Rechtsprechung
| OLG Celle, 12.03.2009 - 8 U 177/08 |
Volltextveröffentlichungen (6)
- openjur.de
Private Unfallversicherung: Alkoholbedingte Bewusstseinsstörung bei Sturz aus einem Hotelfenster; Anforderungen an eine ärztliche Invaliditätsfeststellung innerhalb der Fünfzehnmonatsfrist
- Entscheidungsdatenbank Niedersachsen
§ 2 AUB 88; § 7 AUB 88
Leistungsfreiheit des privaten Unfallversicherers wegen alkoholbedingter Bewusstseinsstörung; Voraussetzungen der ärztlichen Feststellung der Invalidität - Judicialis
AUB 88 § 2; ; AUB 88 § 7
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
AUB 88 § 2; AUB 88 § 7
Leistungsfreiheit des privaten Unfallversicherers wegen alkoholbedingter Bewusstseinsstörung; Voraussetzungen der ärztlichen Feststellung der Invalidität - Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz und Volltext)
Leistungsfreiheit des privaten Unfallversicherers wegen alkoholbedingter Bewusstseinsstörung; Voraussetzungen der ärztlichen Feststellung der Invalidität
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Hannover, 05.08.2008 - 2 O 396/07
- OLG Celle, 12.03.2009 - 8 U 177/08
Papierfundstellen
- VersR 2009, 1215
Wird zitiert von ... (5) Zitiert selbst (11)
- BGH, 10.10.1990 - IV ZR 231/89
Ausschluß des Versicherungsschutzes - Alkoholbedingte Bewußtseinsstörung - …
Auszug aus OLG Celle, 12.03.2009 - 8 U 177/08
Der Unfall muss auf einer Bewusstseinsstörung beruhen, wobei Bewusstseinsstörung nicht mit Bewusstlosigkeit gleichzusetzen ist (vgl. BGHZ 18, 311, 313. BGH, VersR 1985, 583, 584. VersR 1990, 1343, 1344).vielmehr muss der Tatrichter diese Voraussetzungen im Wege des Vollbeweises feststellen (vgl. BGH, VersR 1990, 1343, 1344).
Anders als bei der Frage nach der alkoholbedingten Bewusstseinsstörung können für die Frage, ob die Bewusstseinsstörung ursächlich für den Unfall geworden ist, die Regeln des Anscheinsbeweises Anwendung finden (vgl. BGH, VersR 1990, 1343, 1344).
- BGH, 30.11.2005 - IV ZR 154/04
Berufung des Versicherers auf die nicht rechtzeitige Feststellung der Invalidität …
Auszug aus OLG Celle, 12.03.2009 - 8 U 177/08
Dass es ohne Auswirkungen auf die einzuhaltende Frist für die ärztliche Invaliditätsfeststellung ist, dass der Versicherer die Leistung endgültig abgelehnt hat, entspricht der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (IV ZR 154/04, Urteil vom 30. November 2005) und beruht darauf, dass das Erfordernis fristgerechter ärztlicher Feststellung der Invalidität eine Anspruchsvoraussetzung ist, deren Nichtvorliegen nicht entschuldigt werden kann.Vor diesem Hintergrund erscheint das Verhalten der Beklagten auch unter Zugrundelegung des Urteils des Bundesgerichtshofs vom 30. November 2005 (IV ZR 154/04) nicht als rechtsmissbräuchlich.
- OLG Celle, 27.09.2001 - 8 U 2/01
Auszug aus OLG Celle, 12.03.2009 - 8 U 177/08
Nachgeschobene ärztliche Stellungnahmen sind mit der Funktion der Frist nicht vereinbar (vgl. Senat, 8 U 2/01, RuS 2002, 260).cc) Was die Frage einer Hinweispflicht des Versicherers betrifft insoweit, als in ärztlichen Angaben nur - was nicht genügt - von der Möglichkeit einer Invalidität die Rede ist, so entspricht es der Rechtsprechung des Senats, dass daraus keine Verpflichtung des Versicherers erwächst (8 U 2/01, RuS 2002, 260 f.).
- BGH, 08.07.1957 - II ZR 177/56
Rechtsmittel
Auszug aus OLG Celle, 12.03.2009 - 8 U 177/08
Dabei genügt es, dass der Sturz auf der trunkenheitsbedingten Bewusstseinsstörung zumindest mitberuht (vgl. BGH, VersR 1957, 509. Senat, VersR 2002, 1411).Zur Entkräftung wäre es erforderlich gewesen, dass konkrete Tatsachen die naheliegende Möglichkeit ergeben hätten, dass auch ein Nüchterner eine solche Gefahrenlage bei Anwendung üblicher Aufmerksamkeit und Sorgfalt nicht gemeistert hätte (vgl. BGH, VersR 1957, 509, 510).
- OLG Celle, 22.11.2007 - 8 U 161/07
Ansprüche aus einer Unfallversicherung wegen Invalidität; Erforderlichkeit einer …
Auszug aus OLG Celle, 12.03.2009 - 8 U 177/08
Es entspricht der Rechtsprechung des Senats (8 U 161/07, Urteil vom 22. November 2007, unter II. 2., m. w. N., rkr.), dass den Anforderungen der AUB nur durch eine schriftliche Feststellung genügt werden kann. - LG Lüneburg, 12.01.1989 - 4 S 356/88
Auszug aus OLG Celle, 12.03.2009 - 8 U 177/08
Diese grobe Unrichtigkeit der Angaben des Klägers dürfte die Annahme von Vorsatz ohne Weiteres rechtfertigen (s. a. LG Lüneburg, RuS 1991, 251). - BGH, 07.03.2007 - IV ZR 137/06
Voraussetzungen des Anspruchs auf Invaliditätsleistungen in der privaten …
Auszug aus OLG Celle, 12.03.2009 - 8 U 177/08
Auch eine Leistungsablehnung des Versicherers ändert nichts daran, dass der Anspruch des Versicherungsnehmers nicht entsteht, wenn die Invalidität nicht fristgerecht ärztlich festgestellt worden ist (vgl. nur BGH, IV ZR 137/06, Urteil vom 7. März 2007, unter II. 1., m. w. N.). - BGH, 27.02.1985 - IVa ZR 96/83
Nachweis alkoholbedingter Bewußtseinsstörung
Auszug aus OLG Celle, 12.03.2009 - 8 U 177/08
Der Unfall muss auf einer Bewusstseinsstörung beruhen, wobei Bewusstseinsstörung nicht mit Bewusstlosigkeit gleichzusetzen ist (vgl. BGHZ 18, 311, 313. BGH, VersR 1985, 583, 584. VersR 1990, 1343, 1344). - KG, 04.02.2003 - 6 W 12/03
Leistungsfreiheit der Unfallversicherung: Feststellung eines Fenstersturzes …
Auszug aus OLG Celle, 12.03.2009 - 8 U 177/08
Das Kammergericht hat in einem Beschluss vom 4. Februar 2003 (6 W 12/03, NJW-RR 2003, 976) es für möglich erachtet, dass ohne jedes Gutachten zur Blutalkoholkonzentration eine alkoholbedingte Bewusstseinsstörung aus dem Verhalten des Verletzten geschlossen werden könne. - OLG Celle, 11.04.2002 - 8 U 153/01
Alkoholbedingter Sturz vom Pferd
Auszug aus OLG Celle, 12.03.2009 - 8 U 177/08
Dabei genügt es, dass der Sturz auf der trunkenheitsbedingten Bewusstseinsstörung zumindest mitberuht (vgl. BGH, VersR 1957, 509. Senat, VersR 2002, 1411). - OLG Schleswig, 07.02.1991 - 16 U 83/90
Fenstersturz durch trunkenheitsbedingte Bewußtseinsstörung
- OLG Karlsruhe, 11.01.2016 - 9 U 98/14
Leistungsausschlüsse in der Unfallversicherung: Vorsätzliche Straftat; …
(Vgl. z.B. OLG Koblenz, RuS 1992, 179; OLG Koblenz, RuS 2000, 304; KG Berlin, NJW-RR 2003, 976; OLG Rostock, Urteil vom 22.11.2004 - 6 U 219/03 -, zitiert nach juris, OLG Celle, VersR 2009, 1215;… Knappmann in Prölss/Martin, VVG, 29. Auflage 2015, Ziff. 5 AUB 2010, RdNr. 11.).Rn. 34 Im Wege eines Anscheinsbeweises wird bei einer Alkoholisierung eine für den Unfall ursächliche Bewusstseinsstörung dann angenommen, wenn davon auszugehen ist, dass ein Nüchterner die betreffende Situation ohne Schwierigkeiten gemeistert hätte (vgl. beispielsweise OLG Celle, Urteil vom 12.03.2009 - 8 U 177/08 -, RdNr. 47, zitiert nach juris).
- OLG Saarbrücken, 01.02.2017 - 5 U 45/16
Unfallversicherung: Leistungsausschluss bei alkoholbedingter Bewusstseinsstörung
Bei absoluter Fahruntüchtigkeit ist grundsätzlich eine Bewusstseinsstörung im Sinne der Ausschlussklausel gegeben (…BGH, Urt. v. 30.10.1985 - IVa ZR 10/84 - VersR 1986, 141;… Senat, Urt. v. 30.07.2014 - 5 U 1/14 - zfs 2015, 220;… Urt. v. 21.1.2009 - 5 U 249/08 - VersR 2009, 1109; OLG Düsseldorf, VersR 2013, 1166;… Knappmann in: Prölss/Martin, VVG, 29. Aufl. 2015, AUB 2010 Ziff. 5, Rdn. 13 [jeweils: kein Gegenbeweis möglich]; OLG Celle, VersR 2009, 1215 [Bewusstseinsstörung "regelmäßig" anzunehmen];… Grimm, Unfallversicherung, 5. Aufl. 2013, Nr. 5 AUB 2010, Rdn. 13). - OLG Saarbrücken, 24.03.2010 - 5 U 144/09
Private Unfallversicherung: Nachweis der Unfallursächlichkeit im Falle einer …
Auch die Umstände des Unfalls und die Art der Verletzungen zwingen nicht zu dem Rückschluss, dass als plausible Unfallursache nur ein unter die Ausschlussklausel fallender Sachverhalt bleibe (vgl. hierzu OLG Celle, VersR 2009, 1215; OLG Hamm, VersR 2009, 349). - OLG Saarbrücken, 30.07.2014 - 5 U 1/14
Versicherer muss für Schäden bei (alkoholisierten) "Auto-Tauziehen" aufkommen
Bei absoluter Fahruntüchtigkeit ist grundsätzlich eine Bewusstseinsstörung im Sinne der Ausschlussklausel gegeben (…BGH, Urt. v. 30.10.1985 - IVa ZR 10/84 - VersR 1986, 141;… Senat, Urt. v. 21.1.2009 - 5 U 249/08 - VersR 2009, 1109; OLG Düsseldorf, VersR 2013, 1166 [jeweils: kein Gegenbeweis möglich]; OLG Celle, VersR 2009, 1215 [Bewusstseinsstörung "regelmäßig" anzunehmen];… Grimm, Unfallversicherung, 5. Aufl. 2013, Nr. 5 AUB 2010, Rdn. 13). - OLG Hamm, 20.09.2017 - 20 U 122/17
Unfallversicherung: Unfall durch Bewusstseinstörung (Alkohol)
Rn. 13 Liegt der BAK-Wert darunter, so lässt sich der Schluss auf eine alkoholbedingte Bewusstseinsstörung erst ziehen, wenn durch das Fehlverhalten des Verletzten belegt ist, dass dieser den Anforderungen der konkreten Gefahrensituation nicht mehr gewachsen war (OLG Celle, Urteil vom 12. März 2009 - 8 U 177/08 -, VersR 2009, 462, Rn. 46; Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken…, Urteil vom 05. April 2006 - 5 U 633/05 -, ZfSch 2006, 338, Rn. 26, juris; OLG Hamm…, Urteil vom 02. Oktober 2002 - 20 U 140/01 -, ZfSch 2003, 195, Rn. 51).
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