 1958 (VI ZR 295/56 = a.a.O.), die noch auf den erwähnten Leistungsunterschied abgehoben hatten (…vgl. Huber a.a.O. S. 25), gegenstandslos.
- BGH, 20.01.1954 - VI ZR 118/52
Pflichten des Kraftfahrers bei Verschmutzung durch an den Rädern anhaftenden Lehm
Auszug aus BGH, 08.11.1977 - VI ZR 132/75
Eine mißbräuchliche Ausübung des Rechts aus § 1524 RVO liegt dann vor, wenn der Versicherungsträger von dem Schädiger auf Grund der Pauschalberechnung "wesentlich mehr" verlangt, als entstanden wäre, wenn der Geschädigte nicht sozialversichert gewesen wäre, sondern einen Privatarzt konsultiert hätte (BGHZ 12, 124; Senatsurteilevom 27. Januar 1954 - VI ZR 245/53 = VersR 1954, 166 undvom 31. Januar 1956 - VI ZR 328/54 = LM RVO § 1524 Nr. 3 = VersR 1956, 178).
- BGH, 27.04.1965 - VI ZR 13/64
Erstattung von Krankenhilfe seitens eines Haftpflichtversicherers - …
Auszug aus BGH, 08.11.1977 - VI ZR 132/75
Es beanstandet auch nicht, daß die Klägerin die Kosten der stationären Behandlung konkret, diejenigen der ambulanten Behandlung aber pauschaliert abgerechnet hat (vgl.Senatsurteil vom 27. April 1965 - VI ZR 13/64 - VersR 1965, 660, 661). - KG, 18.04.1974 - 12 U 2207/73
Geltendmachung von übergegangenen Ersatzansprüchen aus einem Verkehrsunfall; …
Auszug aus BGH, 08.11.1977 - VI ZR 132/75
Das Gesetz nimmt daher in Kauf, daß ein Sozialversicherungsträger mit der Abrechnungsweise nach § 1524 Abs. 1 RVO auch einmal mehr erhält, als er tatsächlich aufgewendet hat (BGHZ 12, 154; KG VersR 1975, 140, 141). - BGH, 27.01.1954 - VI ZR 245/53
Rechtsmittel
Auszug aus BGH, 08.11.1977 - VI ZR 132/75
Eine mißbräuchliche Ausübung des Rechts aus § 1524 RVO liegt dann vor, wenn der Versicherungsträger von dem Schädiger auf Grund der Pauschalberechnung "wesentlich mehr" verlangt, als entstanden wäre, wenn der Geschädigte nicht sozialversichert gewesen wäre, sondern einen Privatarzt konsultiert hätte (BGHZ 12, 124; Senatsurteilevom 27. Januar 1954 - VI ZR 245/53 = VersR 1954, 166 undvom 31. Januar 1956 - VI ZR 328/54 = LM RVO § 1524 Nr. 3 = VersR 1956, 178). - BGH, 08.02.1966 - VI ZR 200/64
Pauschalbeträge für Krankenpflege und Krankenhauspflege - Pauschalierung der …
Auszug aus BGH, 08.11.1977 - VI ZR 132/75
Dieser ist daher auch für die Bemessung von Pauschalbeträgen für die Kranken- und Krankenhauspflege von Rentnern maßgebend(Senatsurteil vom 8. Februar 1966 - VI ZR 200/64 = LM RVO § 1524 Nr. 5 = VersR 1966, 336;… BSGE 14, 192: Gunkel/Hebmüller, a.a.O., Bd. I S. 111;… Lauterbach, a.a.O., § 1524 RVO Anm. 9 b;… Maunz/Schraft/Rindt, a.a.O., § 1524 RVO Anm. 3;… Wussow, a.a.O., Tz. 1479). - OLG Celle, 27.07.1972 - 5 U 15/72
Auszug aus BGH, 08.11.1977 - VI ZR 132/75
Die gegenteilige Ansicht des OLG Celle (VersR 1973, 181 = NJW 1973, 197) lehnt es ab. - BGH, 31.01.1956 - VI ZR 328/54
Rechtsmittel
Auszug aus BGH, 08.11.1977 - VI ZR 132/75
Eine mißbräuchliche Ausübung des Rechts aus § 1524 RVO liegt dann vor, wenn der Versicherungsträger von dem Schädiger auf Grund der Pauschalberechnung "wesentlich mehr" verlangt, als entstanden wäre, wenn der Geschädigte nicht sozialversichert gewesen wäre, sondern einen Privatarzt konsultiert hätte (BGHZ 12, 124; Senatsurteilevom 27. Januar 1954 - VI ZR 245/53 = VersR 1954, 166 undvom 31. Januar 1956 - VI ZR 328/54 = LM RVO § 1524 Nr. 3 = VersR 1956, 178). - RG, 28.11.1921 - VI 208/21
RVO. § 1503 Abs. 1 und § 1542 Abs. 2.
Auszug aus BGH, 08.11.1977 - VI ZR 132/75
Eben deshalb geht die Spezialvorschrift des § 1542 Abs. 2 RVO den im allgemeinen geltenden Sätzen der Schadensberechnung vor (so schon RGZ 103, 216, 218; BGHZ 12, 154, 156) [BGH 27.01.1954 - VI ZR 16/53].
- BGH, 29.06.1982 - VI ZR 227/81
Recht einer Krankenkasse zur Pauschalierung von auf sie übergegangenen Forderung …
Da es diese Bedenken der Beklagten unter fast wörtlicher Zitierung der Entscheidungsgründe des Senatsurteils vom 8. November 1977 (VI ZR 132/75 - VersR 1978, 178) widerlegt und neue Gesichtspunkte nicht aufgetreten sind, nimmt auch der erkennende Senat auf seine früheren Ausführungen Bezug. - BGH, 24.01.1978 - VI ZR 95/75
Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Kindern - Bestehen und Ausmaß eines …
Bundesrat und Bundestagsausschuß für Sozialpolitik forderten jedoch auch für die Rentner, die Anspruch auf Familienkrankenpflege hatten, die Pflichtmitgliedschaft in der KVdR als eine damals gegenüber der Familienhilfe günstigere Versorgung (…BT-Drucks. II/1234, S. 16 und Ausschußbericht zu BT-Drucks. II/2256 v. 22. März 1956, S. 4;… vgl. auch Peters, a.a.O., § 165 RVO Anm. 17 a, aa; zum heutigen Rechtszustand vgl. Senatsurteil vom 8. November 1977 - VI ZR 132/75 = zur Veröffentlichung bestimmt). - OLG Stuttgart, 26.06.1981 - 2 U 44/81 Die Pauschalierung der ambulanten Behandlungskosten ist nach RVO § 1524 Abs. 1 S 2 rechtsmißbräuchlich, wenn die tatsächlichen Kosten im Falle einer Behandlung als Privatpatient erheblich niedriger gewesen wären als die Pauschale (Vergleiche BGH, 1956-01-31, VI ZR 328/54, VersR 1956, 178; Vergleiche BGH, 1977-11-08, VI ZR 132/75, VersR 1978, 178).
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