Rechtsprechung
| BVerwG, 25.09.1987 - 8 C 61.85 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Rechtswidrigkeit der Neufestsetzung des Tauglichkeitsgrades wegen Entgegenstehens der materielle Bestandskraft des Ausmusterungsbescheides - Widerruf einer rechtswidrigen Ausmusterung eines zu Recht ausgemusterten Wehrpflichtigen bei Feststellung der Wehrdienstfähigkeit ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- VG Stade, 15.05.1984 - 3 VG A 241/83
- BVerwG, 25.09.1987 - 8 C 61.85
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (8)
- BVerwG, 23.05.1986 - 8 C 89.83
Gedienter Wehrpflichtiger - Ausmusterung - Untersuchungspflicht
Auszug aus BVerwG, 25.09.1987 - 8 C 61.85
Die durch den Ausmusterungsbescheid vom 30. Oktober 1981 festgestellte Wehrdienstunfähigkeit des Klägers begründete zwar eine Wehrdienstausnahme (§ 9 Nr. 1 WPflG), ließ aber die von der Wehrpflicht umfaßte Pflicht des Klägers, sich auf Aufforderung der zuständigen Wehrersatzbehörde erneut ärztlich untersuchen zu lassen (§ 3 Abs. 1 Satz 2 WPflG), unberührt (vgl. Urteil vom 23. Mai 1986 - BVerwG 8 C 89.83 - Buchholz 448.0 § 23 WPflG Nr. 9 S. 1 ).Denn jedenfalls kann ein Ausmusterungsbescheid nach § 49 Abs. 2 Nr. 3 VwVfG widerrufen werden, wenn die erneute ärztliche Untersuchung eines zu Recht ausgemusterten Wehrpflichtigen ergibt, daß dieser nunmehr wehrdienstfähig ist (vgl. Urteil vom 23. Mai 1986, a.a.O. S. 4, und ferner Urteil vom 24. Februar 1981 - BVerwG 2 WD 72.80 - BVerwGE 73, 148 [BVerwG 24.02.1981 - 2 WD 72/80]).
- BVerwG, 19.12.1984 - Gr. Sen. 1.84
Rücknahme begünstigender Verwaltungsakte
Auszug aus BVerwG, 25.09.1987 - 8 C 61.85
Mit seiner Annahme, im vorliegenden Fall habe die Beklagte den Ausmusterungsbescheid vom 30. Oktober 1981 nicht mehr zurücknehmen können, weil bei lediglich rechtswidriger Würdigung der im Zeitpunkt der Erstentscheidung bereits bekannten Tatsachen die Ausschlußfrist des § 48 Abs. 4 Satz 1 VwVfG mit dem Erlaß des rechtswidrigen Verwaltungsakts zu laufen begonnen habe und dementsprechend am 3. Juni 1983 bereits abgelaufen gewesen sei, weicht das angefochtene Urteil von dem Beschluß des Großen Senats des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. Dezember 1984 - BVerwG Gr.Sen. 1 und 2.84 - (BVerwGE 70, 356 ) ab. - BVerwG, 05.07.1985 - 8 C 22.83
Wohnungsrecht - Wohnberechtigungsschein - Ausnahme - Nichteheliche …
Auszug aus BVerwG, 25.09.1987 - 8 C 61.85
Mit Rücksicht darauf ist das Ermessen der Behörde sowohl in Richtung auf einen Widerruf als auch in Richtung auf eine Rücknahme intendiert und auch eine (ausdrückliche) Begründung der insoweit getroffenen Entscheidung nicht erforderlich (vgl. zum indentierten Ermessen: Urteile vom 5. Juli 1985 - BVerwG 8 C 22.83 - Buchholz 454.32 § 5 WoBindG 1974 Nr. 1 S. 1 und vom 1. Oktober 1986 - BVerwG 8 C 29.84 - Buchholz 454.32 § 5 WoBindG 1974 Nr. 2 S. 8 ).
- BVerwG, 25.06.1982 - 8 C 122.81
Verwaltungsakt - Rechtswidrig - Rücknahme
Auszug aus BVerwG, 25.09.1987 - 8 C 61.85
Der angefochtene Bescheid des Kreiswehrersatzamts vom 3. Juni 1983 hebt mit der Tauglichkeitsbeurteilung, der Kläger sei wehrdienstfähig und verwendungsfähig mit Einschränkung in der Grundausbildung und für bestimmte Tätigkeiten, den Ausmusterungsbescheid vom 30. Oktober 1981 auf, in dem der Kläger als nicht wehrdienstfähig beurteilt worden war (vgl. Urteil vom 25. Juni 1982 - BVerwG 8 C 122.81 - BVerwGE 66, 61 [BVerwG 25.06.1982 - 8 C 122/81] = Buchholz 316 § 48 VwVfG Nr. 23 S. 3 ). - BVerwG, 28.06.1982 - 6 C 92.78
Anforderungen an die Rücknahme einer rechtswidrig gewordenen Festsetzung der …
Auszug aus BVerwG, 25.09.1987 - 8 C 61.85
Ob auch ein ursprünglich rechtmäßig erlassener Ausmusterungsbescheid nachträglich rechtswidrig wird und deshalb nach den Grundsätzen des § 48 VwVfG zurückgenommen werden kann, wenn sich der Gesundheitszustand des ausgemusterten Wehrpflichtigen bis hin zur Wehrdienstfähigkeit gebessert hat, mag auf sich beruhen (vgl. zur Rücknahme eines nachträglich rechtswidrig gewordenen Verwaltungsakts: Urteil vom 28. Juni 1982 - BVerwG 6 C 92.78 - Buchholz 232 § 116 BBG Nr. 21 S. 1 ). - BVerwG, 09.12.1983 - 8 C 134.81
Zurückstellung vom Wehrdienst wegen Betreuungsbedürftigkeit eines nichtehelichen …
Auszug aus BVerwG, 25.09.1987 - 8 C 61.85
Der erkennende Senat hat unter Hinweis auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts wiederholt hervorgehoben (vgl. u.a. Urteil vom 9. Dezember 1983 - BVerwG 8 C 134.81 - Buchholz 448.0 § 12 WPflG Nr. 153 S. 28 m.weit.Nachw.), daß die Anforderungen der Wehrgerechtigkeit strikter Beachtung bedürfen. - BVerwG, 01.10.1986 - 8 C 29.84
Wohnungsrecht - Wohnberechtigungsschein - Berufsausbildung - Studentische …
Auszug aus BVerwG, 25.09.1987 - 8 C 61.85
Mit Rücksicht darauf ist das Ermessen der Behörde sowohl in Richtung auf einen Widerruf als auch in Richtung auf eine Rücknahme intendiert und auch eine (ausdrückliche) Begründung der insoweit getroffenen Entscheidung nicht erforderlich (vgl. zum indentierten Ermessen: Urteile vom 5. Juli 1985 - BVerwG 8 C 22.83 - Buchholz 454.32 § 5 WoBindG 1974 Nr. 1 S. 1 und vom 1. Oktober 1986 - BVerwG 8 C 29.84 - Buchholz 454.32 § 5 WoBindG 1974 Nr. 2 S. 8 ). - BVerwG, 24.02.1981 - 2 WD 72.80
Wiederverwendung - Vorgesetztendienstgrad - Dienstvergehen - Ausmusterung eines …
Auszug aus BVerwG, 25.09.1987 - 8 C 61.85
Denn jedenfalls kann ein Ausmusterungsbescheid nach § 49 Abs. 2 Nr. 3 VwVfG widerrufen werden, wenn die erneute ärztliche Untersuchung eines zu Recht ausgemusterten Wehrpflichtigen ergibt, daß dieser nunmehr wehrdienstfähig ist (vgl. Urteil vom 23. Mai 1986, a.a.O. S. 4, und ferner Urteil vom 24. Februar 1981 - BVerwG 2 WD 72.80 - BVerwGE 73, 148 [BVerwG 24.02.1981 - 2 WD 72/80]).
- BVerwG, 24.01.1992 - 7 C 38.90
Verwaltungsakt - Bekanntgabe gegenüber Ehegatten - Anschluß- und Benutzungszwang …
Das der Behörde in § 49 Abs. 2 Nrn. 3-5 VwVfG eingeräumte Ermessen ist deshalb im Hinblick auf das öffentliche Interesse an einem Widerruf der Vergünstigung in Richtung auf einen Widerruf "intendiert« (vgl. Urteile vom 29. Juni 1990 - BVerwG 8 C 69.88 - Buchholz 448.0 § 13 a WPflG Nr. 19 = DÖV 1991, 76 ; vom 26. Januar 1990 - BVerwG 8 C 28.89 - Buchholz 448.0 § 13 a WPflG Nr. 18; vom 25. September 1987 - BVerwG 8 C 61.85 - Buchholz 448.0 § 9 WPflG Nr. 11). - BVerwG, 25.09.1992 - 8 C 16.90
Kosten des Vorverfahrens - Teilabhilfe - Verhätnismäßige Teilung
Das gilt für gediente wie für ungediente Wehrpflichtige (vgl. Urteile vom 23. Mai 1986 - BVerwG 8 C 89.83 - Buchholz 448.0 § 23 WPflG Nr. 9 S. 1 , vom 25. September 1987 - BVerwG 8 C 61.85 - Buchholz 448.0 § 9 WPflG Nr. 11 S. 1 und vom 21. Oktober 1988 - BVerwG 8 C 89.86 - Buchholz 448.0 § 35 WPflG Nr. 25 S. 1 ).Erweist sich aufgrund der erneuten ärztlichen Untersuchung die Ausmusterung als von vornherein fehlerhaft, ist der rechtswidrige Ausmusterungsbescheid zurückzunehmen; stellt sich heraus, daß der Wehrpflichtige nunmehr wehrdienstfähig ist, so ist der Ausmusterungsbescheid gemäß § 49 Abs. 2 Nr. 3 VwVfG zu widerrufen (…vgl. Urteile vom 23. Mai 1986, a.a.O. S. 4 und vom 25. September 1987, a.a.O. S. 3).
- BVerwG, 26.01.1990 - 8 C 28.89
Vorliegen einer Wehrdienstausnahme wegen Mitwirkung im Katastrophenschutz
Rechtsgrundlage des Widerrufs ist § 49 Abs. 2 Nr. 3 VwVfG (vgl. zum Widerruf der Zustimmung gemäß §§ 13 a Abs. 1 WPflG und 8 Abs. 2 KatSG Urteile vom 14. November 1979 - BVerwG 8 C 15.79 und BVerwG 8 C 37-78 - Buchholz 448.0 § 13 a WPflG Nr. 12 S. 18 ; zum Widerruf eines Ausmusterungsbescheides Urteile vom 23. Mai 1986 - BVerwG 8 C 89.83 - Buchholz 448.0 § 23 WPflG Nr. 9 S. 1 und vom 25. September 1987 - BVerwG 8 C 61.85 - Buchholz 448.0 § 9 WPflG Nr. 11 S. 1 ).Der Senat hat wiederholt betont, daß die Anforderungen der Wehrgerechtigkeit strikter Beachtung bedürfen (vgl. Urteil vom 25. September 1987, a.a.O. S. 3 f. m. weit. Nachw.).
Mit Rücksicht auf das vorstehend bezeichnete öffentliche Interesse ist das Ermessen der Behörde in Richtung auf einen Widerruf intendiert und eine (ausdrückliche) Begründung der insoweit getroffenen Entscheidung nicht erforderlich (vgl. Urteil vom 25. September 1987, a.a.O. S. 4).
- BVerwG, 20.04.1989 - 8 CB 10.89
Ablehnung der Prozesskostenhilfe wegen fehlender Erfolgsaussichten - Abweichungen …
Das angefochtene Urteil weicht nicht von den Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. September 1987 - BVerwG 8 C 61.85 - (Buchholz 448.0 § 9 WPflG Nr. 11 S. 1) und vom 23. Mai 1986 - BVerwG 8 C 89.83 - (Buchholz 448.0 § 23 WPflG Nr. 9 S. 1) ab (§ 34 Abs. 2 Satz 3 WPflG).Vielmehr hat das Verwaltungsgericht in Übereinstimmung mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. September 1987 (a.a.O. S. 3) entschieden, daß auch ein ausgemusterter Wehrpflichtiger sich einer von den Wehrersatzbehörden angeordneten ärztlichen Überprüfung seiner Wehrdienstfähigkeit stellen muß, solange er wehrpflichtig ist (§ 3 Abs. 1 Satz 2 u. Abs. 3 Satz 1 WPflG).
So und nicht anders ist die genannte Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 25. September 1987 (a.a.O. S. 2 f.) zu verstehen.
- BVerwG, 21.10.1988 - 8 C 89.86
Pflicht zur ärztlichen Untersuchung - Ausmusterungsbescheid - Musterungsstreit - …
Die Pflicht, sich gemäß §§ 3 Abs. 1 Satz 2 und 17 Abs. 4 WPflG ärztlich untersuchen zu lassen, wird durch einen Ausmusterungsbescheid nicht berührt (vgl. Urteil vom 25. September 1987 - BVerwG 8 C 61.85 - Buchholz 448.0 § 9 WPflG Nr. 11 S. 1 ).Durch den Ausmusterungsbescheid vom 25. Januar 1983 ist die von der Wehrpflicht umfaßte Pflicht des Beigeladenen, sich gemäß §§ 3 Abs. 1 Satz 2 und 17 Abs. 4 WPflG (erneut) ärztlich untersuchen zu lassen, unberührt geblieben (vgl. Urteil vom 25. September 1987 - BVerwG 8 C 61.85 - Buchholz 448.0 § 9 WPflG Nr. 11 S. 1 ; zum Fall eines gedienten Wehrpflichtigen: Urteil vom 23. Mai 1986 - BVerwG 8 C 89.83 - Buchholz 448.0 § 23 WPflG Nr. 9 S. 1 ).
- BVerwG, 29.06.1990 - 8 C 69.88
Widerruf der Dienstverpflichtung nach strefrechtlicher Verurteilung
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