Rechtsprechung
| AG Erfurt, 14.09.2012 - 36 F 141/11 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- openjur.de
- Justiz Thüringen
§ 1671 Abs 2 Nr 2 BGB, § 1684 BGB
Elterliche Sorge: Gemeinsame Sorge bei Getrenntleben; Zulässigkeit der gerichtlichen Anordnung eines Betreuungs-Wechselmodells - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- FamRZ 2013, 1590
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (16)
- KG, 28.02.2012 - 18 UF 184/09
Elterliche Sorge: Anordnung eines Betreuungs-Wechselmodells bei entgegenstehendem …
Auszug aus AG Erfurt, 14.09.2012 - 36 F 141/11
d.h. weniger beschränkende Maßnahmen, die auch geeignet sein müssen, begegnet werden kann (BVerfG, FamRZ 2004, 1015; FamRZ 2004, 354; Kammergericht, Beschluss vom 28.02.2012, Az. 18 UF 184/09).In Literatur und Rechtsprechung überwiegt die Auffassung, dass die Anordnung des (Betreuungs)-Wechselmodells bei widerstreitenden Anträgen gar nicht möglich sei, da der Konsens zur Durchführung der wechselseitigen Betreuung fehle (vgl. Schwab, FamRZ 1998, 457) und ein gemeinsamer Kooperationswille der Eltern unverzichtbare Voraussetzung sei (vgl. BGH, Beschl. v. 14.10.1992 - Az. XII ZB 150/91 - FamRZ 1993, 314, OLG Stuttgart, Beschluss vom 14.3.2007, - Az 16 UF 13/07 - OLG Hamm NJW 2012, 398; weitere Nachweise in KG, Beschluss vom 28.02.2012 a.a.O.).
Nur vereinzelt wurde trotz anders lautenden Anträgen der Fortbestand des Wechselmodells [vgl. AG Hannover, Beschl. v. 13.10.2000 - 608 F 2223/99 SO - FamRZ 2001, 846 (einstweilige Anordnung) und AG Hannover, Beschluss vom 10.08.2001, Az. 608 F 2223/99 SO, 608 F 2223/99 - JAmt 2001, 557(Hauptsache); KG, Beschluss vom 28.02.2012, a.a.O.] bestimmt.
- BGH, 12.12.2007 - XII ZB 158/05
Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge bei völliger Zerrüttung der …
Auszug aus AG Erfurt, 14.09.2012 - 36 F 141/11
Dabei kommt es insbesondere darauf an, dass eine Verständigung der Eltern über wichtige Sorgerechtsfragen überhaupt noch in einer Art und Weise möglich ist, die auch bei Meinungsverschiedenheiten der Eltern eine dem Kindeswohl dienliche Entscheidung gewährleistet (ständige Rechtsprechung; siehe auch Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 21.7.2010, NJW 2010, 3008 ff.; Bundesgerichtshof, Beschluss vom 12.12.2007, FamRZ 2008, 592; = NJW 2008, 994; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2011, Aktenzeichen 4 UF 96/11).Rn. 39 Dabei ist es von Verfassungswegen nicht geboten, der gemeinsamen Sorge gegenüber der alleinigen Sorge den Vorrang einzuräumen (vgl. BVerfG, FamRZ 2004, 354; BVerfG FamRZ 2004, 1015, 1016; BGH FamRZ 2008, 592); ein solcher Vorrang ist auch nicht in der Regelung des § 1671 BGB enthalten.
- BVerfG, 18.12.2003 - 1 BvR 1140/03
Zur elterlichen Sorge für Kinder aus geschiedener Ehe
Auszug aus AG Erfurt, 14.09.2012 - 36 F 141/11
Rn. 39 Dabei ist es von Verfassungswegen nicht geboten, der gemeinsamen Sorge gegenüber der alleinigen Sorge den Vorrang einzuräumen (vgl. BVerfG, FamRZ 2004, 354; BVerfG FamRZ 2004, 1015, 1016; BGH FamRZ 2008, 592); ein solcher Vorrang ist auch nicht in der Regelung des § 1671 BGB enthalten.d.h. weniger beschränkende Maßnahmen, die auch geeignet sein müssen, begegnet werden kann (BVerfG, FamRZ 2004, 1015; FamRZ 2004, 354; Kammergericht, Beschluss vom 28.02.2012, Az. 18 UF 184/09).
- BVerfG, 01.03.2004 - 1 BvR 738/01
Verfassungsmäßigkeit einer Sorgerechtsentscheidung
Auszug aus AG Erfurt, 14.09.2012 - 36 F 141/11
Rn. 39 Dabei ist es von Verfassungswegen nicht geboten, der gemeinsamen Sorge gegenüber der alleinigen Sorge den Vorrang einzuräumen (vgl. BVerfG, FamRZ 2004, 354; BVerfG FamRZ 2004, 1015, 1016; BGH FamRZ 2008, 592); ein solcher Vorrang ist auch nicht in der Regelung des § 1671 BGB enthalten.d.h. weniger beschränkende Maßnahmen, die auch geeignet sein müssen, begegnet werden kann (BVerfG, FamRZ 2004, 1015; FamRZ 2004, 354; Kammergericht, Beschluss vom 28.02.2012, Az. 18 UF 184/09).
- BVerfG, 21.07.2010 - 1 BvR 420/09
Elternrecht des Vaters
Auszug aus AG Erfurt, 14.09.2012 - 36 F 141/11
Dabei kommt es insbesondere darauf an, dass eine Verständigung der Eltern über wichtige Sorgerechtsfragen überhaupt noch in einer Art und Weise möglich ist, die auch bei Meinungsverschiedenheiten der Eltern eine dem Kindeswohl dienliche Entscheidung gewährleistet (ständige Rechtsprechung; siehe auch Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 21.7.2010, NJW 2010, 3008 ff.; Bundesgerichtshof, Beschluss vom 12.12.2007, FamRZ 2008, 592; = NJW 2008, 994; OLG Köln, Beschluss vom 04.07.2011, Aktenzeichen 4 UF 96/11). - EGMR, 03.12.2009 - 22028/04
Mehr Sorgerecht für ledige Väter
Auszug aus AG Erfurt, 14.09.2012 - 36 F 141/11
Die vorbeschriebene Sichtweise wird auch durch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 03.12.2009 (Aktenzeichen 22028/04) und des Bundesverfassungsgericht vom 21.07.2010 (1 BvL 420/09) nicht berührt, da Gegenstand dieser Verfahren allein die nichtbestehenden Möglichkeit des Vaters war, überhaupt mit in die elterliche Sorge einbezogen zu werden. - BGH, 11.05.2005 - XII ZB 33/04
Übertragung der elterlichen Sorge auf einen Elternteil allein wegen Uneinigkeit …
Auszug aus AG Erfurt, 14.09.2012 - 36 F 141/11
Elterliche Gemeinsamkeit lässt sich weder vom Gesetzgeber noch von den Gerichten verordnen; streiten sich Eltern bei Fortbestehen der gemeinsamen Sorge fortwährend über die das Kind betreffenden Angelegenheiten, kann dies zu Belastungen führen, die mit dem Wohl des Kindes nicht vereinbar sind (vgl. BGH FamRZ 2005, 1167 ff.; BGH FamRZ 1999, 1646, 1647). - BGH, 29.09.1999 - XII ZB 3/99
Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge und Übertragung des alleinigen …
Auszug aus AG Erfurt, 14.09.2012 - 36 F 141/11
Elterliche Gemeinsamkeit lässt sich weder vom Gesetzgeber noch von den Gerichten verordnen; streiten sich Eltern bei Fortbestehen der gemeinsamen Sorge fortwährend über die das Kind betreffenden Angelegenheiten, kann dies zu Belastungen führen, die mit dem Wohl des Kindes nicht vereinbar sind (vgl. BGH FamRZ 2005, 1167 ff.; BGH FamRZ 1999, 1646, 1647). - OLG Stuttgart, 14.03.2007 - 16 UF 13/07
Sorgerecht: Zulässigkeit der gerichtlichen Anordnung eines Wechselmodells
Auszug aus AG Erfurt, 14.09.2012 - 36 F 141/11
In Literatur und Rechtsprechung überwiegt die Auffassung, dass die Anordnung des (Betreuungs)-Wechselmodells bei widerstreitenden Anträgen gar nicht möglich sei, da der Konsens zur Durchführung der wechselseitigen Betreuung fehle (vgl. Schwab, FamRZ 1998, 457) und ein gemeinsamer Kooperationswille der Eltern unverzichtbare Voraussetzung sei (vgl. BGH, Beschl. v. 14.10.1992 - Az. XII ZB 150/91 - FamRZ 1993, 314, OLG Stuttgart, Beschluss vom 14.3.2007, - Az 16 UF 13/07 - OLG Hamm NJW 2012, 398; weitere Nachweise in KG…, Beschluss vom 28.02.2012 a.a.O.). - BGH, 14.10.1992 - XII ZB 150/91
Änderung der Anordnung zum gemeinsamen Sorgerecht
Auszug aus AG Erfurt, 14.09.2012 - 36 F 141/11
In Literatur und Rechtsprechung überwiegt die Auffassung, dass die Anordnung des (Betreuungs)-Wechselmodells bei widerstreitenden Anträgen gar nicht möglich sei, da der Konsens zur Durchführung der wechselseitigen Betreuung fehle (vgl. Schwab, FamRZ 1998, 457) und ein gemeinsamer Kooperationswille der Eltern unverzichtbare Voraussetzung sei (vgl. BGH, Beschl. v. 14.10.1992 - Az. XII ZB 150/91 - FamRZ 1993, 314, OLG Stuttgart, Beschluss vom 14.3.2007, - Az 16 UF 13/07 - OLG Hamm NJW 2012, 398; weitere Nachweise in KG…, Beschluss vom 28.02.2012 a.a.O.). - OLG Frankfurt, 16.12.2011 - 4 UF 257/11
Voraussetzungen für die Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge
- OLG Naumburg, 07.04.2005 - 3 UF 183/04
Annahme des Scheiterns einer Ehe bei endgültiger Abwendung nur eines Ehegatten
- OLG Hamm, 25.07.2011 - 8 UF 190/10
Gerichtliche Anordnung eines Wechselmodells; Anspruch eines Elternteils auf …
- OLG Köln, 04.07.2011 - 4 UF 96/11
Ablehnung der Übertragung von Teilbereichen der elterlichen Sorge auf die …
- OLG Zweibrücken, 14.01.1997 - 5 UF 80/96
Unwiderlegbare Vermutung des Scheiterns einer Ehe bei fehlender Zustimmung; …
- AG Hannover, 13.10.2000 - 608 F 2223/99
Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf die Kindesmutter im Wege der …
- BGH, 01.02.2017 - XII ZB 601/15
Anordnung des Wechselmodells durch Umgangsregelung des Familiengerichts
Rn. 14 Demgegenüber sehen andere die gerichtliche Anordnung des Wechselmodells auch gegen den Willen eines Elternteils grundsätzlich als zulässig an, wobei unterschiedlich beurteilt wird, ob eine entsprechende Anordnung als - gegebenenfalls ausschließliche - sorgerechtliche Regelung (so OLG Schleswig SchlHA 2014, 456; Sünderhauf Wechselmodell S. 376 ff.; Hammer FamRZ 2015, 1433, 1438 f.; vgl. auch OLG Naumburg FamRZ 2014, 1860) oder als Umgangsregelung ergehen kann (so KG Berlin FamRZ 2012, 886; OLG Hamburg FamRZ 2016, 912; AG Erfurt FamRZ 2013, 1590; Schmid NZFam 2016, 818, 819 f.; Sünderhauf/Rixe FamRB 2014, 418, 420 f.; Gutjahr FPR 2006, 301, 304). - OLG Frankfurt, 04.02.2016 - 4 UF 274/15
Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge aus Gründen des Kindeswohls
Kann hingegen in den wenigen Angelegenheiten, in denen eine Mitwirkung beider Elternteile erforderlich ist, eine Verständigung erwartet werden, ist die gemeinsame elterliche Sorge in der Regel beizubehalten (ständige Rechtsprechung des Senats, vgl. OLG Frankfurt, FamFR 2012, 310; so auch OLG Köln, ZKJ 2011, 472; AG Erfurt, FamRZ 2013, 1590). - OLG Frankfurt, 05.12.2018 - 4 UF 167/18
Geteilte Betreuung und gemeinsames Aufenthaltsbestimmungsrecht
Die vollständige oder teilweise Aufhebung der gemeinsamen Sorge ist zum Wohle des Kindes dann geboten, wenn und soweit zwischen den Eltern in den im Rahmen der gemeinsamen Sorgerechtsausübung zu regelnden Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung kein Mindestmaß an Verständigungsmöglichkeiten hergestellt werden kann (vgl. BGH, FamRZ 2008, 592; OLG Frankfurt, FamRZ 2014, 317; FamFR 2012, 310; OLG Köln, ZKJ 2011, 472; AG Erfurt, FamRZ 2013, 1590).
- OLG Schleswig, 19.12.2013 - 15 UF 55/13
Elterliche Sorge: Voraussetzungen für die Anordnung des sog. Wechselmodells
Rn. 57 In anderen Entscheidungen wird das Wechselmodell ausdrücklich gegen den Willen angeordnet (OLG Brandenburg vom 02.06.2008 - 15 UF 95/07 - FamRZ 2009, 709; vom 31.01.2010 - 13 UF 41/09; OLG Jena vom 22.08.2011 - 2 UF 295/11; KG vom 28.02.2012 - 18 UF 184/04 - FamRZ 2012, 886; AG Erfurt vom 14.09.2012 - 36 F 141/11- veröffentlicht bei juris;… umfassend zum Wechselmodell und den Streitfragen s. Sünderhauf a.a.O. m.w.N.). - AG Heidelberg, 19.08.2014 - 31 F 15/14
Wechselmodell gegen den Willen eines Elternteils
Zudem handelt es sich insoweit nicht um eine Rechtsfrage, sondern um eine Wertung der Auswirkungen des Umgangs auf die Kinder und damit um einen Aspekt des Kindeswohls (zutreffend: AG Erfurt, FamRZ 2013, 1590 (1591)). - OLG München, 31.08.2016 - 16 UF 1019/16
Anordnung des Wechselmodells gegen den Willen eines Elternteils de lege lata - …
Rn. 13 Die Gegenansicht nimmt eine Regelungsbefugnis des Familiengerichts auch gegen den Willen eines Elternteils bereits de lege lata an, wobei diese Befugnis zum Teil aus § 1684 BGB abgeleitet wird (OLG Hamburg FamRZ 2016, 912 mit krit. Anm. Hammer; AG Erfurt FamRZ 2013, 1590 und FamRZ 2015, 339; AG Heidelberg FF 2015, 31 mit krit. Anm. Clausius).
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