Rechtsprechung
| OVG Thüringen, 07.05.2015 - 3 VO 515/13 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Justiz Thüringen
Zu den Voraussetzungen für die Anordnung der Ersatzzwangshaft
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- kanzlei-schenderlein.de (Kurzinformation)
Gewerbeuntersagung: Ersatzzwangshaft wegen fehlender Abmeldung?
Verfahrensgang
- VG Weimar, 17.07.2013 - 3 S 573/13
- OVG Thüringen, 07.05.2015 - 3 VO 515/13
Papierfundstellen
- NVwZ-RR 2016, 5
- NJ 2016, 216
Wird zitiert von ... (5) Zitiert selbst (5)
- OVG Thüringen, 05.06.2012 - 1 EO 284/12
Beitreibung von Zwangsgeld nach Erfüllung einer Unterlassungspflicht
Auszug aus OVG Thüringen, 07.05.2015 - 3 VO 515/13
Vor dem Hintergrund dieser Rechtslage kann auch nicht die vom Verwaltungsgericht Weimar angeführte Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen (Beschluss vom 18.07.1996 - 4 E 461/95 - NVwZ-RR 1997, 764, juris), wonach selbst die Befolgung der Ordnungsverfügung der Anordnung der Ersatzzwangshaft nicht entgegensteht, ohne weiteres auf Thüringen übertragen werden (vgl. hierzu die Entscheidung des 1. Senats des Thüringer Oberverwaltungsgerichts vom 05.06.2012 - 1 EO 284/12 - NVwZ 2013, 6). - BVerwG, 06.12.1956 - I C 10.56
Rechtsmittel
Auszug aus OVG Thüringen, 07.05.2015 - 3 VO 515/13
Weil es sich bei der Zwangshaft um einen schwerwiegenden Eingriff in die durch Art. 2 Abs. 2 GG gewährleistete Freiheit der Person handelt, muss sie das letzte Mittel sein, zu dem der Staat Zuflucht nimmt, um seine rechtmäßigen Anordnungen gegenüber uneinsichtigen Bürgern durchzusetzen (BVerwG, Urteil vom 06.12.1956 - I C 10/56 - NJW 1957, 602; juris). - OLG Düsseldorf, 28.01.1998 - 5 Ss OWi 11/98
Auszug aus OVG Thüringen, 07.05.2015 - 3 VO 515/13
Betriebsaufgabe im vorgenannten Sinne ist die vollständige und endgültige Einstellung der Gewerbeausübung auf der Grundlage einer entsprechenden Willensentschließung des Inhabers oder einer vollziehbaren behördlichen Gewerbeuntersagung (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 28.01.1998 - 5 ss (OWi) 11/98 u. a. - NVwZ-RR 1998, 494, VG München, Beschluss vom 17.06.2013 - M 16 X 13.987 - m. w. N.; juris). - OVG Nordrhein-Westfalen, 18.07.1996 - 4 E 461/95
Gewerberecht: Anordnung der Ersatzzwangshaft bei Uneinbringlichkeit eines …
Auszug aus OVG Thüringen, 07.05.2015 - 3 VO 515/13
Vor dem Hintergrund dieser Rechtslage kann auch nicht die vom Verwaltungsgericht Weimar angeführte Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen (Beschluss vom 18.07.1996 - 4 E 461/95 - NVwZ-RR 1997, 764, juris), wonach selbst die Befolgung der Ordnungsverfügung der Anordnung der Ersatzzwangshaft nicht entgegensteht, ohne weiteres auf Thüringen übertragen werden (vgl. hierzu die Entscheidung des 1. Senats des Thüringer Oberverwaltungsgerichts vom 05.06.2012 - 1 EO 284/12 - NVwZ 2013, 6). - VG München, 17.06.2013 - M 16 X 13.987
Einstellung eines untersagten Gewerbes; Gewerbeabmeldung; Ersatzzwangshaft; …
Auszug aus OVG Thüringen, 07.05.2015 - 3 VO 515/13
Betriebsaufgabe im vorgenannten Sinne ist die vollständige und endgültige Einstellung der Gewerbeausübung auf der Grundlage einer entsprechenden Willensentschließung des Inhabers oder einer vollziehbaren behördlichen Gewerbeuntersagung (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 28.01.1998 - 5 ss (OWi) 11/98 u. a. - NVwZ-RR 1998, 494, VG München, Beschluss vom 17.06.2013 - M 16 X 13.987 - m. w. N.; juris).
- VGH Baden-Württemberg, 28.04.2016 - 6 S 29/16
Pflicht zur Dokumentation der Fortführung eines untersagten Gewerbes bei …
Dieser Eingriff muss daher das letzte Mittel des Staates bleiben, um seine rechtmäßigen Anordnungen gegenüber uneinsichtigen Bürgern durchzusetzen (vgl. bereits: BVerwG, Urteil vom 06.12.1956 - I C 10.56 -, NJW 1957, 602; ebenso: Thür. OVG, Beschluss vom 07.05.2015 - 3 VO 515/13 -, NVwZ-RR 2016, 5; Bay. VGH, Beschluss vom 12.02.1996 - 8 C 96.216 -, NVwZ-RR 1997, 69), und bedarf deshalb einer strengen Prüfung der Verhältnismäßigkeit.Der bestandskräftigen Gewerbeuntersagungsverfügung vom 27.02.2013 kommt damit insoweit die Bedeutung einer endgültigen Betriebseinstellung zu (vgl. zum Ganzen: Thür. OVG, Beschluss vom 07.05.2015, a.a.O.; VG München…, Beschluss vom 17.06.2013, a.a.O.; VG Würzburg, Beschluss vom 17.09.2015 - W 6 X 15.731 -, juris; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 28.01.1998 - 5 Ss (OWi) 11/98 -, NVwZ-RR 1998, 494; KG Berlin, Beschluss vom 13.08.1993 - 5 Ws (B) 242/93 -, GewArch 1994, 193; Tettinger/Wank/Ennuschat, GewO, 8 Aufl., § 14 RdNr. 60;… Marcks, in: Landmann/Rohmer, GewO, § 14 RdNr. 48).
- VG Potsdam, 09.03.2018 - 8 M 4/18
Pass- und Ausweisrecht
Die Vorschrift stellt eine Schutzbestimmung zu Gunsten des Schuldners dar (vgl. OVG Weimar, Beschluss vom 7. Mai 2015 - 3 VO 515/13 -, juris, zu der insoweit inhaltsgleichen Regelung in § 49 Abs. 1 ThürVwZVG; OVG Münster…, Beschluss vom 20. April 2012 - 13 E 64/12 -, juris, Rz. 48, zu § 61 Abs. 1 VwVG NRW). - VG Cottbus, 29.10.2018 - 3 M 20/18
Polizeirecht
7 Die Ersatzzwangshaft hat wie das vorangegangene Zwangsgeld die Funktion eines Beugemittels, mit dem auf den Willen des Vollstreckungsschuldners derart eingewirkt werden soll, dass er die zu vollstreckende Verpflichtung - hier das Fernbleiben aus dem konkret definierten Teil der Cottbuser Innenstadt - erfüllt; sie besitzt keinen Strafcharakter (vgl. Bayerischer VGH…, Beschluss vom 29. August 2017 - 12 C 17.1544 -, juris Rn. 23; Thüringer OVG, Beschluss vom 7. Mai 2015 - 3 VO 515/13 -, NVwZ-RR 2016, 5, 6, juris Rn. 12). - VG Gera, 10.04.2025 - 4 V 360/25
Zwangsgeldandrohung und nachfolgender Antrag auf Anordnung von Ersatzzwangshaft …
Soweit § 49 Abs. 1 Hs. 2 ThürVwZVG eine Hinweispflicht dergestalt entnommen wird, darüber zu belehren, dass die Vollstreckungsbehörde nur ein Antragsrecht hat und allein das Verwaltungsgericht die Ersatzzwangshaft anordnen kann (so wohl OVG Weimar, Beschl. v. 7.5.2015 - 3 VO 515/13 = BeckRS 2015, 53750 Rn. 10), lässt sich dies der Vorschrift nicht entnehmen. - VG Cottbus, 28.10.2018 - 3 M 20/18
Polizeirecht
Die Ersatzzwangshaft hat wie das vorangegangene Zwangsgeld die Funktion eines Beugemittels, mit dem auf den Willen des Vollstreckungsschuldners derart eingewirkt werden soll, dass er die zu vollstreckende Verpflichtung - hier das Fernbleiben aus dem konkret definierten Teil der Cottbuser Innenstadt - erfüllt; sie besitzt keinen Strafcharakter (vgl. Bayerischer VGH…, Beschluss vom 29. August 2017 - 12 C 17.1544 -, juris Rn. 23; Thüringer OVG, Beschluss vom 7. Mai 2015 - 3 VO 515/13 -, NVwZ-RR 2016, 5, 6, juris Rn. 12).
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