Rechtsprechung
| OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Ablauf des Nutzungsrechts für ein Grab; Zustimmung zur Umbettung der Gebeine der Eltern; Fortbestehen des Persönlichkeitsrechts eines Verstorbenen in seinem Leichnam
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Frankenthal, 17.11.1992 - 7 O 1552/92
- OLG Zweibrücken, 11.05.1993 - 4 U 3/93
- OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93
Papierfundstellen
- NJW-RR 1993, 1482
- MDR 1993, 878
- FamRZ 1993, 1493
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (10)
- RG, 05.04.1937 - IV 18/37
1. Ist für Art und Ort der Bestattung der ausdrücklich kundgegebene oder aus den …
Auszug aus OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93
Über die Art seiner Bestattung und den Ort der letzten Ruhestätte entscheidet in erster Linie der Wille des Verstorbenen (RGZ 100, 171, 173; 108, 217, 220; 154, 269, 270).Nur wenn und soweit ein erkennbarer Wille des Verstorbenen nicht vorliegt, sind nach einem ungeschriebenen gewohnheitsrechtlichen Rechtsgrundsatz nicht die Erben als solche, sondern die nächsten Angehörigen des Verstorbenen berechtigt und verpflichtet, den Ort der letzten Ruhestätte auszuwählen und sonstige Maßnahmen der Totenfürsorge zu treffen (RGZ 154, 269, 270 f; OLG Saarbrücken VersR 1964, 1257 [OLG Saarbrücken 06.03.1964 - 3 U 132/62] ; KG FamRZ 1969, 414, 415; BGHZ 61, 238 = MDR 1974, 29 Nr. 11 = FamRZ 1973, 620 Nr. 286 m.w.Nw.; BGH FamRZ 1978, 15 Nr. 3 = MDR 1978, 299 Nr. 17; LG München I FamRZ 1982, 849, 850; BGH NJW-RR 1992, 834 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] = FamRZ 1992, 657 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] ).
Vielmehr ergibt sich die Totenfürsorge der Angehörigen aus der Nachwirkung des familienrechtlichen Verhältnisses, das den Toten zu Lebzeiten mit den überlebenden Angehörigen verbunden hat, und berührt auch sittliche Pflichten (RGZ 154, 269, 271; OVG Berlin DÖV 1964, 557; KG FamRZ 1969, 414, 415; LG München I FamRZ 1982, 849;… Palandt-Edenhofer, BGB, 52. Aufl. 1993, Einl. vor § 1922 Rdnr. 19).
Sind mehrere nächste Angehörige vorhanden, dann hat sich spätestens seit dem Inkrafttreten des § 2 Abs. 3 des Reichsgesetzes über die Feuerbestattung vom 15. Mai 1934 - in Rheinland-Pfalz ersetzt durch § 9 des Landesgesetzes über das Friedhofs- und Bestattungswesen (Bestattungsgesetz) vom 4. März 1983 - der Grundsatz durchgesetzt, daß die dem Verstorbenen am nächsten stehende Person unter den Angehörigen der überlebende Ehegatte ist, der - bei fehlender Anordnung durch den Verstorbenen selbst - in erster Linie und mit Vorrang vor den anderen Angehörigen berechtigt und verpflichtet ist, über Art und Ort der Bestattung zu bestimmen (RGZ 154, 269, 271 f; LG München I FamRZ 1982, 849, 850); denn von ihm kann in aller Regel die größte Rücksichtnahme auf den Willen des Verstorbenen erwartet werden (KG FamRZ 1969, 414, 415).
Nach diesen Grundsätzen bestimmt sich auch die Berechtigung zu einer Umbettung des Toten (RGZ 154, 269, 272).
- KG, 24.01.1969 - 16 U 1010/68
Auszug aus OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93
Daran sind die Angehörigen gebunden (BGH NJW-RR 1992, 834 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] ; KG FamRZ 1969, 414; OLG Frankfurt NJW-RR 1989, 1159).Nur wenn und soweit ein erkennbarer Wille des Verstorbenen nicht vorliegt, sind nach einem ungeschriebenen gewohnheitsrechtlichen Rechtsgrundsatz nicht die Erben als solche, sondern die nächsten Angehörigen des Verstorbenen berechtigt und verpflichtet, den Ort der letzten Ruhestätte auszuwählen und sonstige Maßnahmen der Totenfürsorge zu treffen (RGZ 154, 269, 270 f; OLG Saarbrücken VersR 1964, 1257 [OLG Saarbrücken 06.03.1964 - 3 U 132/62] ; KG FamRZ 1969, 414, 415; BGHZ 61, 238 = MDR 1974, 29 Nr. 11 = FamRZ 1973, 620 Nr. 286 m.w.Nw.; BGH FamRZ 1978, 15 Nr. 3 = MDR 1978, 299 Nr. 17; LG München I FamRZ 1982, 849, 850; BGH NJW-RR 1992, 834 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] = FamRZ 1992, 657 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] ).
Vielmehr ergibt sich die Totenfürsorge der Angehörigen aus der Nachwirkung des familienrechtlichen Verhältnisses, das den Toten zu Lebzeiten mit den überlebenden Angehörigen verbunden hat, und berührt auch sittliche Pflichten (RGZ 154, 269, 271; OVG Berlin DÖV 1964, 557; KG FamRZ 1969, 414, 415; LG München I FamRZ 1982, 849;… Palandt-Edenhofer, BGB, 52. Aufl. 1993, Einl. vor § 1922 Rdnr. 19).
Sind mehrere nächste Angehörige vorhanden, dann hat sich spätestens seit dem Inkrafttreten des § 2 Abs. 3 des Reichsgesetzes über die Feuerbestattung vom 15. Mai 1934 - in Rheinland-Pfalz ersetzt durch § 9 des Landesgesetzes über das Friedhofs- und Bestattungswesen (Bestattungsgesetz) vom 4. März 1983 - der Grundsatz durchgesetzt, daß die dem Verstorbenen am nächsten stehende Person unter den Angehörigen der überlebende Ehegatte ist, der - bei fehlender Anordnung durch den Verstorbenen selbst - in erster Linie und mit Vorrang vor den anderen Angehörigen berechtigt und verpflichtet ist, über Art und Ort der Bestattung zu bestimmen (RGZ 154, 269, 271 f; LG München I FamRZ 1982, 849, 850); denn von ihm kann in aller Regel die größte Rücksichtnahme auf den Willen des Verstorbenen erwartet werden (KG FamRZ 1969, 414, 415).
- BGH, 26.02.1992 - XII ZR 58/91
Letzter Wille zur Totenfürsorge
Auszug aus OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93
Daran sind die Angehörigen gebunden (BGH NJW-RR 1992, 834 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] ; KG FamRZ 1969, 414; OLG Frankfurt NJW-RR 1989, 1159).Nur wenn und soweit ein erkennbarer Wille des Verstorbenen nicht vorliegt, sind nach einem ungeschriebenen gewohnheitsrechtlichen Rechtsgrundsatz nicht die Erben als solche, sondern die nächsten Angehörigen des Verstorbenen berechtigt und verpflichtet, den Ort der letzten Ruhestätte auszuwählen und sonstige Maßnahmen der Totenfürsorge zu treffen (RGZ 154, 269, 270 f; OLG Saarbrücken VersR 1964, 1257 [OLG Saarbrücken 06.03.1964 - 3 U 132/62] ; KG FamRZ 1969, 414, 415; BGHZ 61, 238 = MDR 1974, 29 Nr. 11 = FamRZ 1973, 620 Nr. 286 m.w.Nw.; BGH FamRZ 1978, 15 Nr. 3 = MDR 1978, 299 Nr. 17; LG München I FamRZ 1982, 849, 850; BGH NJW-RR 1992, 834 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] = FamRZ 1992, 657 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] ).
- BGH, 26.10.1977 - IV ZR 151/76
Einwilligung in die Umbettung eines Verstorbenen - Entscheidung über die Art der …
Auszug aus OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93
Nur wenn und soweit ein erkennbarer Wille des Verstorbenen nicht vorliegt, sind nach einem ungeschriebenen gewohnheitsrechtlichen Rechtsgrundsatz nicht die Erben als solche, sondern die nächsten Angehörigen des Verstorbenen berechtigt und verpflichtet, den Ort der letzten Ruhestätte auszuwählen und sonstige Maßnahmen der Totenfürsorge zu treffen (RGZ 154, 269, 270 f; OLG Saarbrücken VersR 1964, 1257 [OLG Saarbrücken 06.03.1964 - 3 U 132/62] ; KG FamRZ 1969, 414, 415; BGHZ 61, 238 = MDR 1974, 29 Nr. 11 = FamRZ 1973, 620 Nr. 286 m.w.Nw.; BGH FamRZ 1978, 15 Nr. 3 = MDR 1978, 299 Nr. 17; LG München I FamRZ 1982, 849, 850; BGH NJW-RR 1992, 834 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] = FamRZ 1992, 657 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] ).Ein wichtiger Grund für eine Umbettung kann auch vorliegen, wenn der Verstorbene den Wunsch hatte, an einem bestimmten Ort beerdigt zu werden, die Bestattung aber an einem anderen Ort erfolgt ist (vgl. BGH FamRZ 1978, 15 = MDR 1978, 299).
- RG, 28.10.1920 - VI 261/20
Kriterien hinsichtlich einer Bestimmung des Ortes und der Art einer Beerdigung …
Auszug aus OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93
Über die Art seiner Bestattung und den Ort der letzten Ruhestätte entscheidet in erster Linie der Wille des Verstorbenen (RGZ 100, 171, 173; 108, 217, 220; 154, 269, 270).Dies beruht weder auf § 1968 BGB noch darauf, daß das Persönlichkeitsrecht eines Verstorbenen in seinem Leichnam als fortbestehend angesehen wird (so allerdings RGZ 100, 171, 173).
- BGH, 20.09.1973 - III ZR 148/71
Umfang der Beerdigungskosten
Auszug aus OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93
Nur wenn und soweit ein erkennbarer Wille des Verstorbenen nicht vorliegt, sind nach einem ungeschriebenen gewohnheitsrechtlichen Rechtsgrundsatz nicht die Erben als solche, sondern die nächsten Angehörigen des Verstorbenen berechtigt und verpflichtet, den Ort der letzten Ruhestätte auszuwählen und sonstige Maßnahmen der Totenfürsorge zu treffen (RGZ 154, 269, 270 f; OLG Saarbrücken VersR 1964, 1257 [OLG Saarbrücken 06.03.1964 - 3 U 132/62] ; KG FamRZ 1969, 414, 415; BGHZ 61, 238 = MDR 1974, 29 Nr. 11 = FamRZ 1973, 620 Nr. 286 m.w.Nw.; BGH FamRZ 1978, 15 Nr. 3 = MDR 1978, 299 Nr. 17; LG München I FamRZ 1982, 849, 850; BGH NJW-RR 1992, 834 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] = FamRZ 1992, 657 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] ). - OLG Frankfurt, 23.03.1989 - 16 U 82/88
Totenfürsorge: Berücksichtigung des ausdrücklich geäußerten Bestattungswunsches …
Auszug aus OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93
Daran sind die Angehörigen gebunden (BGH NJW-RR 1992, 834 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] ; KG FamRZ 1969, 414; OLG Frankfurt NJW-RR 1989, 1159). - OLG Oldenburg, 19.06.1990 - 12 U 26/90
Exhumierung und Umbettung eines Toten ohne Vorhandensein einer testamentarischen …
Auszug aus OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93
Ebenfalls nach diesen Grundsätzen bestimmt sich, ob ein Recht der Angehörigen auf Umbettung des Toten besteht (OLG Oldenburg FamRZ 1990, 1273, 1274) [OLG Oldenburg 19.06.1990 - 12 U 26/90] . - RG, 05.07.1923 - VI 1308/22
Umbettung einer Leiche
Auszug aus OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93
Über die Art seiner Bestattung und den Ort der letzten Ruhestätte entscheidet in erster Linie der Wille des Verstorbenen (RGZ 100, 171, 173; 108, 217, 220; 154, 269, 270). - OVG Berlin, 28.02.1963 - VI B 40.61
Auszug aus OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93
Vielmehr ergibt sich die Totenfürsorge der Angehörigen aus der Nachwirkung des familienrechtlichen Verhältnisses, das den Toten zu Lebzeiten mit den überlebenden Angehörigen verbunden hat, und berührt auch sittliche Pflichten (RGZ 154, 269, 271; OVG Berlin DÖV 1964, 557; KG FamRZ 1969, 414, 415; LG München I FamRZ 1982, 849;… Palandt-Edenhofer, BGB, 52. Aufl. 1993, Einl. vor § 1922 Rdnr. 19).
- OVG Nordrhein-Westfalen, 15.10.2001 - 19 A 571/00
Anteilige Erstattung von Kosten für die Bestattung eines verstorbenen Bruders; …
Rn. 44 Vgl. Reichsgericht, Urteil vom 5. April 1937 - IV 18/37 -, RGZ 154, 269 (270 f.); BGH, Urteile vom 26. Februar 1992 - XII ZR 58/91 -, FamRZ 1992, 657 und vom 26. Oktober 1977 - IV ZR 151/76 -, FamRZ 1978, 15; OLG Zweibrücken, Urteil vom 28. Mai 1993 - 4 U 3/93 -, FamRZ 1993, 1493; OVG Berlin, Urteil vom 28. Februar 1963 - VI B 40/61 -, DÖV 1964, 557; ferner v. Staudinger/Boehmer, BGB, V. Band, 11. A., 1954, § 1922 Rdnr. 150; Gaedke, a.a.O., S. 118; schließlich Kießling, in: NJW 1969, 533 (536 f.), der rechtshistorisch das Institut der Totenfürsorge aus dem entscheidend ein Auftrags- und Pflichtmoment enthaltenden Muntbegriff herleitet.Rn. 46 Vgl. BGH, Urteile vom 26. Februar 1992 und vom 26. Oktober 1977, jeweils a.a.O.; OLG Zweibrücken, Urteil vom 28. Mai 1993, a.a.O.; ferner KG, Urteil vom 24. Januar 1969 - 16 U 1010/68 -, FamRZ 1969, 414 (415); LG Bonn, Urteil vom 3. März 1993 - 5 S 72/92 -, Rechtspfleger 1993, 448; Gaedke, a.a.O., S. 118.
Rn. 53 Vgl. Reichsgericht, Urteil vom 5. April 1937, a.a.O., S. 271 f.; OLG Zweibrücken, Urteil vom 28. Mai 1993, a.a.O.; KG, Urteil vom 24. Januar 1969, a.a.O.; v. Staudinger/Böhmer, a.a.O.; RGRK-BGB, 11. A., 1960, V. Band, § 1968 Anm. 4.
- OLG Naumburg, 08.10.2015 - 1 U 72/15
Recht zur Totenfürsorge: Einstweiliger Rechtsschutz; gewohnheitsrechtlicher …
Eine Umbettung kann nur aus ganz besonderen Gründen veranlasst werden (BGH NJW 1954, 720, 721; BGH, Urteil vom 26.10.1977, IV ZR 151/76, BeckRS 1977, 31117013; OLG Karlsruhe MDR 1990, 443; OLG Oldenburg NJW-RR 1990, 1416, 1417; OLG Zweibrücken NJW-RR 1993, 1482). - AG Brandenburg, 05.03.2009 - 31 C 223/08
Gewohnheitsrecht der Totenfürsorge: Beachtlichkeit des Willens minderjähriger …
Rn. 42 Für die Frage, wer für die Totenfürsorge zuständig ist, ist aber in erster Linie der Wille des Verstorbenen maßgebend, an den auch seine Angehörigen/Hinterbliebenen und/oder die vom Verstorbenen hierzu postmortal bevollmächtigte Person gebunden sind ( RG, RGZ Band 100, Seiten 171 ff.; RG, RGZ Band 108, Seiten 217 ff.; RG, RGZ Band 154, Seiten 269 ff.; BGH, FamRZ 1978, Seite 15; BGH, FamRZ 1992, Seite 657; KG Berlin, FamRZ 1969, Seiten 414 f.; OLG Schleswig, FamRZ 1986, Seiten 1093 f.; OLG Frankfurt/Main, NJW-RR 1989, Seite 1159; OLG Karlsruhe, MDR 1990, Seiten 443 f.; OLG Karlsruhe, MDR 2001, Seite 2980; OLG Oldenburg, FamRZ 1990, Seiten 1273 f.; OLG Zweibrücken, NJW-RR 1993, Seiten 1482 f. = FamRZ 1993, Seiten 1493 f.; LG Gießen, NJW-RR 1995, Seite 264; AG Wiesbaden, FamRZ 2007, Seiten 827 ff. ).Rn. 47 Soweit aber ein ganz konkreter Wille des Verstorbenen hinsichtlich des konkreten Ortes seiner Bestattung nicht erkennbar ist - wie hier -, sind nach dem o. g. Gewohnheitsrecht seine nächsten Angehörigen zur diesbezüglichen Bestimmung berechtigt und verpflichtet, d. h. hier den konkreten Ort der letzten Ruhestätte in der Nähe des Flusses Havel auszuwählen und sonstige Maßnahmen der Totenfürsorge zu treffen, wobei der nächste Angehörige bei der Ausübung des Bestimmungsrechts hinsichtlich der Art und Weise der Bestattung auch an den irgendwie geäußerten oder auch nur mutmaßlichen Willen des Verstorbenen (hier also eine Verbrennung, da der Verstorbene von " Asche über die Havel verstreut " sprach) gebunden bleibt ( RG, RGZ Band 154, Seiten 269 ff.; BGH, BGHZ 61, Seite 238 = MDR 1974, Seite 29 = FamRZ 1973, Seite 620; BGH FamRZ 1978, 15 Nr. 3 = MDR 1978, Seite 299; BGH, BGHZ 61, Seite 238 = MDR 1974, Seite 29 = FamRZ 1973, Seite 620; BGH FamRZ 1978, 15 Nr. 3 = MDR 1978, Seite 299; BGH FamRZ 1992, Seite 657; BayVerwGH, Beschluss vom 08.05.2008, Az.: 4 ZB 06.3294; OLG Saarbrücken, VersR 1964, Seite 1257; KG Berlin, FamRZ 1969, Seiten 414 f.; OLG Zweibrücken, MDR 1993, Seite 878 = FamRZ 1993, Seiten 1493 f. = NJW-RR 1993, Seiten 1482 f.; LG München I, FamRZ 1982, Seiten 849 f.; BGH, BGHZ 61, Seite 238 = MDR 1974, Seite 29 = FamRZ 1973, Seite 620; BGH FamRZ 1978, 15 Nr. 3 = MDR 1978, Seite 299; LG Paderborn, FamRZ 1981, Seiten 700 f.; AG Frankfurt/Main, FamRZ 1997, Seiten 1505 f.; AG Wiesbaden, FamRZ 2007, Seiten 827 ff. = NJW 2007, Seiten 2562 f. ).
Rn. 48 Dieses Recht der Totenfürsorge ergibt sich für die Angehörigen aus der Nachwirkung des familienrechtlichen Verhältnisses, das den Toten zu Lebzeiten mit den überlebenden Angehörigen verbunden hat, und berührt auch sittliche Pflichten ( RG, RGZ Band 154, Seiten 269 ff.; OVG Berlin, DÖV 1964, Seite 557; KG Berlin, FamRZ 1969, Seiten 414 f.; OLG Karlsruhe, MDR 1990, Seiten 443 f.; OLG Zweibrücken, MDR 1993, Seite 878 = FamRZ 1993, Seiten 1493 f. = NJW-RR 1993, Seiten 1482 f.; Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht, Beschluss vom 18.12.2006, Az.: 8 LA 131/06, in: "juris" = NdsVbl.
- AG Brandenburg, 05.07.2013 - 35 C 16/13
Totenfürsorgerecht - Recht eines Kindes zur Bestimmung der Modalitäten zu …
3 Z 24/90|OLG Oldenburg; 19.06.1990; 12 U 26/90">FamRZ 1990, Seiten 1273 f.; OLG Zweibrücken, NJW-RR 1993, Seiten 1482 f. = FamRZ 1993, Seiten 1493 f.; OLG Zweibrücken, Rpfleger 2005, Seiten 666 f. = MDR 2006, Seite 398 = FGPrax 2006, Seite 21; LG München II, Urteil vom 19.07.2012, Az.: 8 S 1752/12, u. a. in: ZErb 2013, Seiten 16 ff. = BeckRS 2013, Nr. 00836; LG Braunschweig, Urteil vom 01.10.2004, Az.: 4 O 905/04, u. a. in: juris; LG Gießen, NJW-RR 1995, Seite 264; AG Brandenburg an der Havel, FamRZ 2009, Seiten 1518 ff. = BeckRS 2009, Nr.: 08486; AG Wiesbaden, FamRZ 2007, Seiten 827 ff.). - OLG Karlsruhe, 16.03.2026 - 5 WF 30/25
Anordnung einer Exhumierung zur Vaterschaftsfeststellung
Nach diesen Grundsätzen bestimmt sich auch die Berechtigung zu einer Umbettung des Toten (RGZ 154, 269, 272, OLG Zweibrücken vom 28. Mai 1993 - 4 U 3/93, juris Rn. 26). - OLG Celle, 13.03.2000 - 15 UFH 1/00
Selbstständiges Beweisverfahren sowie Beweiserfordernis und Beweisanordnung; …
Dies wiederum bedeutet sowohl, dass nahe Blutsverwandte des früheren Beklagten, deren Einbeziehung in eine Begutachtung im gegebenen Defizienzfall dem schwerer wiegenden Eingriff in die Totenruhe vorginge, die Mitwirkung verweigern dürfen, als auch, dass die (analog § 2 des Feuerbestattungsgesetzes) zur Totenfürsorge berechtigten nächsten Angehörigen des Verstorbenen, deren Legitimation nicht mit der Bestattung geendet hat, sondern an der beigesetzten Leiche fortbesteht (…Staudinger/Dilcher BGB 13. Aufl. § 90 Rz. 26 a. E.;… Gaedke, Handbuch des Friedhofs- und Bestattungsrechts 5. Aufl. Seite 183; LG Detmold NJW 1958, 265 [LG Detmold 30.08.1957 - O 226/57] = FamRZ 1958, 280 m. Anm. Baumann) und sich infolge der persönlichkeitsrechtlichen Ableitung vom Verstorbenen (H. Schünemann, Die Rechte am menschlichen Körper 1985 Seite 282;… MünchKomm.BGB/Leipold 3. Aufl. § 1922 Rz. 51) auf die Entnahme von Gewebe und anderer Körpersubstanz erstreckt (…Gaedke a.a.O. Seite 117; Gucht JR 1973, 234 bezüglich Leichenöffnung), dem Eingriff in die für die (…an die Mindestruhezeit anzulehnende, vgl. Staudinger/Dilcher a.a.O. § 90 Rz. 23;… Schünemann a.a.O. Seite 273) Dauer der Totenehrung zu schützende Totenruhe (BGH FamRZ 1978, 15; OLG Zweibrücken NJW-RR 1993, 1982 = MDR 1993, 878; OLG Oldenburg FamRZ 1990, 1273, 1274 [OLG Oldenburg 19.06.1990 - 12 U 26/90]; OLG Frankfurt NJW-RR 1989, 1159, 1160; OLG Schleswig NJW-RR 1987, 72, 73 [OLG Schleswig 14.05.1986 - 4 U 202/85]; LG Gießen NJW-RR 1995, 264, 265 [LG Gießen 29.06.1994 - 1 S 109/94];… LG Detmold a.a.O.; Baumann FamRZ 1958, 281, 282) durch Exhumierung der Persönlichkeitshülle und Verletzung des Leichnams nicht entgegen dem - sie grundsätzlich bindenden (BGH NJW-RR 1992, 834 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91] = FamRZ 1992, 657 [BGH 26.02.1992 - XII ZR 58/91]) - mutmaßlichen Willen des Verstorbenen zuzustimmen brauchen. - LG Lübeck, 24.07.2014 - 14 S 194/13
Umbettung eines Verstorbenen - widersprechender Angehöriger zur Umbettung
Nach Maßgabe der von dem Reichsgericht (RGZ 154, 269, 270 f.) begründeten, von dem Bundesgerichtshof und den Obergerichten (BGH, Urteil vom 26.02.1992, - XII ZR 58/91 - OLG Karlsruhe, Urteil vom 26.07.2008, - 9 U 198/00 - OLG Zweibrücken, Urteil vom 28.05.1993, - 4 U 3/93 - OLG Oldenburg (Oldenburg), Urteil vom 19.06.1990, 12 U 26/90 - OLG Karlsruhe, Urteil vom 14.04.1988, - 9 U 50/87 - auch: VG Gelsenkirchen…, Urteil vom 04.11.2008, - 14 K 1641/08 - MünchKomm/BGB-Küpper, 6. Auflage, 2013, § 1968 Rn 6 f., Schlüter in: Erman, BGB, Kommentar, 13. Auflage, 2011, § 168 Rn 2) fortentwickelten Rechtsprechung gestaltet sich die Rechtslage in einem Fall wie dem Vorliegenden nach folgenden Erwägungen:. - OVG Schleswig-Holstein, 26.06.2002 - 2 L 158/01
Anspruch gegen die Heranziehung zum Ersatz von Bestattungskosten; Gefahr für die …
Das Recht und die Pflicht zur Totenfürsorge der Angehörigen ergibt sich aus der Nachwirkung des familienrechtlichen Verhältnisses, das den Toten zu Lebzeiten mit den überlebenden Angehörigen verbunden hat, und berührt auch sittliche Pflichten (OLG Zweibrücken, Urt. v. 28.05.1993 - 4 U 3/93 -, NJW-RR 93, 1482 m.w.N.).
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Rechtsprechung
| OLG Naumburg, 04.03.1993 - 4 U 3/93 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Klage gegen die Versicherungsgesellschaft auf Schadensersatz wegen falscher Beratung; Lebensversicherung als Vertragspartner einer Werkverkehrsversicherung; Rechtsfolgen einer Klage gegen den falschen Klagegegner
- juris (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- EVERS.OK(Abodienst) (Leitsatz)
Sachwalterhaftung, Eigenhaftung des Vertreters
Verfahrensgang
- LG Halle, 27.11.1992 - 4 O 166/92
- OLG Naumburg, 04.03.1993 - 4 U 3/93
Papierfundstellen
- VersR 1993, 1355
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Rechtsprechung
| OLG Zweibrücken, 11.05.1993 - 4 U 3/93 |
Volltextveröffentlichung
- juris (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Frankenthal, 17.11.1992 - 7 O 1552/92
- OLG Zweibrücken, 11.05.1993 - 4 U 3/93
- OLG Zweibrücken, 28.05.1993 - 4 U 3/93
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