Rechtsprechung
| OLG München, 18.12.2019 - 7 U 898/19 |
Volltextveröffentlichungen (7)
- openjur.de
- Deutsches Notarinstitut
BGB §§ 286, 894, 1004 Abs. 1 u. 2, 1018, 1019 S. 2
Löschungsanspruch einer Grunddienstbarkeit wegen Wegfall des Vorteils - zfir-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)
BGB §§ 894, 1018, 1019
Bewilligung der Löschung einer Grunddienstbarkeit nach Wegfall des Vorteils für das herrschende Grundstück
- notar-drkotz.de
Löschung Grunddienstbarkeit wegen Wegfall Vorteil für herrschendes Grundstück
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BGB § 894
Anspruch auf Löschung einer Grunddienstbarkeit wegen Wegfall des Vorteils (§ 1019 BGB ) - rechtsportal.de
BGB § 1018 ; BGB § 1019
Voraussetzungen für den Anspruch auf Erteilung einer Löschungsbewilligung - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG München I, 22.01.2019 - 31 O 1173/18
- OLG München, 18.12.2019 - 7 U 898/19
Papierfundstellen
- NJW-RR 2020, 399
- Rpfleger 2020, 255
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (6)
- OLG München, 28.10.2011 - 34 Wx 19/11
Grunddienstbarkeit: Löschung wegen Wegfalls der grundstücksbezogenen Vorteile
Auszug aus OLG München, 18.12.2019 - 7 U 898/19
Der Vorteil muss sich also aus seiner allgemeinen Grundstückssituation in Verbindung mit dem mit der Grunddienstbarkeitsbestellung verfolgten Zweck ergeben (vgl. OLG München, Beschluss vom 28.10.2012, 34 Wx 19/11). - BGH, 24.02.1984 - V ZR 177/82
Behauptungs- und Beweislast bei Streit über ein Leitungsrecht
Auszug aus OLG München, 18.12.2019 - 7 U 898/19
b) Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung erlischt die Grunddienstbarkeit dadurch, dass der für das herrschende Grundstück erstrebte Vorteil (§ 1019 BGB) infolge grundlegender Änderung der tatsächlichen Verhältnisse oder der rechtlichen Grundlage objektiv wegfällt (vgl. z.B. BGH Urteil vom 05.10.1965, V ZR 73/63; Urteil vom 15.01.1999, V ZR 163/96; BGH Urteil vom 24.02.1984, V ZR 177/82). - BGH, 05.10.1965 - V ZR 73/63
Wegerechtsumfang
Auszug aus OLG München, 18.12.2019 - 7 U 898/19
b) Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung erlischt die Grunddienstbarkeit dadurch, dass der für das herrschende Grundstück erstrebte Vorteil (§ 1019 BGB) infolge grundlegender Änderung der tatsächlichen Verhältnisse oder der rechtlichen Grundlage objektiv wegfällt (vgl. z.B. BGH Urteil vom 05.10.1965, V ZR 73/63; Urteil vom 15.01.1999, V ZR 163/96; BGH Urteil vom 24.02.1984, V ZR 177/82).
- BGH, 15.01.1999 - V ZR 163/96
Erlöschen einer Grunddienstbarkeit
Auszug aus OLG München, 18.12.2019 - 7 U 898/19
b) Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung erlischt die Grunddienstbarkeit dadurch, dass der für das herrschende Grundstück erstrebte Vorteil (§ 1019 BGB) infolge grundlegender Änderung der tatsächlichen Verhältnisse oder der rechtlichen Grundlage objektiv wegfällt (vgl. z.B. BGH Urteil vom 05.10.1965, V ZR 73/63; Urteil vom 15.01.1999, V ZR 163/96; BGH Urteil vom 24.02.1984, V ZR 177/82). - BayObLG, 28.01.1988 - BReg. 2 Z 92/87
Löschung einer Grunddienstbarkeit wegen Gegenstandslosigkeit
Auszug aus OLG München, 18.12.2019 - 7 U 898/19
Die bloße vage Möglichkeit, dass die Grunddienstbarkeit in Zukunft nochmals einen Vorteil bieten könnte, steht einem Erlöschen wegen Wegfalls des Vorteils nicht entgegen (vgl. BayObLG 1988, 14 = NJW-RR 1988, 781). - LG München I, 22.01.2019 - 31 O 1173/18
Keine Berichtigung des Grundbuchs erforderlich - kein Wegfall der eingetragenen …
Auszug aus OLG München, 18.12.2019 - 7 U 898/19
Auf die Berufung der Kläger wird das Urteil des Landgerichts München I vom 22.01.2019, Az. 31 O 1173/18, aufgehoben.
- OLG Nürnberg, 03.04.2025 - 3 U 2360/24
Willenserklärungen, Berufungsrücknahme, Bierbezugsverträge, …
Rn. 79 aa) Aus dem Erfordernis eines Vorteils in § 1019 BGB folgt unmittelbar, dass die Grunddienstbarkeit nicht fortbestehen kann, wenn der Vorteil infolge Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse oder der rechtlichen Grundlagen objektiv und endgültig nicht mehr besteht (…BeckOGK/Kazele, 1.2.2025, BGB § 1019 Rn. 65;… Staudinger/Weber (2017) BGB § 1019 Rn. 11;… BeckOK BGB/Reischl, 73. Ed. 1.2.2025, BGB § 1019 Rn. 12; OLG Nürnberg, Urteil vom 26. Oktober 2012, 2 U 50/11, MDR 2013, 513; OLG München, Endurteil vom 18. Dezember 2019 - 7 U 898/19, NJW-RR 2020, 399 Rn. 49).Rn. 80 bb) Ein solcher Wegfall des Vorteils ist u.a. dann anzunehmen, wenn infolge einer tatsächlichen Veränderung die durch die Grunddienstbarkeit begünstigte Nutzung des herrschenden Grundstücks entfällt oder aufgegeben wird (…BeckOGK/Kazele, 1.2.2025, BGB § 1019 Rn. 66 f.;… BeckOGK/Kazele, 1.2.2025, BGB § 1019 Rn. 67;… Staudinger/Weber (2017) BGB § 1019 Rn. 11; OLG München, Endurteil vom 18. Dezember 2019 - 7 U 898/19, NJW-RR 2020, 399 Rn. 36; OLG München, Endurteil vom 18. Dezember 2019 - 7 U 898/19, NJW-RR 2020, 399 Rn. 49;… Böttcher, in: Lemke, Immobilienrecht, 2. Auflage 2016, § 1019 Rn. 6).
Rn. 81 Ausgangspunkt für die Feststellung, ob der mit der Grunddienstbarkeit erstrebte Vorteil weggefallen ist, muss sein, welchen Vorteil für das herrschende Grundstück die Grunddienstbarkeit bewirken soll, d.h. die Ermittlung des Inhalts des Vorteils (…BeckOK BGB/Reischl, 73. Ed. 1.2.2025, BGB § 1019 Rn. 12; OLG München, Endurteil vom 18. Dezember 2019 - 7 U 898/19, NJW-RR 2020, 399 Rn. 38).
Das Erfordernis des Vorteils soll sicherstellen, dass die Belastung des dienenden Grundstücks nicht über das zum Vorteil gebotene Maß ausgedehnt wird und die Belastung auch nur so lange andauert, wie dies für das herrschende Grundstück von Nutzen ist; hierbei ist der von den Parteien verfolgte Zweck ein wichtiger Anhaltspunkt für die Frage, ob ein Vorteil (noch) vorliegt (OLG München, Endurteil vom 18. Dezember 2019 - 7 U 898/19, NJW-RR 2020, 399 Rn. 39).
Rn. 85 ee) Die Darlegungs- und Beweislast für den dauerhaften Wegfall des Vorteils trägt der Eigentümer des dienenden Grundstücks (OLG München, Endurteil vom 18. Dezember 2019 - 7 U 898/19, NJW-RR 2020, 399 Rn. 37; OLG Nürnberg, Urteil vom 26. Oktober 2012, 2 U 50/11, MDR 2013, 513;… BeckOGK/Kazele, 1.2.2025, BGB § 1019 Rn. 92;… BeckOK BGB/Reischl, 73. Ed. 1.2.2025, BGB § 1019 Rn. 14).
- OLG München, 10.06.2026 - 19 U 721/26
Schadenersatz, Grunddienstbarkeit, Geh- und Fahrtrecht, Treu und Glauben, …
Rn. 52 α) Die bloße Nichtausübung einer Grunddienstbarkeit führt nicht zu einem Wegfall des Vorteils; es genügt daher nicht, falls der Eigentümer des herrschenden Grundstücks von dem Vorteil keinen Gebrauch macht (OLG München, Urteil vom 18. Dezember 2019 - 7 U 898/19 - juris Rn. 56; OLG Dresden, Urteil vom 16. Oktober 1996 - 6 U 1105/94 - VIZ 1197, 244 ;… Vogt in: Staudinger, Neubarb. 2025, § 1019 Rn. 11;… Kazele in: beckonline.GROSSKOMMENTAR, Stand: 01.03.2026, § 1019 BGB Rn. 71;… Mohr in: Münchener Kommentar zum BGB, 10. Aufl., § 1018 Rn. 102;… Otto in: NK-BGB, 5. Aufl., § 1019 Rn. 27).Rn. 56 Andererseits führt eine nur vorübergehende Verhinderung oder Beschränkung der Ausübung nicht zu einem Wegfall des Vorteils (so schon Mot. III 482: "Eine denkbarer Weise überwindliche oder vorübergehende rechtliche oder tatsächliche Hinderung […] bleibt ohne Einfluß auf den Bestand der Servitut."; s. bspw. auch OLG München, Urteil vom 18. Dezember 2019 - 7 U 898/19 - juris Rn. 56), solange ein Überwinden bestehender Hindernisse aus Sicht eines verständigen Betrachters nicht völlig ausgeschlossen erscheint (…Kazele in: beckonline.GROSSKOMMENTAR, Stand: 01.03.2026, § 1019 BGB Rn. 72;… Otto in: NK-BGB, 5. Aufl., § 1019 Rn. 27).
- LG Flensburg, 23.08.2024 - 2 O 156/23
Klage auf Zustimmung zur Löschung einer Grunddienstbarkeit; Widerklage auf …
Die Grunddienstbarkeit erlischt dadurch, dass der für das herrschende Grundstück erstrebte Vorteil infolge grundlegender Änderung der tatsächlichen Verhältnisse oder der rechtlichen Lage objektiv wegfällt (OLG München, NJW-RR 2020, 399).
- BayObLG, 20.04.2023 - 101 AR 15/23
Fehlende Bindungswirkung des Verweisungsbeschlusses mangels Sachverhaltsauflärung
Zur Begründung hat die Klägerin u. a. auf Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (Az. V ZR 233/20) sowie des Oberlandesgerichts München (Az. 7 U 898/19) Bezug genommen. - OLG Hamm, 18.10.2021 - 5 U 42/21 Maßgeblich sind dabei die konkrete Grundstückssituation und der mit der Grunddienstbarkeit verfolgte Zweck (OLG München, Endurteil vom 18.12.2019 - 7 U 898/19, NJW-RR 2020, 399, beck-online Rz. 40).
- LG Ansbach, 25.08.2022 - 3 O 743/22
Streitwert für Verfahren um nicht ausgeübtes Geh- und Fahrtrecht
Die Entscheidung OLG München, Urteil vom 18. Dezember 2019 - 7 U 898/19 betrifft eine Grunddienstbarkeit gerade für den Betrieb und nicht gegen einen Betrieb. - OLG Frankfurt, 10.12.2024 - 8 U 213/23
Grunddienstbarkeit (Bebauungsverbot) erlischt nach Aufhebung des Bebauungsplans!
Maßgeblich ist eine objektive Betrachtung unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, wobei zunächst von dem Grundbucheintrag und dem - zu dessen Auslegung nach § 874 BGB zu berücksichtigenden Inhalt der Eintragungsbewilligung auszugehen ist (vgl. OLG München, Urteil vom 18.12.2019 - 7 U 898/19 - a.a.O., Rn. 49; OLG Zweibrücken…, Urteil vom 18.12.2003 - 4 U 36/03 — a.a.O., Rn. 12). - AG Weißenburg, 25.11.2022 - 1 C 353/22
Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses
Die Entscheidung OLG München, Urteil vom 18. Dezember 2019 - 7 U 898/19 betrifft eine Grunddienstbarkeit gerade für den Betrieb und nicht gegen einen Betrieb.
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