Rechtsprechung
| OLG Düsseldorf, 15.03.2000 - 5 U 116/99 |
Volltextveröffentlichung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Wird zitiert von ... (2)
- AG Brandenburg, 24.06.2016 - 34 C 39/16 Materielle Anspruchsvoraussetzungen für einen Unterlassungsanspruch ist insofern die objektive ernstliche Besorgnis weiterer Störungen, wobei eine vorangegangene rechtswidrige Verletzung in der Regel eine tatsächliche Vermutung für die Wiederholungsgefahr begründet (OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.03.2000, Az.: 5 U 116/99, u.a. in: Streit 4/2000, Seiten 179 ff.).
Nach der herrschenden Rechtsprechung stellen insofern aber Äußerungen im engsten Familienkreis ähnliche Fälle im Sinne des § 193 StGB dar, mit der Folge, dass hier ein dem Ehrschutz entzogener Freiraum besteht, so dass der Verfügungskläger gegen die Verfügungsbeklagte hier keinen derartigen Anspruch bei Äußerung der Verfügungsbeklagten gegenüber ihrem engsten Familienkreis - insbesondere gegenüber ihrem Ehemann, ihrer Mutter oder ihren Großeltern (wie hier ihrer Großmutter, der Zeugin K…) - bzw. gegenüber den sie behandelnden Ärzten und/oder Psychotherapeuten oder gegenüber ihrem Rechtsanwalt bzw. gegenüber einem Geistlichen in seiner Eigenschaft als ihr Seelsorger hat (OLG Dresden, Beschluss vom 18.03.2013, Az.: 4 U 2067/12, u.a. in: OLG Report Ost 2/2014 Anm. 5; OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.03.2000, Az.: 5 U 116/99, u.a. in: Streit 4/2000, Seiten 179 ff. LG Hamburg, Urteil vom 19.04.2012, Az.: 319 O 262/11, u.a. in: Streit 2013, Seiten 85 ff.).
Nach der Rechtsprechung ist ein dem Ehrschutz entzogener Freiraum nämlich insbesondere der engste Familienkreis (BGH, NJW 1993, Seiten 525 ff. = MDR 1993, Seiten 230 f. BGH, NJW 1984, Seite 1104; OLG Dresden, Beschluss vom 18.03.2013, Az.: 4 U 2067/12, u.a. in: OLG Report Ost 2/2014 Anm. 5; OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.03.2000, Az.: 5 U 116/99, u.a. in: Streit 4/2000, Seiten 179 ff.; OLG Koblenz, Urteil vom 24.02.1989, Az.: 10 U 283/88; u.a. in: NJW-RR 1989, Seiten 1195 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 13.02.1974, Az.: 15 U 140/73, u.a. in: NJW 1974, Seiten 1250 f.; LG Hamburg, Urteil vom 19.04.2012, Az.: 319 O 262/11, u.a. in: Streit 2013, Seiten 85 ff.).
Äußerungen gegenüber diesen Personen stellen deswegen ähnliche Fälle im Sinne des § 193 StGB dar und sind damit nicht rechtswidrig (OLG Dresden, Beschluss vom 18.03.2013, Az.: 4 U 2067/12, u.a. in: OLG Report Ost 2/2014 Anm. 5; OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.03.2000, Az.: 5 U 116/99, u.a. in: Streit 4/2000, Seiten 179 ff. OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.01.1992, Az.: 15 U 245/90, u.a. in: OLG-Report 1992, Seiten 134 ff.; OLG Koblenz, Urteil vom 24.02.1989, Az.: 10 U 283/88; u.a. in: NJW-RR 1989, Seiten 1195 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 13.02.1974, Az.: 15 U 140/73, u.a. in: NJW 1974, Seiten 1250 f.; LG Hamburg, Urteil vom 19.04.2012, Az.: 319 O 262/11, u.a. in: Streit 2013, Seiten 85 ff.).
Jeder muss die Möglichkeit haben, sich mit seinen engsten Verwandten und auch mit seinem behandelnden Arzt bzw. Psychotherapeuten oder seinem Rechtsanwalt bzw. gegenüber seinem Geistlichen ohne jede Rücksichtnahme auf andere frei auszusprechen, ohne sich in einem Gerichtsverfahren rechtfertigen zu müssen (BGH, NJW 1993, Seiten 525 f.; OLG Dresden, Beschluss vom 18.03.2013, Az.: 4 U 2067/12, u.a. in: OLG Report Ost 2/2014 Anm. 5; OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.03.2000, Az.: 5 U 116/99, u.a. in: Streit 4/2000, Seiten 179 ff. OLG Koblenz, Urteil vom 24.02.1989, Az.: 10 U 283/88; u.a. in: NJW-RR 1989, Seiten 1195 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 13.02.1974, Az.: 15 U 140/73, u.a. in: NJW 1974, Seiten 1250 f.; LG Hamburg, Urteil vom 19.04.2012, Az.: 319 O 262/11, u.a. in: Streit 2013, Seiten 85 ff.).
Denn Offenheit und gegenseitiges Vertrauen ist nicht nur gegenüber Ärzten, Rechtsanwälten und Geistlichen sondern auch zwischen nahen Angehörigen unentbehrlich (OLG Dresden, Beschluss vom 18.03.2013, Az.: 4 U 2067/12, u.a. in: OLG Report Ost 2/2014 Anm. 5; OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.03.2000, Az.: 5 U 116/99, u.a. in: Streit 4/2000, Seiten 179 ff. OLG Düsseldorf, NJW 1974, Seite 1250 OLG Koblenz, Urteil vom 24.02.1989, Az.: 10 U 283/88; u.a. in: NJW-RR 1989, Seiten 1195 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 13.02.1974, Az.: 15 U 140/73, u.a. in: NJW 1974, Seiten 1250 f.; LG Hamburg, Urteil vom 19.04.2012, Az.: 319 O 262/11, u.a. in: Streit 2013, Seiten 85 ff.) und deswegen unabhängig davon privilegiert, ob die Familienangehörigen in einem Haushalt zusammen leben oder nicht.
Da die behandelnde Psychologin zudem der Schweigepflicht unterliegt, ist auch nicht zu besorgen, dass die von der Verfügungsbeklagten ihr gegenüber gemachten Äußerungen an dritte Personen gelangen, die nicht der Schweigepflicht unterliegen (OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.03.2000, Az.: 5 U 116/99, u.a. in: Streit 4/2000, Seiten 179 ff. OLG Koblenz, Urteil vom 24.02.1989, Az.: 10 U 283/88; u.a. in: NJW-RR 1989, Seiten 1195 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 13.02.1974, Az.: 15 U 140/73, u.a. in: NJW 1974, Seiten 1250 f.; LG Hamburg, Urteil vom 19.04.2012, Az.: 319 O 262/11, u.a. in: Streit 2013, Seiten 85 ff.).
Denn auch das Gespräch mit dem eigenen Anwalt ist vom straf- und zivilrechtlichen Ehrenschutz frei, soweit es unter dem Schutz des Berufsgeheimnisses steht (OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.03.2000, Az.: 5 U 116/99, u.a. in: Streit 4/2000, Seiten 179 ff. OLG Koblenz, Urteil vom 24.02.1989, Az.: 10 U 283/88; u.a. in: NJW-RR 1989, Seiten 1195 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 13.02.1974, Az.: 15 U 140/73, u.a. in: NJW 1974, Seiten 1250 f.).
Auch die Äußerungen, die die Verfügungsbeklagte in dem hiesigen Gerichtsverfahren - insbesondere im Verhandlungstermin - machte, können grundsätzlich nicht mit Ehrenschutzklagen abgewehrt werden (BGH, NJW 1992, Seiten 1314 f.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.03.2000, Az.: 5 U 116/99, u.a. in: Streit 4/2000, Seiten 179 ff.).
Eine Ausnahme könnte nur dann in Betracht kommen, wenn die Verfügungsklägerin als Partei leichtfertig Behauptungen aufstellt, deren Unhaltbarkeit ohne weiteres auf der Hand liegen (OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.03.2000, Az.: 5 U 116/99, u.a. in: Streit 4/2000, Seiten 179 ff. AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 26.05.2016, Az.: 34 C 40/15, u.a. in: "juris") und wenn die verletzende Behauptung offensichtlich ohne jeden inneren Zusammenhang mit der Ausführung oder Verteidigung von Rechten steht (AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 26.05.2016, Az.: 34 C 40/15, u.a. in: "juris").
Dies ist hier aber nicht der Fall, da die Behauptung der Verfügungsbeklagten im Zusammenhang mit ihrer Behauptung stand, der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs sei zutreffend, und zur Unterstützung ihres Vortrags, es sei zu sexuellen Übergriffen gekommen, aufgestellt worden ist (OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.03.2000, Az.: 5 U 116/99, u.a. in: Streit 4/2000, Seiten 179 ff.).
Die Einbeziehung von (engsten) Bekannten und Freunden der Verfügungsbeklagten - wie hier der Familie H… - in diesen Personenkreis scheidet insofern aber schon im Hinblick auf Abgrenzungsschwierigkeiten grundsätzlich aus (OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.03.2000, Az.: 5 U 116/99, u.a. in: Streit 4/2000, Seiten 179 ff. OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.01.1992, Az.: 15 U 245/90, u.a. in: OLG-Report 1992, Seiten 134 ff.), so dass dem Antrag des Verfügungsklägers noch im zuerkannten Umfang hier durch das Gericht zu entsprechen ist.
- OLG Dresden, 18.03.2013 - 4 U 2067/12
Persönlichkeitsrecht; Meinungsfreiheit
Für Äußerungen gegenüber dem Arbeitgeber folgt dies aus § 13 AGG, die Privilegierung auch von Aussagen gegenüber dem Lebensgefährten ist in der obergerichtlichen Rechtsprechung anerkannt (OLG Düsseldorf, Urteil vom 15.3.2000, 5 U 116/99) und damit zumindest für das PKH-Verfahren zugrunde zu legen.
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