Rechtsprechung
| OLG Brandenburg, 12.05.1998 - 10 U 35/97 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz und Volltext)
Anspruch auf Übereignung eines Grundstücks; Gemeinschaftliches Testament ; Wechselseitige letztwillige Verfügungen von Ehegatten; Einsetzung als Schlusserbe ; Erbeinsetzung der Erblasserin selbst durch Ehemann
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Potsdam, 25.07.1997 - 1 O 56/96
- OLG Brandenburg, 12.05.1998 - 10 U 35/97
Papierfundstellen
- FamRZ 1999, 1541
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (14)
- BGH, 26.11.1975 - IV ZR 138/74
Zuwendung auf den Todesfall
Auszug aus OLG Brandenburg, 12.05.1998 - 10 U 35/97
Diese Vorschrift, die nach ihrer systematischen Stellung und nach ihrem Wortlaut allein für den Erbvertrag gilt, ist zwar auf die nach dem ersten Erbfall unwiderruflich gewordenen wechselbezüglichen Verfügungen in gemeinschaftlichen Testamenten entsprechend anzuwenden (BGHZ 59, 343, 348 [BGH 05.07.1972 - IV ZR 125/70]; 66, 8, 15 [BGH 26.11.1975 - IV ZR 138/74]; 82, 274, 276 f. [BGH 23.09.1981 - IVa ZR 185/80];… MünchKomm/Musielak, BGB, 3. Aufl., § 2269, Rz. 34).Es kann deshalb insbesondere dahinstehen, ob sich bei einer Interessenabwägung nach objektiven Kriterien ergeben würde, daß die Erblasserin an der Schenkung ein lebzeitiges Eigeninteresse hatte (vgl. hierzu BGHZ 66, 8, 16 [BGH 26.11.1975 - IV ZR 138/74]; 77, 264, 266 [BGH 12.06.1980 - IVa ZR 5/80]; 83, 44, 45 [BGH 27.01.1982 - IVa ZR 240/80];… Palandt/Edenhofer, a.a.O., § 2287, Rz. 6).
- BGH, 05.07.1972 - IV ZR 125/70
Vermögensübertragungsvertrag nach Erbvertrag - § 2287 BGB, …
Auszug aus OLG Brandenburg, 12.05.1998 - 10 U 35/97
Diese Vorschrift, die nach ihrer systematischen Stellung und nach ihrem Wortlaut allein für den Erbvertrag gilt, ist zwar auf die nach dem ersten Erbfall unwiderruflich gewordenen wechselbezüglichen Verfügungen in gemeinschaftlichen Testamenten entsprechend anzuwenden (BGHZ 59, 343, 348 [BGH 05.07.1972 - IV ZR 125/70]; 66, 8, 15 [BGH 26.11.1975 - IV ZR 138/74]; 82, 274, 276 f. [BGH 23.09.1981 - IVa ZR 185/80];… MünchKomm/Musielak, BGB, 3. Aufl., § 2269, Rz. 34).Vielmehr bedarf es besonderer Umstände, um die sog. "Ausfüllungsnichtigkeit" annehmen zu können (BGHZ 59, 343, 351) [BGH 05.07.1972 - IV ZR 125/70].
- BayObLG, 29.08.1985 - BReg. 1 Z 47/85
Auslegung eines Testamentes; Abänderung eines Testaments; Wechselbezüglichkeit …
Auszug aus OLG Brandenburg, 12.05.1998 - 10 U 35/97
Dies bedeutet, daß jeder Ehegatte seine Verfügungen gerade deshalb getroffen hat, weil auch der andere Ehegatte eine bestimmte Verfügung getroffen hat und jede Verfügung nach dem Willen der gemeinschaftlich Testierenden mit der anderen stehen oder fallen soll (BayObLG, FamRZ 1986, 392, 393;… Palandt/Edenhofer, BGB, 57. Aufl., § 2270, Rz. 1).Aufgrund des Vorbringens des insoweit darlegungs- und beweispflichtigen Klägers (…vgl. KG, a.a.O., S. 404 f.; BayObLG FamRZ 1985, 1287, 1289; FamRZ 1986, 392, 395) lassen sich keine so engen persönlichen Beziehungen des F. S. zum Schlußerben feststellen, daß von dieser Lebenserfahrung abzuweichen wäre (…vgl. KG, a.a.O.).
- BGH, 23.09.1981 - IVa ZR 185/80
Lebzeitige Verfügungen des durch gemeinschaftliches Testament gebundenen …
Auszug aus OLG Brandenburg, 12.05.1998 - 10 U 35/97
Diese Vorschrift, die nach ihrer systematischen Stellung und nach ihrem Wortlaut allein für den Erbvertrag gilt, ist zwar auf die nach dem ersten Erbfall unwiderruflich gewordenen wechselbezüglichen Verfügungen in gemeinschaftlichen Testamenten entsprechend anzuwenden (BGHZ 59, 343, 348 [BGH 05.07.1972 - IV ZR 125/70]; 66, 8, 15 [BGH 26.11.1975 - IV ZR 138/74]; 82, 274, 276 f. [BGH 23.09.1981 - IVa ZR 185/80];… MünchKomm/Musielak, BGB, 3. Aufl., § 2269, Rz. 34). - BGH, 08.12.1982 - IVa ZR 94/81
Testamentsauslegung bei Hoferbenbestimmung.
Auszug aus OLG Brandenburg, 12.05.1998 - 10 U 35/97
Gelingt es trotz Auswertung der Umstände nicht, sich von dem tatsächlich vorhandenen wirklichen Willen zu überzeugen, muß das Gericht sich notfalls damit begnügen, den Sinn zu ermitteln, der dem mutmaßlichen Erblasserwillen am ehesten entspricht (BGHZ 86, 41, 45 f. [BGH 08.12.1982 - IVa ZR 94/81];… Palandt/Edenhofer, a.a.O., § 2084, Rz. 1). - BGH, 07.10.1992 - IV ZR 160/91
Auslegung eines gemeinschaftlichen Testaments
Auszug aus OLG Brandenburg, 12.05.1998 - 10 U 35/97
Es ist also der Gesamtinhalt der Erklärung zu würdigen und der Wortsinn der gebrauchten Ausdrücke unter Heranziehung aller Umstände zu hinterfragen (BGHZ 94, 36, 38 [BGH 27.02.1985 - IVa ZR 136/83]; BGH NJW 1993, 256 f. [BGH 07.10.1992 - IV ZR 160/91]). - BGH, 09.04.1981 - IVa ZB 6/80
Zum Begriff "gesetzliche Erbfolge" in einem Testament
Auszug aus OLG Brandenburg, 12.05.1998 - 10 U 35/97
Dazu gehört das gesamte Verhalten des Erblassers, seine Äußerungen und Handlungen (BGHZ 80, 246, 249) [BGH 09.04.1981 - IVa ZB 6/80], auch der Inhalt früherer oder widerrufener oder nichtiger Verfügungen (BGH, JR 1981, 23 f.). - BGH, 12.06.1980 - IVa ZR 5/80
Beauftragung des Berichterstatters mit der Durchführung einer Beweisaufnahme
Auszug aus OLG Brandenburg, 12.05.1998 - 10 U 35/97
Es kann deshalb insbesondere dahinstehen, ob sich bei einer Interessenabwägung nach objektiven Kriterien ergeben würde, daß die Erblasserin an der Schenkung ein lebzeitiges Eigeninteresse hatte (vgl. hierzu BGHZ 66, 8, 16 [BGH 26.11.1975 - IV ZR 138/74]; 77, 264, 266 [BGH 12.06.1980 - IVa ZR 5/80]; 83, 44, 45 [BGH 27.01.1982 - IVa ZR 240/80];… Palandt/Edenhofer, a.a.O., § 2287, Rz. 6). - BGH, 28.01.1987 - IVa ZR 191/85
Teilungsanordnung - Vorausvermächtnis - Begünstigung eins Miterben
Auszug aus OLG Brandenburg, 12.05.1998 - 10 U 35/97
Bei der Erforschung des wirklichen Willens des Erblassers zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung geht es nicht um die Ermittlung eines von der Erklärung losgelösten Willens, sondern um die Klärung der Frage, was der Erblasser mit seinen Worten sagen wollte (BGH, FamRZ 1987, 475, 476). - BGH, 27.02.1985 - IVa ZR 136/83
Umfang des Formzwangs bei Pflichtteilsentziehung
Auszug aus OLG Brandenburg, 12.05.1998 - 10 U 35/97
Es ist also der Gesamtinhalt der Erklärung zu würdigen und der Wortsinn der gebrauchten Ausdrücke unter Heranziehung aller Umstände zu hinterfragen (BGHZ 94, 36, 38 [BGH 27.02.1985 - IVa ZR 136/83]; BGH NJW 1993, 256 f. [BGH 07.10.1992 - IV ZR 160/91]). - BGH, 27.01.1982 - IVa ZR 240/80
Schutz des Vertragserben
- KG, 16.02.1993 - 1 W 6261/91
Auslegung eines Testaments
- OLG Hamm, 07.11.1994 - 15 W 288/94
Änderungsvorbehalt des überlebenden Ehegatten hinsichtlich der …
- OLG Saarbrücken, 21.06.1990 - 5 W 95/90
Rechtmäßigkeit eines Testaments, das nach der Vornahme einer wechselbezüglichen …
- BGH, 26.10.2011 - IV ZR 72/11
Schenkung zum Nachteil des Vertragserben: Lebzeitiges Eigeninteresse des …
Zwar kann der Umstand, dass ein Ehegatte über ein wesentlich größeres Vermögen verfügt als der andere, bei der Auslegung dazu führen, dass die Schlusserbeneinsetzung durch den vermögenden Ehegatten nicht wechselbezüglich zu der Erbeinsetzung durch den vorverstorbenen vermögenslosen Ehegatten ist, weil der vermögende Ehegatte an der eigenen Erbeinsetzung durch seinen vermögenslosen Ehegatten häufig kein Interesse hat, sondern seine Freiheit behalten will, wen er als Schlusserben einsetzt (RGZ 116, 148, 150; OLG Celle FamRZ 2003, 887, 888; OLG Brandenburg FamRZ 1999, 1541, 1543; BayObLG ZEV 1994, 362, 364; FamRZ 1984, 1154, 1155; OLG Hamm ZEV 1995, 146, 147; OLG Saarbrücken FamRZ 1990, 1285, 1286). - OLG Hamm, 10.12.2009 - 15 Wx 344/08
Anforderungen an die Wechselbezüglichkeit der Verfügungen von Ehegatten von Todes …
Nach der allgemeinen Lebenserfahrung soll nämlich in einem solchen Fall der Überlebende in der Regel das Recht behalten, die Schlusserbeinsetzung seiner eigenen Verwandten zu ändern, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Verschlechterung seiner Beziehungen zu den Bedachten (BayObLG FamRZ 1985, 1287, 1289; KG OLGZ 1993, 398, 401; OLG Brandenburg FamRZ 1999, 1541, 1543; OLG Koblenz FamRZ 2007, 1917, 1918;… Palandt/Edenhofer, BGB, 68. Aufl., § 2270, Rz. 6;… Erman/Schmidt, BGB, 12. Aufl., § 2270, Rz. 2;… Litzenburger in Bamberger/Roth, BGB, 2. Aufl., § 2270, Rz. 12).Es entspricht allgemeiner Ansicht, dass an den Begriff des "Nahestehens" im Sinne des § 2270 Abs. 2 BGB strenge Anforderungen zu stellen sind, um die gesetzliche Vermutung nicht zur gesetzlichen Regel werden zu lassen (Senat FamRZ 2001, 1647, 1649; BayObLGZ 1982, 474, 478; BayObLG FamRZ 1991, 1232, 1234; KG OLGZ 1993, 398, 403; OLG Brandenburg FamRZ 1999, 1541, 1543; OLG Koblenz FamRZ 2007, 1917, 1918;… Palandt/ Edenhofer, BGB, 68. Aufl., § 2270, Rz. 9;… Litzenburger in Bamberger/Roth, BGB, 2. Aufl., § 2270, Rz. 21;… Soergel/Wolf, BGB, 13. Aufl., § 2270, Rz. 7;… Staudinger/Kanzleiter, BGB, Neubearbeitung 2006, § 2270, Rz. 31;… Musielak in Münchener Kommentar zum BGB, 4. Aufl., § 2270, Rz. 13;… Erman/Schmidt, BGB, 12. Aufl., § 2270, Rz. 5).
- OLG Frankfurt, 07.05.2015 - 20 W 196/14
Wechselbezüglichkeit von Schlusserbeneinsetzung in gemeinschaftlichem Testament
Zwar ist insoweit in Rechtsprechung und Literatur anerkannt, dass auch die Vermögensverhältnisse von Eheleuten gegen eine Wechselbezüglichkeit sprechen können bzw. besonderen Anlass zur Prüfung der Wechselbezüglichkeit geben können, wenn der eine Ehegatten vermögend ist, während der andere kein oder im Verhältnis zu ihm nur ein geringes Vermögen hat, weil der vermögende Ehegatte an der eigenen Erbeinsetzung durch den vorverstorbenen vermögenlosen Ehegatten häufig kein Interesse haben könne; derartige unterschiedliche Vermögensverhältnisse alleine seien aber kein hinreichendes Indiz, das dazu führen müsste, eine Wechselbezüglichkeit zu verneinen (vgl. u.a. BGH, Beschluss vom 26.10.2011, Az. IV ZR 72/11, zitiert nach juris; BayObLG, Beschluss vom 25.07.1984, Az. BReg 1Z 44/84, OLG Köln, Beschluss vom 30.04.1993, Az. 2 Wx 58/92, NJW 7RR 1995, 397 f; OLG Hamm, Beschluss vom 07.11.1993, Az. 15 W 288/95, FamRZ 1995, 1022 ff; OLG Brandenburg, Urteil vom 12.05.1998, Az. 10 U 35/97, zitiert nach juris; OLG Hamm, Urteil vom 04.12.2003, Az. 10 U 36/03, zitiert nach juris;… Kanzleiter, a.a.O., Rn. 29, Lange, Erbrecht, 2011, Rn. 125).
- OLG Rostock, 25.08.2020 - 3 W 94/19
Auslegung einer Abänderungsklausel in einem Ehegattentestament; Vereinbarung …
Rn. 20 Wechselbezüglich sind nach § 2270 Abs. 1 BGB dabei diejenigen in einem gemeinschaftlichen Ehegattentestament getroffenen Verfügungen, von denen anzunehmen ist, dass die Verfügung des einen nicht ohne die Verfügung des anderen getroffen sein würde, also jeder Ehegatte seine Verfügungen gerade deshalb getroffen hat, weil auch der andere Ehegatte eine bestimmte Verfügung getroffen hat und jede Verfügung nach dem Willen der gemeinschaftlich Testierenden mit der anderen stehen oder fallen soll (vgl. hierzu, OLG Brandenburg, Urteil v. 12.05.1999 - 10 U 35/97 -, zit. n. juris, Rn. 59 m.w.N.;… OLG Hamm, a.a.O.). - OLG Naumburg, 04.10.2006 - 10 Wx 4/06
Zur Formwirksamkeit eines nach ZGB DDR errichteten gemeinschaftlichen …
Dies bedeutet, dass jeder Ehegatte seine Verfügung gerade deshalb getroffen hat, weil auch der andere Ehegatte in bestimmter Weise verfügt hat und jede Verfügung nach dem Willen der gemeinsam Testierenden mit der anderen stehen oder fallen soll (vgl. OLG Brandenburg FamRZ 1999, 1541, 1542; OLG Frankfurt FamRZ 1997, 1572, 1573; KG OLGZ 1993, 398, 400; BayObLG FamRZ 1984, 1154, 1155; BayObLG … - OLG Celle, 31.10.2002 - 6 W 122/02
Ehegattentestament; Vor- und Nacherbschaft; Auslegung des Berliner Testaments; …
So können erhebliche Unterschiede in den Vermögensverhältnissen der Ehegatten ein Indiz für fehlende Wechselbezüglichkeit darstellen (vgl. OLG Brandenburg, FamRZ 1999, 1541, 1543; BayOblG, FamRZ 1995, 251, 253; 1984, 1154, 1155).
Bitte loggen Sie sich ein, um diese Funktion zu nutzen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich in weniger als einer Minute eines kostenlos anlegen "Registrieren".