Rechtsprechung
| BVerwG, 07.08.1996 - 1 D 61.95 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Öffnen eines Fangbriefes und Entwendung des Briefinhalts durch einen Postzustellbeamten - Eigentumsdelikt eines Beamten als Dienstvergehen - Bindung an die tatsächlichen Feststellungen des Strafgerichts im Disziplinarverfahren - Milderungsgrund der Geringwertigkeit im ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- BDiszG, 06.06.1995 - VII VL 6/95
- BVerwG, 07.08.1996 - 1 D 61.95
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (8)
- BVerwG, 13.03.1996 - 1 D 24.95
Postbeamter des einfachen Dienstes - Unterdrückung von Postsendungen - Öffnen von …
Auszug aus BVerwG, 07.08.1996 - 1 D 61.95
Ein Beamter, der ihm amtlich anvertraute oder dienstlich zugängliche Briefsendungen - dazu gehören auch sog. Prüf- bzw. Fangbriefe (Urteil vom 30. April 1981 - BVerwG 1 D 23.80 - ; Urteil vom 13. März 1996 - BVerwG 1 D 24.95 -) - öffnet und daraus Geld entwendet, zerstört regelmäßig das dem Beamtenverhältnis zugrundeliegende Vertrauensverhältnis so nachhaltig, daß er nicht im Dienst belassen werden kann.Wer sich als Beamter über diese Pflicht zur Vertrauenswürdigkeit aus materiell-eigennützigen Gründen hinwegsetzt, beweist im Kernbereich seiner Pflichten ein so hohes Maß an Pflichtvergessenheit und Vertrauenswürdigkeit, daß er grundsätzlich mit der einseitigen Auflösung des Dienstverhältnisses rechnen muß (stRspr, z.B. Urteil vom 13. März 1996 - BVerwG 1 D 24.95 -).
Der Senat nimmt den geringen Wert zur Zeit mit 50 DM an, ohne damit allerdings eine starre Grenze festzusetzen, wie es auch den Grundsätzen zu § 248 a StGB entspricht (Urteil vom 24. November 1992 - BVerwG 1 D 66.91 - <BVerwGE 93, 314 = BVerwG DokBer B 1993, 119 = NJW 1994, 210 = JÖD 1993, 115>; Urteil vom 13. März 1996, a.a.O.).
- BVerwG, 24.11.1992 - 1 D 66.91
Paketzusteller der Deutschen Bundespost; Unterschlagung von Nach- und …
Auszug aus BVerwG, 07.08.1996 - 1 D 61.95
Der Senat nimmt den geringen Wert zur Zeit mit 50 DM an, ohne damit allerdings eine starre Grenze festzusetzen, wie es auch den Grundsätzen zu § 248 a StGB entspricht (Urteil vom 24. November 1992 - BVerwG 1 D 66.91 - <BVerwGE 93, 314 = BVerwG DokBer B 1993, 119 = NJW 1994, 210 = JÖD 1993, 115>;… Urteil vom 13. März 1996, a.a.O.).Der Milderungsgrund scheidet deshalb aus, wenn - wie hier - der Beamte zur Erlangung eines geringen Geldbetrages eine anvertraute Briefsendung öffnet und sich damit nicht nur über das Interesse der Allgemeinheit an der Zuverlässigkeit des Postverkehrs, sondern auch über die Sicherung der Vertraulichkeit des Inhalts von Postsendungen hinwegsetzt (Urteil vom 24. November 1992, a.a.O.).
- BVerwG, 15.03.1994 - 1 D 19.93
Dienstgradherabsetzung als Disziplinarmaßnahme
Auszug aus BVerwG, 07.08.1996 - 1 D 61.95
Für ein von außen auf die Willensbildung der Beamtin einwirkendes Ereignis (vgl. Urteil vom 15. März 1994 - BVerwG 1 D 19.93 - ) sind keine Anhaltspunkte ersichtlich.
- BVerwG, 19.01.1993 - 1 D 68.91
Entfernung eines Beamten aus dem Dienst auf Grund eines Dienstvergehens - …
Auszug aus BVerwG, 07.08.1996 - 1 D 61.95
Die bloße Möglichkeit, daß das Geschehen auch anders gewesen sein könnte, reicht zu einem Lösungsbeschluß nicht aus (z.B. Urteil vom 19. Januar 1993 - BVerwG 1 D 68.91 - m.w.N.). - BVerwG, 05.10.1994 - 1 D 23.94
Entfernung aus dem Dienst
Auszug aus BVerwG, 07.08.1996 - 1 D 61.95
Wie der Senat wiederholt entschieden hat, können bei Zugriffsdelikten wie im vorliegenden Fall dienstlich gute Leistungen und eine lange beanstandungsfreie Beschäftigungsdauer bei der Post nicht dazu führen, von der Höchstmaßnahme abzusehen (vgl. z.B. Urteil vom 20. September 1995 - BVerwG 1 D 6.95 - m.w.N.; Urteil vom 5. Oktober 1995 - BVerwG 1 D 23.94 -). - BVerwG, 18.01.1995 - 1 D 6.94
Auszug aus BVerwG, 07.08.1996 - 1 D 61.95
Dies gilt jedenfalls dann, wenn das Postgeheimnis mit dem Ziel verletzt wird, Zugang zu aneignungsfähigem Inhalt von Postsendungen zu gewinnen, wie es hier der Fall ist (stRspr, z.B. Urteil vom 18. Januar 1995 - BVerwG 1 D 6.94 -). - BVerwG, 20.09.1995 - 1 D 6.95
Zerstörung des beamtlichen Vertrauensverhältnisses durch Vergreifen an amtlich …
Auszug aus BVerwG, 07.08.1996 - 1 D 61.95
Wie der Senat wiederholt entschieden hat, können bei Zugriffsdelikten wie im vorliegenden Fall dienstlich gute Leistungen und eine lange beanstandungsfreie Beschäftigungsdauer bei der Post nicht dazu führen, von der Höchstmaßnahme abzusehen (vgl. z.B. Urteil vom 20. September 1995 - BVerwG 1 D 6.95 - m.w.N.; Urteil vom 5. Oktober 1995 - BVerwG 1 D 23.94 -). - BVerwG, 30.04.1981 - 1 D 23.80
Auszug aus BVerwG, 07.08.1996 - 1 D 61.95
Ein Beamter, der ihm amtlich anvertraute oder dienstlich zugängliche Briefsendungen - dazu gehören auch sog. Prüf- bzw. Fangbriefe (Urteil vom 30. April 1981 - BVerwG 1 D 23.80 - ; Urteil vom 13. März 1996 - BVerwG 1 D 24.95 -) - öffnet und daraus Geld entwendet, zerstört regelmäßig das dem Beamtenverhältnis zugrundeliegende Vertrauensverhältnis so nachhaltig, daß er nicht im Dienst belassen werden kann.
- OVG Nordrhein-Westfalen, 12.03.2012 - 3d A 906/10
Entfernung eines Postbeamten aus dem Beamtenverhältnis aufgrund wiederholter …
- BVerwG, 05.11.1996 - 1 D 18.96
Postbeamter des mittleren Dienstes wie Betriebsleiter und Kassenführer - …
Die bloße Möglichkeit, daß das Geschehen auch anders gewesen sein könnte, reicht für einen Lösungsbeschluß nicht aus (stRspr, vgl. Urteil vom 7. August 1996 - BVerwG 1 D 61.95 - m.w.N.). - BVerwG, 12.08.1997 - 1 D 78.96
Mehrfacher Diebstahl als Dienstvergehen im Postbetrieb - Entfernung aus dem …
Dies gilt jedenfalls dann, wenn das Postgeheimnis mit dem Ziel verletzt wird, Zugang zu aneignungsfähigem Inhalt von Postsendungen zu gewinnen, wie es hier der Fall ist (stRspr, z.B. Urteil vom 7. August 1996 - BVerwG 1 D 61.95 - m.w.N.). - VG Münster, 10.10.2014 - 20 K 18/14 Rn. 39 Vgl. etwa BVerwG, Urteile vom 13. März 1996 - 1 D 24.95 -, und vom 7. August 1996 - 1 D 61.95 -, juris.
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