Rechtsprechung
| OVG Niedersachsen, 02.12.1999 - 12 M 4307/99 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- archive.org
Fahrerlaubnisentziehung wegen Geschwindigkeitsüberschreitung - Charakterliche Eignung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- verkehrslexikon.de (Leitsatz und Auszüge)
Anordnung einer MPU als Ermessensentscheidung
- verkehrslexikon.de (Leitsatz)
Die MPU-Anordnung zur Überprüfung der charakterlichen Eignung als Ermessensentscheidung (ohne Alkohol und Drogen)
Verfahrensgang
- VG Hannover, 15.10.1999 - 5 B 4407/99
- OVG Niedersachsen, 02.12.1999 - 12 M 4307/99
Papierfundstellen
- NJW 2000, 685
- NVwZ 2000, 342 (Ls.)
- DÖV 2000, 432
Wird zitiert von ... (24) Zitiert selbst (5)
- OVG Niedersachsen, 02.12.1999 - 12 M 4601/99
Siehe 12 M 4307/99
Auszug aus OVG Niedersachsen, 02.12.1999 - 12 M 4307/99
Auf den Antrag des Antragstellers ist die Beschwerde gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts vom 15. Oktober 1999 nach § 146 Abs. 4 i. V. m. § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zuzulassen (12 M 4307/99), weil ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Beschlusses bestehen und diese von dem Antragsteller gemäß § 146 Abs. 5 Satz 3 VwGO mit der fristgerecht eingereichten Antragsschrift vom 4. November 1999 auch dargelegt worden sind; des weiteren ist auf die Beschwerde des Antragstellers seinem Antrag auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes (Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung seines unter dem 21. September 1999 gegen die Fahrerlaubnisentziehungsverfügung des Antragsgegners vom 13. September 1999 erhobenen Widerspruchs) unter Änderung des angefochtenen Beschlusses des Verwaltungsgerichts stattzugeben (12 M 4601/99).Der Antragsteller hat die Gründe, die die Zulassung der Beschwerde, die das Aktenzeichen 12 M 4601/99 erhält, nach § 146 Abs. 4 i. V. m. § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO rechtfertigen, hinreichend dargelegt; es bedarf daher keiner weiteren Prüfung, ob der vom Antragsteller möglicherweise - die Antragsschrift benennt allerdings als Zulassungsgrund nur die Vorschrift des § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO und bezieht sich im Rahmen der Erörterung der ernstlichen Zweifel lediglich darauf, das Verwaltungsgericht habe bei der Frage der Richtigkeit des Messergebnisses das Gebot verletzt, rechtliches Gehör zu gewähren - auch geltend gemachte Zulassungsgrund nach § 124 Abs. 2 Nr. 5 VwGO vorliegt.
- OVG Niedersachsen, 18.01.1999 - 12 L 5431/98
Ernstliche Zweifel; Berufung; Erfolgswahrscheinlichkeit; Richtigkeit eines …
Auszug aus OVG Niedersachsen, 02.12.1999 - 12 M 4307/99
Ernstliche Zweifel i. S. des § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO liegen dann vor, wenn der Erfolg des Rechtsmittels (mindestens) ebenso wahrscheinlich ist wie der Misserfolg (vgl. Senat, Beschl. v. 18.1.1999 - 12 L 5431/98 -, NdsVBl. 1999, 93;… Schoch, in: Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, Stand: März 1999, RdNrn. 395 g, h zu § 80;… Kopp/Schenke, VwGO, aaO, RdNr. 7 zu § 124;… Happ, in: Eyermann, VwGO, 10. Aufl. 1998, RdNr. 20 zu § 124). - VGH Baden-Württemberg, 12.05.1997 - A 12 S 580/97
Zulassung der Beschwerde: Darlegungserfordernis hinsichtlich der Zulassungsgründe …
Auszug aus OVG Niedersachsen, 02.12.1999 - 12 M 4307/99
Die Annahme, der Erfolg des Rechtsmittels müsse wahrscheinlicher sein als der Misserfolg (VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 12.5.1997 - A 12 S 580/97 -, DVBl. 1997, 1327; HessVGH, Beschl. v. 4.4.1997 - 12 TZ 1079/97 -, NVwZ 1998, 195; Nds. OVG, Beschl. v. 31.7.1998 - 1 L 1696 - , Nds. Rpfl. - VGH Hessen, 04.04.1997 - 12 TZ 1079/97
Rechtsmittelzulassung: zur Darlegung des Zulassungsgrundes - zu ernstlichen …
Auszug aus OVG Niedersachsen, 02.12.1999 - 12 M 4307/99
Die Annahme, der Erfolg des Rechtsmittels müsse wahrscheinlicher sein als der Misserfolg (VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 12.5.1997 - A 12 S 580/97 -, DVBl. 1997, 1327; HessVGH, Beschl. v. 4.4.1997 - 12 TZ 1079/97 -, NVwZ 1998, 195; Nds. OVG, Beschl. v. 31.7.1998 - 1 L 1696 - , Nds. Rpfl. - OVG Niedersachsen, 16.09.1997 - 12 L 3580/97
Darlegungserfordernis bei Zulassung der Berufung; Berufungszulassung; …
Auszug aus OVG Niedersachsen, 02.12.1999 - 12 M 4307/99
An die Darlegung sind nicht geringe Anforderungen zu stellen (vgl. Senat, Beschl. v. 16.9.1997 - 12 L 3580/97 -, NdsVBl. 1997, 282 und st. Rspr.; Bader, DÖV 1997, 442; Seibert, DVBl. 1997, 932;… Kopp/Schenke, VwGO, 11. Aufl. 1998, RdNr. 7 zu § 124a).
- VG Düsseldorf, 01.09.2022 - 6 K 4721/21
Stadt Düsseldorf darf "Auto-Posen" nach derzeit geltendem Recht nicht verbieten
Rn. 45 Vgl. allgemein auch OVG Lüneburg, Beschluss vom 2. Dezember 1999 - 12 M 4307/99, NJW 2000, 685. - VG Berlin, 28.10.2022 - 4 K 456.21
Fahrerlaubnis kann bei Vielzahl von Parkverstößen entzogen werden
Davon ist jedoch dann eine Ausnahme zu machen, wenn der Inhaber der Fahrerlaubnis die Rechtsordnung über den ruhenden Verkehr nicht anerkennt; so ist ein Kraftfahrer, der offensichtlich nicht willens ist, auch bloße Ordnungsvorschriften, die im Interesse eines geordneten, leichten und ungefährdeten Verkehrs geschaffen sind, einzuhalten, und der solche Vorschriften hartnäckig missachtet, wenn dies seinen persönlichen Interessen entspricht, zum Führen von Kraftfahrzeugen nicht geeignet (OVG Berlin-Brandenburg…, Beschluss vom 13. März 2007 - OVG 5 S 26.07 - juris, Rn. 3; OVG Lüneburg, Beschluss vom 2. Dezember 1999 - 12 M 4307/99 - juris, Rn. 10). - BSG, 23.03.2015 - B 9 V 48/14 B
Nichtzulassungsbeschwerde - soziales Entschädigungsrecht - …
Im (insbesondere familien)rechtlichen Kontext, vgl § 1666 BGB, werden darunter körperliche ebenso wie seelische Einwirkungen verstanden, beide jeweils sowohl durch aktives Tun und vor allem durch pflichtwidriges Unterlassen in Form des Vorenthaltens eines Mindestmaßes an elterlicher Fürsorge und Zuwendung (vgl Heinz, ZfS 2004, 65 ff; ders ZfS 2000, 129 ff; vgl zur Frage eines Angriffs durch unechtes Unterlassen allgemein Rademacker in: Knickrehm, Gesamtes Soziales Entschädigungsrecht, 2012, § 1 OEG RdNr 40 mwN).Dies gilt auch nach der zitierten Senatsrechtsprechung jedoch nicht bei rein seelischen Misshandlungen (vgl Heinz, ZfS 2000, 129, 133 f).
- OVG Niedersachsen, 21.11.2006 - 12 ME 354/06
Voraussetzungen für einen Antrag auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes ; …
Hierzu hat der Senat in seinem von den Beteiligten zitierten Beschluss vom 3. Dezember 1999 (- 12 M 4307/99 -, DAR 2000, 133) wie folgt ausgeführt:. - VG Düsseldorf, 28.02.2013 - 6 L 297/13
Zum Entzug der Fahrerlaubnis außerhalb des Punktesystems
Rn. 45 Vgl. Nds. OVG, Beschluss vom 2. Dezember 1999 - 12 M 4307/99 -, DAR 2000, 133, juris.Rn. 51 Vgl. Bay.VGH, Beschluss vom 7. Februar 2012 - 11 CS 11.2708 -, juris m.w.N.; Nds. OVG, Beschluss vom 2. Dezember 1999 - 12 M 4307/99 -, DAR 2000, 133, juris; OVG M.-V., Beschluss vom 7. November 2003 - 1 M 205/03 -, juris.
- OVG Rheinland-Pfalz, 27.05.2009 - 10 B 10387/09
Zum Verhältnis des Punktesystems zu anderen fahrerlaubnisrechtlichen Maßnahmen
Dass der Normgeber bei Geschwindigkeitsüberschreitungen über 50 km/h außerorts oder über 40 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften lediglich 4 Punkte vergibt und es dabei auch belässt, wenn die zulässige Höchstgeschwindigkeit noch um einen erheblich höheren Wert überschritten wird, beeinflusst auch die Gewichtung der Geschwindigkeitsüberschreitung im Fahrerlaubnisrecht in der Weise, dass allein an die Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung nicht bereits die Würdigung geknüpft werden kann, der Fahrerlaubnisinhaber sei deswegen in charakterlicher Hinsicht zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet oder habe zumindest an seiner Eignung gewichtige Zweifel begründet, wenn nicht weitere Umstände hinzutreten (vgl. OVG Lüneburg, Beschluss vom 2. Dezember 1999, NJW 2000, 685, 686). - VG München, 20.12.2006 - M 1 S 06.4357
Ungeeignetheit zum Führen von Kraftfahrzeugen
Die Sachlage unterscheidet sich hier deshalb von dem vom Antragsteller zitierten Fall, den das OVG Lüneburg (v. 2.12.1999, NJW 2000, 685 = DAR 2000, 133 m. Anm. Kramer) zu entscheiden hatte.Auch wenn einzelnen Verstößen nur geringes Gewicht beizumessen sein sollte, können sie in beson ders gelagerten Ausnahmefällen, wie z.B. bei gehäuftem Auftreten, die Entziehung der Fahrerlaubnis oder die Beibringung eines Eignungsgutachtens wegen Zweifel an der charakterlichen Eignung des Fahrerlaubnisinhabers rechtfertigen (OVG Lüneburg v. 2.12.1999, NJW 2000, 685 = DAR 2000, 133 m. Anm. Kramer).
- VGH Bayern, 07.02.2012 - 11 CS 11.2708
Entziehung der Fahrerlaubnis wegen Nichtbeibringung eines Fahreignungsgutachtens
Dabei können auch Verkehrsordnungswidrigkeiten, werden sie beharrlich und häufig begangen, (ausnahmsweise) in besonders krassen Fällen die Entziehung der Fahrerlaubnis wegen charakterlicher Mängel oder zumindest die Beibringung eines Fahreignungsgutachtens wegen (begründeter) Zweifel an der charakterlichen Eignung des Fahrerlaubnisinhabers rechtfertigen, weil bei dieser besonderen Fallgestaltung auf charakterliche Mängel, die sich in der beharrlichen Missachtung der Rechtsordnung (Verkehrsvorschriften) geäußert haben, geschlossen werden kann bzw. solche vermutet werden können (OVG Koblenz vom 3.12.1999 DAR 2000, 133).Wer - insbesondere nach vorangegangenem Fahrerlaubnisentzug - häufig und in engerem zeitlichen Zusammenhang Verkehrsverstöße von einigem Gewicht begeht und dadurch zeigt, dass er sich an die Verkehrsordnung nicht halten will, ist fahrungeeignet bzw. gibt Anlass für eine Eignungsüberprüfung (OVG Lüneburg vom 2.12.1999 DAR 2000, 133; OVG Greifswald vom 7.11.2003 Az. 1 M 205/03 - juris; OVG Koblenz vom 27.5.2009 DAR 2000, 133; VG München vom 6.3.2008 SVR 2008, 399).
- VG München, 22.12.2009 - M 1 S 09.5288
Aberkennung des Rechts von einer tschechischen EU-Fahrerlaubnis im Bundesgebiet …
Die Fahrerlaubnisbehörde ist bei Verlassen des Punktsystems daher gehalten, die Umstände des Einzelfalls sorgfältig zu würdigen (vgl. OVG Lüneburg vom 02.12.1999, NJW 2000, 685).Dabei können auch beharrlich und häufig begangene (Verkehrs-) Ordnungswidrigkeiten, selbst wenn diesen für sich genommen wie etwa Verstöße gegen Parkvorschriften nur geringes Gewicht beizumessen ist, (ausnahmsweise) in besonders krassen Fällen die Entziehung der Fahrerlaubnis wegen charakterlicher Mängel oder zumindest die Beibringung eines Eignungsgutachtens wegen (begründeter) Zweifel an der charakterlichen Eignung des Fahrerlaubnisinhabers rechtfertigen, weil bei dieser besonderen Fallgestaltung auf charakterliche Mängel, die sich in der beharrlichen Missachtung der Rechtsordnung (Verkehrsvorschriften) geäußert haben, geschlossen werden kann (vgl. OVG Lüneburg, Beschluss vom 02.12.1999 Az. 12 M 4307/99, NJW 2000, 685).
- VG Freiburg, 08.01.2019 - 5 K 6324/18
Fahrerlaubnismaßnahme bei erheblich über der höchsten im Bußgeldkatalog …
Die Kammer verkennt dabei nicht, dass in der Rechtsprechung daraus verschiedentlich der Schluss gezogen wird, die fehlende Differenzierung jenseits der Grenze einer Überschreitung um 70 km/h beeinflusse die Gewichtung von Geschwindigkeitsüberschreitungen im Fahrerlaubnisrecht in der Weise, dass allein an die Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung nicht bereits die Würdigung geknüpft werden kann, der Fahrerlaubnisinhaber sei deswegen in charakterlicher Hinsicht zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet, wenn nicht weitere Umstände hinzutreten (vgl. VG Neustadt…, Beschluss vom 21.03.2017 - 3 L 293/17.NW -, juris, Rn. 17; OVG Rheinl.-Pfalz…, Beschluss vom 27.05.2009 - 10 B 10387/09 -, juris, Rn. 10; NdsOVG, Beschluss vom 02.12.1999 - 12 M 4307/99 -, juris, Rn. 10). - OVG Mecklenburg-Vorpommern, 07.11.2003 - 1 M 205/03
Anordnung einer MPU als Ermessensentscheidung
- VG Neustadt, 21.03.2017 - 3 L 293/17
Keine Fahrerlaubnisentziehung nach drei Geschwindigkeitsübertretungen
- OVG Niedersachsen, 15.10.2008 - 12 ME 254/08
Entziehung der Fahrerlaubnis aufgrund des Nichtbeibringens eines geforderten …
- OVG Berlin-Brandenburg, 03.04.2007 - 5 S 16.07
Anforderungen an die Begründung der Anordnung der sofortigen Vollziehung; …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 02.08.2007 - 16 B 1071/07
Keine Entziehung der Fahrerlaubnis bei 18 und mehr Punkten ohne vorherige MPU, …
- OVG Berlin-Brandenburg, 14.03.2007 - 5 S 21.07
Entziehung der Fahrerlaubnis wegen wiederholter Verstöße gegen …
- OVG Berlin-Brandenburg, 13.03.2007 - 5 S 22.07
Entziehung der Fahrerlaubnis bei bußgeldpflichtigen Verkehrsverstößen
- AG Velbert, 08.01.2009 - 20 OWi 12/08
- OVG Berlin-Brandenburg, 13.03.2007 - 5 S 26.07
Fahrerlaubnisentziehung aufgrund von Verkehrsverstößen aus dem Bagatellbereich
- OVG Berlin-Brandenburg, 12.04.2007 - 5 S 24.07
Darlegungserfordernis im Beschwerdeverfahren; Entziehung der Fahrerlaubnis bei …
- OVG Berlin-Brandenburg, 19.04.2007 - 5 S 15.07
Entziehung der Fahrerlaubnis
- VG München, 14.07.2010 - M 6a S 10.2707
Entzug der Fahrerlaubnis wegen nicht vorgelegtem Gutachten
- OVG Niedersachsen, 02.12.1999 - 12 M 4601/99
Siehe 12 M 4307/99
- OLG Köln, 16.05.2001 - 13 U 207/00
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