Rechtsprechung
| OLG Stuttgart, 15.12.1993 - 9 U 216/93 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Wirksamkeit von Sicherungsverträgen mit dem in Konkurs befindlichen Gemeinschuldner; Vorliegen des Feststellungsinteresses; Umgestaltung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen; Sicherungsübereignungen von Warenlagern mit wechselndem Bestand; Ankündigungsfreie Einleitung ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Tübingen, 27.07.1993 - 3 O 121/93
- OLG Stuttgart, 15.12.1993 - 9 U 216/93
Papierfundstellen
- WM 1994, 626
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (16)
- BGH, 07.07.1992 - XI ZR 274/91
Unwirksame Abtretungsklausel in Kreditvertrag
Auszug aus OLG Stuttgart, 15.12.1993 - 9 U 216/93
Die eine formularmäßige Lohnabtretung betreffende Entscheidung des BGH vom 07.07.1992 - XI ZR 274/91 - sei nicht auf Sicherungsverträge vollkaufmännischer Unternehmen übertragbar.Die vom Landgericht herangezogene Entscheidung des BGH vom 07.07.1992 (NJW 92, 2626 = WM 92, 1359 = ZIP 92, 1068) betraf eine Vorausabtretung aller künftigen Lohnforderungen des Bankkunden.
Darüberhinaus ist die Offenlegung einer stillen Zession für den privaten Kunden von ganz besonderem Gewicht, weil der Arbeitsplatz gefährdet sein kann und weil für Dritte die Nichterfüllung einer bestehenden Verbindlichkeit signalisiert wird und Zweifel an der Vertragstreue des Zedenten oder an seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit gefördert werden (BGH NJW 92, 2626, 2627).
Die streitgegenständlichen Sicherungsverträge sind nicht deshalb nichtig, weil Globalzession von Kundenforderungen und Sicherungsübereignung des Warenlagers (oder bei einer Gesamtbetrachtung alle Verträge) die Rechtsbeziehungen der Vertragsparteien nicht so ausgestaltet hätten, daß von vornherein eine unverhältnismäßige Übersicherung der Klägerin ausgeschlossen wäre (vgl. dazu allgemein: BGH WM 83, 926 = ZIP 83, 1053; BGHZ 94, 105 = NJW 85, 1836; BGHZ 98, 303 = NJW 87, 487; BGHZ 109, 240 = WM 90, 51 = NJW 90, 716 = ZIP 90, 25; BGH ZIP 90, 852 = NJW-RR 90, 1459 = WM 90, 1326; BGH ZIP 91, 152 = NJW-RR 91, 625 = WM 91, 276; BGH ZIP 91, 997 = NJW 91, 2768 = WM 91, 1499; BGH ZIP 92, 629 = NJW 92, 1626 = WM 92, 813; BGH ZIP 92, 1068 = NJW 92, 2626 = WM 92, 1359).
- BGH, 19.03.1992 - IX ZR 166/91
Formularmäßige Sicherungsübereignung eines Warenlagers mit wechselndem Bestand - …
Auszug aus OLG Stuttgart, 15.12.1993 - 9 U 216/93
Die streitgegenständlichen Sicherungsverträge sind nicht deshalb nichtig, weil Globalzession von Kundenforderungen und Sicherungsübereignung des Warenlagers (oder bei einer Gesamtbetrachtung alle Verträge) die Rechtsbeziehungen der Vertragsparteien nicht so ausgestaltet hätten, daß von vornherein eine unverhältnismäßige Übersicherung der Klägerin ausgeschlossen wäre (vgl. dazu allgemein: BGH WM 83, 926 = ZIP 83, 1053; BGHZ 94, 105 = NJW 85, 1836; BGHZ 98, 303 = NJW 87, 487; BGHZ 109, 240 = WM 90, 51 = NJW 90, 716 = ZIP 90, 25; BGH ZIP 90, 852 = NJW-RR 90, 1459 = WM 90, 1326; BGH ZIP 91, 152 = NJW-RR 91, 625 = WM 91, 276; BGH ZIP 91, 997 = NJW 91, 2768 = WM 91, 1499; BGH ZIP 92, 629 = NJW 92, 1626 = WM 92, 813; BGH ZIP 92, 1068 = NJW 92, 2626 = WM 92, 1359).Der Umfang der freien Warenbestände wird auch bei engerer räumlicher Eingrenzung in aller Regel nicht geringer sein, da es dem Sicherungsgeber u.a. aus Kostengründen nicht möglich sein wird, den der Sicherungsübereignung unterfallenden Warenbestand zu begrenzen (vgl. BGH NJW 92, 1626).
Insoweit besteht grundsätzlich ein übereinstimmendes Schutzbedürfnis für den Sicherungsgeber, grundsätzlich soll aber auch der Sicherungsnehmer durch an Formularverträge zu stellende Anforderungen nicht mehr belastet werden als im Falle einer Sicherungszession (vgl. BGH NJW 92, 1626).
- BGH, 29.11.1989 - VIII ZR 228/88
Eignung von Freigabeklauseln zur Verhinderung einer Übersicherung
Auszug aus OLG Stuttgart, 15.12.1993 - 9 U 216/93
Die streitgegenständlichen Sicherungsverträge sind nicht deshalb nichtig, weil Globalzession von Kundenforderungen und Sicherungsübereignung des Warenlagers (oder bei einer Gesamtbetrachtung alle Verträge) die Rechtsbeziehungen der Vertragsparteien nicht so ausgestaltet hätten, daß von vornherein eine unverhältnismäßige Übersicherung der Klägerin ausgeschlossen wäre (vgl. dazu allgemein: BGH WM 83, 926 = ZIP 83, 1053; BGHZ 94, 105 = NJW 85, 1836; BGHZ 98, 303 = NJW 87, 487; BGHZ 109, 240 = WM 90, 51 = NJW 90, 716 = ZIP 90, 25; BGH ZIP 90, 852 = NJW-RR 90, 1459 = WM 90, 1326; BGH ZIP 91, 152 = NJW-RR 91, 625 = WM 91, 276; BGH ZIP 91, 997 = NJW 91, 2768 = WM 91, 1499; BGH ZIP 92, 629 = NJW 92, 1626 = WM 92, 813; BGH ZIP 92, 1068 = NJW 92, 2626 = WM 92, 1359).Bei der Freigabe bestimmter Sicherheiten besteht beim Streit über die Werthaltigkeit dieser Sicherheit eine von vornherein überschaubare Situation, so daß eine Freigabeverpflichtung nach billigem Ermessen ausreichend ist (BGH NJW 90, 716).
- BGH, 20.03.1985 - VIII ZR 342/83
Auslegung und Wirksamkeit eines formularmäßigen erweiterten und verlängerten …
Auszug aus OLG Stuttgart, 15.12.1993 - 9 U 216/93
Die streitgegenständlichen Sicherungsverträge sind nicht deshalb nichtig, weil Globalzession von Kundenforderungen und Sicherungsübereignung des Warenlagers (oder bei einer Gesamtbetrachtung alle Verträge) die Rechtsbeziehungen der Vertragsparteien nicht so ausgestaltet hätten, daß von vornherein eine unverhältnismäßige Übersicherung der Klägerin ausgeschlossen wäre (vgl. dazu allgemein: BGH WM 83, 926 = ZIP 83, 1053; BGHZ 94, 105 = NJW 85, 1836; BGHZ 98, 303 = NJW 87, 487; BGHZ 109, 240 = WM 90, 51 = NJW 90, 716 = ZIP 90, 25; BGH ZIP 90, 852 = NJW-RR 90, 1459 = WM 90, 1326; BGH ZIP 91, 152 = NJW-RR 91, 625 = WM 91, 276; BGH ZIP 91, 997 = NJW 91, 2768 = WM 91, 1499; BGH ZIP 92, 629 = NJW 92, 1626 = WM 92, 813; BGH ZIP 92, 1068 = NJW 92, 2626 = WM 92, 1359).Zugebilligt werden können allenfalls noch Übersicherungen von 10 % für allgemeine Bewertungsunsicherheit und weiteren 10 % für Kosten und Nebenforderungen der Verwertung, so daß allenfalls eine "Überdeckung" von 20 % einer Inhaltskontrolle standhalten kann (vgl. BGH NJW 85, 1836; WM 93, 139).
- BGH, 09.06.1983 - III ZR 105/82
Sicherung von gegenwärtigen Ansprüchen einer Bank gegen einen Kunden - Sachen und …
Auszug aus OLG Stuttgart, 15.12.1993 - 9 U 216/93
Die streitgegenständlichen Sicherungsverträge sind nicht deshalb nichtig, weil Globalzession von Kundenforderungen und Sicherungsübereignung des Warenlagers (oder bei einer Gesamtbetrachtung alle Verträge) die Rechtsbeziehungen der Vertragsparteien nicht so ausgestaltet hätten, daß von vornherein eine unverhältnismäßige Übersicherung der Klägerin ausgeschlossen wäre (vgl. dazu allgemein: BGH WM 83, 926 = ZIP 83, 1053; BGHZ 94, 105 = NJW 85, 1836; BGHZ 98, 303 = NJW 87, 487; BGHZ 109, 240 = WM 90, 51 = NJW 90, 716 = ZIP 90, 25; BGH ZIP 90, 852 = NJW-RR 90, 1459 = WM 90, 1326; BGH ZIP 91, 152 = NJW-RR 91, 625 = WM 91, 276; BGH ZIP 91, 997 = NJW 91, 2768 = WM 91, 1499; BGH ZIP 92, 629 = NJW 92, 1626 = WM 92, 813; BGH ZIP 92, 1068 = NJW 92, 2626 = WM 92, 1359).Es gibt somit keinen Anspruch des Schuldners auf Freigabe eines bestimmten Sicherungsgutes oder auf Einhaltung einer bestimmten Reihenfolge (BGH WM 83, 926; WM 91, 1273).
- BGH, 02.12.1992 - VIII ZR 241/91
Formularmäßger Eigentumsvorbehalt im kaufmännischen Geschäftsverkehr
Auszug aus OLG Stuttgart, 15.12.1993 - 9 U 216/93
Der BGH hat deshalb bisher keine Bedenken in Fällen geäußert, in denen nicht der Nennwert, sondern der realisierbare Wert der abgetretenen Forderungen bei der Festlegung der Bezugsgröße zwischen zu sichernder Forderung und Sicherungsgut herangezogen wurde (z.B. BGH WM 93, 139).Zugebilligt werden können allenfalls noch Übersicherungen von 10 % für allgemeine Bewertungsunsicherheit und weiteren 10 % für Kosten und Nebenforderungen der Verwertung, so daß allenfalls eine "Überdeckung" von 20 % einer Inhaltskontrolle standhalten kann (vgl. BGH NJW 85, 1836; WM 93, 139).
- BGH, 01.07.1987 - VIII ARZ 9/86
Formularmäßige Überwälzung von Schönheitsreparaturen auf den Mieter einer bei …
Auszug aus OLG Stuttgart, 15.12.1993 - 9 U 216/93
Daher ist eine Abwägung in den jeweiligen Vertrags- oder Fallgruppen vorzunehmen und kann zu gruppentypisch unterschiedlichen Ergebnissen führen (BGHZ 110, 241, 244; WM 85, 24, 31), weil im Rahmen der Inhaltskontrolle nach § 9 AGBG dann auch bei generalisierender und typisierender Betrachtung von Art, Gegenstand, Zweck und Charakter des Rechtsgeschäftes nicht abgesehen werden kann (BGH NJW 86, 2102, 2103; NJW 87, 2575, 2576). - BGH, 22.06.1989 - III ZR 72/88
Formularmäßige Vereinbarung von Vollmachts- und Lohnabtretungsklauseln
Auszug aus OLG Stuttgart, 15.12.1993 - 9 U 216/93
Der Vorausabtretung von Lohn-, Gehalts-, Provisions- und Sozialleistungsansprüchen hat die Rechtsprechung stets besondere Bedeutung beigemessen, weil solche Abtretungen für die Betroffenen von existenzieller Tragweite sind und insbesondere die Kreditwürdigkeit des Schuldners insgesamt in Frage gestellt sein kann (BGH ZIP 89, 968, 970 = NJW 89, 2383 = BGHZ 108, 98). - BGH, 31.10.1984 - VIII ZR 226/83
Auslegung und Zulässigkeit von AGB im Möbelhandel; Untersagung der Verwendung …
Auszug aus OLG Stuttgart, 15.12.1993 - 9 U 216/93
Daher ist eine Abwägung in den jeweiligen Vertrags- oder Fallgruppen vorzunehmen und kann zu gruppentypisch unterschiedlichen Ergebnissen führen (BGHZ 110, 241, 244; WM 85, 24, 31), weil im Rahmen der Inhaltskontrolle nach § 9 AGBG dann auch bei generalisierender und typisierender Betrachtung von Art, Gegenstand, Zweck und Charakter des Rechtsgeschäftes nicht abgesehen werden kann (BGH NJW 86, 2102, 2103; NJW 87, 2575, 2576). - BGH, 09.02.1990 - V ZR 200/88
Formularmäßige Beschränkung der Abtretung des Anspruchs auf Rückgewähr einer …
Auszug aus OLG Stuttgart, 15.12.1993 - 9 U 216/93
Daher ist eine Abwägung in den jeweiligen Vertrags- oder Fallgruppen vorzunehmen und kann zu gruppentypisch unterschiedlichen Ergebnissen führen (BGHZ 110, 241, 244; WM 85, 24, 31), weil im Rahmen der Inhaltskontrolle nach § 9 AGBG dann auch bei generalisierender und typisierender Betrachtung von Art, Gegenstand, Zweck und Charakter des Rechtsgeschäftes nicht abgesehen werden kann (BGH NJW 86, 2102, 2103; NJW 87, 2575, 2576). - BGH, 08.10.1986 - VIII ZR 342/85
Formularmäßige Vereinbarung eines erweiterten und verlängerten …
- BGH, 18.04.1991 - IX ZR 149/90
Nachweis der Benachteiligungsabsicht bei Erfüllung wirksamer Verbindlichkeiten; …
- BGH, 08.01.1986 - VIII ARZ 4/85
Vermietung unrenovierter Wohnung - formularvertragliche Abwälzung laufender …
- BGH, 19.06.1991 - VIII ZR 244/90
Schutz vor Übersicherung bei formularmäßiger Globalzession
- BGH, 26.04.1990 - VII ZR 39/89
Globalzession als sittenwidrige Gläubigerbenachteiligung - Sittenwidrigkeit einer …
- BGH, 06.12.1990 - VII ZR 334/89
Sittenwidrigkeit einer Globalzession
- BGH, 27.06.1995 - XI ZR 8/94
Wirksamkeit von Globalabtretungen und Sicherungsübereignungen nach AGB-Banken
Das Berufungsgericht, dessen Urteil in WM 1994, 626 ff. veröffentlicht ist, hält die Feststellungsklage für zulässig und begründet. - BGH, 11.05.1995 - IX ZR 170/94
Feststellung des Zeitwerts aufgrund eines Formularvertrags
Der Einkaufspreis ist ein brauchbares Kriterium für den Sicherungswert einer vom Sicherungsgeber keiner Bearbeitung unterzogenen Sache (BGHZ 117, 374, 379;… BGH, Urt. v. 30. Oktober 1990 - IX ZR 9/90, WM 1991, 88, 91; OLG Stuttgart WM 1994, 626, 633 f [OLG Stuttgart 15.12.1993 - 9 U 216/93];… Scholz/Lwowski, aaO. Rdnr. 148 j; Göbel, Übersicherung und Freigabeklauseln in vorformulierten Kreditsicherungsverträgen 1993 S. 199; A. Weber WuB I F 5. - 7.92). - OLG Hamm, 16.09.1998 - 13 U 76/98
Haftungsverteilung bei Kollision eines Fußgängers mit einem Radfahrer
Mit der Auffassung des BGH (NJW 1995, 2221) und des OLG Stuttgart (WM 1994, 626) ist jedenfalls in einem Fall wie dem vorliegenden das Einverständnis der Parteien als ausreichend anzusehen. - OLG Köln, 04.09.1996 - 11 U 224/95
Wirksamkeit einer Globalabtretung; Vorliegen von Übersicherung; …
Der eingeschränkte Schutz gegen eine unangemessene Regelung gemäß § 6 Abs. 1 und 2 AGBG, der den Vertrag im übrigen unberührt läßt, ist hier vollkommen ausreichend (vgl. OLG Stuttgart WM 94, 626, 63O f. und BGH NJW 96, 253).
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