Rechtsprechung
| OLG München, 19.01.2016 - 18 U 2856/15 Pre |
Volltextveröffentlichungen (3)
- openjur.de
- ra.de
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG München I, 08.07.2015 - 9 O 24565/14
- OLG München, 19.01.2016 - 18 U 2856/15 Pr
Papierfundstellen
- afp 2016, 274
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (16)
- BGH, 18.09.2012 - VI ZR 291/10
Persönlichkeitsschutz in der Presse: Wort- und Bildberichterstattung über die …
Auszug aus OLG München, 19.01.2016 - 18 U 2856/15
Rn. 60 In thematischer Hinsicht gehört zur Privatsphäre - auch einer Person öffentlichen Interesses - grundsätzlich die eigene Erkrankung und deren Heilungsverlauf, wobei Ausnahmen allenfalls bei einem besonderen Personenkreis wie wichtigen Politikern, Wirtschaftsführern oder Staatsoberhäuptern bestehen können (vgl. BGH, Urteil vom 18.09.2012 - VI ZR 291/10, Rn. 17 m. w. N., AfP 2012, 551).Allerdings kann auch eine wahre Darstellung das Persönlichkeitsrecht des Betroffenen verletzen, insbesondere wenn die Privatsphäre betroffen ist (vgl. BGH, Urteil vom 18.09.2012 - VI ZR 291/10, Rn. 17 m. w. N., AfP 2012, 551).
Rn. 70 dd) Hinzu kommt, dass sich die Berichterstattung - wie das Landgericht zutreffend dargelegt hat - nicht auf die allgemeine Schilderung des Heilungsverlaufs eines hirnverletzten Patienten, der langsam aus dem Koma erwacht, beschränkt, sondern konkrete medizinische Einzelheiten mitteilt (vgl. zu diesem Gesichtspunkt BGH, Urteil vom 18.09.2012 - VI ZR 291/10, Rn. 22 m. w. N., AfP 2012, 551).
- BGH, 22.04.2008 - VI ZR 83/07
Richtigstellungsanspruch des BKA gegen FOCUS
Auszug aus OLG München, 19.01.2016 - 18 U 2856/15
Rn. 68 Werden aufgrund einer unwahren Tatsachenbehauptung zivilrechtliche Ansprüche geltend gemacht, liegt die Beweislast für die Unwahrheit nach allgemeinen Regeln grundsätzlich beim Kläger (BGH, Urteil vom 22.04.2008 - VI ZR 83/07, Rn. 21, BGHZ 176, 175 - 191).Mangels Angabe solcher Belegtatsachen kann es dem Betroffenen unzumutbar sein, Umstände aus seinem persönlichen Bereich zu offenbaren, um den ihm obliegenden Nachweis der Unwahrheit führen zu können (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 22.04.2008 - VI ZR 83/07, Rn. 22, BGHZ 176, 175 - 191).
- BGH, 25.10.2011 - VI ZR 332/09
Persönlichkeitsrechtsverletzung: Berichterstattung über die Mitwirkung als …
Auszug aus OLG München, 19.01.2016 - 18 U 2856/15
Er umfasst insbesondere Angelegenheiten, die wegen ihres Informationsgehalts typischerweise als "privat" eingestuft werden, weil ihre öffentliche Erörterung oder Zurschaustellung als unschicklich gilt, das Bekanntwerden als peinlich empfunden wird oder nachteilige Reaktionen der Umwelt auslöst (BGH, Urteil vom 25.10.2011 - VI ZR 332/09, Rn. 15 m. w. N., NJW 2012, 767).Er kann sich dann nicht gleichzeitig auf den öffentlichkeitsabgewandten Schutz seiner Privatsphäre berufen (BGH, Urteil vom 25.10.2011 - VI ZR 332/09, Rn. 16 m. w. N., NJW 2012, 767).
- BGH, 17.12.2013 - VI ZR 211/12
Persönlichkeitsrechtsverletzung durch Internetveröffentlichung: Zurechnung bei …
- OLG Hamburg, 06.07.2010 - 7 U 6/10
Persönlichkeitsschutz in der Presse: Geldentschädigung wegen indiskreter …
Auszug aus OLG München, 19.01.2016 - 18 U 2856/15
Diese Voraussetzungen sind in der Regel erfüllt, wenn - wie im vorliegenden Fall - die krankheitsbedingte Hilflosigkeit eines Menschen in ihrem ganzen Ausmaß zur Schau gestellt wird (vgl. hierzu OLG Hamburg, Urteil vom 06.07.2010 - 7 U 6/10, Rn. 18 f.). - BGH, 18.12.2015 - V ZR 160/14
Benutzung eines kostenpflichtigen, privaten Parkplatzes: …
Auszug aus OLG München, 19.01.2016 - 18 U 2856/15
Rn. 39 1. Der Kläger hat in der mündlichen Verhandlung vom 19.01.2016 den dem Urteilstenor zu Ziff. 1 lit. a zugrunde liegenden Klageantrag in zulässiger Weise im Wege der Klarstellung konkretisiert (vgl. BGH, Urteil vom 18.12.2015 - V ZR 160/14, NJW 2016, 863 Rn. 9; BGH, Urteil vom 11.12.2012 - VI ZR 314/10, NJW 2013, 790 Rn. 32; BGH, Urteil vom 01.12.1999 - I ZR 49/97, NJW 2000, 2195; Zöller-Greger, ZPO, 31. Aufl. - BVerfG, 10.10.1995 - 1 BvR 1476/91
"Soldaten sind Mörder"
Auszug aus OLG München, 19.01.2016 - 18 U 2856/15
Denn maßgeblich für die Deutung einer Äußerung ist weder die subjektive Absicht des sich Äußernden, noch das subjektive Verständnis des von der Äußerung Betroffenen, sondern der Sinn, denn die Äußerung nach dem Verständnis eines unvoreingenommenen und verständigen Publikums hat (BVerfG, Beschluss vom 10.10.1995 - 1 BvR 1476/91, Rn. 125, BVerfGE 93, 266 - 319). - BGH, 16.12.2014 - VI ZR 39/14
Unterlassungsanspruch wegen herabsetzender Äußerungen über ein Unternehmen: …
Auszug aus OLG München, 19.01.2016 - 18 U 2856/15
Wesentlich für die Einstufung als Tatsachenbehauptung ist demnach, ob die Aussage einer Überprüfung auf ihre Richtigkeit mit Mitteln des Beweises zugänglich ist (BGH, Urteil vom 16.12.2014 - VI ZR 39/14, Rn. 8, AfP 2015, 41). - BGH, 01.12.1999 - I ZR 49/97
Verwendung von Name und Bild Marlene Dietrichs zu Werbezwecken - BGH stärkt …
Auszug aus OLG München, 19.01.2016 - 18 U 2856/15
Rn. 39 1. Der Kläger hat in der mündlichen Verhandlung vom 19.01.2016 den dem Urteilstenor zu Ziff. 1 lit. a zugrunde liegenden Klageantrag in zulässiger Weise im Wege der Klarstellung konkretisiert (vgl. BGH, Urteil vom 18.12.2015 - V ZR 160/14, NJW 2016, 863 Rn. 9; BGH, Urteil vom 11.12.2012 - VI ZR 314/10, NJW 2013, 790 Rn. 32; BGH, Urteil vom 01.12.1999 - I ZR 49/97, NJW 2000, 2195; Zöller-Greger, ZPO, 31. Aufl. - BVerfG, 25.10.2005 - 1 BvR 1696/98
Stolpe - Unterlassungsanspruch bei mehrdeutigen Äußerungen
Auszug aus OLG München, 19.01.2016 - 18 U 2856/15
Zeigt sich dagegen, dass ein unvoreingenommenes und verständiges Publikum die Äußerung als mehrdeutig wahrnimmt oder verstehen erhebliche Teile des Publikums den Inhalt jeweils unterschiedlich, ist bei der weiteren Prüfung von einem mehrdeutigen Inhalt auszugehen (BVerfG, Beschluss vom 25.10.2005 - 1 BvR 1696/98, Rn. 31, BVerfGE 114, 339 - 356). - BGH, 22.09.2009 - VI ZR 19/08
Meinungsfreiheit bei kritischen Äußerungen über ein Unternehmen und dessen …
- BGH, 11.12.2012 - VI ZR 314/10
Gesteigertes Vertrauen der Presse in Verlautbarungen des Bundesbeauftragten für …
- BGH, 13.01.2015 - VI ZR 386/13
Persönlichkeitsrechtsverletzung in der Presseberichterstattung: Anspruch eines …
- BVerfG, 19.12.2007 - 1 BvR 967/05
Kein Gegendarstellungsanspruch bei mehreren Deutungsmöglichkeiten einer Äußerung
- BVerfG, 08.03.1972 - 2 BvR 28/71
Ärztliche Schweigepflicht
- RG, 04.03.1902 - 314/02
Ist der Konkursverwalter berechtigt, wegen eines vor der Konkurseröffnung zum …
- OLG Stuttgart, 29.11.2023 - 4 U 58/23
Vorliegen einer Schmähkritik an einer Politikerin auf Facebook
Rn. 106 Eine strafbewehrte Unterlassungserklärung kann die durch eine Verletzungshandlung begründete Wiederholungsgefahr nur dann ausräumen, wenn sie den bestehenden gesetzlichen Unterlassungsanspruch nach Inhalt und Umfang voll abdeckt und dementsprechend uneingeschränkt, unwiderruflich, unbedingt und grundsätzlich auch ohne die Angabe eines Endtermins erfolgt (…st. Rspr., BGH GRUR 2018, 815 Rn. 14 - Buchführungsbüro; BGH GRUR 2002, 180 f. - Weit-vor-Winter-Schluss-Verkauf; BGH GRUR 1997, 379, 380 - Wegfall der Wiederholungsgefahr II; OLG München AfP 2016, 274 [276]). - LG Frankfurt/Main, 02.07.2020 - 3 O 396/19
Entschädigung bei Offenbarung einer Erkrankung.
In thematischer Hinsicht gehören zur Privatsphäre grundsätzlich die eigene Erkrankung und deren Heilungsverlauf, wobei Ausnahmen allenfalls bei einem besonderen Personenkreis wie wichtigen Politikern, Wirtschaftsführern oder Staatsoberhäuptern bestehen können (OLG München AfP 2016, 274, 276 m.w.N.).
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