Rechtsprechung
| OLG Düsseldorf, 16.12.2016 - 22 U 76/16 |
Volltextveröffentlichung
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Verfahrensgang
- LG Mönchengladbach, 14.03.2016 - 1 O 305/15
- OLG Düsseldorf, 16.12.2016 - 22 U 76/16
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (18)
- BGH, 10.04.2014 - VII ZR 241/13
Schwarzarbeit wird nicht bezahlt
Auszug aus OLG Düsseldorf, 16.12.2016 - 22 U 76/16
Dem entsprechend steht auch dem Werkunternehmer für erbrachte Leistungen durch Schwarzarbeit kein bereicherungsrechtlicher Anspruch auf Wertersatz gegen den Besteller mehr zu (vgl. BGH, Urteil vom 10. April 2014, VII ZR 241/13).Denn wer bewusst gegen das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz verstößt, soll nach der Absicht des Gesetzgebers schutzlos bleiben und veranlasst werden, solche Geschäfte zu unterlassen (vgl. BGH, Urteil vom 10. April 2014, VII ZR 241/13).
Aus der oben aufgeführten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl., BGH, Urteil vom 10. April 2014, VII ZR 241/13; BGH, Urteil vom 10. April 2014, VII ZR 241/13) folgt dass die Parteien des nach § 134 BGB iVm § 1 Abs. 2 SchwArbG aufgrund beiderseitigen Verstoßes unwirksamen Vertrages weder redlich noch schutzwürdig sind.
Das Landgericht hat zu Recht festgestellt, dass Ansprüche auf Werklohn bzw. die von der Klägerin geltend gemachten Ansprüche, die ersatzweise an dessen Stelle treten könnten, aufgrund der jüngeren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs Zur Nichtigkeit aufgrund Verstoßes gegen § 1 Abs. 2 SchwArbG nicht gegeben sind (vgl. BGH, Urteil vom 10. April 2014, VII ZR 241/13).
- BGH, 01.08.2013 - VII ZR 6/13
Keine Mängelansprüche bei Werkleistungen in Schwarzarbeit
Auszug aus OLG Düsseldorf, 16.12.2016 - 22 U 76/16
Danach ist ein Vertrag jedenfalls dann nichtig, wenn der Unternehmer vorsätzlich gegen § 1 Abs. 2 Nr. 2 SchwArbG verstößt und der Besteller den Verstoß des Unternehmers kenne und bewusst zum eigenen Vorteil ausnutzt (vgl. BGH, Urteil vom 11. Juni 2015; VII ZR 216/14, NJW 2015, 2406; Urteil vom 1. August -, VII ZR 6/13, NJW -, 3167).Nach der vom Bundesgerichtshof in der vorgenannten Rechtsprechung vorgenommenen Neubewertung der Rechtslage bei Schwarzarbeit folgt aus der Nichtigkeit des gegen § 1 Abs. 2 SchwArbG verstoßenden Geschäfts, dass Mängelgewährleistungsansprüche des Bestellers gegen den Werkunternehmer" der seine Leistung durch Schwarzarbeit erbrachte, ausgeschlossen sind (vgl. BGH, Urteil vom 1. August 2018, VII ZR 6/13).
Aus dieser Rechtsprechung folgt, dass eine nach § 134 BGB im öffentlichen Interesse und zum Schutz des allgemeinen Rechtsverkehrs angeordnete Nichtigkeit deshalb allenfalls in ganz engen Grenzen durch eine Berufung auf Treu und Glauben überwunden werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 1. August -, VII ZR 6/13).
- BGH, 22.09.1983 - VII ZR 43/83
Nichtigkeit eines Werkvertrages wegen fehlender Eintragung des Unternehmers in …
Auszug aus OLG Düsseldorf, 16.12.2016 - 22 U 76/16
Entscheidend ist, ob das Gesetz sich nicht, nur gegen den Abschluss des Rechtsgeschäfts wendet, sondern auch gegen seine privatrechtliche Wirksamkeit und damit gegen seinen wirtschaftlichen Erfolg (vgl. BGH, Urteil vom 22. September 1983, VII ZR 43/83, BGHZ 88, 240-24).Insoweit wird die Wirksamkeit verbotswidriger Verträge bejaht mit der Begründung, die gewerbe- und handwerksordnungsrechtlichen Pflichten, die in § 1 Abs. 2 Nr. 4 und 5 SchwArbG aufgeführt seien, stellten lediglich einseitige Verbotstatbestände dar, deren Durchsetzung mittels öffentlich-rechtlicher Sanktionen gewährleistet sei und daher keine zivilrechtlichen Konsequenzen im Verhältnis der Vertragspartner zueinander erforderten (vgl. BGH, Urteil vom 22. September 1983, VII ZR 43/83, BGHZ 88, 240-248, Rn. 12; OLG Hamm, NJW-RR 1990, 523;… Werner, in: Werner/Pastor, Der Bauprozess, 14. Aufl. Rdn. 1302; Stamm NZBau 2009, 78, 87 f;… Sack, in: Staudinger (2011) BGB § 134, Rn. 275).
- BGH, 23.09.1982 - VII ZR 183/80
Nichtigkeit von gegen das Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit verstoßenen …
Auszug aus OLG Düsseldorf, 16.12.2016 - 22 U 76/16
Der Sinn und Zweck des Gesetzes zur Bekämpfung der Schwarzarbeit geht somit dahin, nicht nur als Ordnungsvorschrift den tatsächlichen Vorgang der Schwarzarbeit einzuschränken, sondern darüber hinaus im Interesse der wirtschaftlichen Ordnung dem zugrundeliegenden Rechtsgeschäft die rechtliche Wirkung zu versagen (vgl. BGH, Urteil vom 23. September 1982, VII ZR 183/80).Die dortige Argumentation ist auch auf den vorliegenden Fall übertragbar, wie bereits die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 1982 zeigt (Urteil vom 23. September 1982, VII ZR 183/80, BGHZ 85, 39-50, Rn. 29).
- BGH, 20.12.1984 - VII ZR 388/83
Schwarzarbeit
Auszug aus OLG Düsseldorf, 16.12.2016 - 22 U 76/16
Dementsprechend wird im Falle eines einseitigen Verstoßes gegen § 1 Abs. 2 Nr. 5 SchwArbG bei Unkenntnis des anderen Vertragsteils eine Nichtigkeit im Regelfall verneint (vgl. BGH, Urteil vom 20. Dezember 1984, VII ZR 388/83, NJW 1985, 2403; BGH, Urteil vom 19. Januar 1984, VII ZR 121/83, NJW 1984, 1175; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 5. Februar 2016, 23 U 110/15; OLG Oldenburg, Urteil vom 3. Februar 2009, 2 U 9/06; OLG Koblenz, Urteil vom 13. Dezember 2000, 9 U 968/99).Teilweise wird demgegenüber die Folge der Nichtigkeit des Vertrages nach § 134 BGB wegen eines Verstoßes gegen § 1 Abs. 2. Nr. 5. SchwArbG bei Kenntnis des Vertragspartners, der diese Situation bewusst für sich ausnutzt, zumindest als naheliegend (vgl. BGH, Urteil vom 20. Dezember 1984, VII ZR 388/83, NJW 1985, 2403) angesehen bzw. unmittelbar bejaht (vgl. BGH, Urteil vom 31. Mai 1990, VII ZR 336/89, AGHZ 111, 308 - 314, Rn. 10; OLG Düsseldorf, Urteil vom 16. Oktober 1992, 22 U 230/91; OLG Koblenz, Urteil vom 13. Dezember 2000, 9 U 968/99; KG Berlin, Urteil vom Juli 2006, 24 U 374/02; Vygen, in: Ingenstau/Korbion, VOB, 18. Aufl., 2014, vor §§ 8, 9 Rn. 53; Kniffka, in Kompendium des Baurechts, 4. Aufl. 2015, 5.
- OLG Koblenz, 13.12.2000 - 9 U 968/99
Auszug aus OLG Düsseldorf, 16.12.2016 - 22 U 76/16
Dementsprechend wird im Falle eines einseitigen Verstoßes gegen § 1 Abs. 2 Nr. 5 SchwArbG bei Unkenntnis des anderen Vertragsteils eine Nichtigkeit im Regelfall verneint (vgl. BGH, Urteil vom 20. Dezember 1984, VII ZR 388/83, NJW 1985, 2403; BGH, Urteil vom 19. Januar 1984, VII ZR 121/83, NJW 1984, 1175; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 5. Februar 2016, 23 U 110/15; OLG Oldenburg, Urteil vom 3. Februar 2009, 2 U 9/06; OLG Koblenz, Urteil vom 13. Dezember 2000, 9 U 968/99).Teilweise wird demgegenüber die Folge der Nichtigkeit des Vertrages nach § 134 BGB wegen eines Verstoßes gegen § 1 Abs. 2. Nr. 5. SchwArbG bei Kenntnis des Vertragspartners, der diese Situation bewusst für sich ausnutzt, zumindest als naheliegend (vgl. BGH, Urteil vom 20. Dezember 1984, VII ZR 388/83, NJW 1985, 2403) angesehen bzw. unmittelbar bejaht (vgl. BGH, Urteil vom 31. Mai 1990, VII ZR 336/89, AGHZ 111, 308 - 314, Rn. 10; OLG Düsseldorf, Urteil vom 16. Oktober 1992, 22 U 230/91; OLG Koblenz, Urteil vom 13. Dezember 2000, 9 U 968/99; KG Berlin, Urteil vom Juli 2006, 24 U 374/02; Vygen, in: Ingenstau/Korbion, VOB, 18. Aufl., 2014, vor §§ 8, 9 Rn. 53; Kniffka, in Kompendium des Baurechts, 4. Aufl. 2015, 5.
- BGH, 20.05.2009 - VIII ZR 247/06
Zulassung einer erstmals im Berufungsrechtszug erfolgten unstreitigen …
Auszug aus OLG Düsseldorf, 16.12.2016 - 22 U 76/16
Anderenfalls würde unter Außerachtlassung des wahren Sachverhaltes, letztlich ein materiell falsches Urteil ergehen (vgl. BGH, Urteil vom 20. Mai 2009, VIII ZR 247/06, NJW 2009, 2532; OLG Rostock, Urteil vom 11. Juli 2006, 4 U 128/04, NJOZ 2006, 4279; OLG Hamm, Urteil vom 10. Februar 2003, 18 U 93/02, NJW 2003, 2325). - BGH, 10.01.1985 - III ZR 93/83
Sachdienlichkeit einer Klageänderung
Auszug aus OLG Düsseldorf, 16.12.2016 - 22 U 76/16
Die Sachdienlichkeit einer Klageänderung ist hingegen im Allgemeinen zu verneinen, wenn ein völlig, neuer Streitstoff in den Rechtsstreit eingeführt werden soll, bei dessen Beurteilung das Ergebnis der bisherigen Prozessführung nicht verwertet werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 10. Januar 1985, III ZR 93183, NJW 1985, 1841). - OLG Rostock, 11.07.2006 - 4 U 128/04
Schadensersatz wegen Verletzung der Objektüberwachungspflicht
Auszug aus OLG Düsseldorf, 16.12.2016 - 22 U 76/16
Anderenfalls würde unter Außerachtlassung des wahren Sachverhaltes, letztlich ein materiell falsches Urteil ergehen (vgl. BGH, Urteil vom 20. Mai 2009, VIII ZR 247/06, NJW 2009, 2532; OLG Rostock, Urteil vom 11. Juli 2006, 4 U 128/04, NJOZ 2006, 4279; OLG Hamm, Urteil vom 10. Februar 2003, 18 U 93/02, NJW 2003, 2325). - OLG Hamm, 10.02.2003 - 18 U 93/02
Zur Zulässigkeit neuen Vorbringens in der Berufungsinstanz
Auszug aus OLG Düsseldorf, 16.12.2016 - 22 U 76/16
Anderenfalls würde unter Außerachtlassung des wahren Sachverhaltes, letztlich ein materiell falsches Urteil ergehen (vgl. BGH, Urteil vom 20. Mai 2009, VIII ZR 247/06, NJW 2009, 2532; OLG Rostock, Urteil vom 11. Juli 2006, 4 U 128/04, NJOZ 2006, 4279; OLG Hamm, Urteil vom 10. Februar 2003, 18 U 93/02, NJW 2003, 2325). - OLG Dresden, 22.04.2005 - 11 W 104/05
Voraussetzungen der Haftung nach dem Gesetz zur Sicherung von Bauforderungen
- BGH, 11.06.2015 - VII ZR 216/14
Entgelt für Schwarzarbeit wird auch bei Mängeln nicht zurückgezahlt
- BGH, 31.05.1990 - VII ZR 336/89
Wertersatz bei Schwarzarbeit
- BGH, 19.01.1984 - VII ZR 121/83
Nichtigkeit eines Werkvertrages bei Verstoß des Unternehmers gegen das Gesetz zur …
- OLG Düsseldorf, 05.02.2016 - 23 U 110/15
Rechtsfolgen der Beschäftigung von Schwarzarbeitern durch einen Bauunternehmer …
- OLG Oldenburg, 03.02.2009 - 2 U 9/06
Umfang des entgangenen Gewinns nach vorzeitiger Beendigung eines Werkvertrages …
- KG, 17.07.2006 - 24 U 374/02
Bauvertrag: Nichtigkeit bei einseitigem Verstoß des Unternehmers gegen das …
- OLG Düsseldorf, 16.10.1992 - 22 U 230/91
Schwarzarbeit
- OLG Frankfurt, 06.03.2023 - 29 U 115/22
Keine Kenntnis des Vertragspartners von Verstoß gegen Schwarzarbeitergesetz
Dieser Verstoß gegen § 1 Abs. 2 Nr. 5 SchwarzArbG führt jedoch nicht zur Nichtigkeit des Vertrags gemäß § 134 BGB, wenn der Vertragspartner - wie hier der Beklagte - davon keine Kenntnis hatte (OLG Köln, Urt. v. 16.12.2021 - 7 U 12/20, NZBau 2022, 222 Rn. 25 f.; Hanseatisches OLG, Urt. v. 14.9.2018 - 11 U 138/17, BeckRS 2018, 49605 Rn. 34; KG, Urt. v. 5.9.2017 - 7 U 136/16, NJW-RR 2018, 890 Rn. 24 f.; OLG Düsseldorf Urt. v. 16.12.2016 - I-22 U 76/16, BeckRS 2016, 137597 Rn. 23; von Rintelen, in: Messerschmidt/Voit, 4. Aufl. 2022, BGB § 631 Rn. 43; Bayer/Hoffmann, NJW 2021, 2926; Kniffka, in: Kniffka/Koeble/Jurgeleit/Sacher, Kompendium des Baurechts, 5. Aufl. 2020, 4.
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