Rechtsprechung
| VG Oldenburg, 23.05.2001 - 2 A 790/99 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Entscheidungsdatenbank Niedersachsen
§ 48 Abs. 1 VwVfG; § 1 Abs. 1 VwVfG,NI ; § 39 Abs. 6 GemO,NI ; § 48 Abs. 2 VwVfG
Rücknahme der Gewährung von Sitzungsgeldern; Entschädigungssatzung für die Bewilligung von Sitzungsgeldern ; Genehmigung der Teilnahme vom Verwaltungsausschuss ; Vertrauenschutz hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der Bewilligung der Sitzungsgelder - Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz und Volltext)
Rücknahme der Gewährung von Sitzungsgeldern; Entschädigungssatzung für die Bewilligung von Sitzungsgeldern ; Genehmigung der Teilnahme vom Verwaltungsausschuss ; Vertrauenschutz hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der Bewilligung der Sitzungsgelder
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- kommunen.nrw (Kurzinformation)
Prüfung des Sitzungsgeldes durch Ratsmitglieder
Papierfundstellen
- NVwZ 2002, 119
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (12)
- BVerwG, 12.07.1972 - VI C 24.69
Rücknahme von Versorgungsfestsetzungbescheiden - Vertrauensschutz bei Rücknahme …
Auszug aus VG Oldenburg, 23.05.2001 - 2 A 790/99
Bei der Frage der allgemeinen Schutzwürdigkeit des Vertrauens nach § 48 Abs. 2 Satz 1 VwVfG kommt es grundsätzlich auf eine wertende Abwägung der Gesichtspunkte, die für die Aufrechterhaltung des Verwaltungsaktes sprechen, gegen das öffentliche Interesse an der Herstellung des an sich nach den maßgeblichen Rechtsvorschriften gebotenen Rechtszustandes an (vgl. nur BVerwG, Urteil vom 12. Juli 1972 - BVerwG VI C 24.69 -, BVerwGE 40, 212, 217).Allgemein schutzwürdig ist grundsätzlich jeder Bürger, der sich mit guten Gründen auf die Rechte aus dem Verwaltungsakt verlassen durfte, insbesondere weil die Fehlerhaftigkeit, die Anlass für die Rücknahme sein könnte, nicht in seinem Verantwortungsbereich liegt und ihm auch nicht bekannt war, noch bekannt sein musste (BVerwG, Urteil vom 24. August 1964 - BVerwG VI C 27.62 -, BVerwGE 19, 188, 190; BVerwG, Urteil vom 12. Juli 1972 - BVerwG VI C 24.69 -, BVerwGE 40, 212, 217).
Bei Unklarheiten und Zweifeln ist das Ratsmitglied verpflichtet, sich durch Rückfragen bei der entsprechenden Gemeinde bzw. Stadt Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein ihm günstiger Bescheid zu Recht ergangen ist (vgl. in Zusammenhang mit der - von der Interessenlage vergleichbaren - Rücknahme rechtswidriger Versorgungsfestsetzungsbescheide bzw. zu hoch festgesetzte Dienstbezüge eines Beamten: BVerwG, Urteil vom 24. Juni 1986 - 2 C 40/84 -, Buchholz 232.5 § 52 Beamtenversorgungsgesetz Nr. 3; BVerwG, Urteil vom 12. Juli 1972 - BVerwG VI C 24.69 -, BVerwGE 40, 212; Bav.VGH, Urteil vom 20. Januar 1993 - 3 B 92.1579 -, zitiert nach JURIS; VG Bayreuth, Urteil vom 24. Juli 1996 - B 5 K 96.89 -, zitiert nach JURIS).
- VGH Bayern, 20.01.1993 - 3 B 92.1579
Auszug aus VG Oldenburg, 23.05.2001 - 2 A 790/99
Bei Unklarheiten und Zweifeln ist das Ratsmitglied verpflichtet, sich durch Rückfragen bei der entsprechenden Gemeinde bzw. Stadt Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein ihm günstiger Bescheid zu Recht ergangen ist (vgl. in Zusammenhang mit der - von der Interessenlage vergleichbaren - Rücknahme rechtswidriger Versorgungsfestsetzungsbescheide bzw. zu hoch festgesetzte Dienstbezüge eines Beamten: BVerwG, Urteil vom 24. Juni 1986 - 2 C 40/84 -, Buchholz 232.5 § 52 Beamtenversorgungsgesetz Nr. 3; BVerwG, Urteil vom 12. Juli 1972 - BVerwG VI C 24.69 -, BVerwGE 40, 212; Bav.VGH, Urteil vom 20. Januar 1993 - 3 B 92.1579 -, zitiert nach JURIS; VG Bayreuth, Urteil vom 24. Juli 1996 - B 5 K 96.89 -, zitiert nach JURIS).Ist bei einem erstmaligen Auftreten des Fehlers - hier nach den übereinstimmenden Angaben der Beteiligten bereits Anfang der 80iger Jahre - das Vertrauen des jeweiligen Leistungsempfängers nicht schützenswert, so schlägt die mangelnde Schutzwürdigkeit nicht deshalb in Schutzwürdigkeit um, weil die Behörde den gleichen Fehler in der Folgezeit unzählig wiederholt hat (vgl. Bay VGH, Urteil vom 20. Januar 1993 - 3 B 92.1579 -, zitiert nach JURIS).
- BVerwG, 24.06.1986 - 2 C 40.84
Rechtswidriger Versorgungsfestsetzungsbescheid - Rücknahmemöglichkeit - …
Auszug aus VG Oldenburg, 23.05.2001 - 2 A 790/99
Bei Unklarheiten und Zweifeln ist das Ratsmitglied verpflichtet, sich durch Rückfragen bei der entsprechenden Gemeinde bzw. Stadt Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein ihm günstiger Bescheid zu Recht ergangen ist (vgl. in Zusammenhang mit der - von der Interessenlage vergleichbaren - Rücknahme rechtswidriger Versorgungsfestsetzungsbescheide bzw. zu hoch festgesetzte Dienstbezüge eines Beamten: BVerwG, Urteil vom 24. Juni 1986 - 2 C 40/84 -, Buchholz 232.5 § 52 Beamtenversorgungsgesetz Nr. 3; BVerwG, Urteil vom 12. Juli 1972 - BVerwG VI C 24.69 -, BVerwGE 40, 212; Bav.VGH, Urteil vom 20. Januar 1993 - 3 B 92.1579 -, zitiert nach JURIS; VG Bayreuth, Urteil vom 24. Juli 1996 - B 5 K 96.89 -, zitiert nach JURIS).
- VG Bayreuth, 24.07.1996 - B 5 K 96.89
Auszug aus VG Oldenburg, 23.05.2001 - 2 A 790/99
Bei Unklarheiten und Zweifeln ist das Ratsmitglied verpflichtet, sich durch Rückfragen bei der entsprechenden Gemeinde bzw. Stadt Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein ihm günstiger Bescheid zu Recht ergangen ist (vgl. in Zusammenhang mit der - von der Interessenlage vergleichbaren - Rücknahme rechtswidriger Versorgungsfestsetzungsbescheide bzw. zu hoch festgesetzte Dienstbezüge eines Beamten: BVerwG, Urteil vom 24. Juni 1986 - 2 C 40/84 -, Buchholz 232.5 § 52 Beamtenversorgungsgesetz Nr. 3; BVerwG, Urteil vom 12. Juli 1972 - BVerwG VI C 24.69 -, BVerwGE 40, 212; Bav.VGH, Urteil vom 20. Januar 1993 - 3 B 92.1579 -, zitiert nach JURIS; VG Bayreuth, Urteil vom 24. Juli 1996 - B 5 K 96.89 -, zitiert nach JURIS). - BVerwG, 19.12.1984 - Gr. Sen. 1.84
Rücknahme begünstigender Verwaltungsakte
Auszug aus VG Oldenburg, 23.05.2001 - 2 A 790/99
Diese Vorschrift findet auch dann Anwendung, wenn die Behörde nachträglich erkennt, dass sie den ihr bei Erlass des Verwaltungsakts vollständig bekannten Sachverhalt unrichtig gewürdigt und deshalb rechtswidrig entschieden hat (vgl. BVerwG, Urteil vom 19. Dezember 1984 - BVerwG Gr. Sen. 1 und 2.84.-, BVerwGE 70, 356, 357 f.). - BVerwG, 24.08.1964 - VI C 27.62
Auszug aus VG Oldenburg, 23.05.2001 - 2 A 790/99
Allgemein schutzwürdig ist grundsätzlich jeder Bürger, der sich mit guten Gründen auf die Rechte aus dem Verwaltungsakt verlassen durfte, insbesondere weil die Fehlerhaftigkeit, die Anlass für die Rücknahme sein könnte, nicht in seinem Verantwortungsbereich liegt und ihm auch nicht bekannt war, noch bekannt sein musste (BVerwG, Urteil vom 24. August 1964 - BVerwG VI C 27.62 -, BVerwGE 19, 188, 190; BVerwG, Urteil vom 12. Juli 1972 - BVerwG VI C 24.69 -, BVerwGE 40, 212, 217). - BVerwG, 11.12.1985 - 2 C 40.82
Ausbildungszeit - Ruhegehaltfähige Dienstzeit - Kriegsteilnehmer - Reifevermerk - …
Auszug aus VG Oldenburg, 23.05.2001 - 2 A 790/99
Die Frist beginnt jedoch nicht schon mit dem Erlass des (aufgehobenen) Verwaltungsakts, sondern erst dann zu laufen, wenn die Behörde die Rechtswidrigkeit des Verwaltungsaktes erkannt hat und ihr die für die Rücknahmeentscheidung außerdem erheblichen Tatsachen vollständig bekannt sind (vgl. BVerwG, Urteil vom 20. Juli 1985 - 2 C 101.81 -, Buchholz 235 § 28 Nr. 9; Urteil vom 11. Dezember 1985 - 2 C 40.82 -, Buchholz 232.5 § 12 Nr. 6). - BVerwG, 31.03.1977 - 5 C 42.75
Empfänger einer Pflegezulage - Erziehungsbeihilfe - Ausbildungskosten - …
Auszug aus VG Oldenburg, 23.05.2001 - 2 A 790/99
Vor allem ist nicht auf den Schutz des Vertrauens als selbständiges Rechtsgut, sondern auf die betroffenen materiell rechtlichen Rechtspositionen und auf die Zumutbarkeit und Verhältnismäßigkeit eines Eingriffs in sie abzustellen ( BVerwG, Urteil vom 31. März 1977 - BVerwG V C 42.75 -, BVerwGE 52, 201, 213). - VGH Hessen, 22.01.1990 - 8 UE 1215/84
Rückforderung von Denaturierungsprämien - Vertrauensschutz
Auszug aus VG Oldenburg, 23.05.2001 - 2 A 790/99
Als grobe Fahrlässigkeit ist es anzusehen, wenn die gebotene Sorgfalt in besonders schwerer Weise verletzt worden ist, insbesondere einfachste, ganz nahe liegende Überlegungen nicht angestellt worden sind (vgl. VGH Kassel, Urteil vom 22. Januar 1990 - 8 UE 1215/84 -, NVwZ 1990, 883, 885 [VGH Bayern 20.04.1990 - 22 B 88/3361]; OVG Münster, Urteil vom 5. Oktober 1987 - 1 A 773/85 -, NVwZ 1988, 1037;… Kopp/Ramsauer, VwVfG, Kommentar, 7. Aufl., § 48 Rdnr. 109 m.w.N.). - VG Gießen, 12.03.1997 - 8 E 667/96
Verdienstausfallentschädigung für Mandatsträger - Hausfrauenpauschale
Auszug aus VG Oldenburg, 23.05.2001 - 2 A 790/99
1 VwVfG beizumessen ist (vgl. die Gewährung einer Aufwands- bzw. Verdienstausfallsentschädigung eines Ratsmitglied als Verwaltungsakt - allerdings ohne jegliche Begründung - ansehend: Nds OVG, Urteil vom 21. September 1999 - 10 L 1997/97 -, Nds.VBl. 2000, 126; OVG Lüneburg, Urteil vom 19. Mai 1992 - 10 L 181/89 -, V.n.b.; VG Oldenburg, Urteil vom 19. Januar 1989 - 2 VG A 136/87 - VG Gießen, Urteil vom 12. März 1997 - 8 E 667/96 - zitiert nach JURIS). - OVG Niedersachsen, 21.09.1999 - 10 L 1997/97
Entschädigung wegen Ratstätigkeit; Berufsausbildung; Einkommenserzielung, …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 05.10.1987 - 1 A 773/85
- VG Düsseldorf, 29.10.2010 - 1 K 8272/09
Klage des ehemaligen Ratsmitglieds der Stadt Mülheim/Ruhr auf Zahlung von …
Rn. 19 vgl. Nds. OVG, Urteil vom 21. September 1999 - 10 L 1997/99 -, juris; VG Gießen, Urteil vom 12. März 1997 - 8 E 667/96 -, juris, die - allerdings ohne nähere Begründung - die Gewährung der Verdienstausfallentschädigung als Verwaltungsakt qualifizieren; zur Verwaltungsaktqualität der Gewährung von Sitzungsgeldern vgl. VG Oldenburg, Urteil vom 23. Mai 2001 - 2 A 790/99 -, NVwZ 2002, 119, 120. - AGH Brandenburg, 22.03.2021 - AGH I 7/17 Der Kläger führte unter Bezugnahme auf diverse Rechtsprechung (VG Düsseldorf 1 K 4699/2 Rn 14 juris; VG Oldenburg, U. v. 23. Mai 2001- 2 A 790/99-, Nds. OVG, U. v. 21.09.1999- 10 L 1997/99; VG Frankfurt U. v. 04.11.2009, 7 K 4075/08.F) aus, dass es sich bei der Entscheidung über eine Aufwandsentschädigung gerade um einen Verwaltungsakt handele.
Der Antragsteller ist demgemäß in seinen finanziellen Belangen berührt (vgl. zur vergleichbaren Gewährung der Aufwandsentschädigung bzw. des Sitzungsgeldes eines Gemeinderatsmitglieds als Verwaltungsakt VG Düsseldorf…, Beschluss vom 03. Dezember 2018 - 1 K 6741/17 -, Rn. 14 - 15, juris; VG Düsseldorf…, Urteil vom 29. Oktober 2010 - 1 K 8272/09 -, juris Rn. 16 ff.; VG Oldenburg, Urteil vom 23.5. 2001 - 2 A 790/99 -, NVwZ 2002, 119 ff. m.w.N.).
- VG Düsseldorf, 02.11.2012 - 1 K 4699/12
Schwerbehindertes Ratsmitglied hat keinen Abwesenheitsentschädigungsanspruch bei …
Rn. 16 Vgl. VG Düsseldorf, Urteil vom 29. Oktober 2010 - 1 K 8272/09 -, juris; VG Oldenburg, Urteil vom 23. Mai 2001 - 2 A 790/99 -, NVwZ 2002, 119, 120; s. auch Nds. OVG, Urteil vom 21. September 1999 - 10 L 1997/99 -, juris. - VG Düsseldorf, 01.08.2003 - 1 K 2945/01
Verwaltungsgericht entscheidet über Sitzungsgeld für sachkundigen Bürger als …
Rn. 33 Für die Einordnung der Gewährung von Sitzungsgeldern als Verwaltungsakt allgemein auch Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG NRW), Urteil vom 26.09.1996, - 15 A 2733/93 -, NVwZ 1997, 617 f.; Verwaltungsgericht Oldenburg, Urteil vom 23.05.2001, - 2 A 790/99 -, NVwZ 2002, 199 ff; Oberverwaltungsgericht Berlin, Urteil vom 27.03.1981, - 2 B 21.79 -, OVGE BE 15, 227 ff; Verwaltungsgericht Minden, Urteil vom 13.10.1982, - 10 K 189/82 -, EStT NW 1983, 4 ff; anders, allerdings mit der konkreter Fallgestaltung nicht vergleichbar, Verwaltungsgericht Meiningen, Urteil vom 12.09.2000, - 1 K 1096/99.Me -, LKV 2001, 568 ff.
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