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Rechtsprechung
   VGH Baden-Württemberg, 28.08.1987 - 8 S 1345/87   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/1987,2535
VGH Baden-Württemberg, 28.08.1987 - 8 S 1345/87 (https://dejure.org/1987,2535)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 28.08.1987 - 8 S 1345/87 (https://dejure.org/1987,2535)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 28. August 1987 - 8 S 1345/87 (https://dejure.org/1987,2535)
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Volltextveröffentlichungen (3)

  • Baurechtssammlung (Wolters Kluwer)(kostenpflichtig, Leitsatz frei)

    §§ 58 Abs. 2, 70 Abs. 1 VwGO; § 242 BGB.

  • Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz und Volltext)

    Wille einer Behörde zur förmlichen Zustellung als Voraussetzung für die Einschlägigkeit des § 9 Abs. 1 Verwaltungszustellungsgesetz für das Land Baden-Württemberg (LVwVZG); Verwirkung des nachbarlichen Abwehrrechts bei formlosem Erhalt einer Baugenehmigung und ...

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NVwZ 1989, 76
  • VBlBW 1988, 143
 
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Wird zitiert von ... (21)Zitiert selbst (10)

  • BVerwG, 19.06.1963 - V C 198.62
    Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 28.08.1987 - 8 S 1345/87
    In beiden in § 9 LVwZG geregelten Fällen ist Voraussetzung, daß bei der betreffenden Behörde der Wille, eine Zustellungshandlung vorzunehmen, vorlag (vgl. BVerwG, Urt. v. 19.6.1963, BVerwGE 16, 165 [BVerwG 19.06.1963 - BVerwG V C 198.62] ;… zu § 187 ZPO vgl. BGH, Urt. v. 10.10.1952, BGHZ 7, 268, 270; v. 16.10.1956, NJW 56, 1878;… OLG Frankf., Urt. v. 7.2.1979, MDR 79, 764, Stein-Jonas a.a.O., § 187 RdNr. 3, Wieczorek, ZPO, 2. Aufl., § 187 Rn.A II b 1;… Baumbach-Lauterbach-Albers-Hartmann, ZPO, 45. Aufl., § 187 Anm. 2 A d; Zöller, ZPO, § 187 RdNr. 5;… Thomas-Putzo, ZPO, 17. Aufl., § 187 Anm. 2;… Rosenberg-Schwab, Ziv.ProzeßR, 12. Aufl., S. 403 und Blomeyer, Ziv.ProzeßR, S. 162).

    Der Wille, eine Zustellungshandlung vorzunehmen, ist kein Zustellungsmangel, sondern unabdingbare Voraussetzung der Zustellung (vgl. BVerwG, Urt. v. 19.6.1963 a.a.O.).

    § 9 LVwZG kommt auf den - im Fehlen eines Zustellungswillens liegenden - Willensmangel nicht zur Anwendung (vgl. BVerwG, Urt. v. 19.6.1963 a.a.O.).

    Dies ergibt sich aus der vom Bundesverwaltungsgericht in seiner Entscheidung vom 19.6.1963 a.a.O. zitierten und im sachlichen Gehalt übernommenen Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 10.10.1952 a.a.O. Aus dieser Entscheidung folgt aber, daß eine Zustellungsabsicht bei dem betreffenden Gerichtsorgan als notwendig angesehen wurde, während die Absicht, lediglich die Entscheidung formlos der betreffenden Prozeßpartei zur Kenntnis zu bringen, als nicht ausreichend erachtet wurde.

  • BGH, 10.10.1952 - V ZR 159/51

    Begriff des Streitgegenstandes; Voraussetzungen der Rechtshängigkeit

    Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 28.08.1987 - 8 S 1345/87
    In beiden in § 9 LVwZG geregelten Fällen ist Voraussetzung, daß bei der betreffenden Behörde der Wille, eine Zustellungshandlung vorzunehmen, vorlag (…vgl. BVerwG, Urt. v. 19.6.1963, BVerwGE 16, 165 [BVerwG 19.06.1963 - BVerwG V C 198.62] ; zu § 187 ZPO vgl. BGH, Urt. v. 10.10.1952, BGHZ 7, 268, 270; v. 16.10.1956, NJW 56, 1878;… OLG Frankf., Urt. v. 7.2.1979, MDR 79, 764, Stein-Jonas a.a.O., § 187 RdNr. 3, Wieczorek, ZPO, 2. Aufl., § 187 Rn.A II b 1;… Baumbach-Lauterbach-Albers-Hartmann, ZPO, 45. Aufl., § 187 Anm. 2 A d; Zöller, ZPO, § 187 RdNr. 5;… Thomas-Putzo, ZPO, 17. Aufl., § 187 Anm. 2;… Rosenberg-Schwab, Ziv.ProzeßR, 12. Aufl., S. 403 und Blomeyer, Ziv.ProzeßR, S. 162).

    Dagegen ist nicht Inhalt der Bestimmung, eine Zustellung auch dann als geschehen zu unterstellen, wenn nur eine formlose Übersendung des Schriftstückes beabsichtigt war (vgl. BGH, Urt. V. 10.10.1952 a.a.O.).

    Dies ergibt sich aus der vom Bundesverwaltungsgericht in seiner Entscheidung vom 19.6.1963 a.a.O. zitierten und im sachlichen Gehalt übernommenen Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 10.10.1952 a.a.O. Aus dieser Entscheidung folgt aber, daß eine Zustellungsabsicht bei dem betreffenden Gerichtsorgan als notwendig angesehen wurde, während die Absicht, lediglich die Entscheidung formlos der betreffenden Prozeßpartei zur Kenntnis zu bringen, als nicht ausreichend erachtet wurde.

  • BGH, 16.10.1956 - VI ZR 174/55

    Rechtsmittel

    Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 28.08.1987 - 8 S 1345/87
    In beiden in § 9 LVwZG geregelten Fällen ist Voraussetzung, daß bei der betreffenden Behörde der Wille, eine Zustellungshandlung vorzunehmen, vorlag (…vgl. BVerwG, Urt. v. 19.6.1963, BVerwGE 16, 165 [BVerwG 19.06.1963 - BVerwG V C 198.62] ;… zu § 187 ZPO vgl. BGH, Urt. v. 10.10.1952, BGHZ 7, 268, 270; v. 16.10.1956, NJW 56, 1878;… OLG Frankf., Urt. v. 7.2.1979, MDR 79, 764, Stein-Jonas a.a.O., § 187 RdNr. 3, Wieczorek, ZPO, 2. Aufl., § 187 Rn.A II b 1;… Baumbach-Lauterbach-Albers-Hartmann, ZPO, 45. Aufl., § 187 Anm. 2 A d; Zöller, ZPO, § 187 RdNr. 5;… Thomas-Putzo, ZPO, 17. Aufl., § 187 Anm. 2;… Rosenberg-Schwab, Ziv.ProzeßR, 12. Aufl., S. 403 und Blomeyer, Ziv.ProzeßR, S. 162).

    Für die Anwendbarkeit des § 9 Abs. 1 LVwZG ist aber nicht der Wille zur formlosen Bekanntgabe des Verwaltungsakts ausreichend (vgl. BGH, Urt. v. 10.10.1952 und v. 16.10.1956 a.a.O.;… Stein-Jonas a.a.O. Anm. 2;… Zöller a.a.O. und Thomas-Putzo a.a.O.), sondern - da es sich um die Regelung einer nicht nachweisbaren bzw. fehlgeschlagenen Zustellung handelt - der Wille, eine förmliche Zustellung vornehmen zu wollen.

    In dem Urteil des Bundesgerichtshofes vom 16.10.1956 a.a.O. war § 187 ZPO deshalb nur für anwendbar erklärt worden, weil zumindest der zuständige Richter eine förmliche Zustellung der fraglichen Entscheidung verfügt hatte.

  • BVerwG, 31.08.1966 - V C 42.65

    Zulassung der Revision bei der Rüge wesentlicher Verfahrensmängel - Automatische …

    Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 28.08.1987 - 8 S 1345/87
    Die Vorschrift will aber nicht etwaige Bekanntmachungsvorschriften des Bundes- und Landesrechte in bezug auf die Widerspruchsfrist für unbeachtlich erklären; vielmehr knüpft sie an diese Vorschriften in dem Sinne an, daß die Form der Bekanntmachung sich nach den einschlägigen Vorschriften des Bundes- oder des Landesrechts richtet (…vgl. Kopp, VwGO, 7. Aufl., § 70 RdNr. 6a;… Redeker-von Oertzen, VwGO, 8. Aufl., § 70 Anm. 2;… Eyermann-Fröhler, VwGO, 8. Aufl., § 70 RdNr. 4; OVG Koblenz, Beschl. v. 7.9.1955, AS 4, 4o6; BVerwG, Urt. v. 31.8.1966, BVerwGE 25, 20 zu § 332 LAG).

    Denn trotz fehlender Zustellung war der Kläger berechtigt, die Baugenehmigung vom 8.8.1985 anzufechten, da diese ihm zumindest formlos bekanntgegeben worden ist und damit eine rechtliche Wirksamkeit ihm gegenüber erlangt hat (vgl. BVerwG, Urt. v. 31.8.1966 a.a.O.;… Redeker-von Oertzen a.a.O.).

  • BVerwG, 25.01.1974 - IV C 2.72

    Beginn der Frist für einen Nachbarwidersprucht gegen eine Baugenehmigung bei …

    Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 28.08.1987 - 8 S 1345/87
    Dieses Verhalten verstößt gegen den Grundsatz von Treu und Glauben, denn es stellt ein mit diesem Grundsatz unvereinbares, widersprüchliches Verhalten (sog. venire contra factum proprium) und damit eine unzulässige Rechtsausübung dar (Zur Verwirkung von Widerspruchsrechten bzw. nachbarlicher Abwehrrechte vgl. BVerwG, Beschl. v. 14.6.1968, BRS 20 Nr. 181; Urt. v. 20.10.1972, BRS 25 Nr. 176 und v. 25.1.1974, BVerwGE 44, 294;… VGH Bad.-Württ., Urt. v. 18.3.1969 - II 309/66 -, BRS 22 Nr. 176 und v. 28.5.1986 - 8 S 782/86 - OVG Münster, Beschl. v. 24.8.1965, BRS 16 Nr. 104, Urt. v. 9.12.1965, BRS 16 Nr. 105, v. 4.3.1970, BRS 23 Nr. 168, v. 10.9.1975, BRS 29 Nr. 148, v. 15.9.1980, BRS 36 Nr. 188 und v. 25.10.1983, BRS 40 Nr. 203; OVG Lüneburg, Urt. V. 30.11.1973, BRS 27 Nr. 167 und OVG Saarland, Beschl. v. 12.3.1976, BRS 30 Nr. 146 und v. 6.12.1985, BRS 44 Nr. 165).

    Zwar hat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 25.1.1974 a.a.O. für den Fall einer fehlenden Bekanntgabe der Baugenehmigung entschieden, daß die Widerspruchsfrist nach § 70 VwGO i.V.m. § 58 Abs. 2 VwGO so zu laufen beginne, als sei dem Kläger die Baugenehmigung in dem Zeitpunkt amtlich bekannt gegeben worden, in dem er von ihr sichere Kenntnis erlangt hat oder hätte erlangen können.

  • OLG Frankfurt, 07.02.1979 - 17 U 130/78
    Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 28.08.1987 - 8 S 1345/87
    In beiden in § 9 LVwZG geregelten Fällen ist Voraussetzung, daß bei der betreffenden Behörde der Wille, eine Zustellungshandlung vorzunehmen, vorlag (…vgl. BVerwG, Urt. v. 19.6.1963, BVerwGE 16, 165 [BVerwG 19.06.1963 - BVerwG V C 198.62] ;… zu § 187 ZPO vgl. BGH, Urt. v. 10.10.1952, BGHZ 7, 268, 270; v. 16.10.1956, NJW 56, 1878; OLG Frankf., Urt. v. 7.2.1979, MDR 79, 764, Stein-Jonas a.a.O., § 187 RdNr. 3, Wieczorek, ZPO, 2. Aufl., § 187 Rn.A II b 1;… Baumbach-Lauterbach-Albers-Hartmann, ZPO, 45. Aufl., § 187 Anm. 2 A d; Zöller, ZPO, § 187 RdNr. 5;… Thomas-Putzo, ZPO, 17. Aufl., § 187 Anm. 2;… Rosenberg-Schwab, Ziv.ProzeßR, 12. Aufl., S. 403 und Blomeyer, Ziv.ProzeßR, S. 162).
  • BVerwG, 07.02.1974 - III C 115.71
    Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 28.08.1987 - 8 S 1345/87
    Eine Verwirkung setzt voraus, daß der Verpflichtete infolge eines bestimmten Verhaltens des Berechtigten darauf vertrauen durfte, daß dieser das Recht nach so langer Zeit nicht mehr geltend machen werde (Vertrauensgrundlage), der Verpflichtete ferner tatsächlich darauf vertraut hat, daß das Recht nicht mehr ausgeübt werde (Vertrauenstatbestand) und sich infolgedessen in seinen Vorkehrungen und Maßnahmen so eingerichtet hat, daß ihm durch die verspätete Durchsetzung des Rechts ein unzumutbarer Nachteil entstünde (Vertrauensbetätigung; BVerwG, Urt. v. 7.2.1974, BVerwGE 44, 339, 343 [BVerwG 07.02.1974 - BVerwGIII C 115.71] ;… VGH Bad.-Württ., Urt. v. 12.9.1977, BRS 32, 186, v. 15.12.1982, VBlBW 1983/334 und v. 15.12.1982, BWVPr 1983, 97).
  • BGH, 06.04.1972 - III ZR 141/70

    Heilung der unwirksamen Zustellung des Auszugs aus einem Umlegungsplan - …

    Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 28.08.1987 - 8 S 1345/87
    Die Vorschrift gilt auch für die Versäumung der Widerspruchsfrist (vgl. BVerwG, Beschl. v. 9.7.1986, Buchholz 340 § 9 VwZG Nr. 10; BGH, Urt. v. 6.4.1972, NJW 72, 1238).
  • VGH Baden-Württemberg, 15.12.1982 - 3 S 1593/82

    Parallelentscheidung

    Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 28.08.1987 - 8 S 1345/87
    Eine Verwirkung setzt voraus, daß der Verpflichtete infolge eines bestimmten Verhaltens des Berechtigten darauf vertrauen durfte, daß dieser das Recht nach so langer Zeit nicht mehr geltend machen werde (Vertrauensgrundlage), der Verpflichtete ferner tatsächlich darauf vertraut hat, daß das Recht nicht mehr ausgeübt werde (Vertrauenstatbestand) und sich infolgedessen in seinen Vorkehrungen und Maßnahmen so eingerichtet hat, daß ihm durch die verspätete Durchsetzung des Rechts ein unzumutbarer Nachteil entstünde (Vertrauensbetätigung;… BVerwG, Urt. v. 7.2.1974, BVerwGE 44, 339, 343 [BVerwG 07.02.1974 - BVerwGIII C 115.71] ; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 12.9.1977, BRS 32, 186, v. 15.12.1982, VBlBW 1983/334 und v. 15.12.1982, BWVPr 1983, 97).
  • VGH Baden-Württemberg, 28.05.1986 - 8 S 782/86

    Zustimmung zu baurechtlich genehmigtem Vorhaben im Vergleich vor dem Zivilgericht

    Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 28.08.1987 - 8 S 1345/87
    Dieses Verhalten verstößt gegen den Grundsatz von Treu und Glauben, denn es stellt ein mit diesem Grundsatz unvereinbares, widersprüchliches Verhalten (sog. venire contra factum proprium) und damit eine unzulässige Rechtsausübung dar (Zur Verwirkung von Widerspruchsrechten bzw. nachbarlicher Abwehrrechte vgl. BVerwG, Beschl. v. 14.6.1968, BRS 20 Nr. 181;… Urt. v. 20.10.1972, BRS 25 Nr. 176 und v. 25.1.1974, BVerwGE 44, 294; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 18.3.1969 - II 309/66 -, BRS 22 Nr. 176 und v. 28.5.1986 - 8 S 782/86 - OVG Münster, Beschl. v. 24.8.1965, BRS 16 Nr. 104, Urt. v. 9.12.1965, BRS 16 Nr. 105, v. 4.3.1970, BRS 23 Nr. 168, v. 10.9.1975, BRS 29 Nr. 148, v. 15.9.1980, BRS 36 Nr. 188 und v. 25.10.1983, BRS 40 Nr. 203; OVG Lüneburg, Urt. V. 30.11.1973, BRS 27 Nr. 167 und OVG Saarland, Beschl. v. 12.3.1976, BRS 30 Nr. 146 und v. 6.12.1985, BRS 44 Nr. 165).
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