Rechtsprechung
| VGH Bayern, 12.12.2012 - 7 BV 12.968 |
Volltextveröffentlichungen (7)
- openjur.de
- R&W Online
Begrenzung des Teilnahmeentgelts für TV-Gewinnspiele auch bei Auslands-Anrufen
- Landesanwaltschaft Bayern
§ 1 Abs. 1, § 2 Abs. 2 Nr. 14, § 8a Abs. 1 Sätze 1 und 6, § 36 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2, Satz 1 Nr. 7, § 38 Abs. 2, § 43 RStV, § 2 Abs. 6, § 3 Abs. 4 GlüStV, § 284 StGB, Art. 56 AEUV
Medienrecht: Begrenzung Gewinnspielteilnahmeentgelt bei Teilnahme vom Ausland aus | Gewinnspiel; Glücksspiel; Rundfunk; Teilnahmeentgelt; Teilnehmer aus dem Ausland (hier: Österreich); Unionsrechtliche Dienstleistungsfreiheit; Privater Rundfunkveranstalter; ...
- Landesanwaltschaft Bayern
§ 1 Abs. 1, § 2 Abs. 2 Nr. 14, § 8a Abs. 1 Sätze 1 und 6, § 36 Abs. 1 Satz 3, Abs. 2, Satz 1 Nr. 7, § 38 Abs. 2, § 43 RStV, § 2 Abs. 6, § 3 Abs. 4 GlüStV, § 284 StGB, Art. 56 AEUV
Medienrecht: Begrenzung Gewinnspielteilnahmeentgelt bei Teilnahme vom Ausland aus | Gewinnspiel; Glücksspiel; Rundfunk; Teilnahmeentgelt; Teilnehmer aus dem Ausland (hier: Österreich); Unionsrechtliche Dienstleistungsfreiheit; Privater Rundfunkveranstalter; ... - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
RStV § 8a Abs. 1 S. 6
Begrenzung des Teilnahmeentgelts für Gewinnspiele im Fernsehen auf 0,50 EUR bei bundesweiter Ausstrahlung und Empfang in Österreich - Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz und Volltext)
Begrenzung des Teilnahmeentgelts für Gewinnspiele im Fernsehen auf 0,50 EUR bei bundesweiter Ausstrahlung und Empfang in Österreich
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- ratgeberrecht.eu (Kurzinformation)
VGH Bayern / München, 7 BV 12.968
- Wolters Kluwer (Kurzinformation)
Begrenzung des Teilnahmeentgelts für Fernseh-Gewinnspiele gilt auch für Empfang in Österreich
Verfahrensgang
- VG München, 19.01.2012 - M 17 K 11.2193
- VGH Bayern, 12.12.2012 - 7 BV 12.968
Papierfundstellen
- DVBl 2013, 332
- DÖV 2013, 281
- ZUM 2013, 511
- afp 2013, 359
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (5)
- VGH Bayern, 25.08.2011 - 10 BV 10.1176
Sportwetten als sog. 50-Cent-Gewinnspiele im Internet sind unzulässig
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2012 - 7 BV 12.968
Rn. 20 bb) Die vom Gesetzgeber mit der Regelung des § 8a RStV vorgenommene "Klarstellung", dass Gewinnspielsendungen und Gewinnspiele im Fernsehen und im Hörfunk zulässig sind, wenn nur ein Entgelt von bis zu 0, 50 Euro einschließlich gesetzlich geltender Mehrwertsteuer verlangt wird, ist geboten, weil sich die Telefongewinnspiele im Fernsehen und im Hörfunk ohne diese Regelung in einem "Graubereich" zwischen (erlaubten) "Geschicklichkeitsspielen" und (unerlaubten) Glücksspielen bewegen (…vgl. z.B. Fischer, StGB, 59. Aufl. 2012, RdNrn. 3 ff. zu § 284) und darüber hinaus der straf- und ordnungsrechtliche Begriff des Glücksspiels in Rechtsprechung und Literatur uneinheitlich verstanden wird (vgl. z.B. BayVGH vom 25.8.2011 Az. 10 BV 10.1176 RdNrn. 18 ff.;… Müller, a.a.O., RdNrn. 131 ff.).Ob und in welchem Umfang eine glücksspielrechtliche "Privilegierung" der Gewinnspiele und Gewinnspielsendungen im Rundfunk vor Inkrafttreten des Ersten Glücksspieländerungsstaatsvertrags anzunehmen war, blieb in Rechtsprechung und Literatur umstritten (vgl. z.B. BayVGH vom 25.8.2011 a.a.O. RdNrn. 29 ff.;… Müller, a.a.O., RdNrn. 139 ff.).
- BGH, 28.09.2011 - I ZR 92/09
Sportwetten im Internet
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2012 - 7 BV 12.968
Rn. 21 In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass Gewinnspiele im Sinn des § 8a RStV, also Gewinnspiele im Rundfunk, für deren Teilnahme ein Entgelt in Höhe von höchstens 0, 50 Euro verlangt wird, keine unerlaubten öffentliche Glückspiele im Sinn des § 284 StGB sind, weil Teilnahmeentgelte von höchstens 0, 50 Euro "glücksspielrechtlich unerheblich" sind (vgl. z.B. BGH vom 28.9.2011 Az. I ZR 92/09 RdNrn. - EuGH, 10.05.1995 - C-384/93
Alpine Investments / Minister van Financiën
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2012 - 7 BV 12.968
Rn. 26 Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union gilt die unionsrechtliche Dienstleistungsfreiheit (Art. 56 AEUV) auch in Bezug auf vom Staat des Leistungserbringers auferlegte Beschränkungen, selbst wenn es sich dabei um Maßnahmen handelt, die allgemein anwendbar und nicht diskriminierend sind und die weder bezwecken noch bewirken, dem nationalen Markt einen Vorteil gegenüber den Dienstleistungserbringern aus anderen Mitgliedstaaten zu verschaffen (EuGH vom 10.5.1995 Az. C-384/93 ). - OVG Niedersachsen, 03.04.2009 - 11 ME 399/08
Rechtmäßigkeit einer Untersagung des Vertriebs von Online-Glücksspielen; Zweifel …
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2012 - 7 BV 12.968
36 ff.; OVG Lüneburg vom 3.4.2009 Az. 11 ME 399/08 RdNr. 27). - OLG Köln, 22.10.1999 - 6 U 53/98
Fußballwetten als Glücksspiel - Erlaubnispflicht für österreichischen …
Auszug aus VGH Bayern, 12.12.2012 - 7 BV 12.968
Glücksspiele werden überall dort veranstaltet und vermittelt, wo die Möglichkeit zur Teilnahme eröffnet wird (§ 3 Abs. 4 GlüStV; vgl. LT-Drs. 15/8486, S. 13; vgl. auch OLG Köln vom 22.10.1999 Az. 6 U 53/98 RdNrn.
- VGH Bayern, 10.07.2025 - 23 BV 23.913
Glücksspielrechtliche Untersagungsverfügung, Untersagung der Veranstaltung, …
Damit sollten die seit Beginn der 2000er Jahre im Privatfernsehen (z.B. "9Live" und "DSF") üblichen Call-In-Gewinnspiele und "Tele-Votings", die teilweise als unerlaubtes öffentliches Glücksspiel (§ 284 StGB) angesehen wurden (…vgl. OLG Düsseldorf, U.v. 23.9.2003 - I 20 U 39/03 - juris Rn. 21; siehe auch Hüsken, ZfWG 2009, 153/160 f.), legalisiert werden (vgl. BayVGH, U.v. 12.12.2012 - 7 BV 12.968 - ZfWG 2013, 115 juris Rn. 19; Lober/Neumüller, MMR, 295/297; vgl. auch Bolay, K& R 2009, 91/95).Sie entspricht im Übrigen dem von der Bundesnetzagentur regulierten Tarif von 0137er-Sonderrufnummern (BayVGH, U.v. 12.12.2012 - 7 BV 12.968 - ZfWG 2013, 115 juris Rn. 19).
50-Cent-Gewinnspiele sind, auch wenn es sich um zufallsabhängige Glücks- und nicht um Geschicklichkeitsspiele handelt (…BGH, U.v. 28.9.2011 - I ZR 92/09 - ZfWG 2012, 23 juris Rn. 66), keine unerlaubten öffentlichen Glückspiele (§ 284 StGB), weil bloße Teilnahmeentgelte (§ 2 Nr. 3 GSS;… vgl. auch BVerwG, U.v. 16.10.2013 - 8 C 21.12 - BVerwGE 148, 146 juris Rn. 22) bis zu 0, 50 Euro glücksspielrechtlich unerheblich sind (BayVGH, U.v. 12.12.2012 a.a.O. Rn. 21;… BGH, U.v. 28.9.2011 a.a.O. Rn. 69; OLG München, B.v. 22.12.2005 - 6 W 2181/05 - MMR 2006, 225; StA München I v. 21.4.2004 - 124 Js 12258/03 und v. 14.9.2008 - 460 Js 306886/07 [n.v.]; Bolay, MMR 2009, 669/670;… Fischer/Lutz in Fischer, StGB, 72. Aufl. 2025, § 284 Rn. 5a).
Anderes gilt, wenn die Grenze von 0, 50 Euro wie bei Anrufen über 0190er-Nummern zeitabhängig (…vgl. OLG Düsseldorf, U.v. 23.9.2003 - I 20 U 39/03 - juris Rn. 1) bzw. aus ausländischen Festnetzen tarifbedingt (vgl. BayVGH, U.v. 12.12.2012 - 7 BV 12.968 - ZfWG 2013, 115 juris Rn. 16) isoliert bereits mit einem Anruf überschritten wird.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie wegen der Begrenzung des Teilnahmeentgelts auf 0, 50 Euro glücksspielrechtlich unerheblich sind (vgl. BayVGH, U.v. 12.12.2012 - 7 BV 12.968 - ZfWG 2013, 115 juris Rn. 21) und von ihnen keine (erhöhte) Gefahr im Sinne eines Suchtpotenzials ausgeht (…vgl. BayVGH, U.v. 28.10.2009 - 7 N 09.1377 - VGH n.F. 63, 1 juris Rn. 33 und 87 f.).
Denn unabhängig davon, dass § 3 Abs. 4 GlüStV 2021, wonach Glücksspiele überall dort veranstaltet und vermittelt werden, wo die Möglichkeit zur Teilnahme eröffnet wird, allein die örtliche Zuordnung der Veranstaltung von Glücksspiel betrifft (vgl. BayVGH, U.v. 12.12.2012 - 7 BV 12.968 - ZfWG 2013, 115 juris Rn. 24), liegt ein Veranstalten von Glücksspielen im Internet i.S.d. § 4 Abs. 4 Satz 2 GlüStV 2021 nur dann vor, wenn dort nicht nur die Möglichkeit zur Teilnahme eröffnet wird, sondern diese auch vollständig im Internet abgewickelt werden (…vgl. BayVGH, B.v. 7.2.2012 - 10 CS 11.1212 - ZfWG 2012, 132 juris Rn. 31 ff.;… a.A. BayVGH, U.v. 25.8.2011 - 10 BV 10.1176 - VGH n.F. 64, 202 juris Rn. 28).
Rn. 124 (Bloße) Teilnahmeentgelte (…vgl. BVerwG, U.v. 16.10.2013 - 8 C 21.12 - BVerwGE 148, 146 juris Rn. 22) von höchstens 0, 50 Euro sind glücksspielrechtlich unerheblich (…vgl. BGH, U.v. 28.9.2011 - I ZR 92/09 - ZfWG 2012, 23 juris Rn. 69 m.w.N. und I ZR 93/10 - MDR 2012, 201 juris Rn. 66; OLG München, B.v. 22.12.2005 - 6 W 2181/05 - MMR 2006, 225; StA München I v. 21.4.2004 - 124 Js 12258/03 und v. 14.9.2008 - 460 Js 306886/07 [n.v.]; LG Freiburg (Breisgau), U.v. 12.5.2005 - 3 S 308/04 - MMR 2005, 547; vgl. auch BayVGH, U.v. 12.12.2012 - 7 BV 12.968 - ZfWG 2013, 115 juris Rn. 21).
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