Rechtsprechung
| KG, 06.09.2006 - 16 W 11/06 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- openjur.de
- Judicialis
ZPO § 120 Abs. 4 Satz 2
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
ZPO § 120 Abs. 4 Satz 2 § 124 Nr. 2
Aufhebung bewilligter PKH bei nicht fristgerechter Erklärung über eventuelle Änderungen der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse? - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Voraussetzungen für die Bewilligung von ratenfreier Prozesskostenhilfe für ein Zivilverfahren; Anforderungen an eine maßgebliche Änderung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Antragstellers seit Bewilligung der Prozesskostenhilfe ; Rechtmäßigkeit einer ...
Verfahrensgang
- LG Berlin, 20.06.2006 - 8 O 57/06
- KG, 06.09.2006 - 16 W 11/06
Papierfundstellen
- MDR 2007, 356
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (1)
- BAG, 18.11.2003 - 5 AZB 46/03
Aufhebung der Prozesskostenhilfebewilligung
Auszug aus KG, 06.09.2006 - 16 W 11/06
Hierfür spricht insbesondere, dass die Beschwerde nach § 571 Abs. 2 S. 1 ZPO grundsätzlich auf neue Angriffs- und Verteidigungsmittel gestützt werden, vgl. BAG MDR 2004, 597 m. w. N.
- BGH, 09.10.2018 - VIII ZB 44/18
Die Prozesskostenhilfe wurde in erster Instanz aufgehoben, weil der …
b) Auch ist das Beschwerdegericht - Einzelrichter - hinsichtlich der in dem angegriffenen Beschluss aufgeworfenen Rechtsfrage noch zutreffend und von der Rechtsbeschwerde nicht angegriffen davon ausgegangen, dass eine seitens des Gerichts gemäß § 120a Abs. 1 Satz 3 ZPO angeforderte (neue) Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse, welche die bedürftige Partei nicht innerhalb der ihr hierzu gesetzten Frist, sondern erst nach der Aufhebung der Bewilligung der Prozesskostenhilfe (§ 124 Abs. 1 Nr. 2 Alt. 2 ZPO) vorlegt, im Beschwerdeverfahren grundsätzlich zu berücksichtigen ist, da die Beschwerde nach § 571 Abs. 2 Satz 1 ZPO auf neue Angriffs- und Verteidigungsmittel gestützt werden kann und es sich bei einer vom Gericht gesetzten Frist zur Vorlage einer Erklärung nach § 120a Abs. 1 Satz 3 ZPO nicht um eine Ausschlussfrist handelt (vgl. hierzu nur BAGE 108, 329, 331 f. - zu den mit § 120a Abs. 1 Satz 3, § 124 Abs. 1 Nr. 2 Alt. 2 ZPO inhaltsgleichen Vorgängervorschriften in § 120 Abs. 4 Satz 2 ZPO aF und § 124 Nr. 2 Alt. 2 ZPO aF; KG, KGR 2007, 37, 38; OLG Hamm…, Beschluss vom 25. April 2014 - 2 WF 44/14, juris Rn. 10 ff.; OLG Brandenburg, RPfleger 2014, 388;… Münch-KommZPO/Wache, 5. Aufl., § 124 Rn. 15; jeweils mwN).bb) Diese Auffassung, die bereits zuvor von der Mehrheit der Oberlandesgerichte vertreten worden ist (siehe nur OLG Frankfurt am Main, MDR 1992, 293; OLG München, FamRZ 1993, 580; OLG Karlsruhe, FamRZ 1997, 756; OLG Stuttgart, NJW-RR 1997, 1026; OLG Koblenz, FamRZ 1999, 1354, sowie FamRZ 2001, 635; OLG Düsseldorf, FamRZ 1999, 1357 f.; OLG Hamm, FamRZ 2000, 1225; OLG Oldenburg, FamRZ 2004, 36 f.), wird seitdem von den Oberlandesgerichten - soweit ersichtlich - übereinstimmend vertreten (siehe nur KG, KGR 2007, 37, 38; OLG Brandenburg, FamRZ 2008, 1356 f. - unter ausdrücklicher Aufgabe der oben genannten früheren Rechtsprechung;… RPfleger 2014, 388 Rn. 2; OLG Naumburg (3. Senat für Familiensachen)…, Beschluss vom 24. April 2008 - 4 WF 24/08, juris Rn. 4; OLG Saarbrücken, FamRZ 2011, 662 f.; OLG Oldenburg, FamRZ 2011, 663;… OLG Hamm, Beschlüsse vom 25. April 2014 - 2 WF 44/14, juris Rn. 10 ff.;… vom 20. November 2015 - 2 WF 173/15, juris Rn. 37 ff.; siehe auch LSG Nordrhein-Westfalen…, Beschluss vom 25. Mai 2012 - L 19 AS 470/12 B, juris Rn. 9 f.) und hat auch in der Literatur einhellige Zustimmung gefunden (…vgl. Stein/Jonas/Bork, ZPO, 23. Aufl., § 124 ZPO Rn. 16;… MünchKommZPO/Wache, aaO;… Smid/Hartmann in Wieczorek/Schütze, ZPO, 4. Aufl., § 124 Rn. 10;… Zöller/Geimer, ZPO, 32. Aufl., § 124 Rn. 10a;… Musielak/Voit/Fischer, ZPO, 15. Aufl., § 124 Rn. 6;… Thomas/ Putzo/Seiler, ZPO, 39. Aufl., § 124 Rn. 3;… BeckOK ZPO/Kratz, Stand 1. Juli 2018, § 124 Rn. 20;… Zimmermann, ZPO, 10. Aufl., § 124 Rn. 4;… aA wohl Saenger/Kießling, ZPO, 7. Aufl., § 124 Rn. 6a).
- LG Rostock, 04.06.2012 - 3 T 163/12
Insolvenzverfahren: Folge der Nichtausübung des Ermessens bei einer Entscheidung …
Die Nichtausübung des Ermessens gem. § 4c InsO durch die erste Instanz rechtfertigt in der Rechtsmittelinstanz die Aufhebung und Zurückverweisung und führt nicht zur Ausübung des Ermessens durch das Rechtsmittelgericht; entgegen LG Dessau-Roßlau Beschluss v. 22. März 2012, 1 T 68/12 und LG Berlin Beschluß v. 10. Juli 2007, 86 T 296/07; vergleiche KG, Beschluss vom 6. September 2006, 16 W 11/06, MDR 2007, 356, OLG Hamm, Beschluss vom 24. Februar 2005, 27 W 58/04, InVo 2005, 460 und OLG Köln, Beschluss vom 13. Januar 1999, 14 WF 194/98, NJW-RR 1999, 1082.Rn. 6 Es entspricht der durchgängigen obergerichtlichen Rechtsprechung, dass der Ermessensnichtgebrauch durch die erste Instanz im Rechtsmittel zur Aufhebung und Zurückverweisung führt (KG MDR 2007, 356 für den Fall des § 120 Abs. 4 ZPO, OLG Hamm InVo 2005, 460 für die Einstellung der Zwangsvollstreckung gem. § 769 Abs. 1 ZPO und OLG Köln, NJW-RR 1999, 1082 für den Fall des § 120 Abs. 4 ZPO).
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