Rechtsprechung
| BGH, 31.01.1972 - II ZR 22/71 |
Volltextveröffentlichung
- Wolters Kluwer
Voraussetzungen für die Vorlage einer Rechtssache vor den Großen Senat für Zivilsachen - Anforderungen an die Wirksamkeit einer Konfiskation - Reichweite von Enteignungsmaßnahmen über die Grenzen des enteignenden Staates hinaus
Verfahrensgang
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (11)
- BGH, 31.10.1962 - II ARZ 2/61
Auszug aus BGH, 31.01.1972 - II ZR 22/71
Nur insoweit hat er eine auch für das Inland wirksame Enteignung angenommen, als die Besatzungsbehörden als damalige Träger hoheitlicher Gewalt in Deutschland das dortige Vermögen seinem Inhaber tatsächlich ("effektiv") entzogen hatten (BGHZ 25, 127, 130 ff [BGH 11.07.1957 - VII ZR 226/56]; 25, 134, 140 ff [BGH 11.07.1957 - II ZR 318/55]; 32, 256, 264 [BGH 05.05.1960 - VII ZR 92/58]/5; WM 1961, 347; 1963, 81, 84/5 m. Anm. Feaux de la Croix; teilweise anders noch NJW 1957, 217).Der Senat hat diese Unterlagen auch bereits in jenem Verfahren erwähnt (Beschl. v. 31.10.1962 zu IV 6 a, b, WM 1963, 81, 84).
Diese Theorie war aber bei Erlaß des AHKG 63 im Jahre 1951 noch kaum entwickelt, geschweige denn allgemein anerkannt (vgl. BGH WM 1963, 81, 86 zu V 3 sowie Feaux de la Croix, ebenda S. 87).
Der Senat vermag auch nicht daran festzuhalten, daß der Begriff "gelegen" in Art. 1 Abs. 1 (a) AHKG 63 bei bloßer Enteignung von Mitgliedsschaftsrechten deshalb auf die - mittelbare - Beteiligung an ausländischen Vermögenswerten der Gesellschaft zu begrenzen sei, weil nach dem Territorialprinzip ein Staat, nach dessen Rechtsordnung bestimmte Vermögenswerte innerhalb seiner Grenzen gelegen sind, die Enteignung solcher Vierte durch einen fremden Staat grundsätzlich nicht anerkennt (BGH WM 1963, 81, 84 zu IV 3).
- BGH, 05.05.1960 - VII ZR 92/58
Spaltungstheorie bei Konfiskationen
Auszug aus BGH, 31.01.1972 - II ZR 22/71
Nur insoweit hat er eine auch für das Inland wirksame Enteignung angenommen, als die Besatzungsbehörden als damalige Träger hoheitlicher Gewalt in Deutschland das dortige Vermögen seinem Inhaber tatsächlich ("effektiv") entzogen hatten (BGHZ 25, 127, 130 ff [BGH 11.07.1957 - VII ZR 226/56]; 25, 134, 140 ff [BGH 11.07.1957 - II ZR 318/55]; 32, 256, 264 [BGH 05.05.1960 - VII ZR 92/58]/5; WM 1961, 347; 1963, 81, 84/5 m. Anm. Feaux de la Croix; teilweise anders noch NJW 1957, 217).Dagegen würde der Senat mit der beabsichtigten Entscheidung von der mit seiner früheren Auffassung übereinstimmenden Rechtsprechung des VII. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs abweichen, die in den Urteilen BGHZ 32, 256, 265 [BGH 05.05.1960 - VII ZR 92/58] und 33, 195 niedergelegt ist.
- BGH, 30.06.1966 - KZR 5/65
Preisbindung für Schallplatten
Auszug aus BGH, 31.01.1972 - II ZR 22/71
Wären diese Unterlagen zur Entstehungsgeschichte des AHKG 63 unbeschränkt verwertbar, so hätte der Senat schon aufgrund ihres Inhalts keinen Zweifel, daß seine bisherige Auffassung zu Art. 1 Abs. 1 (a) AHKG 63 mit dem Willen des Gesetzgebers nicht vereinbar und deshalb aufzugeben ist (vgl. zur Bedeutung der Entstehungsgeschichte für die Gesetzesauslegung BGHZ 46, 74, 79 ff) [BGH 30.06.1966 - K ZR 5/65].
- BGH, 11.07.1957 - II ZR 318/55
Tschechoslowakische Enteignungsmaßnahmen (Genossenschaften)
Auszug aus BGH, 31.01.1972 - II ZR 22/71
Nur insoweit hat er eine auch für das Inland wirksame Enteignung angenommen, als die Besatzungsbehörden als damalige Träger hoheitlicher Gewalt in Deutschland das dortige Vermögen seinem Inhaber tatsächlich ("effektiv") entzogen hatten (BGHZ 25, 127, 130 ff [BGH 11.07.1957 - VII ZR 226/56]; 25, 134, 140 ff [BGH 11.07.1957 - II ZR 318/55]; 32, 256, 264 [BGH 05.05.1960 - VII ZR 92/58]/5; WM 1961, 347; 1963, 81, 84/5 m. Anm. Feaux de la Croix; teilweise anders noch NJW 1957, 217). - BVerfG, 14.11.1962 - 1 BvR 987/58
Staatsbankrott
Auszug aus BGH, 31.01.1972 - II ZR 22/71
Denn es handelt sich hier nicht um die gesetzliche Bereinigung von Kriegsfolgen, die durch die besondere Vorschrift des Art. 134 Abs. 4 GG gedeckt wäre (vgl. BVerfGE 15, 126, 143 [BVerfG 14.11.1962 - 1 BvR 987/58]/4 und 23, 153, 166), sondern um Vermögensgegenstände, die nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bis 1962 von einer als Kriegsfolge zu betrachtenden Konfiskation noch nicht erfaßt waren und den Inhabern erstmals dadurch weggenommen worden wären, daß der Bundesgesetzgeber den Finanzvertrag wirksam werden ließ. - BGH, 11.07.1957 - VII ZR 226/56
Enteignung und Überleitungsvertrag
Auszug aus BGH, 31.01.1972 - II ZR 22/71
Nur insoweit hat er eine auch für das Inland wirksame Enteignung angenommen, als die Besatzungsbehörden als damalige Träger hoheitlicher Gewalt in Deutschland das dortige Vermögen seinem Inhaber tatsächlich ("effektiv") entzogen hatten (BGHZ 25, 127, 130 ff [BGH 11.07.1957 - VII ZR 226/56]; 25, 134, 140 ff [BGH 11.07.1957 - II ZR 318/55]; 32, 256, 264 [BGH 05.05.1960 - VII ZR 92/58]/5; WM 1961, 347; 1963, 81, 84/5 m. Anm. Feaux de la Croix; teilweise anders noch NJW 1957, 217). - BGH, 05.10.1951 - I ZR 74/50
Patentvergleich und Dekartellisierung
Auszug aus BGH, 31.01.1972 - II ZR 22/71
Dabei geht und aus, daß von alliierten Stellen erlassene, aber für Deutschland bestimmte Gesetze wie das AHKG 63 im allgemeinen nach deutschen Rechtsgrundsätzen auszulegen sind (BGH LM KRG 2 Nr. 1), mögen dabei auch Besonderheiten der Gesetzessprache und -technik nicht außer Betracht bleiben können (vgl. BGHZ 3, 193, 198 [BGH 05.10.1951 - I ZR 74/50]; Feaux de la Croix, NJW 1961, 1950, 1951;… Mann, Zum Privatrecht der deutschen Reparationsleistung, 1962, S. 2/3). - BGH, 02.12.1965 - II ZR 81/62
Möglichkeit einer Konfiskation im In- und Ausland; Territorial beschränkte …
Auszug aus BGH, 31.01.1972 - II ZR 22/71
Ausgehend von seiner bisherigen Rechtsprechung zu Art. 1 Abs. 1 (a) AHKG 63, hat der Senat die Sache durch Beschluß vom 2. Dezember 1965 (WM 1966, 111) dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung darüber vorgelegt, "ob Art. 10 Abs. 1 des deutsch-niederländischen Finanzvertrages ... mit Art. 14 Abs. 3 GG vereinbar ist". - BGH, 21.10.1971 - II ZR 90/68
Wirksamkeit der Fusion einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung und einer …
Auszug aus BGH, 31.01.1972 - II ZR 22/71
Das führt dazu, daß sich das Vermögen der Gesellschaft und diese selbst infolge der örtlich begrenzten Wirkung der Anteilsenteignung spalten (so zuletzt für Enteignungsmaßnahmen in der ehem. sowjetischen Besatzungszone: Urt. d. Sen. v. 21.10.1971 - WM 1971, 1502 - m.w.N.). - BGH, 13.12.1956 - II ZR 86/54
Rechtsmittel
Auszug aus BGH, 31.01.1972 - II ZR 22/71
Nur insoweit hat er eine auch für das Inland wirksame Enteignung angenommen, als die Besatzungsbehörden als damalige Träger hoheitlicher Gewalt in Deutschland das dortige Vermögen seinem Inhaber tatsächlich ("effektiv") entzogen hatten (BGHZ 25, 127, 130 ff [BGH 11.07.1957 - VII ZR 226/56]; 25, 134, 140 ff [BGH 11.07.1957 - II ZR 318/55]; 32, 256, 264 [BGH 05.05.1960 - VII ZR 92/58]/5; WM 1961, 347; 1963, 81, 84/5 m. Anm. Feaux de la Croix; teilweise anders noch NJW 1957, 217). - BGH, 23.01.1961 - II ZR 204/59
Ausgestaltung der zivilprozessualen Diffenrenzierung zwischen …
- BGH, 21.05.1974 - GSZ 2/72
Unwirksame Auslandskonfiskation
Der II. Zivilsenat (II ZR 22/71) möchte der Revision stattgeben, die Feststellungsklage der "Spalt-IAK" und der GVG als unzulässig abweisen und die mit der Widerklage begehrte Feststellung treffen.
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