Rechtsprechung
| OLG Köln, 12.07.2017 - 5 U 144/16 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- openjur.de
- NRWE (Rechtsprechungsdatenbank NRW)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BGB § 823 Abs. 1 ; BGB § 249 Abs. 1
Voraussetzungen von Schadensersatzansprüchen naher Angehöriger des Verletzten wegen sog. Schockschäden - Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Voraussetzungen von Schadensersatzansprüchen naher Angehöriger des Verletzten wegen sog. Schockschäden
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Köln, 26.10.2016 - 25 O 326/15
- LG Köln, 26.10.2016 - 25 O 326715
- OLG Köln, 12.07.2017 - 5 U 144/16
- BGH, 21.05.2019 - VI ZR 299/17
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (13)
- BGH, 10.02.2015 - VI ZR 8/14
Schadensersatz bei Verkehrsunfall mit Personenschaden: Haftung für psychische …
Auszug aus OLG Köln, 12.07.2017 - 5 U 144/16
Rn. 23 a) Das deutsche Recht kennt bislang keinen gesetzlich geregelten Anspruch für eine Entschädigung beim Tod oder bei schwerer Verletzung eines nahen Angehörigen (siehe aber den Regierungsentwurf vom 08.02.2017 "Entwurf eines Gesetzes zur Einführung eines Anspruchs auf Hinterbliebenengeld", abrufbar unter www.bmjv.de) In Rechtsprechung und Literatur ist jedoch seit langem anerkannt, dass psychische Beeinträchtigungen, die jemand infolge eines Unfalltodes oder einer schweren Gesundheitsverletzung eines nahen Angehörigen erleidet, eine zum Schadensersatz verpflichtende Gesundheitsverletzung im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB darstellen können (vgl. BGH Urteil vom 13.01.1976, VI ZR 58/74; Urteil vom 31.01.1984, VI ZR 56/82; Urteil vom 27.01.2015, VI ZR 548/12; Urteil vom 10.02.2015, VI ZR 8/14;… Münchener Kommentar-Wagner, 7. Auflage 2017, § 823, Rz. 186 ff;… Palandt-Grüneberg, 76. Auflage 2017, vor § 249, Rz. 40).Ein solcher Anspruch setzt voraus, dass die durch den Angehörigen erlittenen psychische Beeinträchtigungen echten Krankheitswert haben und damit einen pathologisch fassbaren Gesundheitsschaden darstellen, der nach Art und Schwere über das hinausgeht, was nahe Angehörige in vergleichbarer Lage erfahrungsgemäß erleiden (vgl. BGH, Urteil vom 27.01.2015, VI ZR 548/12; Urteil vom 10.02.2015, VI ZR 8/14).
Rn. 25 c) Entgegen der Annahme des Landgerichts setzt ein Schmerzensgeldanspruch wegen des Erleidens eines sog. Schockschadens nicht grundsätzlich das Miterleben oder die Nachricht vom Tode eines nahen Angehörigen voraus (vgl. etwa BGH, Urteil vom 10.02.2015, VI ZR 8/14; Urteil vom 05.02.1985, VI ZR 198/83).
- BGH, 27.01.2015 - VI ZR 548/12
Schadensersatz nach Tod durch Verkehrsunfall: Voraussetzungen eines …
Auszug aus OLG Köln, 12.07.2017 - 5 U 144/16
Rn. 23 a) Das deutsche Recht kennt bislang keinen gesetzlich geregelten Anspruch für eine Entschädigung beim Tod oder bei schwerer Verletzung eines nahen Angehörigen (siehe aber den Regierungsentwurf vom 08.02.2017 "Entwurf eines Gesetzes zur Einführung eines Anspruchs auf Hinterbliebenengeld", abrufbar unter www.bmjv.de) In Rechtsprechung und Literatur ist jedoch seit langem anerkannt, dass psychische Beeinträchtigungen, die jemand infolge eines Unfalltodes oder einer schweren Gesundheitsverletzung eines nahen Angehörigen erleidet, eine zum Schadensersatz verpflichtende Gesundheitsverletzung im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB darstellen können (vgl. BGH Urteil vom 13.01.1976, VI ZR 58/74; Urteil vom 31.01.1984, VI ZR 56/82; Urteil vom 27.01.2015, VI ZR 548/12; Urteil vom 10.02.2015, VI ZR 8/14;… Münchener Kommentar-Wagner, 7. Auflage 2017, § 823, Rz. 186 ff;… Palandt-Grüneberg, 76. Auflage 2017, vor § 249, Rz. 40).Ein solcher Anspruch setzt voraus, dass die durch den Angehörigen erlittenen psychische Beeinträchtigungen echten Krankheitswert haben und damit einen pathologisch fassbaren Gesundheitsschaden darstellen, der nach Art und Schwere über das hinausgeht, was nahe Angehörige in vergleichbarer Lage erfahrungsgemäß erleiden (vgl. BGH, Urteil vom 27.01.2015, VI ZR 548/12; Urteil vom 10.02.2015, VI ZR 8/14).
- BGH, 30.04.1996 - VI ZR 55/95
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für die Verursachung eines …
Auszug aus OLG Köln, 12.07.2017 - 5 U 144/16
Allerdings kann bei einer ganz erheblichen psychischen Reaktion auf ein nach seiner Schwere nur ganz unbedeutendes Schadensereignis der Zurechnungszusammenhang entfallen und damit ein Schadensersatzanspruch ausgeschlossen sein (vgl. BGH, Urteil vom 30.04.1996 = BGHZ 132, 341 ff).
- BGH, 05.02.1985 - VI ZR 198/83
Unfallverletzung eines Embryos
Auszug aus OLG Köln, 12.07.2017 - 5 U 144/16
Rn. 25 c) Entgegen der Annahme des Landgerichts setzt ein Schmerzensgeldanspruch wegen des Erleidens eines sog. Schockschadens nicht grundsätzlich das Miterleben oder die Nachricht vom Tode eines nahen Angehörigen voraus (vgl. etwa BGH, Urteil vom 10.02.2015, VI ZR 8/14; Urteil vom 05.02.1985, VI ZR 198/83). - OLG Naumburg, 22.08.2013 - 1 U 118/11
Arzthaftung: Versterben eines Wachkomapatienten nach Auftreten einer zusätzlichen …
Auszug aus OLG Köln, 12.07.2017 - 5 U 144/16
Rn. 24 b) Als haftungsbegründendes Schadensereignis kann ein Unfallgeschehen oder jedes andere Schadensereignis und damit auch eine fehlerhafte ärztliche Behandlung in Betracht kommen (vgl. zur Anerkennung von Schmerzensgeld eines Angehörigen in Arzthaftungsfällen beispielsweise Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 11.12.2008, 1 U 12/08 und Urteil vom 22.08.2013, 1 U 118/11; OLG Frankfurt, Urteil vom 15.12.1998, 8 U 137/98; OLG Köln, Beschluss vom 16.09.2010, 5 W 30/10; LG Aachen, Urteil vom 31.10.2012, 11 O 98/10; OLG Düsseldorf, Urteil vom 29.07.1992, 8 U 78/91). - BGH, 31.01.1984 - VI ZR 56/82
Schadensersatzanspruch wegen unfallbedingt wegen des Todes des Ehegatten …
Auszug aus OLG Köln, 12.07.2017 - 5 U 144/16
Rn. 23 a) Das deutsche Recht kennt bislang keinen gesetzlich geregelten Anspruch für eine Entschädigung beim Tod oder bei schwerer Verletzung eines nahen Angehörigen (siehe aber den Regierungsentwurf vom 08.02.2017 "Entwurf eines Gesetzes zur Einführung eines Anspruchs auf Hinterbliebenengeld", abrufbar unter www.bmjv.de) In Rechtsprechung und Literatur ist jedoch seit langem anerkannt, dass psychische Beeinträchtigungen, die jemand infolge eines Unfalltodes oder einer schweren Gesundheitsverletzung eines nahen Angehörigen erleidet, eine zum Schadensersatz verpflichtende Gesundheitsverletzung im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB darstellen können (vgl. BGH Urteil vom 13.01.1976, VI ZR 58/74; Urteil vom 31.01.1984, VI ZR 56/82; Urteil vom 27.01.2015, VI ZR 548/12; Urteil vom 10.02.2015, VI ZR 8/14;… Münchener Kommentar-Wagner, 7. Auflage 2017, § 823, Rz. 186 ff;… Palandt-Grüneberg, 76. Auflage 2017, vor § 249, Rz. 40). - BGH, 13.01.1976 - VI ZR 58/74
Begriff der Teilnahme am allgemeinen Verkehr
Auszug aus OLG Köln, 12.07.2017 - 5 U 144/16
Rn. 23 a) Das deutsche Recht kennt bislang keinen gesetzlich geregelten Anspruch für eine Entschädigung beim Tod oder bei schwerer Verletzung eines nahen Angehörigen (siehe aber den Regierungsentwurf vom 08.02.2017 "Entwurf eines Gesetzes zur Einführung eines Anspruchs auf Hinterbliebenengeld", abrufbar unter www.bmjv.de) In Rechtsprechung und Literatur ist jedoch seit langem anerkannt, dass psychische Beeinträchtigungen, die jemand infolge eines Unfalltodes oder einer schweren Gesundheitsverletzung eines nahen Angehörigen erleidet, eine zum Schadensersatz verpflichtende Gesundheitsverletzung im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB darstellen können (vgl. BGH Urteil vom 13.01.1976, VI ZR 58/74; Urteil vom 31.01.1984, VI ZR 56/82; Urteil vom 27.01.2015, VI ZR 548/12; Urteil vom 10.02.2015, VI ZR 8/14;… Münchener Kommentar-Wagner, 7. Auflage 2017, § 823, Rz. 186 ff;… Palandt-Grüneberg, 76. Auflage 2017, vor § 249, Rz. 40). - OLG Köln, 16.09.2010 - 5 W 30/10
Bewilligung der Prozesskostenhilfe für die Geltendmachung von …
Auszug aus OLG Köln, 12.07.2017 - 5 U 144/16
Rn. 24 b) Als haftungsbegründendes Schadensereignis kann ein Unfallgeschehen oder jedes andere Schadensereignis und damit auch eine fehlerhafte ärztliche Behandlung in Betracht kommen (vgl. zur Anerkennung von Schmerzensgeld eines Angehörigen in Arzthaftungsfällen beispielsweise Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 11.12.2008, 1 U 12/08 und Urteil vom 22.08.2013, 1 U 118/11; OLG Frankfurt, Urteil vom 15.12.1998, 8 U 137/98; OLG Köln, Beschluss vom 16.09.2010, 5 W 30/10; LG Aachen, Urteil vom 31.10.2012, 11 O 98/10; OLG Düsseldorf, Urteil vom 29.07.1992, 8 U 78/91). - LG Köln, 26.10.2016 - 25 O 326/15
Auszug aus OLG Köln, 12.07.2017 - 5 U 144/16
Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des Landgerichts Köln vom 26.10.2016 - 25 O 326/15 - wird zurückgewiesen. - OLG Naumburg, 11.12.2008 - 1 U 12/08
Begründetheit des ärztlichen Honoraranspruchs für die unvollständige Erhebung von …
Auszug aus OLG Köln, 12.07.2017 - 5 U 144/16
Rn. 24 b) Als haftungsbegründendes Schadensereignis kann ein Unfallgeschehen oder jedes andere Schadensereignis und damit auch eine fehlerhafte ärztliche Behandlung in Betracht kommen (vgl. zur Anerkennung von Schmerzensgeld eines Angehörigen in Arzthaftungsfällen beispielsweise Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Urteil vom 11.12.2008, 1 U 12/08 und Urteil vom 22.08.2013, 1 U 118/11; OLG Frankfurt, Urteil vom 15.12.1998, 8 U 137/98; OLG Köln, Beschluss vom 16.09.2010, 5 W 30/10; LG Aachen, Urteil vom 31.10.2012, 11 O 98/10; OLG Düsseldorf, Urteil vom 29.07.1992, 8 U 78/91). - LG Aachen, 31.10.2012 - 11 O 98/10
Schadensersatz wegen eines zu spät erkannten akuten Herzinfarktes mit letztlich …
- OLG Frankfurt, 15.12.1998 - 8 U 137/98
- OLG Düsseldorf, 29.07.1992 - 8 U 78/91
- BGH, 21.05.2019 - VI ZR 299/17
Haftung einer Klinik bei Behandlungsfehlern - Seelisches Leid Angehöriger kann …
Rn. 4 Das Berufungsgericht hat zur Begründung seiner Entscheidung, die in Juris und unter BeckRS 2017, 145862 veröffentlicht ist, im Wesentlichen ausgeführt, der Klägerin stehe auch unter Berücksichtigung der zu den sogenannten "Schockschäden" entwickelten Rechtsprechung kein Anspruch auf Zahlung von Schmerzensgeld gegen die Beklagte zu. - OLG Frankfurt, 04.02.2019 - 8 W 48/17
Erstattung der Beerdigungskosten aus GoA
Nach der daher noch anzuwendenden alten Rechtslage konnten mittelbar Geschädigte wie etwa die nächsten Angehörigen eines Opfers eines ärztlichen Behandlungsfehlers von dem Schädiger nur ausnahmsweise materiellen und immateriellen Schadensersatz beanspruchen, nämlich dann, wenn sie eigene gesundheitliche Beeinträchtigungen mit - auch nach allgemeiner Verkehrsauffassung anzuerkennendem - Krankheitswert erlitten haben, die über die hinausgehen, denen nahe Angehörige bei Todesnachrichten erfahrungsgemäß ausgesetzt sind (vgl. BGH, Urteil vom 27.01.2015 - VI ZR 548/12 -, NJW 2015, 1451, 1452; Urteil vom 10.02.2015 - VI ZR 8/14 -, NJW 2015, 2246, 2248; OLG Köln, Urteil vom 12.07.2017 - 5 U 144/16 -, juris;… Grüneberg, in: Palandt, BGB, 78. Aufl. 2019, Vorb v § 249, Rdnr. 40).
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