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| VGH Bayern, 27.05.2020 - 21 CS 20.433 |
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- christmann-law.de (Kurzinformation)
Heilpraktiker verliert seine Erlaubnis wegen Krebsbehandlung mit homöopathischen Medikamenten
Verfahrensgang
- VG Regensburg, 17.02.2020 - RN 5 S 19.2489
- VGH Bayern, 27.05.2020 - 21 CS 20.433
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (16)
- BVerwG, 28.04.2010 - 3 C 22.09
Logopäde; Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung; Berufserlaubnis; Widerruf; …
Auszug aus VGH Bayern, 27.05.2020 - 21 CS 20.433
Rn. 15 An der Zuverlässigkeit im Sinne des § 2 Abs. 1 Buchst. f DVO-HeilprG fehlt es, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, der Heilpraktiker werde in Zukunft die Vorschriften und Pflichten nicht beachten, die sein Beruf mit sich bringt, und sich dadurch Gefahren für die Allgemeinheit oder die von ihm behandelten Patienten ergeben (vgl. BVerwG, U.v. 28.4.2010 - 3 C 22/09 - NJW 2010, 2901; NdsOVG B.v. 23.10.2008 - 8 PA 75/08 - juris;… BayVGH, B.v. 28.7.2000 - 21 ZB 98.3498 - juris Rn. 9;… OVG NW, B.v. 25.2.1998 - 13 B 500/97 - juris Rn. 11 jeweils m.w.N.).Die danach erforderliche Prognose ist anhand der Umstände des Falles, der Lebensumstände des Heilpraktikers sowie seiner Persönlichkeit, insbesondere seines durch die Art, die Schwere und die Zahl der Verstöße gegen die Berufspflichten manifest gewordenen Charakters, zu treffen (vgl. BVerwG, U.v. 28.4.2010, a.a.O.).
Maßgebend sind insoweit die Verhältnisse im Zeitpunkt der letzten Behördenentscheidung (vgl. BVerwG, U.v. 28.4.2010, a.a.O.; OVG NW, B.v. 15.1.2003 - 13 A 2774/01 - NJW 2003, 1888;… BayVGH, B.v. 28.7.2000 - 21 ZB 98.3498 - juris Rn. 8 m.w.N.).
- VGH Baden-Württemberg, 02.10.2008 - 9 S 1782/08
Widerruf einer Heilpraktikererlaubnis; Veranlassung oder Stärkung des …
Auszug aus VGH Bayern, 27.05.2020 - 21 CS 20.433
Rn. 14 1. Nach § 7 Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung - Heilpraktikergesetz (HeilPrG) - vom 17. Februar 1939 (RGBl. I S. 251), zuletzt geändert durch Gesetz vom 23. Oktober 2001 (BGBl. I S. 2702), i.V.m. § 7 Abs. 1 Satz 1 der Ersten Durchführungsverordnung zum Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (DVO-HeilprG) vom 18.2.1939 (RGBl. I S. 259; zuletzt geändert durch Verordnung vom 4.12.2002 - BGBl. I S. 4456), ist die Heilpraktikererlaubnis "zurückzunehmen" (bzw. nach der heutigen verwaltungsverfahrensrechtlichen Terminologie zu widerrufen, vgl. VGH BW, B.v. 2.10.2008 - 9 S 1782/08 - NJW 2009, 458;… BayVGH, B.v. 28.7.2000 - 21 ZB 98.3498 - juris Rn. 9), wenn nachträglich Tatsachen eintreten oder bekannt werden, die eine Versagung der Erlaubnis nach § 2 Abs. 1 DVO-HeilprG rechtfertigen würden.Ein Heilpraktiker darf das Unterlassen der Inanspruchnahme notwendiger ärztlicher Hilfe weder veranlassen noch stärken (vgl. BVerfG, B.v. 3.6.2004 - 2 BvR 1802/02 - juris.; VGH BW, B.v. 2.10.2008 - 9 S 1782/08 - juris).
Ein praktizierender Heilpraktiker muss stets die Gefahren im Auge behalten, die sich daraus ergeben können, dass seine Patienten medizinisch gebotene Hilfe nicht oder nicht rechtzeitig in Anspruch nehmen (vgl. VGH BW, B.v. 2.10.2008 - 9 S 1782/08 - juris).
- VGH Bayern, 28.07.2000 - 21 ZB 98.3498
Auszug aus VGH Bayern, 27.05.2020 - 21 CS 20.433
Rn. 14 1. Nach § 7 Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung - Heilpraktikergesetz (HeilPrG) - vom 17. Februar 1939 (RGBl. I S. 251), zuletzt geändert durch Gesetz vom 23. Oktober 2001 (BGBl. I S. 2702), i.V.m. § 7 Abs. 1 Satz 1 der Ersten Durchführungsverordnung zum Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (DVO-HeilprG) vom 18.2.1939 (RGBl. I S. 259; zuletzt geändert durch Verordnung vom 4.12.2002 - BGBl. I S. 4456), ist die Heilpraktikererlaubnis "zurückzunehmen" (bzw. nach der heutigen verwaltungsverfahrensrechtlichen Terminologie zu widerrufen, vgl. VGH BW, B.v. 2.10.2008 - 9 S 1782/08 - NJW 2009, 458; BayVGH, B.v. 28.7.2000 - 21 ZB 98.3498 - juris Rn. 9), wenn nachträglich Tatsachen eintreten oder bekannt werden, die eine Versagung der Erlaubnis nach § 2 Abs. 1 DVO-HeilprG rechtfertigen würden.Rn. 15 An der Zuverlässigkeit im Sinne des § 2 Abs. 1 Buchst. f DVO-HeilprG fehlt es, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, der Heilpraktiker werde in Zukunft die Vorschriften und Pflichten nicht beachten, die sein Beruf mit sich bringt, und sich dadurch Gefahren für die Allgemeinheit oder die von ihm behandelten Patienten ergeben (vgl. BVerwG, U.v. 28.4.2010 - 3 C 22/09 - NJW 2010, 2901; NdsOVG B.v. 23.10.2008 - 8 PA 75/08 - juris; BayVGH, B.v. 28.7.2000 - 21 ZB 98.3498 - juris Rn. 9;… OVG NW, B.v. 25.2.1998 - 13 B 500/97 - juris Rn. 11 jeweils m.w.N.).
Maßgebend sind insoweit die Verhältnisse im Zeitpunkt der letzten Behördenentscheidung (…vgl. BVerwG, U.v. 28.4.2010, a.a.O.; OVG NW, B.v. 15.1.2003 - 13 A 2774/01 - NJW 2003, 1888; BayVGH, B.v. 28.7.2000 - 21 ZB 98.3498 - juris Rn. 8 m.w.N.).
- BVerfG, 08.04.2010 - 1 BvR 2709/09
Stattgebender Kammerbeschluss: Verletzung der Berufsfreiheit sowie des Anspruchs …
Auszug aus VGH Bayern, 27.05.2020 - 21 CS 20.433
Ein derartiges präventives Berufsverbot ist nach ständiger verfassungsgerichtlicher Rechtsprechung nur unter strengen Voraussetzungen zur Abwehr konkreter Gefahren für wichtige Gemeinschaftsgüter und unter strikter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit statthaft (vgl. BVerfG, B.v. 8.4.2010 - 1 BvR 2709/09 - juris Rn. 10 ff.).Ob diese Voraussetzungen gegeben sind, hänge von einer Gesamtwürdigung der Umstände des Einzelfalls und insbesondere davon ab, ob eine weitere Berufstätigkeit schon vor Rechtskraft des Hauptsacheverfahrens konkrete Gefahren für wichtige Gemeinschaftsgüter befürchten lasse (BVerfG, B.v. 8.4.2010, a.a.O. m.w.N.).
- BVerwG, 10.03.1997 - 6 B 72.96
Berücksichtigung einer Strafaussetzung zur Bewährung innerhalb des Ermessens bei …
Auszug aus VGH Bayern, 27.05.2020 - 21 CS 20.433
Ein Abweichen von den Feststellungen im Strafurteil ist dann veranlasst, wenn gewichtige Anhaltpunkte für deren Unrichtigkeit sprechen, etwa wenn Wiederaufnahmegründe im Sinne des § 359 StPO gegeben sind, die maßgeblichen und tatsächlichen Feststellungen des Strafgerichts erkennbar auf einem Irrtum beruhen oder die Behörde oder die Verwaltungsgerichte ausnahmsweise in der Lage sind, eine für ihre Entscheidung erhebliche, aber strittige Tatsache besser als das Strafgericht aufzuklären (BVerwG, B.v. 10.3.1997 - 6 B 72/96 - juris Rn. 9 m.w.N.).Tut er dies nicht, so muss er den Sachverhalt, der der gerichtlichen Entscheidung zugrunde liegt, im Verwaltungsverfahren gegen sich gelten lassen (vgl. BVerwG, B.v. 10.3.1997 - 6 B 72/96, juris Rn. 9 f.m.w.N;… NdsOVG, B.v. 13.1.2009 - 8 LA 88/98 - juris Rn. 8).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 25.02.1998 - 13 B 500/97
Zulassung als Heilpraktiker; Rücknahme der Heilpraktikererlaubnis; Sittliche …
Auszug aus VGH Bayern, 27.05.2020 - 21 CS 20.433
Rn. 15 An der Zuverlässigkeit im Sinne des § 2 Abs. 1 Buchst. f DVO-HeilprG fehlt es, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, der Heilpraktiker werde in Zukunft die Vorschriften und Pflichten nicht beachten, die sein Beruf mit sich bringt, und sich dadurch Gefahren für die Allgemeinheit oder die von ihm behandelten Patienten ergeben (vgl. BVerwG, U.v. 28.4.2010 - 3 C 22/09 - NJW 2010, 2901; NdsOVG B.v. 23.10.2008 - 8 PA 75/08 - juris;… BayVGH, B.v. 28.7.2000 - 21 ZB 98.3498 - juris Rn. 9; OVG NW, B.v. 25.2.1998 - 13 B 500/97 - juris Rn. 11 jeweils m.w.N.).§ 2 Abs. 1 Buchst. f 1. DVO-HeilprG setzt eine solche strafrechtliche Verurteilung nicht zwingend voraus, sondern gestattet und fordert regelmäßig eine von strafrechtlichen Wertungen unabhängige Würdigung des Sachverhalts (vgl. BVerfG, B.v. 16.1.1991 - 1 BvR 1326/90 - juris; OVG NW, B.v. 25.2.1998 - 13 B 500/97 - juris Rn. 21), wie sie hier vom Antragsgegner und ihm folgend vom Verwaltungsgericht vorgenommen worden ist.
- BVerfG, 16.01.1991 - 1 BvR 1326/90
Verstoß gegen die Unschuldsvermutung bei einer auf § 153a Abs. 2 StPO gestützten …
Auszug aus VGH Bayern, 27.05.2020 - 21 CS 20.433
§ 2 Abs. 1 Buchst. f 1. DVO-HeilprG setzt eine solche strafrechtliche Verurteilung nicht zwingend voraus, sondern gestattet und fordert regelmäßig eine von strafrechtlichen Wertungen unabhängige Würdigung des Sachverhalts (vgl. BVerfG, B.v. 16.1.1991 - 1 BvR 1326/90 - juris;… OVG NW, B.v. 25.2.1998 - 13 B 500/97 - juris Rn. 21), wie sie hier vom Antragsgegner und ihm folgend vom Verwaltungsgericht vorgenommen worden ist. - BVerfG, 02.03.2004 - 1 BvR 784/03
Erlaubnispflicht des Heilens durch Handauflegen
Auszug aus VGH Bayern, 27.05.2020 - 21 CS 20.433
Die Heilpraktikererlaubnis bestärkt den Patienten dabei regelmäßig in der Erwartung, sich in die Hände eines nach heilkundigen Maßstäben Geprüften zu begeben (vgl. BVerfG, B.v. 2.3.2004 - 1 BvR 784/03 - NJW-RR 2004, 705;… VGH BW, U.v. 26.10.2005 - 9 S 2343/04 - juris Rn. 22). - BVerwG, 24.01.2017 - 2 B 75.16
"inkriminierter Sachverhalt"; Anklage; Beamtenverhältnis auf Probe; Beamter auf …
Auszug aus VGH Bayern, 27.05.2020 - 21 CS 20.433
Auch hinsichtlich der tatsächlichen Feststellungen tritt keine Rechtskraft ein (BVerwG, B.v. 24.1.2017 - 2 B 75.16 - juris Rn. 9; insoweit unzutreffend VG Regensburg BA. S. 20). - BVerwG, 26.09.2002 - 3 C 37.01
Approbation, Widerruf der - eines Apothekers; Widerruf einer …
Auszug aus VGH Bayern, 27.05.2020 - 21 CS 20.433
Rn. 25 Grundsätzlich gilt, dass die tatsächlichen Feststellungen, die in einem rechtskräftigen Strafurteil enthalten sind, gerade im Ordnungsrecht regelmäßig zur Grundlage einer behördlichen oder der gerichtlichen Beurteilung der betroffenen Persönlichkeit gemacht werden dürfen, soweit sich nicht gewichtige Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit der Feststellungen ergeben (vgl. zum Strafbefehl BVerwG, U.v. 26.9.2002 - 3 C 37/01 - NJW 2003, 913, 916). - BVerfG, 03.06.2004 - 2 BvR 1802/02
Begriff der Ausübung der Heilkunde
- OVG Nordrhein-Westfalen, 15.01.2003 - 13 A 2774/01
Widerruf der Approbation als Zahnarzt; Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit zur …
- OVG Niedersachsen, 13.01.2009 - 8 LA 88/08
Zulässigkeit der Annahme der Richtigkeit tatsächlicher Feststellungen in einem …
- BGH, 02.04.2014 - 2 StR 554/13
Anforderungen an ein freisprechendes Urteil
- VGH Baden-Württemberg, 26.10.2005 - 9 S 2343/04
Zur Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten eines …
- VGH Bayern, 03.11.1995 - 7 CS 95.3110
Rechtmäßigkeit einer Rücknahme der Heilpraktikererlaubnis bei Bestehen eines …
- VG Würzburg, 26.06.2020 - W 10 K 19.839
Widerruf einer Heilpraktikererlaubnis wegen Steuerhinterziehung
Dieser Zeitpunkt ist auch für die gerichtliche Entscheidung maßgeblich (…BVerwG, U.v. 26.9.2002 - 3 C 37.01 - juris Rn. 28;… BayVGH, B.v. 17.6.2020 - 21 ZB 18.1807 - juris Rn. 15, 16; B.v. 27.5.2020 - 21 CS 20.433 - juris Rn. 15;… VG München, U.v. 19.5.2015 - M 16 K 15.826 - juris Rn. 15 m.w.N.).Unter der "Rücknahme" im Sinne der Vorschrift ist nicht die Rücknahme eines rechtswidrigen Verwaltungsaktes nach Art. 48 des Bayer. Verwaltungsverfahrensgesetzes (BayVwVfG) zu verstehen, sondern der Widerruf eines (im Erteilungszeitpunkt rechtmäßigen) Verwaltungsaktes im Sinne des Art. 49 BayVwVfG (BayVGH, B.v. 27.5.2020 - 21 CS 20.433 - juris Rn. 14 m.w.N.).
Die danach erforderliche Prognose ist anhand der Umstände des Einzelfalles, der Lebensumstände des Heilpraktikers sowie seiner Persönlichkeit, insbesondere seines durch die Art, die Schwere und die Zahl der Verstöße gegen die Berufspflichten manifest gewordenen Charakters zu treffen (BayVGH, B.v. 27.5.2020 - 21 CS 20.433 - juris Rn. 15 m.w.N.;… VG München, U.v. 19.5.2015 - M 16 K 15.826 - juris Rn. 17 m.w.N.).
Die Verwaltungsbehörde und das Verwaltungsgericht dürfen aber die strafgerichtliche Sachverhaltswürdigung ihren Entscheidungen zugrunde legen, wenn keine gewichtigen Zweifel an der Richtigkeit der tatsächlichen Feststellungen bestehen (…BVerwG, U.v. 26.9.2002 - 3 C 37.01 - juris Rn. 38;… U.v. 10.3.1997 - 6 B 72.96 - juris Rn. 9 m.w.N.; BayVGH, B.v. 27.5.2020 - 21 CS 20.433 - juris 25;… B.v. 18.3.2020 - 21 CS 19.2278 - juris Rn. 17;… B.v. 19.7.2013 - 21 ZB 12.2581 - juris Rn. 13).
- VGH Bayern, 22.03.2024 - 21 ZB 20.2245
Widerruf einer Heilpraktikererlaubnis
Rn. 16 1.2.1 An der Zuverlässigkeit im Sinne des § 2 Abs. 1 Buchst. f 1. HeilprGDV fehlt es, wenn keine ausreichende Gewähr dafür besteht, dass der Betroffene in Zukunft seinen Beruf ordnungsgemäß unter Beachtung aller in Betracht kommenden Vorschriften und Berufspflichten ausüben wird, und sich dadurch Gefahren für die Allgemeinheit oder die von ihm behandelten Patienten ergeben (…siehe BVerwG, U.v. 28.4.2010 - 3 C 22/09 - juris Rn. 10;… BayVGH, B.v. 28.7.2000 - 21 ZB 98.3498 - juris Rn. 9; B.v. 27.5.2020 - 21 CS 20.433 - juris Rn. 15).
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