Rechtsprechung
| BVerwG, 26.04.1993 - 8 B 53.93 |
Volltextveröffentlichung
- Wolters Kluwer
Grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache bei mangelnder Entscheidungserheblichkeit im Revisionsverfahren - Einziehung zum Wehrdienst trotz bestehender Möglichkeit zur anderweitigen Personalbedarfsdeckung
Verfahrensgang
- VG Arnsberg, 29.01.1993 - 3 K 1177/92
- BVerwG, 26.04.1993 - 8 B 53.93
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (7)
- BVerwG, 19.06.1974 - VIII C 89.73
Anfechtung einer Einberufung durch einen verfügbaren Wehrpflichtigen
Auszug aus BVerwG, 26.04.1993 - 8 B 53.93
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist eine Einberufungspraxis, die über die gesetzlich geregelten Wehr- und Zivildienstausnahmen hinaus einzelne Dienstpflichtige oder Gruppen von Dienstpflichtigen grundsätzlich nicht zur Dienstleistung heranzieht und damit faktisch zurückstellt, gesetzwidrig; sie kann auch mit Blick auf Art. 3 Abs. 1 GG eine Freistellung nicht rechtfertigen (vgl. Urteile vom 19. Juni 1974 - BVerwG VIII C 89.73 - BVerwGE 45, 197 [BVerwG 19.06.1974 - VIII C 89/73] m.weit.Nachw., vom 3. August 1976 - BVerwG VI C 26.76 - Buchholz 448.0 § 26 WPflG Nr. 25 S. 24 m.weit.Nachw., vom 9. Dezember 1983 - BVerwG 8 C 134.81 - Buchholz 448.0 § 12 WPflG Nr. 153 S. 28 m.weit.Nachw., vom 4. Juli 1984 - BVerwG 8 C 2.83 - Buchholz 448.11 § 11 ZDG Nr. 21 S. 25 und vom 26. Februar 1993 - BVerwG 8 C 20.92 - S. 5 ff.).Änderungen und Erweiterungen obliegen ausschließlich dem Gesetzgeber (vgl. Urteil vom 19. Juni 1974, a.a.O. S. 200 f. m.weit.Nachw.).
Sind - wie es hier nach den im angefochtenen Urteil getroffenen tatsächlichen Feststellungen der Fall ist - die tatbestandlichen Voraussetzungen der einschlägigen gesetzlichen Vorschriften nicht erfüllt, darf ein Wehr- oder Zivildienstpflichtiger von Rechts wegen auch dann nicht zurückgestellt oder gar befreit werden, wenn der Personalbedarf der Bundeswehr oder des Zivildienstes anderweitig gedeckt werden könnte (vgl. Urteile vom 19. Juni 1974, a.a.O. S. 201 …und vom 9. Dezember 1983, a.a.O. S. 33 m.weit.Nachw.).
- BVerfG, 13.04.1978 - 2 BvF 1/77
Wehrpflichtnovelle
Auszug aus BVerwG, 26.04.1993 - 8 B 53.93
Die Einberufungsanordnungen des Bundesministers der Verteidigung (§ 21 WPflG) müssen sich - wie das Bundesverfassungsgericht (Urteil vom 13. April 1978 - 2 BvF 1/77 u.a. - BVerfGE 48, 127 ) unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts hervorgehoben hat - strikt im Rahmen des Wehrpflichtgesetzes halten.Daran vermag auch die jeweilige aktuelle Personalbedarfslage nichts zu ändern (vgl. BVerfG, Urteil vom 13. April 1978, a.a.O. S. 163).
- BVerwG, 09.12.1983 - 8 C 134.81
Zurückstellung vom Wehrdienst wegen Betreuungsbedürftigkeit eines nichtehelichen …
Auszug aus BVerwG, 26.04.1993 - 8 B 53.93
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist eine Einberufungspraxis, die über die gesetzlich geregelten Wehr- und Zivildienstausnahmen hinaus einzelne Dienstpflichtige oder Gruppen von Dienstpflichtigen grundsätzlich nicht zur Dienstleistung heranzieht und damit faktisch zurückstellt, gesetzwidrig; sie kann auch mit Blick auf Art. 3 Abs. 1 GG eine Freistellung nicht rechtfertigen (vgl. Urteile vom 19. Juni 1974 - BVerwG VIII C 89.73 - BVerwGE 45, 197 [BVerwG 19.06.1974 - VIII C 89/73] m.weit.Nachw., vom 3. August 1976 - BVerwG VI C 26.76 - Buchholz 448.0 § 26 WPflG Nr. 25 S. 24 m.weit.Nachw., vom 9. Dezember 1983 - BVerwG 8 C 134.81 - Buchholz 448.0 § 12 WPflG Nr. 153 S. 28 m.weit.Nachw., vom 4. Juli 1984 - BVerwG 8 C 2.83 - Buchholz 448.11 § 11 ZDG Nr. 21 S. 25 und vom 26. Februar 1993 - BVerwG 8 C 20.92 - S. 5 ff.).Sind - wie es hier nach den im angefochtenen Urteil getroffenen tatsächlichen Feststellungen der Fall ist - die tatbestandlichen Voraussetzungen der einschlägigen gesetzlichen Vorschriften nicht erfüllt, darf ein Wehr- oder Zivildienstpflichtiger von Rechts wegen auch dann nicht zurückgestellt oder gar befreit werden, wenn der Personalbedarf der Bundeswehr oder des Zivildienstes anderweitig gedeckt werden könnte (…vgl. Urteile vom 19. Juni 1974, a.a.O. S. 201 und vom 9. Dezember 1983, a.a.O. S. 33 m.weit.Nachw.).
- BVerwG, 26.02.1993 - 8 C 20.92
Wehrdienst - Zurückstellung - Vater - Verwaltungsübung - Gleichheitssatz
Auszug aus BVerwG, 26.04.1993 - 8 B 53.93
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist eine Einberufungspraxis, die über die gesetzlich geregelten Wehr- und Zivildienstausnahmen hinaus einzelne Dienstpflichtige oder Gruppen von Dienstpflichtigen grundsätzlich nicht zur Dienstleistung heranzieht und damit faktisch zurückstellt, gesetzwidrig; sie kann auch mit Blick auf Art. 3 Abs. 1 GG eine Freistellung nicht rechtfertigen (vgl. Urteile vom 19. Juni 1974 - BVerwG VIII C 89.73 - BVerwGE 45, 197 [BVerwG 19.06.1974 - VIII C 89/73] m.weit.Nachw., vom 3. August 1976 - BVerwG VI C 26.76 - Buchholz 448.0 § 26 WPflG Nr. 25 S. 24 m.weit.Nachw., vom 9. Dezember 1983 - BVerwG 8 C 134.81 - Buchholz 448.0 § 12 WPflG Nr. 153 S. 28 m.weit.Nachw., vom 4. Juli 1984 - BVerwG 8 C 2.83 - Buchholz 448.11 § 11 ZDG Nr. 21 S. 25 und vom 26. Februar 1993 - BVerwG 8 C 20.92 - S. 5 ff.). - BVerfG, 05.11.1974 - 2 BvL 6/71
Wehrdienstopfer
Auszug aus BVerwG, 26.04.1993 - 8 B 53.93
Die Wehrgerechtigkeit gebietet eine normative Ausgestaltung der Wehrdienstausnahmen (vgl. BVerfG, Beschluß vom 5. November 1974 - 2 BvL 6/71 - BVerfGE 38, 154 [BVerfG 05.11.1974 - 2 BvL 6/71]). - BVerwG, 03.08.1976 - 6 C 26.76
Bindung einer offensichtlich rechtswidrigen Zulassung der Revision - Zulassung …
Auszug aus BVerwG, 26.04.1993 - 8 B 53.93
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist eine Einberufungspraxis, die über die gesetzlich geregelten Wehr- und Zivildienstausnahmen hinaus einzelne Dienstpflichtige oder Gruppen von Dienstpflichtigen grundsätzlich nicht zur Dienstleistung heranzieht und damit faktisch zurückstellt, gesetzwidrig; sie kann auch mit Blick auf Art. 3 Abs. 1 GG eine Freistellung nicht rechtfertigen (vgl. Urteile vom 19. Juni 1974 - BVerwG VIII C 89.73 - BVerwGE 45, 197 [BVerwG 19.06.1974 - VIII C 89/73] m.weit.Nachw., vom 3. August 1976 - BVerwG VI C 26.76 - Buchholz 448.0 § 26 WPflG Nr. 25 S. 24 m.weit.Nachw., vom 9. Dezember 1983 - BVerwG 8 C 134.81 - Buchholz 448.0 § 12 WPflG Nr. 153 S. 28 m.weit.Nachw., vom 4. Juli 1984 - BVerwG 8 C 2.83 - Buchholz 448.11 § 11 ZDG Nr. 21 S. 25 und vom 26. Februar 1993 - BVerwG 8 C 20.92 - S. 5 ff.). - BVerwG, 04.07.1984 - 8 C 2.83
Nichtehelichkeit - Zurückstellung vom Zivildienst wegen Versorgung eines …
Auszug aus BVerwG, 26.04.1993 - 8 B 53.93
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist eine Einberufungspraxis, die über die gesetzlich geregelten Wehr- und Zivildienstausnahmen hinaus einzelne Dienstpflichtige oder Gruppen von Dienstpflichtigen grundsätzlich nicht zur Dienstleistung heranzieht und damit faktisch zurückstellt, gesetzwidrig; sie kann auch mit Blick auf Art. 3 Abs. 1 GG eine Freistellung nicht rechtfertigen (vgl. Urteile vom 19. Juni 1974 - BVerwG VIII C 89.73 - BVerwGE 45, 197 [BVerwG 19.06.1974 - VIII C 89/73] m.weit.Nachw., vom 3. August 1976 - BVerwG VI C 26.76 - Buchholz 448.0 § 26 WPflG Nr. 25 S. 24 m.weit.Nachw., vom 9. Dezember 1983 - BVerwG 8 C 134.81 - Buchholz 448.0 § 12 WPflG Nr. 153 S. 28 m.weit.Nachw., vom 4. Juli 1984 - BVerwG 8 C 2.83 - Buchholz 448.11 § 11 ZDG Nr. 21 S. 25 und vom 26. Februar 1993 - BVerwG 8 C 20.92 - S. 5 ff.).
- BVerwG, 20.07.1995 - 8 B 102.95
Zulässigkeit und Begründetheit einer Beschwerde gegen die Nichtzulassung der …
Für eine ergänzende Regelung durch die Rechtsprechung oder die Exekutive besteht nach der Rechtsprechung des Senats (vgl. u.a. Beschluß vom 25. März 1993 - BVerwG 8 B 12.93 - Buchholz 448.11 § 19 ZDG Nr. 19 S. 8 und Beschluß vom 26. April 1993 - BVerwG 8 B 53.93 - n.v.) schon aus Gründen der Wehrgerechtigkeit kein Raum. - BVerwG, 07.11.1996 - 8 B 198.96
Zulässigkeit und Begründetheit einer Beschwerde gegen die Nichtzulassung der …
Für eine ergänzende Regelung durch die Rechtsprechung oder die Exekutive besteht nach der Rechtsprechung des Senats (vgl. u.a. Beschlüsse vom 25. März 1993 - BVerwG 8 B 12.93 - Buchholz 448.11 § 19 ZDG Nr. 19 S. 8 , vom 26. April 1993 - BVerwG 8 B 53.93 - n.v. und vom 20. Juli 1995 - BVerwG 8 B 102.95 - Buchholz 448.0 § 11 WPflG Nr. 38 S. 1 f.) schon aus Gründen der Wehrgerechtigkeit kein Raum.
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Rechtsprechung
| OVG Berlin, 28.06.1993 - 8 B 53.93 |
Verfahrensgang
- OVG Berlin, 28.06.1993 - 8 B 53.93
- BVerwG, 01.03.1994 - 11 B 130.93
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