Rechtsprechung
| OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2021 - 9 A 4073/18 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- openjur.de
- NRWE (Rechtsprechungsdatenbank NRW)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- rechtsportal.de
Untersagung der Entnahme von Blut der Patienten zwecks Herstellung von Eigenblutprodukten im Wege der Mischung mit Ozon mangels Erlaubnis eines Heilpraktikers; Bestimmen des entnommenen Eigenbluts als Arzneimittel oder zur Herstellung von Arzneimitteln bei Menschen
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (4)
- nrw.de (Pressemitteilung)
Eigenblutentnahme durch Heilpraktiker zu Recht untersagt
- Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)
Heilpraktiker - und die Eigenbluttherapie
- beck-aktuell.de (Kurzinformation)
Eigenblutentnahme durch Heilpraktiker unzulässig - Eigenblutentnahme durch Heilpraktiker unzulässig
- juraforum.de (Kurzinformation)
Eigenblut-Therapie durch Heilpraktiker nur im engen Rahmen
Verfahrensgang
- VG Münster, 17.09.2018 - 5 K 579/18
- OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2021 - 9 A 4073/18
- BVerwG, 09.02.2022 - 3 B 16.21
- BVerwG, 15.06.2023 - 3 C 3.22
- BVerfG, 22.01.2024 - 1 BvR 2182/23
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (7)
- VG Osnabrück, 04.08.2020 - 3 A 44/19
Arzneimittel; Arztvorbehalt; Eigenblutbehandlung; Heilpraktiker
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2021 - 9 A 4073/18
19/8180, S. 50; in diese Richtung wohl auch Lippert, in: Lippert/Flegel, Kommentar zum TFG und den Hämotherapie-Richtlinien, 2002, § 28 Rn. 2; a. A. VG Osnabrück, Urteil vom 4. August 2020 - 3 A 44/19 -, juris Rn. 29 ff.Rn. 74 so aber VG Osnabrück, Urteil vom 4. August 2020 - 3 A 44/19 -, juris Rn. 31.
Rn. 94 VG Osnabrück, Urteil vom 4. August 2020 - 3 A 44/19 -, juris Rn. 5 und 30,.
- BGH, 17.01.2012 - VI ZR 336/10
Heilpraktikerhaftung: Dokumentationspflichten nach dem Transfusionsgesetz bei …
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2021 - 9 A 4073/18
Rn. 62 So auch BGH, Urteil vom 17. Januar 2012 - VI ZR 336/10 -, BGHZ 192, 198 = juris Rn. 14.Rn. 65 Vgl. auch BGH, Urteil vom 17. Januar 2012 - VI ZR 336/10 -, BGHZ 192, 198 = juris Rn. 14; Deutsch/Bender, Transfusionsrecht, 2007, Rn. 163; s. auch Antwort der Bundesregierung vom 28. Februar 2019 auf die Anfrage der Abgeordneten Gabelmann, BT-Drs.
Rn. 67 BGH, Urteil vom 17. Januar 2012 - VI ZR 336/10 -, BGHZ 192, 198 = juris Rn. 14; Kloesel/Cyran, Arzneimittelrecht, Kommentar, 125. Akt.-Lief.
- BVerfG, 18.07.2019 - 1 BvL 1/18
Anträge gegen die Mietpreisbremse erfolglos
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2021 - 9 A 4073/18
Rn. 100 Vgl. nur BVerfG, Beschluss vom 18. Juli 2019 - 1 BvL 1/18 u. a. -, NJW 2019, 3054 = juris Rn. 57, m. w. N.
- BVerwG, 27.07.2016 - 8 B 33.15
Internetverbot für drei Glücksspielarten bestätigt
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2021 - 9 A 4073/18
Rn. 33 Zu den Bestimmtheitsanforderungen des wortlautgleichen § 37 Abs. 1 VwVfG vgl. etwa BVerwG, Urteil vom 26. Oktober 2017 - 8 C 18.16 -, BVerwGE 160, 193 = juris Rn. 13 ff. m. w. N.; ferner OVG NRW, Beschluss vom 2. März 2021 - 9 B 1574/20 -, juris Rn. 20. - OVG Nordrhein-Westfalen, 02.03.2021 - 9 B 1574/20
Beschwerde gegen die Untersagung des Inverkehrbringens von Lebensmitteln, die …
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2021 - 9 A 4073/18
Rn. 33 Zu den Bestimmtheitsanforderungen des wortlautgleichen § 37 Abs. 1 VwVfG vgl. etwa BVerwG, Urteil vom 26. Oktober 2017 - 8 C 18.16 -, BVerwGE 160, 193 = juris Rn. 13 ff. m. w. N.; ferner OVG NRW, Beschluss vom 2. März 2021 - 9 B 1574/20 -, juris Rn. 20. - BVerwG, 11.06.1997 - 3 B 130.96
Arzneimittelrecht - Eigenblutzubereitungen als Arzneimittel, Erforderlichkeit …
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2021 - 9 A 4073/18
Rn. 55 Vgl. zu Eigenblutzubereitungen als Arzneimittel auch BVerwG, Beschluss vom 11. Juni 1997 - 3 B 130.96 -, juris Rn. 2 ff.; BayObLG, Beschluss vom 29. April 1998 - 4St RR 12/98 -, NJW 1998, 3430 = juris Rn. 9. - BayObLG, 29.04.1998 - 4St RR 12/98
Eigenblut- und Eigenurinzubereitungen als Arzneimittel
Auszug aus OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.2021 - 9 A 4073/18
Rn. 55 Vgl. zu Eigenblutzubereitungen als Arzneimittel auch BVerwG, Beschluss vom 11. Juni 1997 - 3 B 130.96 -, juris Rn. 2 ff.; BayObLG, Beschluss vom 29. April 1998 - 4St RR 12/98 -, NJW 1998, 3430 = juris Rn. 9.
- VG München, 30.06.2022 - M 26a K 21.397
Heilpraktiker dürfen bestimmte Eigenbluttherapien durchführen
Dies gilt umso mehr, als die streitgegenständlichen Eigenbluttherapien auch nach dem Vortrag der Kläger überwiegend unspezifisch wirkende körperliche Reize setzen sollen und in der Fachliteratur auch als immunmodulative Therapien bezeichnet werden (…Pschyrembel, Naturheilkunde und alternative Heilverfahren, 4. Aufl. 2011, "Eigenbluttherapie"; vgl. OVG NRW, Urteil vom 23. April 2021, 9 A 4073/18, juris Rn. 53 f.).Auch aus dem Sinn und Zweck des Transfusionsgesetzes lässt sich eine Begrenzung des Begriffs der Spende bzw. der Blutentnahme auf Fremdblutspenden somit nicht begründen (so auch OVG NRW, Urteil vom 23. April 2021, 9 A 4073/18, juris Rn. 37-51; VG Münster…, Urteil vom 17. September 2018, 5 K 579/18, juris Rn. 50; VG Osnabrück…, Urteil vom 4. August 2020, 3 A 44/19, juris Rn. 23;… MüKoStGB/Tag, 4. Aufl. 2022, TFG § 2 Rn. 3;… Erbs/Kohlhaas/Häberle, 240. EL Dezember 2022, TFG § 2 Rn. 2;… Spickhoff/Spickhoff, 3. Aufl. 2018, TFG § 2 Rn. 2;… Laufs/Katzenmeier/Lipp, Arztrecht, 8. Auflage 2021, Kapitel VI, Rn. 73-76).
Nach einer Ansicht (OVG NRW, Urteil vom 23. April 2021, 9 A 4073/18, juris Rn. 58-104; VG Münster…, Urteil vom 17. September 2018, 5 K 579/18, juris Rn. 55-66; siehe hierzu auch BVerwG, Beschluss vom 9. Februar 2022, 3 B 19/21, mit dem die Revision im Hinblick auf den Begriff "homöopathische Eigenblutprodukte" gegen das Urteil des OVG NRW vom 23. April 2021, 9 A 4108/18 zugelassen wurde) ist für die Auslegung des Begriffs "Eigenblutprodukt" auf § 2 Nr. 3 TFG i.V. m. § 4 Abs. 2 AMG und hinsichtlich des Begriffs "homöopathisch" auf § 4 Abs. 26 Satz 1 AMG i.V. m. Art. 1 Nr. 5 Satz 1 der RL 2001/83/EG zurückzugreifen.
Zieht man diese Vorschrift zur wörtlichen Auslegung des Begriffs Eigenblutprodukte heran, wären im streitgegenständlichen Kontext Blutzubereitungen im Sinne von § 4 Abs. 2 AMG aus Eigenblut vom Anwendungsbereich des Transfusionsgesetzes ausgenommen (vgl. OVG NRW, Urteil vom 23. April 2021, 9 A 4073/18, juris Rn. 59 f.).
Insbesondere die - hier nicht streitgegenständliche - Injektion von mit isotonischer Kochsalzlösung verdünntem Eigenblut (zwischen den Parteien als unstreitig zulässig für Heilpraktiker erachtet in VG Osnabrück…, Urteil vom 4. August 2020, 3 A 44/19, juris Rn. 5 und 33; auch OVG NRW, Urteil vom 23. April 2021, 9 A 4073/18, juris Rn. 91-93 geht von der Zulässigkeit dieser Methode aus) würde sich mangels Vorliegen einer Blutzubereitung im Sinne von § 4 Abs. 2 AMG nicht für die Ausnahme in § 28 TFG qualifizieren.
- BVerwG, 15.06.2023 - 3 C 3.23
I. ./. Stadt Neuwied - Entziehung der Fahrerlaubnis
VG Münster vom 17. September 2018 Az: 5 K 579/18 II. OVG Münster vom 23. April 2021 Az: 9 A 4073/18 IM NAMEN DES VOLKES URTEIL.BVerwG 3 C 3.22 9 A 4073/18.
- OVG Nordrhein-Westfalen, 30.04.2021 - 9 A 2251/19
Anwendbarkeit des Transfusionsgesetzes auf die streitgegenständliche Entnahme von …
Sollte die Klägerin für klärungsbedürftig halten, ob die von ihr verwendeten Eigenblutprodukte der Ausnahmevorschrift des § 28 TFG unterfallen, lässt sich dies nicht nur dem Gesetz im Wege der Auslegung ohne Weiteres entnehmen, sondern besteht nach den in Parallelverfahren ergangenen Senatsurteilen vom 23. April 2021 - 9 A 4108/18, 9 A 4109/18, 9 A 4073/18 - auch kein grundsätzlicher Klärungsbedarf im Berufungsverfahren mehr. - OVG Nordrhein-Westfalen, 30.04.2021 - 9 A 1514/20
Antrag gegen das auf das Transfusionsgesetz basierende Verbot gegen die …
Sollte die Klägerin für klärungsbedürftig halten, ob die von ihr verwendeten Eigenblutprodukte der Ausnahmevorschrift des § 28 TFG unterfallen, lässt sich dies nicht nur dem Gesetz im Wege der Auslegung ohne Weiteres entnehmen, sondern besteht nach den in Parallelverfahren ergangenen Senatsurteilen vom 23. April 2021 - 9 A 4108/18, 9 A 4109/18, 9 A 4073/18 - auch kein grundsätzlicher Klärungsbedarf im Berufungsverfahren mehr.
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