Rechtsprechung
| OVG Sachsen, 17.11.2015 - 2 A 390/14 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Justiz Sachsen
SächsBhVO; § 5 SächsBhVO
Beihilfe; Transsexualität; Hormonbehandlung; humangenetische Untersuchung - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- VG Leipzig, 10.04.2014 - 3 K 939/12
- OVG Sachsen, 21.08.2014 - 2 A 256/14
- OVG Sachsen, 17.11.2015 - 2 A 390/14
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (15)
- BSG, 19.10.2004 - B 1 KR 3/03 R
Krankenversicherung - keine Kostenübernahme einer brustvergrößernden Operation - …
Auszug aus OVG Sachsen, 17.11.2015 - 2 A 390/14
Der Gesetzgeber hat durch Schaffung des TSG bestätigt, dass der Befund der Transsexualität eine außergewöhnliche rechtliche Bewertung rechtfertigt (BSGE 93, 252 = So0zR 4-2500 § 27 Nr. 3, RdNr 11).Auch unter Geltung des SGB V ist eine solche Ausnahme mit den in der Rechtsprechung entwickelten Grenzen anzuerkennen (noch offengelassen: BSGE 93, 252 = SozR 4-2500 § 27 Nr. 3 , RdNr 11).
Die Einräumung von Ansprüchen für transsexuelle Versicherte führen nicht dazu, dass Betroffene Anspruch auf jegliche Art von geschlechtsangleichenden operativen Maßnahmen im Sinne einer möglichst großen Annäherung an ein vermeintliches Idealbild und ohne Einhaltung der durch das Recht der GKV vorgegebenen allgemeinen Grenzen haben (vgl bereits BSGE 93, 252 = SozR 4- 2500 § 27 Nr. 3, RdNr 11).
- BVerwG, 20.03.2008 - 2 C 19.06
Beihilfe; Angemessenheit und Notwendigkeit der Aufwendungen; fehlerhafte …
Auszug aus OVG Sachsen, 17.11.2015 - 2 A 390/14
Die behördliche Entscheidung hierüber unterliegt uneingeschränkter verwaltungsgerichtlicher Kontrolle (vgl. BVerwG, Urt. v. 20. März 2008 - 2 C 19.06 -, juris Rn. 9 m. w. N.).Dies richtet sich in aller Regel nach der Einschätzung des behandelnden Arztes, beruhend auf der gestellten Diagnose, weil dieser über die erforderliche Sachkunde verfügt (vgl. BVerwG, Urt. v. 20. März 2008 - 2 C 19.06 - a. a. O. Rn. 11 m. w. N.).
Mangels näherer Regelung in der Sächsischen Beihilfeverordnung beurteilt sich die Notwendigkeit im Allgemeinen danach, ob die jeweilige Krankenbehandlung medizinisch geboten ist, was sich in aller Regel nach der Einschätzung des behandelnden Arztes richtet, weil dieser über die erforderliche Sachkunde verfügt (vgl. BVerwG, Urt. v. 20. März 2008 - 2 C 19.06 - a. a. O. Rn. 11 m. w. N.).
- BSG, 06.08.1987 - 3 RK 15/86
Anspruch Krankenpflege - Transsexualität
Auszug aus OVG Sachsen, 17.11.2015 - 2 A 390/14
Rn. 16 Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (vgl. BSG, Urt. v. 6. August 1987 - 3 RK 15/86 -, juris) umfasst der Krankheitsbegriff nicht nur einen regelwidrigen, vom Leitbild des gesunden Menschen abweichenden Körper- oder Geisteszustand, sondern darüber hinaus auch einen Leidensdruck, durch den sich die Regelwidrigkeit erst zur eigentlichen Krankheit im Sinne von § 182 Abs. 2, § 184 Abs. 1 RVO qualifiziert.So hat der 3. Senat des BSG - noch unter Geltung der RVO - die Leistungspflicht einer KK für eine geschlechtsangleichende Operation bejaht (BSGE 62, 83 = SozR 2200 § 182 Nr. 106).
- BSG, 28.09.2010 - B 1 KR 5/10 R
Krankenversicherung - Krankenbehandlung - kein Anspruch des Versicherten auf …
Auszug aus OVG Sachsen, 17.11.2015 - 2 A 390/14
Transsexuelle leben in dem irreversiblen und dauerhaften Bewusstsein, dem Geschlecht anzugehören, dem sie aufgrund ihrer äußeren körperlichen Geschlechtsmerkmale zum Zeitpunkt der Geburt nicht zugeordnet wurden (vgl. BSG, Urt. v. 28. September 2010 - B 1 KR 5/10 R -, juris Rn. 15 …und Urt. v. 11. September 2012 - B 1 KR 11/12 R -, juris Rn. 10 f. m. w. N.;… dem folgend LSG BW, Urt. v. 25. Januar 2012 - L 5 KR 375/10 -, juris, LSG LSA, Urt. v. 24. September 2013 - L 4 KR 34/12 -, juris und LSG NRW, Urt. v. 8. Mai 2014 - L 16 KR 453/12 -, juris).So hat das Bundessozialgericht in seiner bereits oben zitierten Entscheidung vom 28. September 2010 - B 1 KR 5/10 R - a. a. O. Rn. 15 ausgeführt, dass im Falle der Transsexualität - abweichend von anderen psychischen Krankheiten - Besonderheiten gelten:.
- LSG Sachsen-Anhalt, 24.09.2013 - L 4 KR 34/12
Krankenversicherung - Krankenbehandlung - Leistung bei Transsexualität - …
Auszug aus OVG Sachsen, 17.11.2015 - 2 A 390/14
Transsexuelle leben in dem irreversiblen und dauerhaften Bewusstsein, dem Geschlecht anzugehören, dem sie aufgrund ihrer äußeren körperlichen Geschlechtsmerkmale zum Zeitpunkt der Geburt nicht zugeordnet wurden (…vgl. BSG, Urt. v. 28. September 2010 - B 1 KR 5/10 R -, juris Rn. 15 …und Urt. v. 11. September 2012 - B 1 KR 11/12 R -, juris Rn. 10 f. m. w. N.; dem folgend LSG BW, Urt. v. 25. Januar 2012 - L 5 KR 375/10 -, juris, LSG LSA, Urt. v. 24. September 2013 - L 4 KR 34/12 -, juris und LSG NRW, Urt. v. 8. Mai 2014 - L 16 KR 453/12 -, juris).Rn. 37 Nach dieser Rechtsprechung, der sich der Senat anschließt, rechtfertigen das besondere Krankheitsbild der Transsexualität und die sich hieraus ergebenden medizinischen Grenzen der Psychotherapie ein Abweichen von dem Grundsatz, psychische Krankheiten dürften nicht durch körperliche Eingriffe behandelt werden (vgl. auch LSG LSA, Urt. v. 24. September 2013 - L 4 KR 34/12 -, a. a. O. Rn. 26).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 24.01.2011 - 1 A 527/08
Erteilung einer Kostenzusage für eine Beihilfe zu der beabsichtigten beidseitigen …
Auszug aus OVG Sachsen, 17.11.2015 - 2 A 390/14
Maßgeblich ist dabei eine ex-ante-Betrachtung der anstehenden Behandlung, da eine "Erfolgsabhängigkeit" dem Beihilferecht fremd ist (vgl. OVG NRW, Urt. v. 24. Januar 2011 - 1 A 527/08 -, juris Rn. 60). - BVerwG, 15.12.2005 - 2 C 35.04
Beihilfevorschriften des Bundes und Gesetzesvorbehalt; beihilfeberechtigter …
Auszug aus OVG Sachsen, 17.11.2015 - 2 A 390/14
Rn. 14 1. Für die rechtliche Beurteilung beihilferechtlicher Streitigkeiten ist grundsätzlich die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt des Entstehens der Aufwendungen maßgeblich, für die Beihilfen verlangt werden (st. Rspr. des BVerwG, vgl. nur Urt. v. 15. Dezember 2005, BVerwGE 125, 21 m. w. N.). - BSG, 11.09.2012 - B 1 KR 11/12 R
Krankenversicherung - Anspruch von transsexuellen Versicherten auf …
Auszug aus OVG Sachsen, 17.11.2015 - 2 A 390/14
Transsexuelle leben in dem irreversiblen und dauerhaften Bewusstsein, dem Geschlecht anzugehören, dem sie aufgrund ihrer äußeren körperlichen Geschlechtsmerkmale zum Zeitpunkt der Geburt nicht zugeordnet wurden (…vgl. BSG, Urt. v. 28. September 2010 - B 1 KR 5/10 R -, juris Rn. 15 und Urt. v. 11. September 2012 - B 1 KR 11/12 R -, juris Rn. 10 f. m. w. N.;… dem folgend LSG BW, Urt. v. 25. Januar 2012 - L 5 KR 375/10 -, juris, LSG LSA, Urt. v. 24. September 2013 - L 4 KR 34/12 -, juris und LSG NRW, Urt. v. 8. Mai 2014 - L 16 KR 453/12 -, juris). - LSG Nordrhein-Westfalen, 08.05.2014 - L 16 KR 453/12
Geschlechtsangleichende Maßnahmen bei Transsexualität (hier manifeste …
Auszug aus OVG Sachsen, 17.11.2015 - 2 A 390/14
Transsexuelle leben in dem irreversiblen und dauerhaften Bewusstsein, dem Geschlecht anzugehören, dem sie aufgrund ihrer äußeren körperlichen Geschlechtsmerkmale zum Zeitpunkt der Geburt nicht zugeordnet wurden (…vgl. BSG, Urt. v. 28. September 2010 - B 1 KR 5/10 R -, juris Rn. 15 …und Urt. v. 11. September 2012 - B 1 KR 11/12 R -, juris Rn. 10 f. m. w. N.; dem folgend LSG BW, Urt. v. 25. Januar 2012 - L 5 KR 375/10 -, juris, LSG LSA, Urt. v. 24. September 2013 - L 4 KR 34/12 -, juris und LSG NRW, Urt. v. 8. Mai 2014 - L 16 KR 453/12 -, juris). - BVerwG, 10.10.2013 - 5 C 32.12
Beihilfeberechtigter; berücksichtigungsfähiger Angehöriger; …
Auszug aus OVG Sachsen, 17.11.2015 - 2 A 390/14
Wie das Verwaltungsgericht zutreffend ausgeführt hat - und zwischen den Beteiligten nicht streitig ist -, ist nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVerwG, Urt. v. 10. Oktober 2013 - 5 C 32.12 -, juris Rn. 11 m. w. N.) für den Krankheitsbegriff mangels einer eigenständigen Begriffsbestimmung in der Beihilfeverordnung grundsätzlich auf den sozialversicherungsrechtlichen Krankheitsbegriff nach § 27 Abs. 1 Satz 1 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch zurückzugreifen. - BVerwG, 04.11.2008 - 2 B 19.08
Gewährung von Beihilfeleistungen für eine Behandlung mit Botulinumtoxin (Botox …
- BVerwG, 30.09.2011 - 2 B 66.11
Aufwendungen im Krankheitsfall; Krankheit im beihilferechtlichen Sinne; …
- LSG Baden-Württemberg, 25.01.2012 - L 5 KR 375/10
Krankenversicherung - operative Eingriffe bei Transsexualismus - Anspruch auf …
- BVerwG, 24.02.1982 - 6 C 8.77
Heilbehandlung - Ehemann der Erkrankten - Beihilfefähigkeit - Heilfürsorge - …
- OVG Sachsen, 21.08.2014 - 2 A 256/14
Beihilfefähigkeit der im Zusammenhang mit der Transsexualität stehenden …
- VGH Baden-Württemberg, 01.02.2019 - 2 S 1352/18
Beihilfefähigkeit einer kieferorthopädischen Behandlung; verfassungskonforme …
Maßgeblich ist dabei eine ex ante-Betrachtung der anstehenden Behandlung anhand objektiver Kriterien (…vgl. OVG Nordrh.-Westf., Urteil vom 24.01.2011 - 1 A 527/08 -, juris, Rn. 60 und Rn. 65; SächsOVG, Urteil vom 17.11.2015 - 2 A 390/14 -, juris, Rn. 33; ebenso für das Recht der gesetzlichen Krankenversicherung: BSG…, Beschluss vom 25.09.2007 - GS 1/06 -, juris, Rn. 32 f. sowie für das Recht der privaten Krankenversicherung: BbgOLG…, Urteil vom 29.05.2012 - 6 U 42/09 -, juris, Rn. 77 ff. m.w.N.), denn eine "Erfolgsabhängigkeit" ist dem Beihilferecht fremd (vgl. BVerwG…, Urteil vom 29.06.1995 - 2 C 15.94 -, juris, Rn. 21). - VG Köln, 03.05.2023 - 3 K 3827/21 Rn. 27 Vgl. BSG, Urteil vom 11. September 2012 - B 1 KR 11/12 R -, juris; Sächsisches Oberverwaltungsgericht, Urteil vom 17. November 2015 - 2 A 390/14 -, juris; Landessozialgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 8. Mai 2014 - L 16 KR 453/12 -, juris.
Rn. 31 Vgl. Sächsisches Oberverwaltungsgericht, Urteil vom 17. November 2015 - 2 A 390/14 -, juris.
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